Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Deck (Theodor); Deckbatterie; Deckblatt; Decke

857

Deck (Theodor) – Decke

Deck, Theodor, franz. Thonwarenfabrikant, geb. 1823 zu Gebweiler im Elsaß, studierte Physik und Chemie, bereiste Deutschland, Osterreich und Ungarn und wurde 1855 Direktor einer Pariser Fayence-Ofenfabrik. Seine seit 1859 angestellten Versuche zur Vervollkommnung der Keramik hatten solchen Erfolg, daß er bereits 1861 die Fayencen von Oiron (Henri II.) und die wertvollsten chines. Porzellane nachbilden konnte. Seit 1887 Direktor der Porzellanmanufaktur zu Sèvres, starb er daselbst 15. Mai 1891. Er schrieb: «Faïence» (Par. 1877).

Deckbatterie, s. Deck.

Deckblatt oder Braktee (bractea), in der Botanik, s. Blütenstand (Bd. 3, S. 165b). – B. in der Cigarrenfabrikation, s. Cigarren (S.317b).

Decke oder Plafond, der obere Abschluß eines Raumes, im engern Sinne die untere Fläche desselben. Man unterscheidet D. aus Holz, Stein, Eisen und gemischtem Material, nach der Form ebene und gewölbte D Manche ebene D. bilden gleichzeitig den Fußboden des darüber befindlichen Raumes. Abgesehen von den steinernen gewölbten D. (s. Gewölbe) kommen hier die hölzernen und die D. aus gemischtem Material in Betracht.

Die gebräuchlichstem sind die hölzernen D. Sie werden aus Balken gebildet, welche nach der Tiefe des Gebäudes oder nach der geringern Ausdehnung des zu überdeckenden Raumes verlegt werden. Bei den Döbeldecken oder Dippelböden liegen die Balken eng aneinander, werden mit ihren Enden auf Mauerlatten aufgekämmt und unter sich durch hölzerne oder eiserne Dübel verbunden, deren Entfernung 1 bis 1,50 m beträgt. Sie bilden D. und Fußboden zugleich, erfordern aber viel Holz und starke Unterstützungsmauern, weshalb sie nur selten zur Anwendung kommen. Bei den gewöhnlichen Balkendecken werden die Balken in Entfernung von 0,80 bis 1,05 m, von Mitte zu Mitte gerechnet, angeordnet (s. Balken und Balkenlage) und dienen zum Tragen der D. eines untern und des Fußbodens (Dielung) eines obern Raumes. Bleiben die Balken in ihrer Unteransicht frei, sodaß sie nur die Dielung tragen, wie dies häufig bei untergeordneten Gebäuden, industriellen Anlagen, Bodenräumen u.s.w. vorkommt, so erhält man die leere D. oder den Hohlboden. Soll jedoch die Wärme besser erhalten, der Schall gedämpft und eingedrungenes Wasser zurückgehalten werden, so bedient man sich der Zwischendecke, indem man die Balken seitlich mit 2–3 cm tiefen Falzen oder, falls man das Balkenholz durch Ausschnitte nicht schwächen will, mit angenagelten Leisten von 4 cm Breite und 6 cm Höhe versieht, in oder auf welche Stakhölzer in der Stärke der Latten mit Langstroh und Lehm umwickelt gelegt werden. Der freie Raum oberhalb und unterhalb zwischen den Balkenfeldern wird alsdann mit Lehm glatt verstrichen. Eine solche D. nennt man den ganzen Windelboden, welche aber nur bei untergeordneten Gebäuden angewendet wird: sie ist sehr schwer und beansprucht infolgedessen sehr starke Balken. Läßt man den Hohlraum unterhalb der Ausstakung frei und gleicht nur den obern Hohlraum bis zur Oberkante der Balken mit Lehm ab, so entsteht der halbe Windelboden, welcher namentlich bei ländlichen Gebäuden zur Anwendung kommt. Legt man die Stakhölzer mit ihrer Strohlehmumwicklung auf die Balken und gleicht dieselbe oberhalb als Lehm-Estrich und unterhalb zwischen den Balken mit Lehm ab, so entsteht ↔ der gestreckte Windelboden, welcher häufig zur Deckenbildung über Viehställen verwendet wird. Für landwirtschaftliche und Wohngebäude eignet sich am besten die Einschubdecke (Fig. 1 u. 3), welche dadurch hergestellt wird, daß dünne Bretter oder Schwarten in Falze oder auf Leisten zwischen die Balken in deren halber Höhe gelegt werden. Da die nebeneinander liegenden Schwarten keine dichte Fuge haben, verstreicht man sie mit nassem Lehm, worauf bis zur Oberkante der Balken die Überschüttung (Beschuttung) der Balkenfelder erfolgt. Das Beschuttungsmaterial, wozu sich vorzugsweise Lehm, Koks, Sand eignet, muß vollkommen trocken sein. Der untere Hohlraum wird durch die Deckenschalung von 2 bis 3 cm Stärke geschlossen. Soll er jedoch sichtbar bleiben, so wendet man die doppelte Einschubdecke an, bei welcher zwei Reihen Bretter, die untere glatt gehobelt oder geputzt, zwischen die Balken gelegt werden. – In Bezug auf die Deckenschalung unterscheidet man folgende Arten der eigentlichen D.:

  • a. Die Schalung aus gesäumten Brettern mit Deckleisten, welche einfach oder reich profiliert werden können,
  • b. Die doppelte Schalung mit versetzten Stoßfugen, meist in Stallgebäuden angewendet,
  • c. Die Stülpdecke mit doppelter Schalung, bei welcher die Zwischenräume der ersten Bretterschicht durch die Bretter der zweiten Schicht gedeckt werden. Die untern Deckbretter werden an ihren Kanten profiliert,
  • d. Die genutete Schalung für reichere Deckenbildungen, bei welcher man die Bretter in verschiedenen Richtungen anordnen kann. Die Bretter von möglichst astfreiem Holze werden glatt gehobelt und erhalten an ihren Kanten Kehlstöße.
  • e. Die geputzte Decke (s. Deckenputz).
  • f. Die in Holz gewölbten D. werden nur sehr selten angewendet und bestehen aus 5 cm starken gefederten Bohlen, welche bogenförmig sich zwischen die Balken spannen,
  • g. Die Kassettendecken entstehen dadurch, daß man zwischen die Balken Reihen vertiefter Kästen in Holz von reicher Profilierung einfügt oder die D. unabhängig von den Balken in vielgestaltige Kastenfelder einteilt. Im ersten Falle werden die Balken häufig mit Brettern verkleidet.

    2
    Figur: 2

    1
    Figur: 1

Unter den D. aus gemischtem Material sind zunächst die D. aus Holz (Balken) und Eisen (gewalzten Unter- oder Zwischenzügen) zu nennen. In Bezug auf ihre Konstruktion unterscheidet man:

  • 1) D. mit Holzbalken auf schmiedeeisernen (Anmerkung des Editors: Doppel-T)-Trägern (Fig. 1).
  • 2) D. mit Holzbalken zwischen ebensolchen Trägern (Fig. 2).
  • 3) D. mit Holzbalken,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 858.