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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cönosark - Conrart
Eönofärk(grch.),CönenchymoderSarkosom,
die gemeinsame Körpermasse, in welcher die einzelnen
Individuen einer Anthozoenkolonie (s. Anthozoen)
eingebettet liegen.
von p2.83iöno (ital.), musikalische Vortrags-
bezeichnung: mit Leidenschaft.
vonyniLitöres (lat.), röm. Beamte, welche
ausgehobene Rekruten, die sich nicht freiwillig stell-
ten, aufzusuchen und im Namen der Konsuln ihnen
den Fahneneid abzunehmen hatten. 0. hießen auch
Theaterbeamte, welche die Bildung von Parteiungen
im Theater zu verhindern und erkauftes Beifall-
klatschen zu hintertreiben hatten.
Eonrad, G., s. Georg, Prinz von Preußen.
Eonrad, Johannes, Nationalökonom, geb.
28. Febr. 1839 in Westpreuhen, widmete sich zunächst
der praktischen Landwirtschaft, studierte dann in Ber-
lin und Jena Naturwissenschaften und Nationalöko-
nomie, machte demnächst Studienreisen im Auslande
und beschäftigte sich 1866 mit statist. Untersuchungen
über die Landwirtschaft in seiner Heimat. Nachdem
er sich 1868 in Jena mit der Schrift "Die landwirt-
schaftliche Produktionsstatistit" (Jena 1868) habili-
tiert hatte, wurde er 1870 daselbst zum außerord.
Professor ernannt und 1872 als ord. Professor der
Nationalökonomie nach Halle berufen. Seit 1877
giebt er eine "Sammlung nationalökonomischer
und statist. Abhandlungen" seines staatswissenschaft-
lichen Seminars heraus, in der von ihm selbst er-
schienen: "Untersuchung des Einflusses von Lebens-
stellung und Beruf auf die Mortalitätsverhällnisse"
(Jena 1878) und "Das Universitätsstudium in
Deutschland während der letzten 50 Jahre" (ebd.
1884). Nach dem Tode Hildebrands übernahm er
(1878-90 allein, von 1891 an in Gemeinschaft mit
Elster) die Herausgabe der "Jahrbücher für National-
ökonomie und Statistik", nachdem er schon seit 1872
an der Redaktion derselben beteiligt gewesen war.
Für diese Zeitschrift hat er zahlreiche Abhandlungen
geliefert, die zum Teil auch einzeln erschienen sind.
In Verbindung mit Leris, Elster und Loening giebt
er ein "Handwörterbuch der Staatswissenschaften"
(Jena 1889 fg.) heraus.
Eonrad, Karl Emanuel, Architekturmaler, geb.
30. März 1810 in Berlin, befuchte die königl. Aka-
demie der Künste daselbst und wandte sich der Ar-
chitekturmalerei zu, wobei er zunächst Berliner Mo-
tive, nach seiner Übersiedelung nach Düsseldorf
(1825) dagegen solche des roman. und got. Stiles
bevorzugte. 1842 malte er auf Bestellung des Kö-
nigs den Dom von Köln in seiner Vollendung.
Zwei Aquarelle, das duftere und das Innere des
Doms, vom Dombauverein angekauft, sind in Far-
bendruck erschienen. 1845 studierte er in Belgien
und Frankreich, 1851 in England und später in
Italien die hervorragendsten Baudenkmäler dieser
Länder und verwertete die Motive in zahlreichen
Bildern. C. war auch fleißiger Aquarellist. Nach-
dem er noch 1871 eine Ansicht des Innern des
Kölner Doms gemalt, starb er zu Köln 12. Juli 1873.
Eonrad, Michael Georg, Schriftsteller, geb.
5. April 1846 zu Gnodstadt in Franken, studierte seit
1868 in Genf Philosophie und neuere Sprachen,
kehrte 1870 heim und schrieb unter dem Eindrucke
des Krieges "Erziehung des Volkes zur Freiheit"
(Münch. 1870; 3. Aufl. 1885). Seit 1871 hielt er
sich in Italien auf und fchrieb auf Capri seine
ersten Novellen. 1878 nach Paris übergesiedelt, ver-
faßte er "Die Musik im heutigen Italien" (Vresl.
1879),"Parisiana" (Bd. 1, ebd. 1880), "Franz.
Charakterköpfe" (2 Bde., Lpz. 1881) u. a. 1882 ließ
er sich in München nieder, wo er "Madame Lu-
tetia" (Lpz. 1882), "Lutetias Töchter" (ebd. 1883)
und "Totentanz der Liebe" (ebd. 1884) veröffent-
lichte und 1885 die Wochen- (seit 1886 Monats-)
schrift "Die Gesellschaft" begründete, die er all-
mählich zum Hauptorgan des "jüngstdeutschen"
Realismus erhob. Mit H. Willsried zusammen
schrieb er Dramen, das Lustspiel "Die Emancipierten"
(Lpz. 1887) und das Schauspiel "Firma Goldberg"
(ebd. 1889), wandte sich dann dem socialen Ro-
mane zu in "Was die Isar rauscht" (2 Bde., ebd.
1888), "Die klugen Jungfrauen" (3 Bde., ebd. 1889)
und schrieb kulturgeschichtlicheLebensbilder und satir.
Novellen und Skizzen, wie "Iantasio" (ebd. 1889),
"Die Beichte des Narren" (ebd. 1890), "Erlösung"
(ebd. 1891), "Raubzeug" (ebd. 1893) u. a. Unter C.s
sonstigen Schriften sind "Deutsche Weckrufe" (ebd.
1890), "Das Recht, der Staat, die Moderne" (Münch.
1891) und "Ketzerblut" (ebd. 1893) hervorzuheben.
Eonrad, Timothy Abbot, nordamerik. Paläon-
tolog, geb. Aug. 1803 im Staate Neujersey, war
Staatsgeolog von Neuyork 1837 und 1838 - 41
Staatspaläontolog. Er starb 9. Aug. 1877 in Tren-
ton (Neujersey). C. schrieb: "^msrioa.u Narins
lüonckolo^" (1831), "^088i1 Llißiis ol tlie tsrtiai-^
kormHti0U8 ok tQ6 I^IuitEli 8tat68" (1832), "Nono-
Frapii^ ok tli6 IlllioniäHO ol tiis Huiteä 8tä,t63"
(12 Bde., 1834-59), "I^woutoloF? in N?n ^ork
8ta.t6" (1838-40), "I^iiNoutoloF^ ol tb6 Nsxicau
LouQäary 8urv6^" (1854) u. a.
Conrader, Georg, Maler, geb. 18. Mai 1838
zu München, studierte auf der Akademie daselbst
und war Schüler Pilotys. Sein erstes bedeutendes
Gemälde war: Tilly in der Totengräberwohnung
bei Leipzig vor der Schlacht bei Breitenfcld (1859;
Kunsthalle in Hamburg), das ihn schnell bekannt
machte. C. folgte 1860 einem Rufe an die Kunst-
schule in Weimar, kehrte aber schon 1862 nach
München zurück, wo er Professor an der Akademie
wurde. Unter feinen fpätern Bildern sind hervor-
zuheben: Die Zerstörung Karthagos (Marimilia-
neum in München), Stiftung der Münchener Aka-
demie der Wissenschaften (Nationalmuseum in
München), Tasso im Gefängnis, Charlotte Corday,
Tod Kaiser Iofephs II. (1874), Maria Stuart und
Riccio in Holyrood, Zusammenkunft Kaiser Jo-
sephs II. mit Papst Pius VI. zu Wien 1782 (1876).
Conradi, Hermann, Schriftsteller, geb. 12. Juli
1862 zu Ießnitz, studierte seit 1884 in Berlin,
Leipzig und Würzburg. C. huldigte als Lyriker,
Kritiker und Essayist dem radikalsten Realismus.
Er veröffentlichte die trotz unleugbarer lyrischer
Begabung durch Maßlosigkeit abstoßenden "Lieder
eines Sünders" (Lpz. 1887), die naturalistischen
Skizzen "Brutalitäten" (Zür. 1886), die exaltierten
Romane "Phrasen" (Lpz. 1887) und "Adam Mensch"
(ebd. 1889), die Schrift "Wilhelm II. und die junge
Generation" (ebd. 1888) u. a. C. starb 8. März
1890 in Würzburg.
Eonrart (spr. kongrahr), Valentin, franz. Schrift-
steller, geb. 1603 in Paris, wußte sich als Kenner
der ital., span. und franz. Sprache den Ruf einer
Autorität in Fragen, die die Reinheit des Stils be-
trafen, zu verschaffen. Bei ihm kamen seit 1626
einmal wöchentlich eine Anzahl litterarisch gebilde-
ter Männer zusammen, um ihre Arbeiten zu be-
sprechen. Unter den Auspizien des Kardinals Riche-
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.