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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cystitis - Cz
in farblosen, sechsseitigen Tafeln oder Prismen, ist
in Wasser und Alkohol unlöslich, dagegen leicht lös-
lich in Säuren und Alkalien. Das C. hat die Zu-
sammensetzung OMi 2^04 82 und ist wahrscheinlich
eine Dithiodiamidodimilchsäure, 82 ^ (6H3) MI2) -
(^02^2. Durch Reduktion mit Zinn und Salzsäure
entsteht aus dem C. das Cyste'in, OgH^O^s,
Amidothiomilchsäure. Die Bedeutung des C. für
den tierischen Organismus ist noch unbekannt.
CyftMs (grch.), Blasenentzündung.
Cystocarpeen, s. Rhodophyceen.
Eyfwccle (grch.), Blasenbruch.
Cystodynie(grch.),Blasenschmerz,Vlasenkrampf.
Cystoftagellaten, s. Geißeltierchen.
Cystoid, s. Cyste.
Eysto'ideen, soviel wie Cystideen (s. d.).
CystoNth (grch.), Blasenstein.
Eystöm, s. Cyste.
v^stopköra, s. Vlasenrobbe. ^sendefekten.
Cystopläftik (grch.), plastischer Ersatz von Bla-
Cystoplcgie (grch.), Vlasenlähmung.
v^stöpus ^ev., Gattung parasitischer Pilze
aus der Familie der Peronosporeen (s. d.). Es sind
nur wenige Arten bekannt, die sich von den übrigen
Gattungen der Peronosporeen dadurch unterscheiden,
daß die conidientragenden Hyphen sehr kurz und
unverzweigt sind, ferner daß diese Hyphen sich zu
dichten weißen Lagern vereinigen, die unter der
Epidermis zur Entwicklung gelangen und durch ihre
massenhafte kettenförmige Conidicnbildung schließ-
lich die Epidermis abheben. Betreffs der Oosporen-
bildung verhalten sie sich im wesentlichen wie die
andern Peronosporeen. Die bekannteste und in
Deutschland verbreitctste Art ist derjenige Pilz, der
den weihen Rost auf manchen Kruciferen, haupt-
sächlich auf lÜHp86iIa dui'89. p3.8wri8 />., aber auch
auf Meerrettich und Dotter, verursacht, nämlich 0.
<-HQ(1iäu8 F>s ^. Die von ihm befallenen Pflanzen
zeigen an fast allen oberirdischen Teilen kleinere
oder größere glänzendweihe Flecken, die später in
weißen Staub zerfallen, und sterben bald ab, ge-
wöhnlich unter bedeutender Anschwellung und Ver-
lrüppelung der vom Pilze durchwucherten Organe.
Eystosarkom (grch.), Sarkom mit Erweichungs-
l-erden, bösartige Geschwulst in den verschiedenen
Organen.
Cystofköpie (grch.), Untersuchung der Blase
vermittelst endoskopischer Apparate (s. Veleuchtungs-
apparate, medizinische).
Cystospasmus (grch.), Vlasenkrampf.
Cystotömie (grch.), Vlafenfchnitt, die operative
Eröffnung der Harnblase.
Cythere oder Cytherea, Beiname der
Venus (s. d.), entsprechend dem griech. Kythereia
(s. Aphrodite).
v^tinn" 2^., Pflanzeugattung aus der Familie
der Rafflesiaceen (s. d.). Man kennt nur 4 vor-
zugsweise in den Mediterranländcrn und im südl.
Äfrita vorkommende, niedrige, auf Wurzeln schma-
rotzende Arten, mit schuppenförmigcn Vlattbil-
dungen, ein- oder zweihäusigen Blüten und bceren-
sörmigen Früchten. Von der auf Cistuswurzeln
schmarotzenden lü. K^0ci8ti8 ^. (s. Tafel: Hystero-
phytenI, Fig. 4) wurde früher der Saft der Beeren
unter dem Namen Hyp o cistensaft als zusammen-
ziehendes Mittel angewendet.
Cytism, s. 07ti8u8.
OvtlsuL ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Papiliona-
ceen. Man kennt gegen 40 Arten, die in Europa,
Asien, Nordafrika und auf den Canarischen Inseln
vorkommen. Es sind sämtlich Sträucher, welche
dreizählige kleeähnliche Blätter und in Trauben oder
Köpfchen gestellte meist gelbgefärbte Blüten tragen.
Die bekannteste Art ist der Bohnenbaum,
Bohnenstrauch, Kleebaum oder Goldregen
(0. ladui-uuin ^.), ein großer, mitunter selbst baum-
artig werdender Strauch Oberitaliens, welcher in
Deutschland überall zur Zierde angepflanzt wird.
Er hat fchöne grüne, unterfeits feidenglänzendc
Vlättchen, lang herabhängende Trauben großer gold-
gelber Blumen und seidenhaarige Hülsen. Durcb
den seidigen Haarüberzug der Hülsen und untern
Vlattflächen unterscheidet er sich neben andern Merk-
malen von dem ihm sehr ähnlichen, doch etwas
später und blasser gelb blühenden, in den südl. Alpen
einheimischen (). 3.1piiiu8 H/M., welcher auch als
Zierstrauch kultiviert wird. Beide Arten haben ein
dunkelbraun bis schwarz gefärbtes Kernholz, welches
oft anstatt des Ebenholzes verarbeitet und deshalb
falsches Ebenholz genannt wird. Die Blätter
schmecken salzig-bitter, zuletzt scharf und waren früher
als 5'oiikl. I^dui-ni offizinell. Die Samen sind gisng,
denn sie enthalten ein beftig purgierendes und Er-
brechen erregendes Alkaloid, das Cytisin, das
selbst den Tod herbeiführen kann. Unter den in
Deutschland wild wachsenden Arten, lauter Klein-
sträuchern, ist (^. ui8rioaii8 L., der kleine Bo hnen-
strauck, Geisklee, die gemeinste. Diese Art,
deren Blätter und Blüten beim Austrocknen sich
schwärzlich färben, findet sich an sonnigen, steinigen,
bebuschten Hügeln in vielen Gegenden häusig, wird
bis 1 in hoch, hat endständige, zugespitzte, aufreckte
Trauben goldgelber Blüten und ist ein ziemlich
gutes Futter für Schafe und Ziegen. Auch diese
Art hat giftige Samen. Der zerstreut in Süddeutsch-
land vorkommende 0. pnrpursuZ _i^. mit purpur-
roten Blumen wird hin und wieder zur Zierde an-
gepflanzt. Häufiger geschieht dies mit (!. 03.pit3.w8
^ac^. aus Südeuropa, welcher zottige Blätter und
in Köpfe gestellte, goldgelbe Blumen hat, und na-
mentlich mit (^. 6i0UZ3.tu8 M. Ni. aus Ungarn, der
zur Blütezeit wegen feiner in den Achseln der Blätter
stehenden Blüten über und über mit goldgelben
Blumen bedeckt erscheint und daher ein sehr beliebter
Zierstrauch geworden ist. Alle diese Ziersträucher
gedeihen im freien Lande ohne besondere Pflcgc
und lassen sich sowohl durch Samen als durch Zer-
teilen der Stöcke vermehren.
Eytobläst (grch.), der Zellkern (s. Zelle).
Cytoblastem (grch.), älterer Name für die Bil-
dungsflüssigkeit der Zellen.
Ehtoden, in der Zoologie niedere Organismen
ohne Zellkern. Unter den pflanzlichen Organismen
kennt man ebenfalls eine ganze Reihe solcher Zellen,
denen der Zellkern mangelt, oder in denen er wenig-
stens bis jetzt noch nicht aufgefunden wurde, wie
z. V. die Spaltpilze oder Schizomyzeten, die man
demnach ebenfalls als C. bezeichnen kann.
Cytogenes Gewebe, in der Anatomie ein aus
sternförmigen Zellen erbautes Netzgerüst, welches
in feinen bald wcitern, bald engern Maschen Lymph-
körperchen eingeschlossen enthält, bildet die Grund-
lage der Lymphdrüscn, der lymphoiden Follikel und
der sog. Malpighischen Körperchen der Milz.
Cyzlkns, s. Kyzikos.
Cz..., slaw. Worte, die man hier vermißt, sind
unter Tsch... oder (5... aufzusuchen. , ,
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.
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