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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Danaer – Danby

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Danae'

und der goldene Regen» schufen u. a. Tizian und Correggio. (Vgl. P. Schwarz, De fabula Danaeia, Halle 1881.) – D. heißt auch der 61. Planetoid.

Danăer, in der vordorischen Zeit Name der Argiver, der Bewohner der griech. Stadt Argos und der Landschaft Argolis, angeblich nach ihrem König Danaos (s. d.). Da die Argiver unter Führung des Agamemnon der bedeutendste griech. Stamm in dem Kriege gegen Troja waren, so überträgt Homer sowohl diesen Namen wie auch die Bezeichnung D. auf die Gesamtheit der vor Troja kämpfenden Griechen. Sprichwörtlich geworden ist der Warnruf des Laokoon in Bezug auf das von den Griechen bei deren Scheinabzuge zurückgelassene hölzerne Pferd, in Virgils Äneide (2,49): «Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes». («Was es auch sei, ich fürchte die D., selbst wenn sie Geschenke bringen.») Dadurch ist der Ausdruck Danaergeschenk für eine Gabe entstanden, welche bei anscheinenden Vorteilen gefährliche Nachteile für den Empfänger in sich birgt.

Danaergeschenk, s. Danaer.

Danaĭdae, große (24 Gattungen, 530 Arten umfassende), fast über die ganze Erde verbreitete Familie der Tagfalter (s. d.); in Europa findet sich nur Danaïs Chrysippus L. in den Mittelmeerländern.

Danaīde, Motor, s. Wasserräder.

Danaīden, Danaīdenarbeit, s. Danaos.

Danaio, s. Denaro.

Danaīt, s. Arsenkies.

Danākil oder Dankali (ersteres die arab. Plural-, dies die Singularform), der gemeinsame Name der zahlreichen Nomaden- und Fischerstämme, welche den abessin. Küstenstrich Samhara am Ostrande Afrikas, von der Halbinsel Buri 15° nördl. Br. (im SO. von Massaua und im SW. des Dahlak-Archipels) südwärts über die Straße von Bab el-Mandeb hinaus bis zum Hintergrund des Golfs von Tedschura (11½ nördl. Br.) an der Grenze der Somal, bewohnen. In frühern Zeiten waren sie vereinigt und bildeten ein Königreich D., welches in den mohammed.-abessin. Kriegen eine bedeutende Rolle spielte; jetzt aber sind sie getrennt, voneinander unabhängig und haben ihre eigenen Häuptlinge in jedem Stamm. Nach dem engl.-ital. Vertrag vom März 1891 stehen sie nominell unter ital. Oberherrschaft und gehören zur ital. Kolonie Erythräa; nur an der Tedschurabai haben sie sich den Franzosen, die hier eine Niederlassung gründeten, unterworfen. Sie bekennen sich fanatifch zum Islam, obgleich sich Moscheen bei ihnen nicht finden, da sie zu arm sind, um deren zu bauen. Einige Stämme treiben Fischfang und haben zu diesem Zwecke von den Dahlak-Inseln (s. d.) im Roten Meere Besitz genommen. Die Bewohner des Festlandes beschäftigen sich außerdem noch mit dem Führen der Karawanen. Sie leben meist von Milch; ihr Land ist wasser- und vegetationsarm. Die D. nennen sich selbst 'Afar (Einzahl: Afri), heißen in Abessinien nach einem ihrer Stämme Adal, in Tedschura Adal, Adajel und wollen von Arabern abstammen, welche im 7. Jahrh. n.Chr. aus Jemen herüberkamen. Sie sprechen eine eigentümliche hamitische, mit dem Galla Saho und mit dem Idiom der Somal nahe verwandte Sprache, welche in verschiedenen Dialekten über Bab el-Mandeb hinaus bis Zeila verbreitet und durch Vokabularien von Salt («Voyage to Abyssinia 1814») und Isenberg (Lond. 1840) etwas bekannt geworden sind. In neuester Zeit hat ↔ L. Reinisch («Die Afar-Sprache», I–III, Wien 1886–87) ein umfassendes Material für Grammatik und Lexikon des Dankali gesammelt. Die D. teilen sich in zwei große Hauptstämme: die Adahian-mara mit den Kabylen (Stämmen) Demholta, Dahiméla und Modaito; die Asahian-mara mit den Kabylen Debenei-Uéma, zu denen die Adal gehören, und Hadarem. Aber auch diese Kabylen zerfallen wieder in kleinere Stämme, sodaß man im ganzen 40 Stämme zählt. – Vgl. Scaramucci und Giglioli, Notizie sui D. (1884); Licata, Assab e i Danachili (Mail. 1885); Paulitschke, Ethnographie Nordost-Afrikas (Berl. 1893).

Danăos, in der griech. Sage der Sohn des ägypt. Königs Belos, Bruder des Aigyptos, erhielt die Herrschaft von Libyen, entzweite sich aber mit seinem Bruder und floh in Begleitung seiner 50 Töchter, der Danaiden, in einem auf Athenes Rat erbauten Fünfzigruderer nach Argos, wo er nach Vertreibung des letzten Inachiden, Gelanor, König wurde. Die 50 Söhne des Aigyptos folgten ihm nach Argos und verlangten seine Töchter zur Ehe. D. gewährte ihre Forderung, gab jedoch jeder Tochter einen Dolch, um den Bräutigam in der Brautnacht zu ermorden. Alle thaten dies, ausgenommen Hypermnestra, welche ihren Verlobten Lynkeus (s. d.) rettete. Um seine Töchter wieder zu vermählen, stellte D. Wettkämpfe an, wobei diese den Siegern als Preis zufielen. Spätere Überlieferung übertrug den Namen Danaiden auf die büßenden Seelen, die nach orphisch-mystischer Vorstellung in der Unterwelt zur Strafe für ihre Sünden Wasser in ein durchlöchertes Faß schöpfen (daher Faß der Danaiden oder auch Danaidenarbeit, ein Bild nie endender, vergeblicher Arbeit), eine Scene, die von Polygnot in der Hadesfahrt des Odysseus gemalt wurde und sich auf Vasen und Reliefs dargestellt findet. In Argos wurden D. und seine Töchter verehrt, weil sie dem dürren Lande die ersten Brunnen gegraben hatten; die Danaiden sind danach als Quellnymphen aufzufassen. Die Ableitung des D. aus Ägypten darf nicht als Überlieferung von einer ägypt. Einwanderung gedeutet werden. Unter den Tragikern hat namentlich Äschylus in zwei Dramen, von denen «Die Bittflehenden» erhalten sind, diesen Stoff behandelt. – Vgl. Scheffele, Über D. und die Danaiden (Ellwangen 1856).

Danăpris, seit dem 4. Jahrh. n.Chr. Name des Dnjepr (s. d.), bis dahin Borysthenes genannt.

Dānāpur, engl. Dinapore, Dinapur, Stadt im Distrikt Patna in Bengalen, am rechten Ufer des Ganges, in unmittelbarer Nähe von Bankipur und Patna (s. d.) an der Eisenbahn, ist Garnisonsort, zeichnet sich vor den meisten andern durch Zweckmäßigkeit der militär. Baulichkeiten aus und hat (1891) 14119 E. (darunter 14000 im Kantonnement).

Danāro, Danaio, s. Denaro.

Danastris, seit dem 4. Jahrh. n. Chr. Name des Dnjestr (s. d.), bis dahin Tyras genannt.

Danbury (spr. dännbörri), einer der beiden Countysitze des County Fairfield im nordamerik. Staate Connecticut, nordwestlich von Bridgeport, ist Eisenbahnknotenpunkt, hatte 1870: 6542, 1880: 11669, 1890: 16552 E. und hat blühende Hutfabrikation. D. wurde 1684 gegründet, 1696 inkorporiert. 1854 wurde zu Ehren des hier 1777 gefallenen amerik. Generals Wooster ein Denkmal errichtet.

Danby (spr. dännbi), Thomas Osborne, Graf von, s. Leeds.