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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Conring - Conscience
lieu entstand 1634 aus dieser Gesellschaft die
^cgZßiiiie traiih3.i86, deren ständiger Sekretär bis
zum Tode (23. Sept. 1675) (5. war. Er selbst hat
nur wenig geschrieben; daher Boileaus Vers:
".I'iinit6 ä6 ^om-art 16 3ii6nc6 pruä6ut)>, der in
Frankreich zum geflügelten Wort wurde. Außer
Gedichten (Fabeln, Trinklieder, Psalmen) sind Briefe
(an Balzac, an den prot. Prediger Nivet, an Elzevir)
und Memoiren erhalten, die sich aber auf das 1.1652
beschränken. Wichtiger sind seine Auszüge und Ab-
schriften von zeitgenossischen Schriftstellern, die er
für bedeutend hielt (44 Bde., noch ungedruckt auf
der Arsenalbibliothek). - Vgl. Kerviler und Barth^-
lemy, ()., LH V16 6t 89. e0i'i-63p0iiäaiic6 (Par. 1881);
Bourgoin, (^. 6t 80ii t6mp8 (ebd. 1883).
Eonrwg, Zerm., Gelehrter, geb. 9. Nov. 1606
zu Norden in Ostfriesland, studierte zu Kelmstedt
und Leiden Philosophie, Theologie und Medizin,
wurde 1632 zu Helmstedt Professor der Naturphilo-
sophie, 1636 der Medizin, später auch Professor der
Politik; 1660 erfolgte seine Ernennung zum Geheim-
rat des Herzogs von Braunschweig. 1658 hatte der
König Karl X. Gustav von Schweden C. zu seinem
Rat und Leibarzt ernannt; 1664 verlieh ihm Lud-
wig XIV. eine Pension, und 1669 wurde er vom
König von Dänemark zum Etatsrat ernannt. In
den wichtigsten Reichs- und Staatssachen suchte
man seinen Rat; auch beim Zustandekommen des
Westfälischen Friedens war er beteiligt. Er starb
12. Dez. 1681 zu Helmstedt. Das größte Verdienst
erwarb er sich um die deutsche Reichs- und Rechts-
geschichtc durch sein Werk "1)6 oi'^iu6 Mi-i8 S6I--
inanioin (Helmstedt 1643 u. ö.) und dem deutschen
Staatsrecht brach er durch seine "^x6i'<2itati0U68 ci6
r6pudlica 66i'iiianica" (ebd. 1675) eine neue Bahn.
Auch der Medizin hat C. durch die Verbreitung der
Harveyschen Lehre vom Kreislaufe des Blutes, durch
seine Kämpfe gegen die Alchimie und die hermetische
Medizin sowie durch die Bestimmung des Nutzens
der Chemie für die Pharmacie viel genützt. Eine Aus-
gabe seiner "O^ra oiimia" mit Biographie besorgte
Göbel (6 Bde., Braunschw. 1730). - Vgl. Stob'be,
Hermann C., der Begründer der deutschen Recbts-
geschichte (Berl. 1870); Marx, Zur Erinnerung der
ärztlichen Wirksamkeit Hermann C.s (Gott. 1873).
don32.orI.insnt2.iO8 lmittellat.), die Eides-
helfcr im altdeutschen Prozeßverfahren.
Eonfalvi, Ercole, Marchese, Kardinal und
päpstl. Diplomat, geb. 8. Juni 1757 zu Rom, wurde
1792 Auditor der Rota (s. d.), wo er sich als tüchtiger
Verwaltungsbeamter bewährte. Bei der Besetzung
des Kirchenstaates durch die Franzosen wurde er als
Gegner der revolutionären Bewegung 1798 ver-
bannt. Aber Pins VII., der seine Wahl vornehm-
lich C. zu danken hatte, ernannte ihn 1800 zum Kar-
dmaMaron und Staatssekretär. Als solcher bewies
er großes diplomat. Geschick bei dem Abschluß des
Konkordats mit Napoleon I. (15. Juli 1801). Bei
dem weitern Streit zwischen dem Papst und Na-
poleon ward er auf des letztern Forderung hin 1806
seines Amtes als Staatssekretär enthoben und 1809
in Reims, später in Vsziers interniert. Nach Na-
poleons Sturz sandte ihn Pius VII. nach London
zu den verbündeten Fürsten, dann auf den Wiener
Kongreß, wo er für Papst und Kirchenstaat günstige
Ergebnisse erzielte. Nach Wiederherstellung des
Kirchenstaates blieb er als Kardinalstaatssekretär bis
zu Pius' VII. Tode (20. Aug. 1822) Leiter desselben
und regelte während der Zeit die Verfassung und
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.. IV.
Verwaltung des Kirchenstaates. Tüchtig in diplomat.
Verhandlungen, hat er auch die günstigen Konkor-
date mit Ruhland, Preußen, Bayern, Württemberg,
Sardinien, Spanien, Genf und namentlich mit
Neapel zu stände gebracht. Von Leo XII. seines
Kardinalsekretariats enthoben, ward er bald darauf
mit dem wichtigen Amt des Präfekten der Propa-
ganda betraut, starb aber schon 10 Tage darauf,
24. Jan. 1824. Sein Grabmal (von R. Rinaldi)
befindet sich in S. Marcello zu Rom, ein Denkmal
(von Thorwaldsen) im Pantheon. - Vgl. Bartholdy,
Züge aus dem Leben des Kardinals C. (Stuttg.
1824)'. ^löinoilLL clu (^räiimi (^. ^V6o uii6
iuti'Oductioil 6t <^68 H0t68 Ml' (^r6tiQ6AU""lol/
(2 Bde., Par. 1864), deren Echtheit bezweifelt wurde;
Artaud de Montor, llistoiro cl6 Ia vi6 6t äu pou-
tiücHt d6 ?i6 VII (ebd. 1836 u. ö.); E. Daudet, 1.6
caräinÄl 0. (ebd. 1866); CreAneau-Ioly, Loiia-
Mrte, 16 coucoräat ä6 1801 6t 16 caräinal 0. (ebd.
1869); Ranke, Histor.-biogr. Studien sin den "Sämt-
lichen Werken", Bd. 41, Lpz. 1877).
Oon8a.nß^linei (lat.), halbbürtige Geschwister,
welche den Vater gemeinsam haben.
Conscience (s'pr. kongßlängß), Hendrik, vläm.
Novellist und einer der Begründer der neuern vläm.
Litteratur, geb. 3. Dez. 1812 zu Antwerpen, trat 1830
als Freiwilliger ins Heer, wo er es bis zum Sergeant-
major brachte. Nach Vollendung seiner Dienstzeit
(1836) schloß er sich eifrig der vläm. Bewegung an,
wurde Sekretär bei der Akademie der Künste zu Ant-
werpen, 1845 außerord. Professor an der liniversität
Gent und 1847 Lehrer der vläm. Sprache bei den
königl.Prinzen. Eeit1857Kommissar desArrondisse-
ments Kortrijk, wurde er 1868 zum Konservator des
neuerrichteten Museum Wiertz in Brüssel ernannt,
wo er 10. Sept. 1883 starb. Im selben Jahre war ihm
in Antwerpen ein Denkmal errichtet worden. Er
schrieb den vläm. Roman "In Iwt ^onä^^r 1566"
(Gent 1837; deutsch Regensb. 1846), die "I>1mn-
tHsik" (Antwerp. 1837), eine Sammlung phantasti-
scher Erzählungen, und mit glänzendem Erfolg den
Roman "1)6 I^66n^v v3,n VigHu^i^Q" (3 Tle., Ant-
werp. 1838), der die Kämpfe der Flamänder gegen
die Franzosen zu Anfang des 14. Jahrh, schildert.
Seitdem entwickelte C. eine rastlose Thätigkeit, wie
seine mehr als 100 Romane und Novellen bezeugen.
Von C.s weitern Arbeiten sind besonders zu nen-
nen die histor. Romane: " (s630Qi6Ü6ui8 va,u (^rg^f
HuFo vHQ ^rH6udov6" (Antwerp. 1845), "<Ia,c0d
van ^rt6V6iä6" (1849), "1)6 L06r6iikri^" (1853),
"HIoä^iA 6ii lüioti^iläig" (^854), "siinoii I'ui'elii"
(1859), ttl>6 X6i'6l8 van Vi3Hnä6i-6ii" (1870), "Nvs-
rarä 't 86rci3.68" (1874) u. a. Sie zeichnen sich aus
durch Frische und Einfachheit der Darstellung, sind
aber weniger gelungen als die kleinen Geschichten
und Schilderungen aus dem vläm. Leben, die C.s
Ruf über ganz Europa verbreiteten. Hierher ge-
hören i "8ißkH VH1I K0086INH6I" (1844), tt^v^t. (56116
IN06ä61' Ii^ä6U I(HU" (1843), "1106 IN6U 8oIii1ä6I-
>vorät" (1843), "^V0uä8touä6ii" (1846), "I^IN-
dl-60Nt H6N3IN5M8" (1847), ttv6 I.0t6liuF" (1850),
"V9H8 Oall26uä0uek" (1850), "D6 Ii0Ut6U (^iHI-H"
(1850), "1)6 d1wä6N02N" (1850), "Kikk6-tikk6-tak')
(1851), "1)6 ÄI-M6 Uä6lmaii" (1851), "1)6 plgHF
ä6i' äc>rp6u" (1855), "1)6 ^011^6 I)okt6r" (1860),
"Ü6t 1^61-611 Fi-ak" (1860), "L6113. ktock" (1861),
"^I06ä6i-1i6fä6" (1862) u. s. w. Auch veröffentlichte
er eine illustrierte "(-68oki6ä6ni8 van V6l^i6"
(Antwerp. 1845; deutsch Lpz. 1847), in der er sich
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