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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Chlum; Chlumecky; Chlumetz; Chmel; Chmelnik; Chmelnizkij

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Chlum - Chmelnizkij (Bogdan)

fortan die Regel, nur daß die Könige, wie es C. II. zuerst 622 mit seinem Sohne Dagobert I. that, schon bei Lebzeiten öfters den ältesten Söhnen Austrasien zuwiesen. Er starb 628.

C. III., Sohn Chlodwigs II., König des gesamten Frankenreichs, trat 660 Austrasien seinem Bruder Childerich II. ab und starb 670. - Vgl. Dahn, Deutsche Geschichte, 1. Bd., 2. Hälfte (Gotha 1888).

Chlum, Dorf in der österr. Bezirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk Königgrätz in Böhmen, nahe bei Königgrätz am Abhange einer einzelnen steil aufragenden Bergkuppe (336 m) gelegen, hat (1890) 283, als Gemeinde 439 E. C. wurde in der Schlacht bei Königgrätz (s. d.) 3. Juli 1866 Schlüsselpunkt der österr. Stellung. Als der Kronprinz von Preußen mit der Zweiten Armee in der rechten Flanke der Österreicher erschien, griff die Vorhut der preuß. 1. Gardedivision unter General Hiller von Gärtringen C. an, nahm es im ersten Anlaufe und behauptete es erfolgreich gegen mehrere mit großer Übermacht von Benedek ausgeführte Sturmangriffe so lange, bis genügende Verstärkungen vom Gardekorps und 1. Armeekorps eintrafen. Damit war die Schlacht siegreich entschieden. Hiller von Gärtringen fiel.

Chlumecky (spr.-etzki), Joh., Freiherr von, österr. Staatsmann, geb. 23. März 1834 in Zara in Dalmatien, studierte in Wien und wurde Staatsanwalt-Substitut in Brünn. 1865 vom mähr. Großgrundbesitz in den mähr. Landtag gewählt, schloß er sich der verfassungstreuen Centrumspartei an, trat 1867 aus dem Staatsdienst und wurde in den Landesausschuß von Mähren gewählt. Als erster Statthaltereirat wurde C. 1868 wieder in den Staatsdienst berufen, den er unter Potockis Regierung abermals verließ, und hierauf vom mähr. Landtag in den Reichsrat entsandt, wo er mit Lasser die Führung der gemäßigten (Großgrundbesitzer-)Gruppo der Linken übernahm. Bei der Bildung des Kabinetts Auersperg erhielt C. Nov. 1871 die Leitung des Ackerbauministeriums, und nach dem Rücktritt des Dr. Banhans Mai 1875 die des Handelsministeriums. In letzterer Stellung brachte er nach dem Scheitern der Zollvertragsverhandlungen mit Deutschland 1878 den autonomen Zolltarif zu stande und schloß auf dieser Grundlage einen Zollvertrag mit Italien ab. Infolge der für die Verfassungspartei ungünstigen Wahlen trat C. im Aug. 1879 zurück und wurde Okt. 1880 in das Abgeordnetenhaus gewählt, wo er als Vorstandsmitglied des Klubs der vereinigten Linken einer der maßgebenden Führer derselben war. 1885 wurde er zum zweiten, 1888 zum ersten Vicepräsidenten, 1893 zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses, seit 1887 auch wiederholt in der österr. Delegation zum Vorsitzenden gewählt. 1889 wurde er in den Freiherrenstand erhoben.

Chlumetz. 1) C., czech. Chlumec nad Cidlinou, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Neubydžow in Böhmen, in 216 m Höhe, an der Cidlina und an den Zweiglinien Großwosek-Parschnitz und C.-Geiersberg-Mittelwalde (120 km) der Österr. Nordwestbahn, hat (1890) 3817 czech. E. (85 Deutsche), in Garnison (142 Mann) eine Eskadron des 8. böhm. Dragonerregiments "Graf von Montecuccoli", Bezirksgericht (259 qkm, 44 Gemeinden, 23111 czech. E.), Post, Telegraph, ein Monument des hier geborenen czech. Dramatikers Klicpera (1792-1859), das 1721-23 erbaute Schloß Karlskrone der Grafen Kinsky mit Fideikommißherrschaft (14,847 qkm), Tiergarten mit Fasanerie; Brauerei, Dampfbrettsäge, Maschinenfabrik, Spiritusbrennerei, Dampfmühle und Zuckerfabrik. - 2) C., auch Chlum genannt, Dorf in der österr. Bezirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk Wittingau in Böhmen, in 491 m Höhe, am Teiche Hejtman (Hauptmann), an der Linie Gmünd-Prag der Kaiser Franz-Josephsbahn, hat (1890) 1739 czech. E., Post, Telegraph; ein Schloß der Herrschaft C. (65,39 qkm) des Erzherzogs Franz von Österreich-Este mit öffentlicher Kapelle, Brauerei und Mühle; erzherzogl. Eisenwerk Josephsthal mit Kupolofen, Gießerei, Stabhammer, Drahtzieherei, Drahtstifte- und Maschinenfabrik; ferner Glashütte und Spiegelglasschleiferei, Bronzegeschirrfabrik, Granitsteinbrüche und Steinmetzindustrie.

Chmel, Joseph, deutscher Geschichtsforscher, geb. 18. März 1798 zu Olmütz, trat in seinem 18. Jahre in das Chorherrenstift St. Florian und wurde 1826 Stiftsbibliothekar. Auf Stiftskosten hielt sich C. 1830-33 in Wien auf, wo er an der k. k. Hofbibliothek und im Geh. Haus-, Hof- und Staatsarchiv die Quellen zu einer "Geschichte Kaiser Friedrichs IV." (2 Bde., Hamb. 1840-43) und dann überhaupt zur Geschichte Österreichs im Mittelalter sammelte und damit die urkundliche Forschung wesentlich förderte. 1834 ward C. zweiter Archivar daselbst, 1840 zum ersten Archivar, und 1846 zum Vicedirektor des Archivs und zum Regierungsrat ernannt. Er starb 28. Nov. 1858 zu Wien. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: "Die Handschriften der k. k. Hofbibliothek zu Wien" (2 Bde., Wien 1840-41), "Materialien zur österr. Geschichte" (Bd. 1 u. 2, in 5 Tln., ebd. 1832-40), "Regesta chronologico-diplomatica Ruperti, regis Romanorum" (Frankf. 1834), "Regesta chronologico-diplomatica Friderici III., Romanorum imperatoris" (2 Tle., Wien 1838-40), "Der österr. Geschichtsforscher" (Bd. 1-3, ebd. 1838-42), "Urkunden, Briefe und Aktenstücke zur Geschichte Maximilians I." (Stuttg., Litterar. Verein 1845) und "Aktenstücke und Briefe zur Geschichte des Hauses Habsburg') (3 Bde., Wien 1854-58). Die "Aktenstücke zur Geschichte Kroatiens und Slawoniens in den J. 1526 und 1527" (ebd. 1846) und "Herbersteins Gesandtschaftsreise nach Spanien 1519" (ebd. 1846) bilden zugleich den 1. und 2. Band des "habsburgischen Archivs". - Vgl. den Almanach der k. Akademie der Wissenschaften (ebd. 1851).

Chmelnik, s. Chmjelnik.

Chmelnizkij, poln. Chmielnicki, Bogdan, der Urheber des Kosakenaufstandes gegen Polen, geb. 1593 in der Ukraine als Sohn eines poln. Edelmanns, zeichnete sich früh durch Mut und Tapferkeit unter den Kosaken so aus, daß diese ihn nach ihrer Niederlage bei Kumejki 1638 an den poln. König Wladislaw IV. mit der Erklärung sandten, daß sie sich der Herrschaft der Polen von neuem unterwürfen. Aber persönlich durch die Gewaltthätigkeit eines poln. Starosten gereizt, und um seinem Ehrgeiz zu genügen, wiegelte er das ganze den Polen unterworfene Kosakenland auf; es gelang ihm ein großes Heer zusammenzubringen, mit dem er die Polen in den Schlachten bei Korsun, wo er den poln. Hetman Potocki selbst gefangen nahm, und bei Pilawce besiegte; darauf verheerte er mit seinen Scharen Volhynien, Podolien und Rotrußland und drang bis Lemberg und Zamosc vor. Nach Wladislaws IV. Tode (1648) bot der König Johann Kasimir, an allem Widerstande gegen C. verzwei-^[folgende Seite]

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