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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Come prima; Comeniusgesellschaft; Comephŏrus; Comersee

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Comeniusgesellschaft - Comersee

Leipzig, seit 1892; eine Auswahl daraus u. d. T. "Vorträge und Aufsätze", ebd. 1893 fg.) veröffentlicht.

Litteratur. Der Artikel "Comenius" in Bayles "Dictionnaire historique et critique" (neue Aufl., 16 Bde., Par. 1820-24); Gindely, Über des C. Leben und Wirksamkeit in der Fremde (in den "Sitzungsberichten der philos.-histor. Klasse der Akademie der Wissenschaften" Bd. 15, Wien 1855; neue erweiterte Aufl. als Heft 6 der "Comenius-Studien", Znaim 1892); Pappenheim, C., der Begründer der neuern Pädagogik (Berl. 1871); Hoffmeister, C. als Begründer der Volksschule (ebd. 1877); Gottsched, Die pädagogischen Grundgedanken des A. C. (Magdeb. 1879); von Criegern, Joh. Amos C. als Theolog (Lpz. 1881); Beeger und Zoubek, J. A. C. nach seinem Leben und seinen Schriften (ebd. 1883); Seyffarth, J. A. C. nach seinem Leben und seiner pädagogischen Bedeutung (ebd. 1883); Hiller, Die Lateinmethode des C. (Zschopau 1883); Free, Die Pädagogik des C. (Bernb. 1884); W. Müller, C., ein Systematiker in der Pädagogik (Dresd. 1887); Lösche, C., der Pädagog und Bischof (Lpz. 1889); Hähner, Natur und Naturgemäßheit bei C. (Chemnitz 1890); Nebe, C. als Mensch, Pädagog und Christ (Bielef. 1891); Comenius-Studien (Heft 1-6, Znaim 1892-93); Kayser, J. A. C. Sein Leben und seine Werke (Hannov.-Linden 1892); Kvacsala, J. A. C. Sein Leben und seine Schriften (Lpz. 1892); Vrbka, Leben und Schicksale des J. A. C. (Znaim 1892; Heft 2 der "Comenius-Studien"); Die Korrespondenz von C., hg. von Patera (Prag 1892); Dr. Brügel, J. A. C., in der "Geschichte der Erziehung", begründet von E. Schmid, fortgesetzt von Dr. G. Schmidt, Bd. 3, Abteil. 2, S. 189-311; Grundig, J. A. C. nach seinem Leben und Wirken (Gotha 1892); kleinere Festschriften zum 300jähr. Jubiläum von Carstens, Herberholz, Hummel, Hunziker, Pappenheim, Raumer, Schumann, Tiemann, Zechlin u. a.

Comeniusgesellschaft, Comeniusstiftung, s. Comenius.

Comephŏrus, eine Gattung der Makrelen (s. d.) mit einer einzigen Art (C. baikalensis Pall.), welche bis 19 cm lang wird, spindelförmige Gestalt, ein weit gespaltenes Maul hat und ausschließlich im Baikalsee sich aufhält. Bei Stürmen werden die Fische bisweilen in ungeheuern Massen an den Strand getrieben; man gewinnt aus ihnen ein Öl.

Come prima oder Come sopra (ital.), wie zuerst, wie oben.

Comersee (ital. Lago di Como oder il Lario, bei den Römern Lacus Larius), See in Oberitalien (Lombardei), liegt in 197 m Meereshöhe zwischen den Luganer und den Bergamasker Alpen und wird von der Adda (s. d.) vom Nordende bis unterhalb Lecco durchströmt. Das langgestreckte fjordähnliche Becken spaltet sich etwa in der Mitte bei dem Vorgebirge von Bellaggio in zwei Arme, einen südwestlichen, an dessen Ende Como liegt, und einen südöstlichen, der nach der anliegenden Stadt Lecco benannt wird. Beide Arme umschließen die fruchtbare Landschaft Brianza (s. d.). Die größte Längenausdehnung des Sees beträgt 49 km, wovon 22 auf den nördl. Seearm, 27 auf den abflußlosen Arm von Como fallen; der See von Lecco ist von Bellaggio bis zu der großen Steinbrücke, welche 1 km unterhalb Lecco über den Ausfluß der Adda führt, 20 km lang. An der breitesten Stelle mißt der C. 5 km; seine Größe beträgt 153,6 qkm. Unter den 64 Flüßchen und Bächen, welche er aufnimmt, sind der Liro bei Gravedona, der Albano bei Dongo, der Telo bei Argegno, die Breggia bei Cernobbio, der Varrone bei Dervio, die Pioverna bei Bellano und der Galdone bei Lecco die bedeutendsten. Die größte Tiefe findet sich etwa in der Mitte des Armes von Como und beträgt 410 m, die größte Tiefe oberhalb der Spaltung, nördlich von Bellaggio, mißt 330 m; der See von Lecco besitzt unmittelbar nach der Abzweigung eine Tiefe von 300 m und wird nach S. immer seichter. Mit dem C. stehen in Verbindung beim Ausflusse der Adda die kleinen Seen von Garlate oder Pescarenico und von Olginate, am Nordende der düstere Lago di Mezzola, früher ein Teil des C., jetzt durch die Anschwemmungen der Adda von demselben getrennt. Die Umgebung der Addamündung, besonders Colico, ist durch häufiges Auftreten der Malaria berüchtigt.

Das klare blaue Wasser des Sees beherbergt 25 verschiedene Fischarten, besonders Forellen, Hechte, Barsche, Schleien und Agoni (Cyprinus Lariensis). Die herrschenden Winde sind die Breva, der Südwind, der gewöhnlich vom Vormittag bis Abend, und der Tirano oder Nordwind, der während der Nacht und des Frühmorgens weht. Die Vegetation, durch die Alpen wie durch eine Spaliermauer geschützt, trägt ein viel entschiedener südl. Gepräge als die Lombardische Tiefebene. Lorbeer und Cypresse, Myrte, Oleander, Agaven u. s. w. gedeihen im Freien. Berühmt ist der C. durch die überaus reizenden Landschaftsbilder seiner Ufer. Freundliche Ortschaften und viele Villen mit ihren Gärten, Terrassen und Weinbergen umgürten den Wasserspiegel. Über demselben erheben sich die bis 1500 m hohen, mit Kastanien und Nußbäumen bewachsenen Vorberge, die von den schroffern Gipfeln des Monte-Legnone (2611 m), der Grigna (2410 m), des Campione (2131 m) u. s. w. überragt werden. Der C. hat zwei Dampferlinien, von denen die eine, Como-Colico, bei Colico an die Splügenstraße und die Bahn ins Veltlin, bei Como an die Bahn Lugano-Mailand, die andere, Como-Bellaggio-Lecco, bei Lecco an die Bahn Lecco-Bergamo und an die linksuferige Fortsetzung der Splügenstraße Colico-Lecco anschließt. An der Nordhälfte des Sees liegen am linken Ufer Colico (s. d.), ferner Dervio, das industrielle Bellano und das reizende Varenna, auf dem rechten Ufer Domaso, Gravedona und Menaggio, von wo aus eine Gebirgsbahn zur Dampfbootstation Porlezza am Luganersee führt. An dem Punkte, wo sich der Wasserspiegel teilt, liegt Bellaggio (s. d.), unstreitig der schönste Punkt am ganzen See. Am eigentlichen See von Como erscheinen am östl. Ufer Lezzeno, Nesso, Torno, am westlichen Cadenabbia und Tremezzo, ferner Argegno, Laglio, Moltrasio und Rovenna. Die Ufer des Sees von Lecco sind ernster und einsamer. Rechts liegen Onno und da, wo der Ritorto, der Abfluß des kleinen Lago di Annone, sich in den See ergießt, Malgrate, links Mandello und Abbadia; ein überaus reizender Punkt ist die Stadt Lecco (s. d.). Unter den Villen sind hervorzuheben: die Villa Vigoni bei Loveno, mit Marmorwerken von Thorwaldsen, Marchesi und andern neuern ital. Bildhauern; die Villa Giulia unweit Bellaggio (früher dem König von Belgien, jetzt dem Grafen Blome gehörig), die Villa Melzi, im Süden von Bellaggio; derselben fast gegenüber zwischen Cadenabbia und Tremezzo die berühmte Villa Carlotta (s. d.), früher Sommariva. Am östl. Ufer liegt unweit Careno die Villa

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]