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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cheviot; Cheviot-Hills; Chevīter; Chevr.; Chevreul; Chevreuse; Chevron; Chevronné; Chewsūren; Cheyenne; Cheyne-Stokessches Atmungsphänomēn

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Cheviot - Cheyne-Stokessches Atmungsphänomen

Depart. Seine mit 674 E., bildete mit dem Dorfe L'Hay den linken Flügel des 6. preuß. Armeekorps während der Cernierung von Paris und wurde 30. Sept. 1870 bei einem Ausfalle teilweise vorübergehend von den Franzosen genommen, aber nach Eintreffen von Reserven wieder von den Deutschen besetzt.

Cheviot (spr. tschéwjött), ein vorzüglich in England und Schottland hergestelltes Kammgarngewebe, das hauptsächlich als Beinkleiderstoff dient.

Cheviot-Hills (spr. tschéwjött oder tschíhwjött), ein 56 km langer Höhenzug vulkanischer Gesteine, der in der Richtung von SW. nach NO., zwischen Northumberland und Roxburghshire England von Schottland trennt. Er erreicht nach O. hin im Cheviot 867 m Höhe; seine welligen Flächen sind ganz mit Weiden bedeckt, die eine berühmte Rasse von Schafen nähren. Auf ihm entspringen der Esk, Tweed und Tyne.

Chevīter, s. Heviter.

Chevr., bei Insektennamen Abkürzung für Auguste Chevrolat, franz. Entomolog.

Chevreul (spr. schĕwröhl), Michel Eugène, franz. Chemiker, geb. 31. Aug. 1786 zu Angers im Depart. Maine-et-Loire, studierte in Paris Chemie, wurde 1809 Assistent des Professors Vauquelin an der Sorbonne und war 1813–30 Professor der physik. Wissenschaften am Lycée Charlemagne. 1820 wurde er zum Examinator an der Polytechnischen Schule und 1824 zum Direktor der Färberei in der Manufaktur der Gobelins ernannt. C. wurde 1826 Mitglied der Akademie und 1830 Professor der angewandten Chemie am Naturhistorischen Museum. Im Febr. 1879 trat er in den Ruhestand und starb 9. April 1889, fast 103 J. alt, zu Paris, Seine Statue (von Guillaume) wurde 1. Sept. 1886 im großen Saale des Naturhistorischen Museums zu Paris aufgestellt; ebenso errichtete ihm seine Vaterstadt Angers 1893 ein Broncestandbild. C. veröffentlichte: «Recherches chimiques sur les corps gras d'origine animale» (Par. 1823; neue Ausg., ebd. 1889), durch welche die chem. Natur der Fette zuerst aufgeklärt wurde, «Considérations générales sur l'analyse organique et sur ses applications» (ebd. 1824; deutsch von Trommsdorff, Gotha 1826), «Recherches sur la peinture» (in den «Mémoires» des Instituts seit 1826), «Leçons de chimie appliquée à la teinture» (2 Bde., Par. 1831), «De la loi du contraste simultané des couleurs et de l'assortiment des objets coloriés» (Straßb. und Par. 1839; neue Ausg., Par. 1890), «Théorie des effets optiques que présentent les étoffes de soie» (Lyon 1846) u. s. w. Eine Arbeit über eine neue organische Säure (L'acide avique) trägt den Titel: «Distractions d'un membre de l' Institut de France, lorsque le roi de Prusse Guillaume 1<sup>er</sub> assiégeait Paris»(Par. 1871).

Chevreuse (spr. schĕwröhs'), Hauptort des Kantons C. (159,05 qkm, 20 Gemeinden, 10222 E.) im Arrondissement Rambouillet des franz. Depart. Seine-et-Oise, an der zur Orge gebenden Yvette, hat (1891) 1469, als Gemeinde 1808 E., ein altes Schloß, Porzellanfabrik, Ziegelei, Handel mit Wein und Holz. In der Nähe Schloß Dampierre, ein schöner Renaissancebau aus dem 17. Jahrh.

Chevreuse (spr. schĕwröhs'), Marie von Rohan, Herzogin von C., geb. 1600, heiratete mit 17 Jahren den Connétable von Luynes und, nach 4 Jahren verwitwet, den Herzog von C. Besonders seit der zweiten Heirat stürzte sie sich in das Gewühl der Intriguen und Verschwörungen, von denen die polit. Welt Frankreichs in jener Zeit letzten Widerstandes des hohen Adels erfüllt war. Richelieu, dessen gefährlichste Gegnerin sie war, trieb sie nach England; nach Ludwigs ⅩⅢ. Tode (1643) zurückgekehrt, nahm sie seit 1650 eifrig an der Fronde (s. d.) teil, trat mit dem großen Condé in engste Verbindung und unterwarf sich erst, als die Sache verloren war. Sie starb 1679. – Vgl. V. Cousin, M<sup>me</sup> de C. (2. Aufl., Par. 1862). ^[Spaltenwechsel]

Chevron (frz., spr. schĕwróng), die besonders im franz. Heere gebräuchliche Dienstauszeichnung in Form von auf den Ärmeln aufgenähten winkelförmigen Tressen. Im preuß. Heere sind dieselben 1889 eingeführt worden und zwar (auf dem linken Oberärmel aufgenäht) bei der Kavallerie als Auszeichnung für die besten Fechter zu Pferde. – In Frankreich bezeichnet die Zahl dieser C. Rang und Dienstalter der Mannschaften. Veteranen und wegen hohen Dienstalters zu Unteroffizieren beförderte Soldaten heißen deshalb Chevronnés. – In der Heraldik bedeutet C. einen Sparren im Wappen.

Chevronné (spr. schĕwronneh), s. Chevron.

Chewsūren («Schluchtenbewohner»), kaukas. Bergvolk im russ.-kaukas. Gouvernement Tiflis, an den Duellen der Aragwa, des Argun und Assy, besteht aus acht Gemeinden (Aulen) und zählt gegen 7000 Seelen. Die C., ein Gemisch von Georgiern, Osseten, Tschetschenzen und andern Bergvölkern, sprechen georgisch, zum Teil aber in so altertümlichem Dialekt, daß sie von eigentlichen Georgiern kaum verstanden werden. Der Religion nach gelten sie trotz Götzenopfer und Spuren von Mosaismus und Mohammedanismus für Christen. In früherer Zeit sehr kriegerisch, lieben sie jetzt noch Waffen und Rüstung. Sie beschäftigen sich meist mit Vieh- und Bienenzucht. – Vgl. Radde, Die C. und ihr Land (Cassel 1878).

Cheyenne (spr. schīénn), Hauptstadt des nordamerik. Staates Wyoming in der südöstlichsten Ecke desselben, in 1843 m Höhe am Crow Creek gelegen, ist Kreuzungspunkt der Hauptlinie der Union-Pacificbahn und ihrer Nordsüdzweige von Denver nach dem Platte-River. C. wurde 1867, als der Bau der Bahn bis hierher gediehen war, gegründet und hat (1890) 11690 E., ein Opernhaus, ein Kapitol, Bibliothek (5000 Bde.), ein Ländereiamt der Vereinigten Staaten, eine Anzahl von Schulen und Kirchen, von denen die kath. St. Johnskirche die älteste in Wyoming ist, 2 Nationalbanken und große Werkstätten der Union-Pacificbahn. Die Stadt besitzt Pferdebahn, elektrische Beleuchtung und ist als Mittelpunkt großartiger Rindviehzucht Sitz von (1889) 36 Aktiengesellschaften (Kapital 26 Mill. Doll.), welche Viehzucht betreiben.

Cheyne-Stokessches Atmungsphänomēn, eine bei gewissen Krankheiten vorkommende, sehr auffällige Veränderung des normalen Atmungstypus, die sich darin kundgiebt, daß auf eine lang dauernde Atmungspause ein ganz flacher, fast unmerklicher Atemzug folgt, an den sich dann immer tiefere, zuletzt im höchsten Grade dyspnoische Respirationen anschließen, worauf sich die Atmung allmählich wieder verflacht und schließlich wieder eine längere Atmungspause erfolgt. Dies Phänomen kommt durch Herabsetzung der Erregbarkeit des im verlängerten Mark gelegenen Atmungscentrums zu stande; seinen Namen führt es nach den beiden engl. Ärzten, die es zuerst beschrieben, nach George Cheyne (spr. tschehn, geb. 1671, gest. 12. April