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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Csaiken - Csárdás
treibe-, Hanf-, Weinbau und Viehzucht sowie Handel
mit deren Erzeugnissen und den von den slowak.
Frauen gefertigten Linnen- und Hanfwebereien,
Strickarbeiten, ferner mit Säcken und Matratzen.
Csaiken und Csaikisten, s. Tschaiken.
Esäkany (ungar., spr. tschähkahnj), ein leichter
Stock mit einem kleinen scharfen Beile am Ende, die
gewöhnliche Waffe der Csikos (s. d.); auch eine Art
Flöle in Ungarn, an ihrem obern Ende mit einem
kleinen Holzbeil verziert.
Csakathurn (spr. tscha-), ungar. Os^wi-Q^,
Groß - Gemeinde und Sitz eines Stuhlbezirks
(38390 E.) un ungar. Komitat Zala, an der Ter-
nowa, auf der sog. Murinsel, an den Linien Buda-
pest-Pragerhof der Österr. Südbahn und C.-Za-
presic der Zagorianer Bahn (100 km) und C.-Boba
(137 km) der Ungar. Staatsbahnen, gehört dem
Grafen Fcstetics und hat (1890) 4046 meist kroat. E.
(1171 Magyaren, 544 Deutsche), ein altes Schloß,
einst Eigentum des Grafen Nikolaus Zriny, des Hel-
den vonSzigetvär; Zuckerfabrik und lebhaftenHandel.
Esakö (ungar.),militär. Kopfbedeckung, f. Tfchako.
Cfakovär (fpr. tfchähkowahr; auch Cfakova,
d. i. "alte Burg des Cfäk"), Groß-Gemeinde im ungar.
Komitat Temes an der TemeZ, füdöstlich von Temes-
vär, hat (1890) 4494 meist deutsche E. (930 Ru-
mänen, 615 Serben, 376 Magyaren), die sich teils
zum kath., teils zum griech.-orient. Glauben bekennen
und zwei Pfarrkirchen besitzen. Von der denkwürdi-
gen Burg ist bloß ein ruinenhafter Turm erhalten.
Cfäkvar (spr. tfchähkwahr, d. i. Burg oder
Schloß Cfak), Groß-Gemeinde und Wallfahrtsort
im ungar. Komitat Stuhlweißenburg, am Fuße des
Bakonywaldes, hat (1890) 4848 magyar., zur Hälfte
kath., zur Hälfte reform. E., lebhafte Töpferindustrie
und Kleingewerbe und gehört der grast. Familie Ester-
häzy, die hier ein schönes Schloß mit Park besitzt.
Cfaky (spr. tschahki), Graf Albin, ungar. Staats-
mann, geb. 19. April 1841 zu Krompach im Zipfer
Komitat, übernahm kaum 26 I. alt als Ober-
gespan die Leitung dieses Bezirks. Da er sich auf
dem Gebiete der Verwaltung bald einen Namen
machte, spielte er in allen Enqueten, die in Ange-
legenheit der Verwaltungsreform einberufen wur-
den, eine hervorragende Rolle; später beschäftigte er
sich eingehend mit der Reform des Oberhauses und
mit den Vorarbeiten zu dem Gesetzentwurf über die
Reform der Municipien und veröffentlichte in den
Tagesblättern zahlreiche Artikel über Verwaltungs-
fragen. Als Obersttruchseß ist er Mitglied des
Magnatenhauses, wo er der staatsrechtlichen Kom-
mission und dem obersten Disciplinargericht an-
gehörte. Anfang 1888 wurde C. zum zweiten Vice-
präsidenten des Magnatenhauses und im September
desselben Jahres zum Minister für Kultus und Unter-
richt ernannt. Er führte sein Amt in durchaus libe-
ralem Sinne, wie er dies bei der Frage der sog. Wcg-
taufungen (s. d.), der konfessionslosen Kindervewahr-
anstaltcn und der Einführung der Cioilehe bewies;
durch sein ebenso kluges als energisches Auftreten
gegen den kath. Klerus hat er sich die Sympathie
der Liberalen erworben.
Esanad (spr.tschännahd). 1) Komitat in Ungarn,
grcnzt im N. und O. an die Komitate BeM und
Arad, im S. an Torontäl, im W. an Csongräd, ist
1618,20 yliin groß und hat (1890) 130 575 E., dar-
unter 95229 Magyaren, 13 689 Rumänen, 15 735
Slowaken und 1410 Deutsche. Die Südgrenze bildet
die Maros, das einzige fließende Gewässer des Komi-
tats. Der ebene, humusreiche Boden ist dem Acker-
bau sehr günstig; daneben besteht Viehzucht und
etwas Holzhandel. Die Haupterzeugnisse sind: Wei-
zen, Roggen, Mais, Gemüse, Hülsenfrüchte, Hanf,
Tabak und viele Futterträuter; der Waldbestand ist
spärlich. Das Komitat umfaßt die Stadt mit qe-
ordnetem Magistrat Mako und 4 Stuhlbezirke. Be-
nannt ist das Komitat nach dem alten, jetzt in Rui-
nen liegenden Schlosse C. bei dem Dorfe Magyar-
Csanad (s. unten). Die Pußta Mezöhegyes ist
berühmt durch das großartige, vom Kaiser Joseph II.
1785 angelegte Militärgestüt mit über 3000 Pferden.
- 2)C./Nömet-Csanäd,d.i.Deutsch-Csanäd,
Groß-Gemeinde im ungar. Komitat Torontäl, vor-
mals ^tadt und Sitz des Csanäder Bistums, am
linken Ufer der Maros, hat (1890) 1842 deutsche E.
und Überreste des bischöfl. Schlosses. Daneben liegt
Szerb-Csanad mit 5585 E. (2191 Walachen,
1562 Serben und 1713 Deutsche) und lohnendem
Ackerbau. Rechts von der Maros, beiden Orten gegen-
über, Magyar-Csanäd im ungar. Komitat C.,
mit 3088 meist rumän. E. (591 Magyaren). Der
Bischof von C. residiert jetzt in Temesvär und hat
eine Sommerresidenz in Mako.
Csangö-Magyaren (spr. tschahngoh), die Ma-
gyaren in der Moldau, welche im Laufe der Jahr-
hunderte, insbesondere seit dem Reformationszeit-
alter, aus Siebenbürgen dahin ausgewandert sind.
Diefelben bekennen sich teils zur evang.-reform.,
teils zur kath. Religion. Mitten unter Rumänen
lebend, sind sie dem allmählichen Aufgehen in das
rumän. Volkselement ausgesetzt.
Cfänyi (spr.tschahnji),Ladislaus, ungar.Staats-
mann, geb. 1790 zu Csäny im Zalaer Komitat, machte
die Feldzüge 1809-15 mit und beteiligte sich später
eifrig am polit. Leben. Als Führer der Opposition
im Zalaer Komitat wurde er Franz Deäks Freund
und Gesinnungsgenosse. 1848 war er als bevoll-
mächtigter Regierungskommisfar bei verschiedenen
Abteilungen des Revolutionsheers thätig: erst an
der Dräu, dann neben dem General Moga in Preß-
burg, dann an Görgeys Seite bei der nordungar.
Armee, zuletzt in Siebenbürgen (April 1849). Von
hier berief ihn Kossuth zur Übernahme des Porte-
feuilles für Kommunikationen. Er verschmähte die
Flucht ins Ausland; zu Sarkad ergab er sich den
Russen, die ihn an die Kaiserlichen auslieferten.
Infolge kriegsrechtlichen Urteils wurde er 10. Okt.
1849 in Pest durch den Strang hingerichtet. C. trat
überall vermittelnd auf; er war ein Verteidiger
Görgeys, fuchte den Zwiefpalt zwifchen diesem und
Kossuth auszugleichen und war überaus thätig in
der Herbcischaffung der Mittel zur Fortsetzung des
Esardäken, s. Tschardaken. ^Kampfes.
Csardas (spr. tschahrdahsch, von oßaräH,
"Schenke", "Kneipe"), ein Nationaltanz der Un-
garn. Der C. wird von einer beliebigen Anzahl
Paare gleichzeitig ausgeführt und bewegt sich im
Zweivierteltakt, hat aber keine eigentlichen Tanz-
figuren, sondern jeder Teilnehmer erfaßt, unter
Beobachtung des Rhythmus, den Tanz nach seiner
individuellen Stimmung. Der C. beginnt mit einem
langsamen, majestätischen Andante, während dessen
sich Tänzer und Tänzerin, letztere die linke Hand in
die Seite stemmend, die rechte auf die Schulter des
Tänzers legend oder mit ihr das Kleid erfassend, in
freien Schritten gegenüber bewegen. Die Tanzschritte
werden dabei mit Hüftbewegungen, Ein- und Au5-
wärtsdrehen der Füße, abwechselndem Stoß auf
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.