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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dalslandskanal - Dalwigk
des Wermlandischen Gebirgssystcms; der höchste
Punkt, Gölkullen, ist 230 in hoch. Die Provinz
hat Schiefcrbrüche, einige Hochöfen und Eisenwerke;
die einzige Stadt ist Ämal am Wener.
Dalslandskanal, gemeinsamer Name der
schwed. Kanäle, welche die zahlreichen Seen des
wermländisch -dalischen Wassersystcms miteinander
und mit dem Wenersce verbinden und einen Wasser-
weg von 255 km bis an die norweg. Grenze bilden,
mit im ganzen 29 schleusen. Der 1868 eröffnete
Kanal (Baukosten 1400000 Kronen) geht durch
malerische und wildromantische Landschaften.
Dalston (spr. dahlst'n), nördl. Stadtteil Lon-
dons, bekannt durch das 1845 durch die Be-
mühungen des prcuß. Gesandten Bunsen begrün-
dete Deutsche Hospital (1864 neu erbaut), mit
(1800) 1449 Kranken.
Dalton, Hermann,reform. Theolog, geb.20. Aug.
1833 zu Offenbach am Main, studierte zu Mar-
burg, Berlin und Heidelberg, wurde 1858 Pastor
an der deutsch-rcform. Gemeinde zu Petersburg
sowie Mitglied des resorm. Kirchenrats in Ruß-
land; 1876 richtete D. daselbst die evang. Stadt-
mission ein: 1888 trat er von seinem Amt zurück
und lebt seitdem in Berlin. D. schrieb u. a.i "Na-
thanael, Vorträge über das Christentum" (Petersd.
1861; 3. Aufl., Eass. 1886), "Geschichte der reform.
Kirche in Rußland" (Gotha 1865), "Das Gebet des
Herrn in den Sprachen Rußlands" (Petersb. 1870),
"Reiscbilder aus Griechenland und Kleinasien,
Nandzeichnungen zu einigen Stellen des Neuen
Testaments" (Vrem. 1884), "Verfassungsgeschichte
der evang.-luth. Kirche in Rußland" (Gotha 1887),
"Nrkundenbuch der evang.-reform. Kirche in Ruß-
land" (ebd. 1888), "Zur Gewissensfreiheit in Ruß-
land. Offenes Sendschreiben an Pobedonoszeff"
(Lpz. 1890), "Die russ. Kirche" (ebd. 1891), "Zur
Geschichte der evang. Kirche in Rußland" (ebd. 1893).
Dalton (spr. dahlt'n), John, engl. Chemiker und
Physiker, geb. 5. Sept. 1766 zu Eaglesfield in
Cumberland, wurde 1793 Lehrer der Mathematik
und der Naturwissenschaften am College zu Man-
chester und hielt feit 1804 in den größern Städten
Großbritanniens Vorlesungen über Chemie. Er
starb 27. Juli 1844 zu Manchester. Noch bei seinen
Lebzeiten ließ man ihm eine Statue, von Chantrey
ausgeführt, am Eingang der I5oM Ii^tiwtion in
Manchester errichten. Er veröffentlichte: "Netkoro-
loZical 688ÄV3 Hiiä odäervationZ" (Lond. 1793;
2. Aufl. 1834), "!^v 8^3tein ok clieuiical püilo
30PI17)) (2Tlc., 1808-10; deutfch von Wolff, Verl.
1812-13), wozu 1827 ein dritter Teil hinzukam.
Seine vorzüglichsten Physik. Arbeiten beziehen sich
auf die Ausdehnung und Mischung der Gase und
die Spannung der Dämpfe (s. Daltonschcs Gesetz);
in der Chemie hat er sich durch Entdeckung des Ge-
setzes der einfach multiplen Proportionen, der ato-
mistifchen Theorie und durch Untersuchungen über
die Absorption der Gase durch das Wasser, über
Kohlenoxyd, Kohlenwasserstoffe, die Sauerstoffver-
bindungen des Stickstoffs verdient gemacht. -^ Vgl.
Henry, I^iis auä i-^earoükä ok I). (Lond. 1854).
Dalton (fpr. dahlt'n), John Call, amerik. Physio-
log, geb. 2. Febr. 1825 zu Chelmsford in Massa-
chusetts, besuchte das Iiarvarä (^oiie^, wo er 1847
promovierte. Sein "N88a^ on tlio cor^niZ 1ut6iim"
(1851) gewann den Preis der ^merit^n Neäical
societ^, sein Hauptwerk aber ist "^Ir63.ti86 on
Kumuli pilVLiolo^'n (Neuyork 1859; 6. Aufl. 1882),
das viele Auflagen erlebte und ihm eine Stellung
am I^0ng-l3laiiä Ho^ital iüoUsFS zu Vrooklyn
sowie eine Professur in Neuyork eintrug. D. starb
12. Febr. 1889. Außer Abhandlungen "in verschie-
denen Fachzeitschriften veröffentlichte D. noch: "^re".-
ti86 0Q I)li^8it)i0^)' anä d)^i6H6 lor 3c1i00i5,
i'aini1i63 auä 001I6F63" (Neuyork 1868), "^Ii6 ex-
periinLutHi inßt^oä in nieckical 3ci6nc6" (1882),
"V0cti-iii63 0l tli0 circulation " (1884), "^opo^ra.-
^I^ic^i lin^toN^ ol tlik di'^in" (3 Bde., 1885).
D'Alton, Joh. Samuel Eduard und Joseph
Wilhelm Eduard, s. Alton.
Dalton-in-Furneß lspr. dahlt'n in sörneß),
Stadt in der engl. Grasschaft Lancashire, auf einer
Halbinsel im N. der Morecambebai an der Irischen
See, hat (1891) 13 300 E., Eisenhütten und Metall-
industrie.
Daltonismus, s. Farbenblindheit.
Daltonsches Gesetz, das von John Talton
l/^. d.) aufgestellte Gefetz über den Druck oder die
Spannkraft der Dämpfe in gashaltigem Raume.
Dalton fand (1802) mittels Verdunstung von Flüssig-
leiten im oberu luft- oder gashaltigen Naume eines
Quecksilberbarometers oder auch Manometers, dah
sich in einem mit Luft oder andern Gasen gefüll-
ten Naume Dämpfe von der nämlichen Menge und
Spannkraft entwickeln, wie sie bei gleicher Tem-
peratur in demfelben Naume, wenn er luftleer wäre,
entstehen; nur erfolgt deren Bildung viel langsamer
als im luftleeren Naume. Die Spannkraft eines
solchen Gas- und Dampsgemenges ist gleich der
^umme der Spannkräfte der einzelnen Gase. Nach
Negnault (1854) ist zwar jene Summe etwas kleiner,
aber um so wenig, daß die allgemeine Gültigkeit
des D. G. bestehen bleibt. Dieses D. G. beobachten'
auch die Dämpfe, die aus geschichteten, d. h. nicht
mischbaren Flüssigleiten (z. B. aus Wasser und Öl)
sich erheben. Bei mischbaren Flüssigkeiten (z.B. Al-
kohol und Wasser, Alkohol und Lither) dagegen
liegt die Spannkraft der daraus entstebenden Dämpfe
zwifchen dem Drucke der einzelnen Dämpfe.
Dalua (Zuckerart), f. Dalloah.
Dalwigk, Karl Friedr. Reinhard, Freiherr von,
Hess. Staatsmann, geb. 19. Dez. 1802 zu Darmstadt,
studierte die Nechte zu Göttingen, Berlin und Gießen,
trat 1828 in den großherzoglichen Hess. Staats-
dienst und wurde 1842 Kreisrat in Worms. Durch
die kluge und energische Leitung des ihm 1845
übertragenen Provinzialkommissariats der Provinz
Nheinhessen sowie des Territorialkommissariats in
der Vuudesfestung Mainz, insbefondere auch wäh-
rend der I. 1848 und 1849 legte er den Grund zu
seiner spätern Stellung. 1850 wurde er als Bun-
destagsgesandter nach Frankfurt a. M. gesandt,
jedoch schon im Juli desselben Jahres als Nachfol-
ger H. von Gagerns und Iaups an die Spitze des
Ministeriums des Innern nach Darmstadt berufen.
Bald darauf erhielt er auch die Leitung des aus-
wärtigen Ministeriums fowie das Präsidium des
Staatsministeriums. Die innern Verhältnisse des
Großherzogtums leitete D. im Sinne der polit.
Reaktion. Das freisinnige Wahlgesetz von 1849
wurde mit Hilfe eines durch Ordonnanz berufenen
außerordentlichen Landtags abgeschafft, sodann ein
neues Wahlgesetz eingeführt und die auf Grund
desselben gewählten Landtage benutzt, um die Spu-
ren der I. 1848 und 184Ü in der Gesetzgebung
thunlichst rasch wieder zu beseitigen. Eine kleinliche
Bureaukratie hatte weitesten Spielraum (Nnifor-