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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Chromoxydhydrat - Chronik (Geschichtswerk)

sammensetzung Cr2O(OH)4 ^[Cr<sub>2</sub>O(OH)<sub>4</sub>] ist unter dem Namen Guignetsgrün eine schön grüne Malerfarbe.

Chromoxydsalze treten in zwei verschiedenen Modifikationen auf. In der einen sind sie grün gefärbt, ihre Lösungen hinterlassen beim Verdampfen grüne, nicht krystallisierbare Rückstände, in der andern sind sie rot bis violett, ihre Lösungen krystallisieren leicht. Primär entstehen immer die Salze der grünen Modifikation, dieselben gehen bei längerm Stehen der Lösung freiwillig in die violette über und letztere werden durch Kochen wieder in grüne Salze verwandelt. Wodurch diese Unterschiede bedingt sind, ist nicht bekannt.

Chromoxydhydrat, s. Chromoxyd.

Chromoxylographie (grch.), die Herstellung der zu einem Farbendruck erforderlichen Farbenplatten durch Holzschnitt.

Chromrot, s. Bleichromat.

Chromsäure, Acĭdum chromĭcum, eine im freien Zustande nur als Anhydrid bekannte Säure, die man erhält, indem man Wasser von 50° mit dichromsaurem Kalium sättigt und zu 1 l der Lösung vorsichtig 1 ½ l konzentrierte Schwefelsäure gießt, wobei die Mischung sich stark erhitzt; beim Erkalten bildet sich eine reichliche Krystallisation von C., die man auf einem mit Glaswolle verstopften Trichter sammelt, um die Mutterlauge mittels einer Saugvorrichtung möglichst vollkommen abzusaugen. Durch Umkrystallisieren aus warmem Wasser und wiederholtes Absaugen sind die Krystalle zu reinigen. Die C. bildet prachtvoll rubinrote prismatische Krystalle, die in Wasser sehr leicht löslich sind und an feuchter Luft zu einer braunen Flüssigkeit zerfließen. Die C. gehört zu den stärksten Oxydationsmitteln, sie zersetzt fast alle organischen Verbindungen, zerstört z. B. Papier. Sie dient neuerdings auch in stark verdünnter Lösung als Mittel gegen Schweißfuß. Tropft man Alkohol auf C., so findet so lebhafte Oxydation statt, daß derselbe sich entflammt. Die C. findet vielfach Anwendung zur Oxydation organischer Verbindungen, z. B. bei der Umwandlung von Anthracen in Anthrachinon zum Zweck der Darstellung von Alizarin. Doch braucht man hierfür die C. meist nicht in reiner Form darzustellen, sondern kann sich dabei der Mischung von dichromsaurem Kalium und Schwefelsäure bedienen. Der Preis der C. beträgt 2-6 M. für 1 kg.

Es bestehen mehrere Reihen von chromsauren Salzen, von denen die eine auf das normale Hydrat der C., CrO2(OH)2 ^[CrO<sub>2</sub>(OH)<sub>2</sub>], eine andere auf ein Anhydrohydrat, Cr2O5(OH)2 ^[Cr<sub>2</sub>O<sub>5</sub>(OH)<sub>2</sub>], zu beziehen ist; die erstere bezeichnet man als Monochromsäure und deren Salze als Monochromate oder neutrale Chromate, die andere als Dichromsäure und deren Salze als Dichromate oder saure Chromate. Obgleich beides zweibasische Säuren sind, so giebt doch keine derselben saure, sondern nur neutrale Salze; die Salze der Monochromsäure gehen auf Zusatz einer Säure in dichromsaure Salze über, und die letztern werden durch Basen in monochromsaure Salze verwandelt. Die Salze sind bei den einzelnen Metallen aufgeführt, z. B. chromsaures Kalium unter Kaliumchromate.

Chromsaurer Baryt, chromsaures Baryum, s. Baryumchromat.

Chromsaures Kalium, s. Kaliumchromate.

Chromschwarz, die mit Hilfe von chromsaurem Kalium auf Baumwolle oder Wolle erzeugte schwarze Farbe. Z. B. 5 kg Baumwollgarn werden in einer siedenden Flotte von 400 g Blauholzextrakt so lange geschwenkt, bis die Baumwolle völlig durchtränkt ist, und dann in ein Bad von 50 g rotem chromsaurem Kalium und 50 g Kupfervitriol bis zur Entwicklung der schwarzen Farbe gebracht.

Chromverbindungen, s. Chrom.

Chromviolett, soviel wie Mauveïn (s. d.).

Chromzinnober, s. Bleichromat.

Chronegk, Ludwig, Schauspieler, geb. 3. Nov. 1837 zu Brandenburg, machte, bevor er von Görner für die Bühne ausgebildet wurde, ein Jahr lang Theaterstudien in Paris und debütierte 1856 am Krollschen Theater zu Berlin. Er war dann Mitglied der Theater zu Liegnitz und Görlitz, verschiedener Bühnen in Berlin, des Hamburger Thalia- und des Leipziger Stadttheaters, und kam 1866 ans Hoftheater in Meiningen. Durch seine Begabung für Regie stieg er hier rasch empor, wurde Regisseur (1871), Oberregisseur (1873), Direktor (1877) und Intendanzrat (1880), schließlich Hofrat und Intendant und erwarb sich um den Erfolg der Gastspiele der "Meininger" nächst Herzog Georg die größten Verdienste. Führer bei ihren Reisen, Leiter aller Proben, besorgte er auch alle Verwaltungsgeschäfte und den Briefwechsel. Als Schauspieler war C. seit 1877 nicht mehr thätig; seine Begabung wies ihn auf komische Rollen. Er starb 9. Juli 1891 in Meiningen.

Chronĭcon Gotwicense, das Werk des gelehrten Abts Gottfried Bessel (1672-1749) von Göttweig in Niederösterreich. Bessel beabsichtigte ein großes Geschichtswerk seines Klosters zu schreiben, kam aber nicht über den "Tomus prodromus" hinaus. Dieser Prachtband, 1732 zu Tegernsee gedruckt und mit zahlreichen Kupfertafeln ausgestattet, behandelt in Nachahmung Mabillons (s. d.) nach der Reihe Handschriftenlehre, Urkundenlehre, königl. Pfalzen und Gaugeographie Deutschlands und enthält eine Fülle antiquarischer Gelehrsamkeit. Der große Wert dieses Buches für die Diplomatik liegt darin, daß Bessel zuerst aus der Masse der mittelalterlichen Urkunden zeitlich oder örtlich begrenzte Gruppen (er behandelt die Königsurkunden von Konrad I. bis Friedrich II.) hervorholte und untersuchte. An Gelehrsamkeit und Sorgfalt übertrifft das Werk alle frühern specialdiplomat. Leistungen.

Chronĭcon Montis serēni, Quellenwerk zur Geschichte des Klosters auf dem Petersberg (s. d.).

Chronik (vom grch. chrónos, d. i. Zeit), soviel wie Zeit- oder Geschichtsbuch. Die C. kann die Geschichte der Welt im allgemeinen, oder im besondern die eines Landes, Volks und seiner Fürsten oder eines Ortes behandeln; mit den Annalen (s. d.) ursprünglich gleichbedeutend wird nach heutigem Sprachgebrauche der Name C. auf solche Werke beschränkt, in denen die geschichtlichen Ereignisse ausführlicher und in einem gewissen innern Zusammenhange erzählt werden. Man unterscheidet davon einerseits die kürzern, nur chronologisch berichtenden, oft gleichzeitig niedergeschriebenen Annalen, und andererseits die pragmatische Geschichtschreibung. Vorzüglich auf Werke des spätern Mittelalters und der nächstfolgenden Jahrhunderte wird der Name angewandt, und man versteht unter "Chronikenstil" ihre nüchterne, aber oft durch treffende Ausdrücke und eigentümliche Darstellungsweise ansprechende Schreibart. Die älteste Weltchronik (bis 325) ist von Eusebius in griech. Sprache verfaßt, von Hieronymus übersetzt und fortgesetzt. Hierauf beruhen

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]