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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Corangi - Corchorus
Corangi, s. Koringa. ^Horn.
Vur2.n3ia.i3 (frz., spr. angläh), s. Englisch
Eorantijn (spr. -tein), Fluh, s. Corentyne.
Coräto, Stadt im Kreis Varletta der ital. Pro-
vinz Vari, in 232 m Höhe, hat Dampfstrahenbahn
nach Varletta (14 kni) und Bari (46 km) und (1881)
30552 E. In der Nähe das moderne Denkmal
(l'Epitafio) zur Erinnerung an den Sieg der 13 Ita-
liener unter Prospero Colonna über 13 Franzosen
unter Ritter Vayard während der Belagerung von
Varletta (1503), sowie großartige Trümmer des
von Friedrich II. erbauten Castello del Monte.
vora.x, s. Kolkrabe.
Eorbach, Kreisstadt im Eisenberger Kreis des
Fürstentums Waldeck, 4 km von der Landesgrcnze,
hat (1890) 2700 E., Post zweiter Klasse, Telegraph,
Amtsgericht (Landgericht Cassel), 2 Kirchen, fürftl.
Landesgymnasium Fridericianum (1579 eröffnet,
12 Lehrer, 8 Klassen, 165 Schüler), Bürgerschule,
höhere Mädchenschule, Hospital, Altersversorgungs-
anstalt, Krankenheilanstalt, Kreditverein, Kreis-,
Spar- und Leihkasse; Maschinenfabrik, Kalkbrenne-
reien, Bierbrauereien, Landwirtschaft und Viehzucht.
C. ist Geburtsort des Staatsmannes Freiherrn von
Bunsen (s. d.).
Corbeil (spr. -bei). 1) Arrondissement im franz.
Depart. Seine - et - Oife, hat 640,12 hkm, (1891)
93306 E., 93 Gemeinden und zerfällt in die 4 Kan-
tone Arpajon (142,06 qkm, 15946 E.), Boissy-
Saint Lsger (168,44 ykm, 26 094 E.), C. (195,56 hkm,
29582 E.), Longjumeau (134,oo <^km, 21684 E.). -
2) Hauptstadt des Arrondissements C., 40 km süd-
östlich von Versailles, an der Mündung der Essonne
in die Seine und an der Linie Paris-Montargis-
Sens der Franz. Mittelmeerbahn, hat (1891) 8047,
als Gemeinde 8184 E., Post, Telegraph, eine got.
Kirche, Denkmal der Gebrüder Galignani (s. d.),
einen Gerichtshof erster Instanz, Bibliothek; bedeu-
tende Mühlenwerke, Brauerei, Ziegelei, Gerberei,
Fabriken von Shawls, Kartonnagen, Öl und Damast
und Getreide-, Mehl- und Wembandel.
vordeiiib (frz., spr. -bei, "Korb"), der für die
Börsenagenten vorbehaltene Naum auf der Vörfe
(s. d., Bd. 3, S. 326 a); 0. äs mHi-iaF6 (spr. mar-
nasch, "Hochzeitstorb"), auch bloß (ü., Geschenke,
die der Bräutigam der Braut vor der Hochzeit ge-
wöhnlich in einem reich verzierten Korb überreicht.
Corbie (spr. -bih), Hauptstadt des Kantons C.
(178,2i ykm, 24 Gemeinden, 23283 E.) im Arron-
dissement Amiens des franz. Depart. Somme, 17 km
östlich von Amiens, nahe bei der Mündung des
Ancre in die Somme, an der Linie Amiens-Arras-
Calais der Franz. Nordbahn, hat (1891) 4341, als
Gemeinde 4782 E., Post, Telegraph, Woll- und
Baumwollspinnereien, Fabriken von Mützen, Woll-
stoffen, Lampen, Sammet und Tricotagen. - C. ver-
dankt seinen Ursprung und seinen Nuf der 662
durch die Königin Valthilde (an welche eine schöne
Statue erinnert) gegründeten Venediktinerabtei,
deren Abt den Grafentitel führte, unmittelbar vom
Papste abhängig war und ein jährliches Einkommen
von 60000 Livres genoß; von hier aus wurde
Corvei (s. d.) gestiftet. Desiderius, der letzte König
der Langobarden, wurde 774 durch Karl d. Gr. hier-
her verwiesen; bis 1693 war C. Festung.
Corbieres (spr.-blähr), Gebirgsmassiv in den
franz. Depart. Aude und Pyre'ne'es - Orientales,
welches sich bei dem 687 m hohen Col de St. Louis
von der Kette des Pic Maorös (2471 m) in den
Artikel, die man unter E ver
östl. Pyrenäen ablöst und zwischen den Thälern der
Aude und Tetvon SW. nach NO. streicht. Sie bestehen
aus Kreide und Schiefer, sind sehr zerrissen, steil
und felsig, kahl und wasserarm, und werden von
vielen durchschnittlich 400 m tiefen Schluchten durch-
schnitten. Sie zerfallen in mehrere Gruppen: Buga-
rach, Monts de Capronne, Plateau de St. Paul,
Monts de Tauch, Monts d'Alaric, die letztern ober-
halb von Capendu, zwischen Carcassonne und Nar-
bonne. Der höchste Gipfel ist der Puy de Bugarach
(1231 m), zwischen dem Sals und der Voulzane,
nahe beim Col de St. Louis.
Eorbiniänus, der Heilige, Missionar und
Bischof in Bayern, geb. um 680 zu Chartrettes bei
Melun in Frankreich, hieß eigentlich Waldekiso,
wurde aber nach seiner Mutter Corbiniana bald C.
genannt. Bis 722 lebte er als Klausner in der Hei-
mat ; als aber Karl Martell begann, die dem Christen-
tum entfremdeten deutschen Herzogtümer wieder
unter frank. Herrschaft zu bringen, begab sich C. nach
Bayern zum Herzog Grimoald, wo er von Freising
aus das Bekehrungswerk und den Bau von Kirchen
betrieb. 724 muhte er vor Piltrud, der Gattin Gri-
moalds, stieben und blieb mehrere Jahre in dem von
ihm gegründeten Kloster Mais bei Meran. Erst
nach Grimoalds Tode (728) kehrte C. nach Freising
zurück und starb hier 8. Sept. 730. Seine Gebeine
wurden in Mais bestattet, aber 768 nach Freising
gebracht; als Tag der Übertragung seiner Gebeine
wird in Freising und Negcnsburg noch jetzt der
20. Nov. gefeiert. - Vgl. Quitzmann, Die älteste Ge-
schichte der Bayern (Vraunschw. 1873).
Eorbould (spr. korb'ld), Edward Henry, Sohn
des folgenden, engl. Maler, geb. 5. Dez. 1815 inLon-
don, entwickelte früh vielseitige künstlerische Talente
und gewann seit 1834 mehrere Medaillen; so für
die Ölgemälde: Sturz des Phaethon, Heiliger Georg
mit dem Drachen, Griech. Wagenrennen (1836).
Ferner ist zu nennen: Einzug Heinrichs VI. in Lon-
don nach seiner Krönung in Paris. Dann wendete
er sich der Aquarellmalerei zu, in der er große Meister-
schaft erreichte; Hauptwerte sind: Die Ehebrecherin
vor Christus, Salome vor Herodes tanzend, Die
Londoner Pest 1344, Die Taufe Ethelberts.
Corbould (spr. korb'ld), Henry, engl. Maler,
geb. 13. Aug. 1787 in London, gest. 9. Dez. 1844,
studierte auf der königl. Akademie und stellte seit
1807 klassische Gemälde aus; so: Coriolanus, Ab-
schied Hektors von Andromache, Thetis den Achilles
tröstend, warf sich indes seit 1811 auf die Buch-
illustration und illustrierte u. a. Sir Walter Scotts
"I^ä^ ol tü6 I^g.k6" und "Noksd^".
Corbülo, Gnäus Domitius, röm. Feldherr,
Bruder der Cäsonia (der letzten Gattin des Kaisers
Caligula), war unter Tiberius Prätor, unter Cali-
gula 39 n. Chr. Konsul und erwarb sich, seit etwa
46 Statthalter in lintergermanien, im Kampfe gegen
die Chauken einen gefurchtsten Namen. In dem
Kriege zwischen Rom und dem Partherkönig Volo-
gäses I. um die Oberhoheit über Armenien wurde
C. von Kaiser Nero nach Asien gesandt und ope-
rierte so geschickt, daß endlich Nom das entschiedene
Übergewicht gewann. C.s Treue wurde jedoch bei
Nero verdächtigt und letzterer rief ihn zurück, worauf
C. 67^ in Kenchrcä, dem Hafen von Korinth, sich in
sein ^ckwert stürzte. Seine Tochter Domitia wurde
später Gemahlin des Kaisers Domitian.
(koroliorus _^., Pssanzengattung aus der Fa-
milie der Tiliaceen (s. d.) mit gegen 40 tropischen
mißt, sind unter K aufzusuchen.