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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Chiastolithschiefer; Chiavari; Chiavenna; Chiaves; Chiavette; Chibcha

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Chiastolithschiefer - Chibcha

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Chiastolith'

Schiefer bilden einen peripherischen Hof, eine kontaktmetamorphische Zone zunächst um den Granit, indem sie nach außen allmählich in gewöhnlichen Thonschiefer übergeben; so zu Gefrees im Fichtelgebirge, bei Strehla in Sachsen, ferner ausgezeichnet in der Bretagne, den Pyrenäen, dem span. Galicien, endlich an vielen Orten in Nordamerika, wo fingergroßer C. vorkommt.

Chiastolithschiefer, s. Chiastolith.

Chiavări (spr. ki-), Hauptstadt des Kreises C. (110866 E.) in der ital. Provinz Genua, am Busen von Rapallo und an der Linie Genua-Sampierdarena des Mittelmeernetzes, 32 km im OSO. von Genua, hat (1881) 7659, als Gemeinde 11940 E eine schöne Kirche Vergine dell’Orto, Hafen und mehrere Paläste; Fabrikation von Seidenwaren, Spitzen und eigenartigen leichten Stühlen (Sedie di Chiavari), Fischerei, Küstenhandel und Ausfuhr der Erzeugnisse der trefflich angebauten Umgegend. Von hier gelangen auch die sog. Käse von C. in den Handel.

Chiavenna (spr. ki-), deutsch Cläven oder Clefen, Stadt in der ital. Provinz und im Kreis Sondrio, in 317 m Höhe malerisch in dem tief eingeschrittenen Thale am linken Ufer der Mera (Maira), am Eingange des durch Ablagerungen des Flusses entstandenen Piano di C., an der Linie Colico-C. (27 km) des Adriatischen Netzes gelegen, hat (1881) 2885, als Gemeinde 4292 E., eine schöne Hauptkirche San Lorenzo, einen Schloßberg mit Garten «il Paradiso» und herrlicher Aussicht auf die umliegenden Berge sowie Trümmer der Burg des letzten Vogtes von Salis; ferner Seidenzucht, -Spinnerei und -Weberei, Handel mit Früchten und den vorzüglichen Rotweinen des Veltlin und Bierbrauerei. Etwa 4 km östlich von C., im Bergell, bezeichnet ein Trümmerwall, mit Kastanienwald bestanden, die Lage des 1618 durch einen Bergsturz verschütteten Fleckens Piuro oder Plurs. – C., das röm. Clavenna, ist durch seine Lage am Ausgange der Splügen-, Maloja- und Septimerstraße einer der wichtigern Alpenschlüssel. Stadt und Landschaft C. hatten früher eigene, vom Kaiser ernannte Grafen, kamen später unter die Herzöge von Mailand und wurden 1512 von Maximilian Sforza an Graubünden abgetreten, 1797 mit der Cisalpinischen Republik, dann mit dem Königreich Italien vereinigt; 1815 gelangte C. an Österreich und 1859 durch den Frieden von Villafranca an Italien.

Chiaves (spr. ki-), Desiderato, ital. Dichter und Staatsmann, geb. 2. Okt. 1825 zu Turin, wurde 1848 außerordentlicher Regierungskommissar, 1856 ins Parlament gewählt und war Dez. 1865 bis Juni 1866 Minister des Innern. Seinen Ruf als Dichter verdankt er vorzüglich kleinen Lustspielen, die er als «Ricreazioni filodrammatiche» (Tur. 1876) veröffentlichte.

Chiavette (ital., spr. kiaw-, «kleine Schlüssel») bedeutet in der ältern Musik die Benutzung der sog. Nebenschlüssel in der Notierung einstimmiger Tonsätze. In der Regel wird der Sopran mit dem (Anmerkung des Editors: siehe Faksimile)-Schlüssel (dieses Zeichen bedeutet das eingestrichene C) auf der ersten, der Alt mit demselben Schlüssel auf der dritten, der Tenor ebenfalls mit diesem Schlüssel auf der vierten Linie notiert. Für den Baß gebraucht man den (Anmerkung des Editors: siehe Faksimile)-Schlüssel ((Anmerkung des Editors: siehe Faksimile) bedeutet das kleine f) auf der vierten Linie. Bei der Anwendung der C. oder Nebenschlüssel erhält ↔ der Sopran den (Anmerkung des Editors: siehe Faksimile)-Schlüssel (das Zeichen bedeutet, daß das eingestrichene G auf der zweiten Linie steht), der Alt den (Anmerkung des Editors: siehe Faksimile)-Schlüssel auf der zweiten, der Tenor denselben auf der dritten Linie, der Baß den (Anmerkung des Editors: siehe Faksimile)-Schlüssel auf der dritten Linie. Eine zweite Form der C. ist die, daß der Sopran den (Anmerkung des Editors: siehe Faksimile)-Schlüssel auf der zweiten, der Alt denselben auf der vierten Linie bekommt, der Tenor mit (Anmerkung des Editors: siehe Faksimile)-Schlüssel auf der dritten, der Baß mit demselben Schlüssel auf der fünften Linie notiert wird. Man verwendete die C., wenn die Notierung in den gewöhnlichen oder Hauptschlüsseln zu viel Hilfslinien oder Versetzungszeichen erfordert hätte. Die erste Form der C. zeigt daher an, daß der Satz ungefähr eine Terz höher zu singen ist als die vorgezeichnete Tonart lautet. Die zweite Form der C. giebt eine gleich weite Transposition nach unten an die Hand. – In Frankreich wurden die C., und zwar noch in weitern Formen, auch für Instrumentalmusik bis ins 18. Jahrh, benutzt.

Chibcha (spr. tschibtscha), die mächtigste der Nationen, die in vorcolumbischer Zeit das Gebiet des spätern Königreichs Neugranada, der heutigen Republik Columbia, bevölkerten. Ihr Centrum war die Hochebene von Bogota und die nördlich sich daran schließenden Hochthäler von Tunja und Sogamoso. Sie hatten aber auch die heißen Thäler im Süden von Bogota besiedelt und den ganzen Ostabhang der östl. Cordilleren bis hinab zu den Llanos des Rio Meta. Auf dem Hochlande bauten sie Kartoffeln, Mais und Quinoa (s. Chenopodium), in den heißen Thälern Baumwolle und Maniok. Außerdem betrieben sie mit dem auf ihrem Gebiete gebrochenen unreinen Steinsalz einen gewinnbringenden Handel mit den umwohnenden Nationen. Das Volk zerfiel in zahlreiche Stämme, die unter erblichen Häuptlingen (usaque) standen. Die Stämme hatten sich aber frühzeitig schon zu einer Konföderation zusammengeschlossen, an deren Spitze der Häuptling von Tunja erscheint, der den Titel Zaque führt. Später zerfiel dieser Bund, indem der in Muikita, dem heutigen Funza, residierende Zipa die südl. Stämme um sich versammelte und dem Zaque erfolgreich Konkurrenz machte. Eine besondere Stellung unter den übrigen Häuptlingen nahm noch der in Sogamoso residierende Häuptling von Iraca ein, insofern er als der Nachfolger des Kulturheros (s. unten) galt und ihm als solchem besondere übernatürliche Kräfte, insbesondere das Wettermachen, zugeschrieben wurden.

Die C. verehrten die Sonne und den Mond und feierten am Neumond, in der Konjunktion, die eheliche Vereinigung der beiden. Der Sonnengott erscheint, wie auch bei andern Stämmen, als der das Land durchwandernde Kulturheros, und führt als solcher den Namen Chiminizagahua oder Nemterequeteba. Im Thal von Bogota wurde besonders der auf dem Regenbogen erscheinende Bochica verehrt. Außerdem verehrten sie einen Gott der Erde, Chibchacum, die Urmutter Bachue oder Fucha cho gue, «die gute Frau», und den Fuchsgott Fo oder Nemcatacoa, der der Gott der Kunst, der Handwerker, Maler und Malerinnen und gleichzeitig der Gott der Feste und Gesänge ist. Als besondere Gaben wurden den Göttern Goldfiguren (tunjos) in allerhand Tiergestalten und andere Kostbarkeiten dargebracht. In Guatavita bestreute sich der Kazike

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