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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dachszange - Dacien
sind auf Streben ausgetämmte, horizontalliegende
Hölzer) getragen werden, zeigt Fig. 31.
Im 19. Jahrh, begann man, bei den D. einzelne
hölzerne Teile durch eiserne zu ersetzen, wobei sich
neue Anordnungen der Teile ergaben. Für Sattel-
dächer gelten bei diesen teilweise oder ganz aus
Eisen konstruierten D. folgende durch beistehende
Fig. 1-15 veranschaulichte Drei-
eckssysteme. Die auf Zug bean-
spruchten Teile sind mit schwa-
chen, die auf Druck beanspruchten
mit stärkern Linien angedeutet.
Vei kurzen Spannweiten, wo die
Hauptstreben nicht versteift wer-
den, wnd eme mit dem First ver-
bundene gerade (Fig. 1) oder an-
steigende (Fig. 4) Zugstange an-
geordnet, die durch eine verti-
kale Hängestange gegen Durch-
biegung geschützt ist. Vei zu ver-
steifenden Hauptstreben unter-
scheidet man das englische Sy-
stem und das französische.
Vei ersterm liegen die Druck-
streben geneigt zu den Haupt-
streben und sind in ihren Enden
mitvertikalenZugstangen (Hängestangen) verbunden
(Fig. 2, 3, 5, 6, 7, 8); beim sranz. System dagegen
sind die Druckstreben senkrecht zu den Hauptstreden,
während die Hängestangen geneigt sind (Fig. 9,11).
Beim Polonceausystem, einer Abart des franz.
Systems, hat die Zugstange eine gebrochene Form^
wobei der mittlere Teil horizontal ist (Fig. 10); für
stäche Dachneigung bekommt dieses System die aus
Fig. 12 ersichtliche Form, die man als umgekehrtes
Polonceausystem bezeichnet. Erweiterte Systeme
für große Spannweiten zeigen Fig. 13,14, 15.
Die konstruktive Durchführung dieser Sy-
steme in verschiedenen Materialien ist aus Taf. II zu
erfehen. Fig. 1 zeigteinenSatteldachstuhlmitHänge-
stange aus Nundeisen; die Hauptstreben sind durch
einen gußeisernen Schuh verbunden. Fig. 2,4 u. 7
erläutern die Verwendung mehrerer Hängestangen;
die Verbindungsstellen a und d (Fig. 2) sind durch
die Detailsiguren 2^ und 2d vergrößert wieder-
gegeben. Fig. 3 zeigt den Ersatz des hölzernen
Spannbalkens durch eine eiserne Zugstange. Als
Druckstreben dienen entweder gußeiserne Stangen
mit kreuzförmigem Querschnitt, wie in Fig. 9 (mit
Details 9a, 9d, 9e, 96) und 10, oder man bildet
sie aus Walzeisen, in welchem Falle sie mit den
ebenfalls aus Walzeifen bestehenden Zugstangen
an Knotenbleche fest vernietet werden (Fig. 12, 12 a,
13,13 a, 14). Eiserne Pultdächer zeigen Fig. 5 u. 6,
Sheddächer Fig. 8 u. 10. Die Satteldächer, die aus
Holz und Eisen oder ganz aus Eisen gebildet sind,
werden meist als Fettendächer ausgeführt, bei
welchen die Schalung rcsp. Lattung entweder auf die
Sparren oder direkt aus die Fetten befestigt wird.
Aus Fig. 15 u. 16 ist die Deckung mit Wellblech er-
sichtlich. - Für Kuppeldächer ist als eiserne
Konstruktion die Schwedlersche, als Flechtwerk
bezeichnete zu erwähnen (Fig. 11), bei der alle Kon-
struktionsteile in der Dachhaut liegen, d. h. nicht
in den innern Raum hineinragen und diesen ver-
engen. Dieses Flechtwertsystem ist von Föppl auch !
für Überdachung rechteckiger Räume, wobei die Dach- ^
stäche tonnenförmig gebildet wird, in Vorschlag ge- ,
bracht (Tonnenflechtwerk). !
Für große Hallendächer finden auch die eifernen
Sichelträger (zuerst in England für Bahnhofs-
hallen konstruiert) vielfach Verwendung. Sie be-
stehen aus einem parabolisch gekrümmten auf Druck
beanspruchten Obergurt und aus einer untern Zug-
stange, die mehrfach so gebrochen ist, daß die Ecken
ebenfalls in einer Parabel liegen. Zwischen bei-
den Konstruktionsteilen sind senkrechte Druckstreben
und geneigte Zugstangen angeordnet, die in ein-
zelnen oder auch allen Feldern doppelt (kreuzweise)
austreten (s. vorstehende Fig. 16 u. 17). Aus-
gesührte Sichelträger sind in Taf. II, Fig. 17 (Cen-
tralbahnhof zu Birmingham) und Fig. 18 (Schle-
sischer Bahnhof zu Berlin) dargestellt.
Bei der Berechnung aller Dachkonstruktionen ist
außer dem Eigengewicht und der Belastung auch
der Winddruck und die Schneelast zu berücksichti-
gen, und zwar ist für Winddruck und Schneelast zu-
sammen 100^125 1<8 Pro Quadratmeter sür mitt-
lere Dachneigung, nach der Horizontalprojektion ge-
messen, in Rechnung zu setzen.
Die Totalbelastung der Dächer pro Quadratmeter
Horizontalprojektion der Dachfläche in Kilogramm
beträgt laut Baugewerkskalender 1892:
Verhältnis der Höhe zur Spann-
weite beim Satteldach
'/2 ! '/2 ^ '^4
Holzsparren:
Einfaches Ziegeldach . .
Doppeltes Ziegeldach .
Schieferdach.......
Teerpappe ........
Zink- oder Eisenblech .
Metallsparren:
" i Ebenes Eisenblech .
'^) Zinkwellblech oder
^3 z kF i kF
367,276!
38i!306l
331
268
282 204
264
ZG
Wellblech
246 213
192
186
263 185
299^216
162
157
z^'/7^'/9!'/w
kFlks!^
K3 K3 Icx
194!
146 137
157 147
143 132
156142 131
121
122
132
119
120,117
146 144
^ Eisenw,
-^l ^Schiefer
Ein Holzcementdach wiegt bei einer Schutzdecke
von 5 cm Stärke in trocknen: Zustande 105 KZ, in
nassem Zustande 122-127 k^ pro hin.
Dachszange, eine eiserne Zange zum Heraus-
ziehen des Dachses beim Dachsgraben.
Dacht el-Meiüm, s. Bab el-Mandeb.
Dachziegel ^ die zur Dachdeckung (s. d.) ver-
wendeten Ziegel: Flachziegel ^Biberschwänze), Hohl-
ziegel, Pfannen, Kremp- und Falzziegel. Eine be-
sondere Form ist der Kappziegel (s. d.).
Dacien (D^eia), während der röm. Kaiserzeit
das Land zwischen der Theiß, der Donau und den