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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dubensee - Dublin
Napoleon I. verweilte im Schlosse vom 10. bis 14. Ott.
l813, vor der Schlacht bei Leipzig.
Dubenfee, in Wallis, s. Daubensee.
Hubgras, s. ^wäon.
Dnbye (arab.), c^tern2. Größe im Großen Bären
(", Hr83.6 MÄjoriL).
Dubi, czech. Name von Sichwald (s.d.) in Böhmen.
Dubica (spr. dübitza). 1) D., anch Türkisch -
Dubica oderVosnisch-Dubica genannt, Stadt
im Bezirk Kostajnica des bosn. Kreises Vanjalnka,
ehemalige türk. Grenzfestung, rechts der Nna, 111<m
oberhalb ihrer Mündung in die Save, ist Sitz einer
Expositur und hat (1885) 2816 Mohammed, E. (438
Griechen, 97 Katholiken). An dieser Stelle soll das
rom.Prätorium gestanden haben. - D. gehörte einst
dem Johanniterorden und war wiederholt ein Zank-
apfel zwischen Osterreich und der Pforte. 1483 schlu-
gen hier die Kroaten unter Francopani, 1513 unter
Banns Verislavitsch die Türken: 1685 und 1687
wurde es von den Kaiserlichen erstürmt, im Passa-
rowiczer Frieden aber 1718 an die Pforte zurück-
gegeben, und 26. Aug. 1788 zwang es Laudon zur
Kapiwla^DN. -2) D.. Österreichisch-Dubica,
Türkisch-Dubica gegenüber, Politische Gemeinde
im Stuhlbezirk Kostajnica des Komitats Agram in
Kroatien und Slawonien, im ehemaligen Bcmal-
bezirle der kroat.-slawon. Militärgrenze, an der Linie
Sissek-Brod der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890)
6328 kroat. E., darunter 2795 Römisch-Katholische
und 3517 Griechisch-Orientalische, eine griech.-orient.
und röm.-kath. Kirche; Wein- und Obstbau und
lebhaften Handel mit Holz und Schweinen aus den
ausgedehnten Waldungen der Umgebung.
Dubiecko (spr. -chlo), Stadt m der österr. Ve-
zirkshauptmannschast Przemysl in Galizien, westlich
von Przemysl, hat (1890) 1699 poln. E., darunter
ctwa 660 Israeliten; Post, Telegraph, Bezirks-
gericht (21 Gemeinden, 25 Ortschaften, 19 Guts-
gebiete, 20026 E.), ein schönes Schloß des Grafen
Krasicki an: San mit großem Park sowie Bergbau
auf Salz und Naphtha (Petroleum). D. ist Geburts-
ort des poln. Dichters I. Krasicki.
Dubienka, Stadt im Kreis Grubjeschow des
russ.-poln. Gouvernements Lublin, links am Bug,
hat (1885) 4686 meist israel. E., Post, Schiffahrt
auf dem Bug. Hier kämpfte 17. Juli 1792 Ko-
sciuszko mit 4000 Polen gegen 18000 Russen. Von
diesen sielen 4000, von den Polen 90. Doch mußten
letztere der Übermacht weichen.
Dubm (Dupin), Stadt im Kreis Rawitsch des
preuß.Reg.-Bez. Posen, 4km südlich vonIutroschin,
hat (1890) 729 meist kath. E., Postagentur, Fern-
sprechverbindung, kath. Pfarrkirche. ^
Dubiös (lat.), zwei felhaft; Dubiosen, unsich ere
vudis, s. Doubs (Fluß). Musstände.
Dubitza, andere Schreibung für Dubica (s. d.).
Dnt>irlnz (lat.), Zweifel; in äudio, im Zweifel,
im Zweifelsfalle.
Dublin (spr. döbblm). 1) Grafschaft der irifchen
Provinz Lcinster, hat 918,18 ykiii, (1881) 418152
und (1891) 419 216 E., d. i. 456 auf 1 ^km, darunter
77 Proz. Katholiken. Das Land ist im S. bergig,
nördlich des Liffey eine wellenförmige, fruchtbare
und vortrefflich angebaute Ebene mit vielen Buch-
ten und Küsteneilanden. Flüsse sind Liffey, Dod-
der, Tolka; der Königs- und der Große Kanal för-
dern die Binnenschiffahrt. Der Erwerb der dichten
Bevölkerung beruht auf Acker- und Gartenbau,
bedeutender Fischerei, Hummer- und Austernfang,
Brockhaus' Konversations-Lexikvn. 14. Aufl.. V.
Viehzucht und Weberei. An Mineralien werden
Kupfer, Blei und gute Bausteine (Granit) gewon-
nen. Von Interesse sind vier Cromlechs und zahl-
reiche Ruinen von Abteien, Kirchen und Burgen.
1892 wanderten 1425 Personen aus. Die Gras-
schaft fchickt zwei Abgeordnete ins Parlament, vier
andere die Hauptstadt, zwei die Universität.
2) Hauptstadt von Irland sowie der Grafschaft
D., Parlamentsborough und Municipalstadt, eine
der schönstenStädte Europas,
liegt unter 53" 20' nördl. Br.
und 6° 9^ westl. L., im Hinter-
grunde der fast 15 kni lan-
gen und zwischen Howth-Head
und Dalkey 9 km breiten höchst
malerischen Dubliner oder
Liffeybai. Die Jahres-
temperatur beträgt 9,5° 0., die
des Juli 15,4, die des Januar
4,7 ° 0. (Hierzu Plan -Dublin.)
D. hatte 1644: 8159, 1777: 137000, 1804:
152000,1871:246326,1881:248525, mit den Vor-
städten 349688,1891: 245001 bez. 361891E., dar-
unter 80 Proz. Katholiken, der Nest meist Anglikaner.
Anlage, Straßen, Plätze. D. ist elliptifch
gebaut, von einer breiten, 14 km langen Landstraße
(Oircuwi- lioaä) umgeben und von den Vorstädten
durch den Grand- und den Royalkanal getrennt.
Der Liffey, von schönen, 4 km langen Granitquais
eingefaßt, von 7 steinernen und 4 eisernen Brücken
überspannt, scheidet die Stadt in einen nördl. und
einen südl. Teil. Der südl. Stadtteil ist jünger und
enthält die schönsten Straßen und Gebäude. Im all-
gemeinen nimmt den SO. und NO. der Reichtum,
den NW. der Mittelstand, den SW. die Armut ein.
D. hat meist regelmäßige und breite, gut gepflasterte
Straßen. Die schönste ist Sackville-Street mit der
Rotunda im N., der Carlisle-Bridge im S., dem
Generalpostamt, vielen Hotels, glänzenden Läden
und der 41 m hohen Nelson-Säule in der Mitte. Der
größte Platz ist St. Stephens-Green (8,i Kg.) mit der
Neiterstatue Georgs II. und der Statue des Grasen
Eglinton, Vicekönigs von Irland, der schönste ist
Merrion-Square mit der Nationalgalerie; der Col-
lege-Park mit der Reiterstatue Wilhelms III., an der
Bank und der Westseite der Universität, läuft in die
Dame-Street, die belebteste Geschäftsstraße, aus.
Der Phönixpark (729 Im) am Westende der Stadt,
einer der größten und schönsten der Welt, enthält
die Residenz des Vicekönigs und die Wohnungen
der Sekretäre, einen Exerzierplatz, Militärhospital,
Konstablerkaserne, ein Erziehungshaus für Sol-
datenkinder, einen zoolog. Garten, den Wellington-
Obelisken (62,5 m) und den Phönix-Pfeiler zum An-
denken an die Ermordung des Lord Cavendish und
Th. Burkes (6. Mai 1882).
Bauten. Die hervorragendsten Gebäude sind:
das weitläufige Schloß (tko Oastis), ursprünglich
eine Festung aus dem 13. Jahrh., Sitz der obersten
Landesbehörden, Init den Staatszimmern des
Vicekönigs, dem Versammlungssaal des Gehei-
men Rats, dem Staatsarchiv (im Birmingham-
turm), der Schatzkammer, dem Zeughaus, der neuen
Vurgkapelle, dem Vallsaal oder der St. Patricks-
Halle, ferner die jetzt als Warenlager benutzte
Linnenhalle, die Commercial-Vuildings mit der
Börse, die Handelskammer, die neue Royal-Univer-
sity, früher Ausstellungspalast, die Fveimamerhalle,
die Bank von Irland (ehemals Parlamentshaus),
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