Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

624
Durchmusterung - Durchsichtigkeit
Sehnen und ist eine Achse der Figur. Das letztere
thun bei der Ellipse nur zwei D., nämlich der größte
und der kleinste von allen, die selbst aufeinander
senkrecht stehen und die große und kleine Achse der
Ellipse genannt werden. Von den übrigen D. heißen
je zwei, von denen der eine die dem andern paral-
lelen Sehnen halbiert, konjugierte oder zu-
geordnete D. In der Parabel sind alle D. der
Achse parallel. Krumme Linien höherer Ordnungen
haben nicht unbedingt einen oder mehr D. Bei
einer Raumfigur (Parallclcpipcd, Kugel, Sphä'roid
u. s. w.) kann es eine Durchmesserebene geben, die
alle in bestimmter Richtung gezogenen Sehnen der
Figur halbiert; und wenn die Figur einen Mittel-
punkt hat, so hat sie unendlich viele D. und Durch-
messerebenen. Alle Kugcldurchmcsscr sind einander
gleich und werden im Mittelpunkt halbiert; das
letztere gilt auch von den D. der Sphäroide und
Ellipsoide. Unter dem sch einb aren D. einer Kugel
versteht man den Winkel, uuter dem ihr D., aus
einem fernen Punkte gesehen, dem Beobachter er-
scheint. So ist z. B. bei den Himmelskörpern von
einem scheinbaren D. die Rede, der desto größer ist,
je größer der wirtliche D. des betreffenden Himmels-
körpers und je kleiner die Entfernung desselben von
dem Beobachter ist. - Über das Verhältnis des
Kreisdurch mcssers zum Umfang s. Kreis.
Durchmusterung oder Bonner D., s. Etern-
kataloge und Argclander.
Durchörtern, im Bergwesen die Herstellung von
Strecken in einer Lagerstätte, speciell das Herstellen
einer Verbindung in einem Kohlenpfeiler von einer
Strecke zur andern.
Durchscheinend, s. Durchsichtigkeit.
Durchschlag, im Bergwesen die Herstellung einer
offenen Verbindung zwischen zwei Grubenbauen.
Durchschlag, ein sowohl auf glühendem, als
auf kaltem Metall angewendetes Lochwerkzeug der
Schmiede, Schlosser und Vlecharbciter, das an sei-
nen: dünnen, verstählten und gehärteten Ende eine
abgeschliffene Fläche von der Form und Größe des
zu erzeugenden Lochs besitzt. Es wird an dcr zu
lochenden Stelle des Arbeitstückes aufgesetzt und
mittels des Hammers durch dasselbe hindurchge-
tricben, wobei das hcrausgcstoßcne Metallstück
entweder in einen als Unterlage dienenden weichen
Klotz aus Zinn, Blei, Holz eindringt, oder von der
Durchbrechung einer festen untergelegten Eisen- oder
Stahlplatte (Locheisen) aufgenommen wird. Nach
der Form der Aufsetzfläche unterscheidet man runde,
flache und viereckige D., nach der Art der Hand-
habung solche, die direkt mit der Hand gehalten
werden und solche, die man mit einem hölzernen
stiele erfaßt. Für kaltes Metall verwendet, wird
das Wcrkzcug auch Bankdurchschlag genannt.
(S. auch Ausschlageisen.)
Durchschlagen einer Parade, im Hiebfechten
vorkommender Fall; der Hieb ist dabei fo stark, daß
die parierende Klinge trotz richtiger Lage weggeschla-
gen wird, sodaß der Hieb sitzt.
Durchschnitt zweier Linien, ein Punkt oder
eine Mehrheit von Punkten, welche die Linien ge-
mein haben. D. von zwei Flächen ist eine Linie,
welche die Flächen gemein haben. Auf der Tafel:
Flächen II finden sich z. V. der D. (die Durch-
dringungskurve) zweier Kegel (Fig. 1) sowie
der D. eines Ellipsoids und eines Paraboloids
(Fig. 2). D. von mehrern gleichartigen Größen ist
ihre Summe, dividiert durch ihre Anzahl.
- Durchsichtigkeit
Durchschnitt, soviel wie Lochmaschine (s. d. und
Vlechbearbeitung, Bd. 3, S. 105 d).
Durchschnittsrechnung. Die D. lehrt das
Auffinden des Werts einer Unbekannten aus ver-
schiedenen, voneinander abweichenden Bestimmun-
gen derselben. Ist z. B. eine Größe durch mehrfache
Beobachtungen erhalten, fo gilt im einfachsten Falle
das aritbmet. Mittel (s. Mittel) als der gesuchte
wahrscheinlichste Wert derselben; hat man Gründe,
den einzelnen Beobachtungen ein verschiedenes Maß
von Vertrauen zu schenken, z. B. nach der Güte ver-
schiedener Instrumente, Vielfältigkeit der Beobach-
tungen u. dgl., fo legt man denselben verschiedenes
Gewicht bei. über eine andere Art von solchen Auf-
gaben f. Mischuugsrechnung.
Durchschuß, in dcr Vuchdruckerkunst diejenigen
schwachen Vlcistücke, durch welche die weihen Räume
zwischen den Zeilen hergestellt, letztere also je nach
der Stärke des D. weiter voneinander entfernt ge-
halten werden (s. Vuchdruckerkunst, Bd. 3, S. 001 d,
und Regletten).
Durchsichtigkeit, Diaphanität, Trans-
parenz, die Eigenschaft der Körper, Licht durch-
zulassen. Sie zeigt sich bei verschiedenen Körpern
in sehr verschiedenem Grade und in allmählicher
Abstufung von großer D. oder Wasserhelle, wie bei
nicht allzu dicken Schichten reiner Luft, reinen Was-
sers, Diamant, Vergkrystall, Glas u. s. w., durch das
Halbdurchsichtige und Durchscheinende bis zum Un-
durchsichtigen (Opaken). Aus der Dichtigkeit und
chem. Beschaffenheit eines Körpers läßt sich auf seine
D. kein Schluß ziehen; dieselbe hängt nämlich von
einer gewissen Gleichartigkeit der Masse ab, wie sie
sich nur bei großen Krystallen, farblosem Glas,
Wasser und manchen Flüssigkeiten findet; jede Un-
gleichartigkeit im Innern einer Masse stört die D.
Mischungen von Wasser und Öl erscheinen milchig;
wasserhaltende Krystalle werden undurchsichtig, wenn
sie ihr Wasser an der Luft verlieren (verwittern);
Glas wird trübe, wenn es in seiner Mischung oder
in der Lageruugsweise seiner Teilchen (Moleküle)
eine Änderung erfährt. Am vollkommensten durch-
sichtig sind immer farblofe Körper, da gefärbte stete
einen bestimmten Teil der Lichtstrahlen verschlucken.
Aber selbst der durchsichtigste Körper läßt das Lichl
nicht ohne allen Verlust hindurch, während ande-
rerseits gewöhnlich für undurchsichtig gehaltene
Stoffe, wie Metalle, iu ganz dünnen Schichten
durchsichtig sind. (S. Opak.) - Am meisten studier!
wurde bisher die D. der Luft und des Wassers.
Obwohl die reine Luft sehr durchsichtig ist, so büßt
sie dennoch in dicken Schichten infolge dcr unregel-
mäßigen Zurückwcrfungen oder der Zerstreuung
des Lichts an den Luftteilchen einen Teil ihrer D.
ein. Und weil dabei auch eine Auslöschung (Ver-
schluckung oder Absorption) dcr farbigen Strahlen
bis auf die blauen, die vorzugsweise zurückgewor-
fen (zerstreut) werden, stattfindet, so erscheint die
Luft in sehr langen oder hoben Schichten bläulich
bis blau, woraus sich auch die Hnumelsdläue und
die sog. Luftperspektive erklärt. Die entfernten
Gegenstände erscheinen in einen "Duft" gehüllt.
Wasserdämpfe in der Luft stören ihre D. nicht, wohl
aber flüfsiges Wasser in Form von Nebel und Wob
ken; ferner erleidet die D. der Luft Einbuße durch
beigemengte Staubteilchen aller Art u. dgl. m.
Um die Größe der Lichtschwächung in der atmo-
sphärischen Luft beurteilen zu können, dienen eigene
Durchsichtigkeitsmesser oder Diaphano-