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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Chmelnizkij (Nikolai Iwanowitsch) - Chodkjewicz
sclnd, diesem selbst die Würde eines Helmaus der
Kosaken unter poln. Oberhoheit an; dock erlangten
die Kosaken in den Unterhandlungen die ersehnten
Freiheiten nickt, und es kam zu neuen Kämpfen. Als
endlich das Kosakcnheer bei Beresteezto von den
Polen besiegt wurde, unterwarf sich 1654 C. mit
seinen Kosaken dem russ. Zaren Alexej Michailo-
witsck. Hieraus entspann sich ein Krieg zwischen den
Russen und Polen, der mit dem Frieden zu An-
drussowo ls. d.) schloß. (5. starb 25. Aug. 1657,
1873 wurde C., dem "Befreier ^sidrusilands", eine
Reiterftatue in Kiew errichtet. Vgl. Kostomarow,
I5o^n ^. (2 Bde., Petersb. 1859). - 3ein Sohn,
Georg C., wurde 1660 auf Betreiben Rußlands
von einigen Kosatenstämmen zum Hetman gewählt
gegen den Hetman Wychowsti, der im Vertrage zu
Hadziacz die Kosaken wieder mit dem Mutterlande
vereinigt hatte. Aber auch C. suchte die noch Ab-
trünnigen wieder dem Mutterlande zuzuführen, ge-
riet nun mit den Russen in streit, wurde bei Kaniew
1662 besiegt, setzte trotzdem den aussichtslosen Kampf
fort und fand in demselben seinen Tod.
Chmelnizkij, Nikolai Iwanowitsch, russ. Dra-
matiker, geb. 22. (11.) Aug. 1789, war 1829 Civil-
gouverneur von Smolenst, 1837 von Archangel,
nahm 1838 seinen Abschied und starb 20. (8.) Sept.
1845 in Petersburg. Von seinen Werken, meist
Lustspielen, sind die dcdeutendern: "Der Schwätzer",
"Luftschlösser", "Der Unschlüssige", "Die Quaran-
täne", "Die Schauspieler unter sich", "Der russ.
Faust", ferner das histor. Lustspiel "Ein Zaren-
wort" und das histor. Drama "Zenobius Vogdan
C., oder die Einverleibung Kleinnißlands". Seine
sämtlichen Werke erschienen in 3 Bänden (Petersb.
Ehmielnicki, s. Chmelnizkij. ^1849).
Ehnnelowsti (spr. chmjel-), Peter, poln. Litte-
rarhistoriker und Kritiker, geb. 1848, promovierte in
Leipzig, ließ sich in Warschau nieder, wo er Redac-
teur der Monatsrevue "^t6N6nin" ist, der ange-
sehenste Darsteller poln. Litteraturgeschichte des
19. Jahrh. Die wichtigern seiner Werke sind: "Die
Irauengestalten des Miekiewicz, Slowaeki und
Krasinski" (3. Aufl., Krakau 1886), "Die poln.
Schriftstellerinnen des 19.Jahrh." lWarsckau 1885),
"Adam Mictiewicz" (2Bde., Krakau 1886; Haupt-
werk über den Dichter), "Studien und Skizzen aus
der Geschichte der poln. Litteratur" (2 Bde., ebd.
1886), "Unsere Romanschriftsteller" (ebd. 1887),
"I. I. Kraszewski" (ebd. 1888; erste erschöpfende
Übersicht) u. a. in.
Ehmjelnik, poln. (^limieliiik, oder Chmelnik.
1) Stadt im Kreis Litin des russ. Gouvernements
Podolien, 183 km nordwestlich von Kamenez-Po-
dolsk, auf einer von drei Armen des Bug gebil-
deten Insel, in einer an kleinen Seen reichen frucht-
baren Ebene, hat (1885) 12228 E., 5 Kirchen,
l israel. Bethaus, Ackerbau und Schuhmacherei.
- 2) Stadt im Kreis Stopniza des russ.-poln.
Gouvernements Kjelzy, an den Quellen der zur
Weichsel gehenden Wschodnia, hat (1890) 7349 E.
(viele Israeliten), Post, 2 kath. Kirchen, 1 Sy-
nagoge, 6 Gerbereien, 1 Fabrik landwirtschaftlicher
Maschinen, Brauerei und Handel.
Chnodömar, Häuptling oder König der Ala-
mannen, überzog, vom Kaiser Constantius II. wäh-
rend der Kriege desselben gegen den Usurpator Ma-
gnentius aufgestachelt, seit 352 n. Chr. einen großen
Teil Galliens mit Krieg, wurde aber von Julian,
dem spätern Kaiser, bei Straßburg 35? geschlagen
und gefangen genommen. Julian schickte ihn an
Constantius II. nach Nom. wo C. bald starb.
Chnum, altägypt. Gott, von den Griechen
Chnumis, Chnubis, Knuphis genannt. Er
war der Schutzgott der Kataraktengegend und wurde
hauptsächlich in Elephantine verehrt. Aus den Denk-
mälern wird er widderköpfig dargestellt. Die Theo-
logie der spätern Zeit setzt C. dem Ammon (s. d.)
gleich. Verschieden von ihm ist Kneph (s. d.).
Choänen (grch.), l^1i09,:iH6 nai-ium, die beiden
hintern, durch das Pstugscharbein voneinander ge-
trennten Öffnungen der Nasengänge, durch welche
die Nasenhöhle mit der Rachenhöhle in offener Ver-
bindung steht. Durch die C. kann herabfließender
Nasenschleim ungehindert in den Rachen gelangen
und von hier vermittelst Räusperns durch die Mund-
höhle nach außen entfernt werden, wohingegen beim
Schlucken der Zugang zu den C. durch Anlegen des
Gaumensegels an die hintere Nachenwand abge-
sperrt und so der übertritt des Bissens in die Nasen-
höhle verhindert wird. Bei heftigem Nasenbluten
ist man gezwungen, die beiden C. wie die vordern
Nasenöffnungen mit Wattetampons zu verschließen
(Tamponade der Nasenhöhle), um das Auf-
hören der Blutung herbeizuführen.
Choänoflagelläten, s. Geißeltierchen.
Choapa, s. Cbuapä.
Chöchöl (russ.), eigentlich ein Büschel, Schöpf
von Federn oder Haaren aus dem Kopfe; ein Spott-
name, der den Kleinrussen von den Großrussen bei-
gelegt wird.
Ehocim, Kreisstadt in Bessarabien, f. Chotin.
Ghocö (El; spr. tscho-), Küstenstrich in dersüd-
amerik. Republik Columbia, am Stillen Ocean
zwischen 3 und 7° nördl. Br. (s. auch Cauca).
Chocö, Vahia del (spr. ba-m del tschoko), f.
Chocolade, s. Schokolade. ^Vuenaventura.
Chodau, czcch. (ülioäov, Markt im Gerichts-
bezirk Elbogen der österr. Vezirkshauptmannschaft
Aalkenau in Böhmen, am Chodauer Backe, an der
8inie Eger-Komotau der Vuschtiehrader Bahn und
der Nebenlinie C.-Neudek (13,7 km) der Österr. Lo-
kalbahnen, hat (1890) 1951, mit Ober-Chodau als
Gemeinde 3855 E. (etwa 100 Czechcn), Post, Tele-
graph, eine alte Kirche mit einem Bilde von Branol,
In C. und Umgebung wird ein bedeutender Bergbau
auf Braunkohlen betrieben. Der Friedrich-Schacht
des Wiener Kohlenindustrievereins in C. förderte
(1890) 284 600 t Braunkohle. MM.
Chodatvendikjar, türk. Wilajet, s. Khodawen-
Chodkjewicz (spr. -witsch), Jan Karol, poln.
Feldherr, geb. 1560, stammte aus einem angesehenen
Geschlecht in Litauen; sein Vater war Kastellan von
Wilna und Gouverneur von Livland. C. besuchte die
Iesuitenakademie zu Wilna, bereiste dann fast ganz
Westeuropa und kämpfte im span. Heere gegen Hol-
land. Nach seiner Rückkehr nahm er uuter der An-
führung Zamojskis und Zolkjewskis an den Feld-
zügen nach der Walachei und gegen die aufrühre-
rischen Kosaken teil. Zamojski überließ ihm 1602
den Oberbefehl über das poln. Heer in Livland und
die Fortsetzung des Krieges gegen die Schweden.
C. siegte bei Dorpat und Weihenstein, wofür er
Großhetman von Litauen wurde, und schlug 1605
mit geringer Mannschaft den König Karl IX. bei
Kirchholm. Doch hinderte ihn der traurige Zustand
Polens, den Sieg zu benutzen. Als das Heer, dem
der rückständige Sold nicht bezahlt wurde, ihn ver?
ließ, setzte er aus eigenen Mitteln eine Zeit lang
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