Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cloaca congenita; Cloaca maxima; Clodia; Clodier; Clodius; Clodius Pulcher; Clodt von Jürgensburg

383

Cloaca congentia – Clodt von Jürgensburg

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Clivia'

gelblichen Blüten (s. Tafel: Warmhauspflanzen, Fig. 2). Man hat von ihr zahlreiche durch größere und lebhafter gefärbte Blumen sich auszeichnende Varietäten gezogen, die zu den beliebtesten Zierpflanzen der temperierten Gewächshäuser gehören und auch im Zimmer gut gedeihen. C. nobilis Lindl. (Himantophyllum Aitoni Hook.) hat kleinere hängende, röhrenförmige, scharlachrote Blüten. Die Pflanzen gedeihen am besten in einem nahrhaften schweren Boden und werden durch Samen und Teilung vermehrt.

Cloaca congenĭta (lat.), angeborene Kloakenbildung, d. h. abnorme Ausmündung des Mastdarms in die Harn- und Geschlechtsorgane mit oder ohne Verschluß des Afters (Atresia ani).

Cloaca maxĭma, s. Rom (Stadt).

Clodĭa, eine der drei Schwestern des Publius Clodius (s. d.) Pulcher, war durch Schönheit ausgezeichnet, aber durch ihre Sittenlosigkeit berüchtigt. Ihren Gemahl, Quintus Metellus Celer, der 60 v. Chr. Konsul war und das Jahr darauf starb, soll sie vergiftet haben. Als sie ihren Liebhaber, den Marcus Cälius Rufus, aus Rache, weil er sie verlassen hatte, anklagen ließ, er habe sie zu vergiften versucht, verteidigte Cicero diesen in einer noch erhaltenen Rede. C. ist identisch mit der von Catullus geliebten und in seinen Gedichten gefeierten Lesbia.

Clodĭer, röm. Geschlecht, s. Claudier.

Clodĭus Pulcher, Publius, aus dem patricischen Geschlecht der Claudier, spielte bei den innern Unruhen, die dem Sturz des röm. Freistaates vorangingen, eine bedeutende Rolle. Im Mithridatischen Kriege wiegelte er die Soldaten seines Schwagers Lucullus gegen ihren Feldherrn auf und beraubte diesen dadurch der Frucht seines Sieges. Er begab sich hierauf nach Cilicien. Vom dortigen Statthalter Qu. Marcius Rex, der ebenfalls sein Schwager war, zum Befehlshaber einer Flotte ernannt, geriet er in die Gewalt von Seeräubern. Als diese ihn aus Furcht vor Pompejus freigelassen hatten, ging er nach Syrien. Auch hier erregte er Unruhen und hätte dabei sein Leben beinahe eingebüßt. In Rom klagte er 65 v. Chr. den Catilina wegen Erpressungen an, ließ sich aber von ihm bestechen und bereicherte sich selbst im folgenden Jahre in Gallien auf die unrechtmäßigste Weise. In Catilinas Verschwörung war er nicht verwickelt. Als die vornehmsten Frauen 62 das Fest der Bona Dea im Hause des damaligen Prätors Julius Cäsar feierten, mit dessen Gemahlin Pompeja C. P. in sträflichem Verhältnis stand, hatte er sich bei dieser Feier, bei welcher die Gegenwart von Männern verpönt war, als Frau verkleidet, eingeschlichen, war entdeckt worden, aber entflohen. Als C. P. 61 wegen Verletzung der Religion öffentlich belangt ward, sprach und zeugte Cicero, von C. P. gereizt, gegen ihn; trotzdem ward C. P. freigesprochen, und ging nun als Quästor nach Sicilien. Um Volkstribun werden zu können (was nur Plebejern möglich war), ließ er sich von einem Plebejer adoptieren und erhielt mit Unterstützung Cäsars für das J. 58 auch wirklich das Tribunat. Durch verschiedene von ihm eingebrachte Gesetze versuchte er jetzt die Macht der Senatspartei zu schwächen, während er durch ein weiteres Gesetz, das unentgeltliche Verteilung von Getreide an das Volk anordnete, die Gunst des letztern sich gewann. So gelang es ihm schon im April 58, Cicero ins Exil zu treiben; das Haus desselben auf dem Palatin wurde von den Banden des C. P. niedergebrannt, ↔ seine Villen verwüstet. Auch Cato wurde auf seine Veranlassung von Rom entfernt. Durch die Beseitigung dieser zwei einflußreichen Republikaner hatte C. P. den Triumvirn einen Dienst geleistet; er verfeindete sich aber gleich darauf auch mit Pompejus, den er durch seine Banden hinderte, auf dem Forum oder im Senat zu erscheinen, ja eine Zeit lang geradezu in seinem Hause belagern ließ. Als zu Anfang des J. 57 der Konsul Lentulus Spinther im Senat die Rückberufung Ciceros beantragte, gelang es C. P., die Ausführung der Sache längere Zeit zu verhindern; seine bewaffneten Banden und die der Gegner, unter Führung des Tribuns T. Annius Milo, bekämpften sich in der Stadt selbst, und erst im August konnte durch die Komitien Ciceros Rückkehr beschlossen werden. Im J. 53, als C. P. und Milo, der eine um die Prätur, der andere um das Konsulat sich bewarben, begann der Straßenkampf mit erneuter Heftigkeit, sodaß die Haltung von Wahlkomitien unmöglich ward und das J. 52 begann, ohne daß Rom Konsuln oder Prätoren hatte. Am 19. Jan. begegnete C. P. auf der Appischen Straße unweit Bovillä dem Milo, und zwischen den Gefolgen beider entstand sofort Streit. Dabei ward C. P. ermordet. Sein Leichnam ward nach Rom gebracht. Dort trug ihn zuletzt das Volk in die hostilische Kurie und verbrannte ihn hier, wobei die Kurie und die nahe gelegene Basilica Porcia in Feuer aufgingen.

Clodius, Christian Aug., Philosoph und Dichter, geb. 1738 zu Annaberg in Sachsen, studierte in Leipzig Theologie, wurde 1760 außerord., 1764 ord. Professor der Philosophie daselbst, erhielt 1782 den Lehrstuhl der Dichtkunst und Beredsamkeit und starb 30. Nov. 1784. Seine Dichtungen, darunter das Lustspiel «Medon, oder die Rache des Weisen», sind schwülstig und doch nüchtern. Goethe hat ihn als Gelegenheitsdichter in dem Gedicht an den Kuchenbäcker Händel in Leipzig parodiert. Seine «Versuche aus der Litteratur und Moral» (4 Stücke, Lpz. 1767–69) und «Neue vermischte Schriften» (6 Bde., ebd. 1780–87) enthalten sowohl Dichtungen als Prosaarbeiten.

Auch sein Sohn Christian August Heinrich C., geb. 21. Sept. 1772 zu Altenburg, seit 1800 außerord., seit 1811 ord. Professor der praktischen Philosophie zu Leipzig, gest. daselbst 30. März 1836, hat zugleich als Philosoph und als Dichter gewirkt. Während sein «Entwurf einer systematischen Poetik» (2 Bde., Lpz. 1804) noch stark unter Kants Einfluß steht, nähert er sich im «Grundriß der allgemeinen Religionslehre» (ebd. 1808) und in «Gott in der Natur, in der Menschengeschichte und im Bewußtsein» (4Bde., ebd. 1818–22) dem Standpunkt F. H. Jacobis. Auch sein Roman «Fedor, der Mensch unter Bürgern» (2 Bde., ebd. 1805) verfolgt philos. Tendenzen. Er übersetzte Lafontaines «Fabeln» (2 Bde., ebd. 1803), gab Seumes Werke und Klopstocks Nachlaß beraus. Sein allegorisches Gedicht: «Eros und Psyche» erschien erst nach seinem Tode (mit einem Vorworte von Crusius, ebd. 1838).

Clodt von Jürgensburg, Peter Karlowitsch, Baron, russ. Bildhauer, geb. 29. Mai 1805, besuchte die Artillerieschule in Petersburg und wurde Offizier, nahm aber bald seinen Abschied, war Schüler der Petersburger Kunstakademie und widmete sich eifrig dem Studium des Pferdes. Sein erstes Hauptwerk waren die Rosse der Quadriga auf der 1838 errichteten Triumphpforte in Petersburg.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 384.

Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.