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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Digestivmittel - Digression
gewisse Parfüme, fette Ole u. s. w. Wenn die Ein-
wirkung des Lösungsmittels ohne gleichzeitige Er-
wärmung erfolgt, so bezeichnet man diese Operation
als Maceration (s. d.). - In der Heilkunde ist
D. die Bezeichnung für Verdauung (s. d.). Die
Digestivmittel (DiF68tiva.) sind solche Heil-
mittel, welche die Verdauung, bez. Auflösung der
im Magen- und Darmkanal befindlichen Speisen,
sowie die Darmausleerung befördern. Zu diesen
Digestiomitteln gehört das Wasser (besonders das
heißwarme), das Kochsalz, Glaubcrfcklz und der
Salmiak; das doppeltkohlensaure Natron, kleine
Gaben von Rhabarber, das Brausepulver, das
neutrale weinsaure Kali, Bittermittel, besonders
Chinarinde, Wein u. s. w. In der Chirurgie heißen
Digestivsalben gewisse eiternngverbessernde, bal-
samisch-harzige Verbandsalben. Das srüher (bis
1883) ofsizinclle IInFU6iituin äiZ68tivuin (linden-
tuin'Iei'Ldint^iliH" composituin) bestand aus venet.
Terpentin, Eidotter, Baumöl, Myrrhe und Aloe. -
Digestrvsalz ist der ältere Name für Chlorkalium.
Digesttvnnttel, Digestlvsalben, Digestiv
falz, s. Digestion.
Digestor (lat.), s. Kocheinrichtungen.
Digger(vom engl.to äiZ, "graben"), Goldgräber.
Dighton (spr. deit'n), Ort im nordamerik. Staate
Massachusetts, zwischen Fall-Niver und Taunton
am Taunton-River. In der Nähe am Flußufer be-
findet sich der Diqhton-Nock, mit eingemeikelteu
unentzifferbaren Inschriften oder Figuren (Runen
nord. Entdecker Amerikas). - Vgl. Rafn, ^ini^ui-
tos 3.m6lic^in68 (Kopenh. 1845); Baxter, ^ari.v
V0V3.F68 t0 ^Mkiica, (in der "(^olloctioli ol t1i6 01(1
(üolonx lliätoi-ical soeist^" I^o. 4, Taunton, Mass.
Digitalem, s. Digitaline. ^1889).
DiFitaiia. (lat.), Art Handschuhe, s. Chirothelen.
Digitalme, Allgemeinbezcichnung für die wirk-
samen Präparate, die aus den Blättern der Finger-
hutpflanze (Di^itlüiZ pnr^ui-e". ^.) dargestellt wer-
den, und die ein wichtiges Medikament bei Herzasfek-
tionen sind. Die vielfachen Versuche, den wirksamen
Bestandteil der I)^itHii8 zu charakterisieren und
rein darzustellen, haben noch keine Klarheit in diese
Körpcrklasse gebracht. Man unterscheidet mehrere
Körper: Digitonin, Digitalc'in, Digitalin
und Digitoxin, von denen das erste keine Herz-
wirkung zeigt, das Digitorin aber ein sehr starl
wirkender giftiger Körper ist. Die D. sind häufig
Gemenge und oft verschieden nach der Fabrik, au5
der sie stammen. Chemisch ist so viel festgestellt, daß
diese Körper Glykoside sind und leinen Stickstoff ent-
halten. - Vgl. Husemann und Hilgcr, Die Pflanzen-
stosfe (2. Aufl., Verl. 1884).
DiFita.1i8, Pflanzengattung, s. Fingerhut.
Digitalkompression, Verschluß einer Arterie
durch Fingerdrnck, z. V. behufs provisorischer Blut-
stillung bei Verletzung einer Schlagader.
vi^itiFraäa., s. Zehengänger.
Digitonut, Digitoxm, s. Digitaline.
DiAitus (lat., "Finger"), röm. Maß (Finger-
breite) -- 2-2,6 cm. ^zu erhebende Zahl.
Dignand (lat.), die auf eine Potenz (Dignität)
Dignano (spr. dinia-), slaw. Vodnjan, das
röm. Attinianum, (ötadt in der österr. Bezirks-
hauptmannschaft Pola in Istrien, auf einer ansge-
breiteten, vom Meere fanft ansteigenden Hochstäche,
an der Linie Divaea-Pola der Öftcrr. Staatsdahnen,
hat (1890) 5269, als Gemeinde 9151 meist ital. E.,
Post, Telegraph, Bezirksgericht (2 Gemeinden, 38
Ortschaften, 15090 E., darunter ein Drittel Ila-
liener und zwei Drittel Kroaten), interessante
Stadtkirche (18. Jahrh.), nach der Kirche San
Pictro di Castello in Venedig gebaut, zwei ehe-
malige Klöster, jetzt Kasernen, Marinespital, beson-
ders für Fieberkranke: Wein-, Obst-, Öl- und Feld-
bau, starken Holzhandel sowie seit 1856 eine Anstalt
für Seidenzucht. Der fog. Rofenwein in der
Umgebung zählt zu den besten istrian. Weinen.
Digne (spr. dinj). 1) Arrondissement des franz.
Depart. Basses-Alpes, hat 2354,73 ykm, (1891)
43208 E., 83 Gemeinden und zerfällt in die 9 Kan-
tone Barreme (211,io ginn, 3691E.), D. (369,08 ^m,
11195 C'.), La Iavie (327,oo ^m, 2368 E.), Les
M^es (233,26 <ikm, 5764 E.), Mezel (198,23 <i^in,
2969 E.), Moustiers-Samte Marie (219,95 ^m,
2338 E.), Riez (263,41 ^Icm, 6074 E.), Seyne (287,?i
cliim, 4101E.), Valensole (244,96 ^m, 4708 E.). -
2) Hauptstadt des Depart. Basses-Alpes und des
Arrondissements D., in 590 m Höhe, in einem Alpen-
t hale, an: linken Ufer der reißenden Vl^one, die oft das
ganze Thal überfchwemmt und in die Durance fällt,
nnd an der Linie St. Anban D. (22 km) der Franz.
Mittelmeerbahn, Sitz eines Gerichtshofs erster
Instanz und eines Vifchofs, ift unregelmäßig ge-
baut, mit engen Straßen, von Mauern umgeben, hat
(1891) 4833, als Gemeinde 7261E. und in Garnison
einen Teil des 55. Infanterieregiments, Post, Tele-
graph, ein Kommunal-College, ein theol. Seminar,
ein Lehrerinnenfeminar, Filiale der Bank von Frank-
reich, Ackcrbaugescllschaft, eine Statue des Philo-
fophen und Mathematikers Gassendi (gest. 1655),
nach dem auch ein Boulevard benannt ist; Färbe-
reien, Tuch- und Hutmanufakturen, bedeutenden
Handel mit gedörrten und eingemachten Früchten,
Wein, Honig, Wachs, Ziegenfellen, Tuchen, Makka-
roni, Gips, Marmorwaren und Messern und warme
Schwefelbäder (neun Quellen von 25 bis 45° d.). In
der Umgegend der 1153 m hohe Berg Cheval-
Blanc, das Schloß Malijay und der Flecken
Les Me'es, dessen Wein einen champagnerartigen
Geschmack hat. Napoleon I. erließ von D. aus seine
Proklamation vom 4. März 1815. - Vgl. D. C.
Gorde, 1^i0iii6iillä68 kutoui- ds D. 6tc. (Digne 1888).
Dignitär (neulat.), der Inhaber einer angesehe-
nen Hof- und Kirchenstelle; insbesondere werden die
Ämter in den Domkapiteln, mit denen Ehrenvorrang
und Negierungsgewalt verbunden ist, als Digni-
täten bezeichnet, im Gegensatz zu den Perso-
naten (bloß mit Ehrenvorrang) und den Officia
lohne beides). D. waren auch die Großmeister und
Komture der geistlichen Ritterorden und die Wür-
denträger an den ebenfalls mit der Kirche zusammen-
hängenden Universitäten.
Dignität (als Amt), s. Dignitar. - D. (in der
Mathematik), s. Potenz.
Digoin (spr. -göäng), Hauptstadt des Kantons
D. (101,2i hicin, 6 Gemeinden, 8982 E.) im Arron-
dissement Charolles des franz. Depart. Saöne-et-
Loire, in 221 in Höhe, an der Loire, da, wo der
Canal du Centre abzweigt, und an der Linie
Moulins-Paray le Monial-Macon der Franz.
Mittelmeerbahn, hat (1891) 3988, als Gemeinde
4880 C'., Post, Telegraph, lebhaften Transithandel,
Schiffsbau, Gerberei, Fabrikation von Porzellan,
Leinwand, Ol und Glas.
Digrefsion (lat.), Abschweifung; in der Astro-
nomie nennt man D. bei den Fixsternen, die nördlich
vom Zenith kulminieren, den Winkel, der von ihrem