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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Debuskop - De Candolle
51. Niraräot äo ^rölonä" (1757).- Sein Vetter und
Associe Gnillaume D., geb. 1734, gest. 1820, vcr-
öffentlickte eine große Anzahl sorgfältig gearbeiteter
Kataloge, wie den "Clttlll0FU6 des iivi-68 ds mon-
816NI,' 16 äne äo I.3.vaIIiei'6" (3 Bde., Par. 1783).
Debuskop, s. Kaleidoskop.
Debüt (srz. äsdut, spr. -büh, "Antritt") wird vor-
zugsweise vom ersten Auftreten eines Schauspielers
gebraucht. Der D e b ü tänt ist entweder ein Anfänger
oder ein fremder Schauspieler, der seine erste Gastrolle
oder die erste Rolle im neuen Engagement giebt.
vo tlnt sn biano, s. Lnt.
^)6 ^?/., bei botan. Bezeichnungen Abkürzung
für Hcinr. Ant. de Vary (s. d.).
/)ec?., auch ^>6 0., bei botan. Bezeichnungen Ab-
kürzung sür Augustin Pyranle De Candolle (s. d.).
Deca..., Artikel, die man hier vermißt, sind
unter Deka... aufzusuchen.
Dccadence (frz., spr. -dangst), Dekadenz, Ver-
sall, Abnahme, Verschlechterung. In Frankreich
nennt man neuerdings D. die zum Teil im Gegen-
satz zum Naturalismus entstandene besondere Kunst-
richtung der heutigen nervösen, zerrütteten, greisen-
haften Gesellschaft, die, allen gesunden und natür-
lichen Gefühlen abgestorben, ihre Blasiertheit durch
außergewöhnliche Reize aufzustacheln sucht. Die
Vertreter dieser Richtung, besonders in der Litteratur,
heißen Decadents (spr.-dang).
Decadt, im Kalender der ersten Französischen
Republik der zebnte Tag (Ruhetag) einer Dekade.
Decadrier (spr. -rieh), s. Dekade.
Decaen (spr.-käng), Charles Mattbieu Isidore,
Graf von, franz. General, geb. 13. April 1769 in
Creully bei Caen, trat, 18 I. alt, in die königl.
Marine und blieb dort bis 1790, ging 1792 zur
Nationalgarde, nahm in den franz. Revolutimit-
kriegen unter Kleber an den Kämpfen der Rbein-
armee teil und brachte es schon 1796 bis zum Bri-
gadegencral. 1800 nahm er München dnrch einen
glänzenden Handstreich und trug als Divistons-
general viel zum ^iege vonHohenlindcn bei. Zum
GcneralgouvernenrvonIranzösisch-Indien ernannt,
schiffte er sich im März 1803 in Brest ein, fand vor
Pondiche'ry eine feindliche Flotte und begab sich da-
her nach Isle-de-France (Mauritius), von wo aus
er einen Prisenkrieg gegen die Engländer führte.
1810 mußte er sich dort den Engländern ergeben,
kehrte im April 1811 aus der Gefangenschaft nach
Frankreich zurück und wurde imOktoberOberbefehls-
haber in Catalonien; 1812 wurde er zum Grafen
ernannt. 1814 erhielt er von Ludwig XVIII. die
Ernennung zum Gouverneur der 11.Militärdivision.
1815 zog er sich ins Privatleben zurück und starb
9. Sept. 1832.
Decaen (spr. -kang), Claude Theodore, franz.
General, geb. 30. Sept. 1811 zu Utrecht, besuchte
die militär. Specialschule zu Paris und trat 1829
in das 21. Linienregiment. Er machte den ersten
algcr. Fcldzug 1830 - 31 mit und stieg 1838 zum
Kapitän auf. 1851 erhielt er das Kommando des
1. Fuhjägerbataillons, mit dem er nach Afrika
zurückkehrte; 1855 wurde er als Oberst nach der
Krim gesandt, wo er an der Belagerung von Sewa-
stopol teilnahm und noch in demselben Jahre zum
Vrigadegencral ernannt wurde. Im ital. Feldzuge
von 1859 wurde er zum Commandeur der 2. Infan-
teriedivision im 2. Korps (Mac-Mahon) befördert.
Seinen Hauptruf als Militär erlangte D. in der
Schlacht bei Solferino, wo er mit dem General La
VrockhauZ' KonvcrsationZ-Lexikon. 14. Aufl.. IV.
Mottcrouge nahe bei San Cassiano, am Fuße des
Fontanahügels, das für die Franzosen bereits ver-
lorene Gefecht wieder zum Stehen brachte. Nach dem
Friedensschluß trat er an die Spitze der 2. Infanterie-
division der Armee von Paris, übernahm beim Aus-
bruche des Teutsch-Französischen Krieges von 1870
die 4. Infanteriedivision im 3. Korps (Vazaine) und
12. Aug. das Kommando über dieses Armeekorps.
Am 14. Aug. wurde er bei Colombey-Nouilly tödlich
verwundet und starb 17. Aug. zu Metz.
DeoNF^nus oder dekagynisch (grch., "zehn-
weibig") nennt man eine Blüte, die mit zehn Griffeln
oder Narben versehen ist. Dec^Ma bezeichnet
im Linne'schen Svstem je eine Ordnung der Klassen
1-13; die in dieselben gehörenden Pflanzen haben
dekagynische Blüten.
Decaisne (spr. -kähn), Joseph, franz. Botaniker,
geb. März 1809 zu Brüssel, widmete sich zuerst der
Malerei, studierte aber seit 1823 an der I^cow
äs inodecinL zu Paris. Er wurde 1830 .hilfsbe-
amter am ^Iu306 ä'Iii8toii'6 nawreil", 1848 Pro-
fessor der Botanik daselbst, 1851 Professor am ^ar-
<Iin ä68 pwnt68 zu Paris, wo er 8. Febr. 1882
starb. D. schrieb: "tÜLtoii-o 66 Ia ina1aäi6 äs3
I)omin63 äe terre" (Par. 1845), "liecnerclioL ana."
tomilineg 6t p1i)'8i0i()^iqu68 3N1' Ia ^Hranc6') (Brüss.
1847), "I^e Mrllin trnitißi-än ^In86mn" (129Lfgn.,
Par. 1857-78), "^raite Feneral cl6 dotanihus
(1s8ciiptiv6 Lt aiiai^tiHue" (mit Le Maout, 2 Tle.,
ebd. 1867), "^lanuei äe I'amateur des M'äin3"
(mit Naudin, 4 Bde., ebd. 1862-72).
ve<32.lnbröns, Novclleneytlus Boccaccios (s.d.).
Decamps (spr.-käng), Alexandre Gabriel, franz.
Maler, geb. 3. März 1803 zu Paris, war Schüler
von Abel de Pujol, brach sehr bald mit den klassischen
Kunstregeln und bildete sich durch Studien nach der
Natur. Er begleitete 1827 den Marinemaler Gar-
neray nach Griechenland und besuchte Konstanti-
nopcl und die Küste von Kleinasien, .hier sammelte
er Studien und Skizzen zu Bildern, von welchen
namentlich: Die Scharwache in Smyrna (1831; bei
Lord Hcrtford zu Paris) durch die Neuheit des In-
halts und Vortrags Aussehen erregte. Andere treff-
liche Bilder waren: Die mit einer Schildkröte spie-
lenden Kinder (1836), Zuschauer bei einer Hinrich-
tung (1839), Das türk. Kaffeehaus. Auch malte er
Hundekomödicn. Von allen Werken des Künstlers
wurden die Affenstücke am bekanntesten, in denen
die menschlichen Schwächen auf die feinste und er-
götzlichste Art verhöhnt sind (die "8iuZ63 6xp6rt8").
Dauernde Vorliebe hegte D. für den Orient und
seine bunte Pracht, den er in vollem Sonnenlichte,
kräftiger Beleuchtung und glänzendem Farbcnton
darstellte. Selbst alte biblische Geschichten verlegte
D. in diese ibm geläufige orient. Welt der Gegen-
wart. Für hiftor. Vorwürfe, wie: Belagerung von
Clcrmont (1842), Niederlage der Cimbern (1843),
Eicg Iosuas übcr die Ammoniter, reichte jedoch seine
Begabung nicht aus. Die Iloi-tloi-ä Ooiiec^ion in Lon-
don besitzt von ihm 31 Bilder. D< hat auch selbst einige
von seinen Bildern radiert. Er verunglückte 22. Aug.
1860 bei einer kaiserl. Parforcejagd im Walde von
Fontaincblcau. - Vgl. Moreau, I). 6t 8on wuvi-6
(Par. 1869); Element, v., 83. vi6 (ebd. 1886).
De Candolle (spr. kangdöll), Augustin Pyrame,
franz. Botaniker, stammt aus einer altadligen Fa-
milie der Provence, die der Glaubensvcrfolgungen
wegen 1558 nach Genf auswanderte, wo er 4. Febr.
1778 geboren wurde. Er besuchte das Gymnasium
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