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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Delaborde – Delagoabai

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'De La Bèche'

don angelegt, in dem er selbst Vorträge hielt. Von seinen Schriften sind noch «Researches in theoretical geology» (Lond. 1834), «Report on the geology of Cornwall, Devon and West-Somerset» (ebd. 1839) und besonders das treffliche Handbuch «Geological observer» (ebd. 1851 u. ö.) zu nennen.

Delaborde (spr. -bórd), Henri, Vicomte, franz. Maler und Kunsthistoriker, Sohn des folgenden, geb. 2. Mai 1811 zu Rennes, bildete sich unter Delaroche und wurde 1855 Konservator, später Vicedirektor des kaiserl. Kupferstichkabinetts. Seit 1868 ist er Mitglied der Akademie, seit 1874 Sekretär derselben. Unter seinen Gemälden sind zu erwähnen: Hagar in der Wüste (1836; Museum zu Dijon), Einnahme von Damiette (1841), Johanniterritter von Jerusalem (1845; Galerie zu Versailles), eine Passion (1848; Kathedrale zu Amiens). Bekannter sind seine Schriften: «Œuvre de P. Delaroche» (1858), «Études sur les beaux-arts en France et en Italie» (2 Bde., 1804), «Lettres et pensées d'Hipp. Flandrin» (1865), «Mélanges sur l'art contemporain» (1866), «Ingres, da vie, ses traveaux, sa doctrine» (1870), «Le département des estampes à la Bibliothèque nationale» (1875), «La gravure en Italie avant Marc-Antoine» (1883), «L'académie des beaux-arts» (1891).

Delaborde (spr. -bórd), Henri François, Graf, franz. General, geb. 21. Dez. 1764 zu Dijon, trat bei Ausbruch der Revolution in ein Infanterieregiment ein und war 1793 bereits Brigadegeneral. Im folgenden Jahre kämpfte er in Spanien siegreich an der Bidassoa (25. Juli) und bei Misquiriz (16. Okt. 1794), eilte dann mit einer Division an den Rhein und besetzte den Breisgau, während Moreau in Bayern vorrückte. Nach dem Frieden von Lunéville (1801) übernahm D. die 13. Militär-Territorialdivision, ging 1807 nach Portugal und wurde dort Gouverneur der Hauptstadt. 1808 kehrte er nach Spanien zurück und wurde vom Kaiser in den Grafenstand erhoben; 1812 führte er unter Mortier eine Division. D. schloß sich 1815 sogleich Napoleon wieder an, wurde von diesem zum franz. Pair ernannt und übernahm den Oberbefehl über mehrere Divisionen. Er wurde deshalb nach der zweiten Restauration auf die Proskriptionsliste gesetzt, doch erklärte sich das Sept. 1816 zu seiner Aburteilung berufene Kriegsgericht wegen eines Versehens in der Rechtschreibung seines Namens für nicht zuständig, worauf seine Angelegenheit in Vergessenheit geraten zu sein scheint. D. lebte seitdem zurückgezogen und starb 3. Febr. 1830 in Paris.

Delaborde, Jean Joseph, franz. Finanzmann, und dessen Sohn und Enkel, s. Laborde.

Delacroix (spr. 'krŏá), Eugene, franz. Maler, Hauptvertreter der romantischen Schule, geb. 26.April 1798 zu Charenton-St.Maurice bei Paris, war ein Schüler von Pierre Guérin, dessen akademische Kunstrichtung er bald verließ, um mit genialer Kühnheit sich leidenschaftlich bewegten Stoffen zuzuwenden, durch deren auf stärkste Wirkung berechnete Darstellung er im Gegensatz zu der nüchternen Malweise der klassischen Schule J. L. Davids (s. d.) der romantischen Richtung die Wege ebnete. Sein erstes derartiges Bild: Dante und Virgil fahren mit Phlegias über den Strom der Höllenstadt (jetzt im Louvre; s. Tafel: Französische Kunst VI, Fig. 1), verursachte auf der Ausstellung von 1822 gewaltige Aufregung. Die 2 Jahre später folgende über 4 m hohe Darstellung einer Episode ↔ aus dem griech. Freiheitskampfe: Das Gemetzel auf Chios (jetzt im Louvre), war eine förmliche Kriegserklärung gegen die Theorien der Klassiker. Diese zwei Werke können als Ausgangspunkte der romantischen Schule Frankreichs gelten. Ihnen folgten: Die Enthauptung des Dogen Marino Falieri (1826; nach Byron), Milton mit seinen Töchtern, Sardanapal auf dem Scheiterhaufen (1827), Die Ermordung des Bischofs von Lüttich (1830; nach Scotts «Ouentin Turward»), drei im heftigsten Kampf der romantischen Schule gegen den Klassicismus gemalte Stücke. 1832 ging D. mit einer franz. Gesandtschaft nach Marokko; als Früchte dieser Reise erschienen auch Bilder mit orient. Vorwürfen, so: Algierische Frauen im Harem (1834), Jüdische Hochzeit in Marokko (1841; beide im Louvre zu Paris). Trotz seiner Begabung fand indes D. noch immer keinen Anklang beim Publikum, und er wäre schwerlich durchgedrungen, wenn ihn nicht die Regierung anhaltend beschäftigt hätte. Man übertrug ihm nicht nur zur Ausführung die Wand- und Deckengemälde des Thronsaals (1833–38) und des Bibliothekzimmers (1844–47) in der Deputiertenkammer, das Kuppelgemälde in der Bibliothek des Palais du Luxembourg (1847), das Mittelbild an der Decke der Apollogalerie im Louvre (darstellend den Kampf Apollons mit dem Drachen Python), sondern bestellte auch bei ihm große Bilder für die Pariser Kirchen und das histor. Museum in Versailles. In letzterm befinden sich von ihm zwei Hauptwerke: Ludwig der Heilige in der Schlacht gegen die Engländer an der Brücke von Taillebourg an der Charente (1838), Einnahme von Konstantinopel durch die Kreuzfahrer (1841). Neben diesen Staatsaufträgen hat er noch eine Reihe von Bildern geschaffen; zu nennen sind: Medea (1838), Kleopatra (1839), Tod Marc Aurels (1845), Christus am Kreuz (1847). Er starb 13. Aug. 1863 in Paris. – D. verharrte stets in der von ihm zuerst eingeschlagenen Richtung und verfolgte sie mit trotziger Kraft und durchbrach somit siegreich die lähmenden Fesseln des klassicistischen Wesens. Im Besitz einer leichten Fassungsgabe und einer vielseitigen allgemeinen Bildung, versuchte er sich in allen Gattungen der Malerei. Er war ein Kolorist von sicherm Gefühl für das Wirkungsvolle, ein Techniker von glänzenden Eigenschaften. Neben Illustrationen zu Scottschen Romanen entwarf er 17 Lithographien zum Goetheschen «Faust»,übersetzt von Stapfer (Par. 1828), und später 13 Lithographien zu Shakespeares «Hamlet» (1843). Im Luxembourg-Garten zu Paris wurde ihm 5. Okt. 1890 ein Denkmal (von Dalou) errichtet. – Vgl. Moreau, Eugène D. et son œuvre (Par. 1873); Burty, Lettres de D. (2. Aufl., 2 Bde., 1880); Chesneau, L'œuvre complète de E. D. (Par. 1885); die Biographien von Tourneur (ebd. 1886) und Véron (ebd. 1887).

De Laet (spr. laht), Jan Jacob, vläm. Schriftsteller, s. Laet.

Delagōabahn, s. Südafrikanische Republik.

Delagōabai, Meeresbucht und Hafen, an dessen Nordufer die Stadt Lorenzo Marquez sich befindet, in der portug. Kolonie Lorenzo Marquez (s. d.) an der Ostküste Südafrikas, liegt zwischen dem 25. und 26.° 20' südl. Br., ist etwa 112 km lang und 25–40 km breit. Die Bai wird von der nach Norden vorspringenden schmalen Halbinsel und Insel Injack gebildet, an welche sich vier größere Untiefen anreihen. Die Durchfahrten zwischen den Untiefen sind zwar für die größten Seeschiffe genügend tief;