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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Circatores; Circe; Circello; Circensische Spiele; Circeo; Circiter; Circitores; Circleville; Circuit

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Circatores - Circuit

Circatores, s. Circuitores.

Circe, Zauberin, s. Kirke. - C. heißt auch der 34. Planetoid.

Circello (spr. tschirtsch-, Monte-), s. Circeo Monte-).

Circensische Spiele (lat. ludi circenses), so genannt von dem Cirkus (s. d.), in welchem sie abgehalten wurden, sind schon früh in Rom begangen worden. Dergleichen Spiele waren mit religiösen Festen verbunden, wie denn nach der Sage der Raub der Sabinerinnen bei Spielen erfolgte, die Romulus an dem Feste des Gottes Consus veranstaltet hatte. Aber früh wurden auch schon eigene Spielfesttage, zunächst freilich nur außerordentlicherweise zu Ehren von Jupiter, Juno und Minerva, begangen. Und nachdem man diese Spiele (vielleicht 366 v. Chr. zum erstenmal) auch als jährliche Spiele zu feiern angefangen hatte, die dann gewöhnlich ludi Romani (magni) genannt wurden, während jene in der Regel schlechtweg ludi magn (votivi) hießen, so wurden bald nicht nur die ludi Romani an immer mehr Tagen gefeiert (zuletzt vom 4. bis 19. Sept.), sondern auch immer neue Spiele eingeführt und an einer ebenfalls steigenden Zahl von Tagen abgehalten; so nacheinander die ludi plebei (zuletzt vom 4. bis 17. Nov.), die ludi Ceriales (12. bis 19. April), die ludi Apollinares (6. bis 13. Juli), die Megalesia (zu Ehren der Göttermutter, 4. bis 10. April) u. a., während auch die außerordentlichen Spiele sich vermehrten und ausdehnten. Dabei wuchs mit der Ausdehnung auch die Pracht und der Glanz der Spiele und gleichzeitig die Vorliebe des Volks für sie, dessen Verlangen nach "Panem et Circenses" ("Brot und C. S.") sprichwörtlich geworden ist. (Vgl. Juvenal in seiner 10. Satire, Vers 81.)

Wiewohl von den vielen Festspieltagen der größte Teil von ludi scenici (Schauspielen) und nicht von ludi circenses eingenommen war, so galten doch die Tage, an welchen die letztern stattfanden, für die Hauptfesttage. Die C. S. wurden gewöhnlich durch eine feierliche Prozession (pompa) eingeleitet, welche seit Erbauung des Dreigöttertempels aus dem Kapitol nach einem Sieg von dem triumphierenden Feldherrn abgehalten wurde, indem zuerst zum Tempel und von dort aus zum Cirkus behufs Abhaltung der Triumphalspiele gezogen wurde. Später wurde dieser Gebrauch auf alle stehenden Spiele des Cirkus ausgedehnt. Die Prozession zog unter Anführung des Beamten bei Musikbegleitung und Weihrauchdämpfen vom Kapitol über das Forum nach dem Cirkus und in diesem noch die Rennbahn entlang. Hier wurden die Attribute und Bilder der Götter, in der Kaiserzeit auch die von Mitgliedern der kaiserl. Familie, zunächst die der vergötterten, teils auf Bahren und Thronen getragen, teils auf kostbaren Wagen, welche Pferde, Maultiere, Elefanten zogen, gefahren. Zahlreiche Priesterschaften und religiöse Korporationen geleiteten sie. Voraus Zogen Scharen von Knaben zu Fuß und zu Pferd, die zum Wettfahren bestimmten Wagen, die an den Spielen sich beteiligenden Faustkämpfer, Ringer, Läufer, ferner tanzende Knaben und Männer, begleitet von Musikern. Für die ganze Dauer der Spiele war alles aufs peinlichste vorgeschrieben; der geringste Verstoß machte die Feier ungültig und eine Wiederholung notwendig. Claudius beschränkte die letztere auf einen Tag, um eine allzu lange Ausdehnung der Spiele zu Verhindern. Auf den Festzug folgte ein Opfer, dann begannen die Spiele. Diese bestanden hauptsächlich in Wettrennen zu Wagen. Dabei waren die Wettfahrer in vier nach Farben benannte Parteien geteilt. Später wurden je zwei dieser Parteien zusammengelegt, sodaß in byzant. Zeit immer nur von der grünen und blauen Partei die Rede ist, die sich heftig befehdeten. (S. Rennbahn.) Seit Nero wurden, wie es scheint, regelmäßig 24 Fahrten a.: einem Tage gemacht, von denen jede aus 7 Umläufen bestand, die zusammen über 8 km Wegs betrugen. Die Wagen waren gewöhnlich Zwei- oder Vier-, seltener Dreigespanne. Außer den Wagenrennen fanden auch Wettrennen von Reitern statt; ferner zeigten sich früher gewöhnlich, später, seit es für andere Wettkämpfe eigene Stadien gab, seltener Faustkämpfer, Läufer, Ringer. Dazu kamen militär. Schauspiele und Scheingefechte, in der republikanischen Zeit von jungen Bürgern aufgeführt, in der Kaiserzeit von militär. Abteilungen; insbesondere aber erschien in glänzendem Aufzug die Ritterschaft, und zeigten sich in dem von Sulla, Cäsar und Augustus wieder aufgebrachten, später wieder abgekommenen sog.Trojaspiele (einem Turnspiele) Knaben aus vornehmen Häusern. Auch Tierhetzen fanden zur Zeit der Republik meist im Cirkus statt; in der Kaiserzeit wurden diese aber gewöhnlich im Amphitheater abgehalten, gleich den Gladiatorenspielen, die aber auch zur Zeit der Republik gewöhnlich nicht im Cirkus, sondern auf dem Forum stattfanden. - Vgl. Friedländer im "Handbuch der röm. Altertümer" von Marquardt und Mommsen (2. Aufl., Bd. 4, Lpz. 1881) und in den "Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms" (6. Aufl., Bd. 2, ebd. 1889).

Circeo (spr. tschirtsch-, Monte-), auch Monte-Circello oder Monte-San Felice, Vorgebirge, 18 km im Westen von Terracina, am Tyrrhenischen Meere, am Südende der Pontinischen Sümpfe, die Homerische Insel der Kirke (s. d.), ein Kalkfelsen von 541 m Höhe. Das Vorgebirge gewährt eine herrliche Aussicht bis Rom, Capri und zum Vesuv und trägt in einer Mulde den Ort San Felice (1259 E.), wo noch jetzt die Zauberin Kirke eine bekannte Sagengestalt ist, sowie Ruinen der Stadt Circesi (röm. Kolonie seit 393 v. Chr.), Reste von Bauten und Tempeln. Am Strande mehrere Grotten, daruntet die Stalaktitengrotte della Maga. Der Boden ist höchst fruchtbar und berühmt durch seine Feigen, trefflichen roten Wein und den großen Salat. Die Vegetation an der Landseite ist echt subtropisch. Die Myrte, von Griechenland gebracht, hat sich von hier über Italien verbreitet.

Circiter (lat.), soviel wie circa (s. d.).

Circitores (Circumitores, Circuitores), im alten Rom Sklaven, die als Wächter in Gärten und Fluren die Runde zu machen hatten; ferner die Hausierer; beim Militär die Mannschaften, die im Lager nachts die Wachen zu besichtigen hatten. S. auch Circuitores.

Circleville (spr. ßörklwil), Hauptstadt des County Pickaway im nordamerik. Staate Ohio, auf dem linken Ufer des Scioto, 40 Km südlich von Columbus, in einer reichen Ackerbaugegend am Ohio-Eriekanal, ist Eisenbahnknotenpunkt, hat etwa 6500 E. und lebhaften Getreidehandel.

Circuit (engl., spr. ßörkit; vom lat. circuitus), die Rundreisen der engl. Richter zur Abhaltung der Assisengerichte in den Provinzen, die in allen Civil- und Strafsachen, bei welchen Geschworene zugezogen werden, zuständig sind.

Die Rund-Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.