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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Égard - Egelhaaf
in den Londoner Novellenzeitungen veröffentlicht.
Eine dieser Zeitungen, "lloms (^ii-ole", leitete E.
1849-5)4; am "I^oiillon "louru^I" war er lange als
Hauptmitarbeiter beschäftigt. Neben den littcrar.
Arbeiten machte E. gelegentlich auch seine Befähi-
gung als Künstler geltend. So illustrierte er "1Ii6
Mßrim 0n tlio 'Idam63", eine Erzählung seines Va-
ters, und lieferte Holzschnitte für "^6 Iiwstrateä
I^ouäou ^l6^v8". Eine neue Ausgabe seiner aus-
gewählten Werke erschien bei Vennett (Lond. 1890).
Er ^starb 6. Juli 1880 in London. sseben.
^KarÄ (frz., spr. egahr), Achtung, Rücksicht, An-
Ggarieren (frz.), irre führen, irre machen, sich
verirren; Egarement (spr. egar'mang), Verirrung,
Irrtum, Geistesabwesenheit.
Ggartenwirtschaft, auch Eggarten-, Öd-
garten- und (in Obcrbayern) Edeg arten wirt-
schaft, die in Niederösterreich, Stcicrmark, Ober-
bayern, im Salzburgischen, in Tirol, im Erzgebirge,
Westerwald, Murgthale, in der Eifel, den westfäl.
Gebirgen und in Öberfchwabeu übliche Verbindung
der Felder- mit der Koppelwirtschaft (s. d.), wonach
sämtliches Areal in drei Schläge gelegt ist, von
denen einer als Brache, der zweite zur Weide, der
dritte zum Körnerbau beuutzt wird. Bei der E. in
den Alpen werden die Grundstücke 2-4 Jahre zur
Grasbenutzung' und ebensolange zum Getreidebau
verwendet. Die E. eignet sich für gebirgige Gegen-
den namentlich deshalb, weil infolge des feuchten
Klimas der Graswuchs sich von selbst ansiedelt und
sehr üppig gedeiht. Bei hohen Preisen für Vieh und
Vrehprodutte gewährt die E. eine befriedigende Rente
und hat überdies den Vorteil, dasi sie wenig Ka-
pital und Arbeit erfordert. Das Wort Egarten
(zusammengesetzt aus dem altdeutschen F6rta,Rute,
Zaun, und s, gesetzlich, also eigentlich- das ab-
gezäunte Land) bedeutet Brachland und gehört
der alamann. und bayr. Mundart an. Erst seit
dem 13. Jahrh, kommt das Wort (in der Form
6Z6lt, 6F6rä6; noch jetzt in Kärnten <>A5N't6) in
der Schriftsprache vor.
Ggau, linker Nebenfluß der Donau, entspringt
bei Neresheim auf d?m Härtfelde in Württemberg
und mündet nach 45 km Laufs im SW. von
Höchstädt.
Egbert, angelsächs. König (802-839) aus dem
zeitweilig vom Thron verdrängten Hause des Cerdic,
erwarb, nachdem er längere Zeit in der Verban-
nung gelebt, 802 die Krone von Wesser zurück.
In mehrern siegreichen Kriegen überwand er Corw
wall, unterwarf Kent, Ostangeln, Mercia, und als
829 auch die Northumbrier ihn als ihren Herrn an-
erkannten, hatte er zuerst alle Angelsachsenreicbe
unter feiner Führung geeint. Er wird daher als
der Gründer des Königreichs England angesehen,
wenn auch von einem durch ihn beherrschten Ein-
beitsstaate uicht die Rede sein kann. Er ließ die
Teilreiche in ihrer Sonderheit bestehen und errich-
tete nur über diesen llnterkönigen ein westsächs.
Oberkönigtum. Die letzten Jahre seiner Regierung
waren erfüllt mit Kämpfen gegcn die eindringen-
den Dänen, die er 837 bei Hengestdune (nordwestlich
von Plymouth) entscheidend schlug. Er starb 839.
Ihm folgte sein Sohn Ethelwulf.
Ggede (spr. ej-), Hans, Missionar in Grönland,
geb. 31. Jan. 1686 im Kirchspiele Throndenes in
Norwegen, studierte in Kopenhagen Tbeologie,
ward 1707 Psaner zu Vagen auf deii Lofoten,
leate 1717 sein Predigtamt nieder und begab sich
1721 nach Grönland, um den eingeborenen Eski-
mos das Christentum zu predigen. E. gründete an
der Westküste eine Kolonie Godthäb (Gute Hoff-
nung), lernte die Landessprache und schuf sich, von
seiner Frau Gertrud Rask kräftig unterstützt, ein
reichgesegnetes Arbeitsfeld. Anfangs ward E. nur
von der in Bergen begründeten Grönländischen
Handelsgesellschaft unterstützt; als diese sich 1726
auflöste, nahm die dän. Regieruug sich seines Werks
an, befahl aber 1731, die Kolonie wegen der be-
deutenden Opfer aufzugeben, und erst Zinzendorf
bewog König Christian VI. (1733) zur Bewilligung
eines größern Jahresbeitrags. 1733 kamen auch
herrnhutische Missionare nach Grönland, mit denen
E. mehrfach in Streit geriet. Nach dem Tode feiner
Frau kehrte er 1736 nach Kopenhagen zurück, grün-
dete hier ein grönländ. Seminar für Studenten, die
zu Missionaren, und für Zöglinge des Waisen-
hauses, die zu Katecheten ausgebildet werden sollten,
und übernahm die Leitung desselben. 1740 zum
Superintendenten oder Bischof der grönländ. Kirche
ernannt, zog er sich 1747 nach Stubbekjöbing auf
^ der Infel Falster zurück, wo er 5. Nov. 1758 starb.
In mebrern Werken, u. a. "Omständelig relation
angäende den grönlandske missions begyndelse og
fortfättelse" (1738), schilderte E. die Missions-
geschichte Grönlands.
Sein Sohn Paul E. wirkte 1734-40 als Ge-
hilfe und Nachfolger des Vaters auf dem grönländ.
Missionsgebiet, kehrte 1740 nach Kopenhagen zu-
rück, wurde Lehrer am grönländ. Seminar, später
Nachfolger des Vaters im Bischofsamt und starb
1789 zu Kopenhagen. Ein ausgezeichneter Kenner
der grönländ. Sprache, schrieb er 1750 ein grön-
länd.-dän.-lat. Lerikon, 1760 " ArkMMkticH Zrwn-
Iknäico-dHnicn^atmlv) und vollendete 1766 die vom
Vater begonnene Übersetzung des Neuen Testaments.
Gged'esmillde (o. i. Egedes Andenken), dän.
Ansiedelung auf einer Insel an der Westküste Grön-
lands, südlich von der Diskobai, 1759 vom Kapitän
Egede aufgebaut und seinem Vater, dem Missionar
Hans Egede (s. d.), zu Ehren benannt, ist ein ge-
schützter Ankerplatz und Station der Walsifchfänger,
umfaßt als Diftritt 17 Ansiedelungen und 5 Außen-
stellen. Die Kolonie zählte (1880) 1016 E., dar-
unter 15 Dänen.
Egel, s. Blutegel. Auch eine Gruppe von Saug-
würmern (s. d.) wird als E. bezeichnet.
Egelhaaf, Gottlob Albert Friedr., Geschicht-
schreiber, geb. 1. März 1848 zu Gerabronn in
Württemberg, studierte als Zögling des sog. Stifts
in Tübingen Philologie und Geschichte, war 1870
-74 Amtsverweser am Lyceum in Hall, wurde 1874
Gymnasiallehrer in Heilbronn, seit 1876 mit dem
Titel Professor, und seit 1885 desgleichen am Karls-
gymnasium in Stuttgart. 1875 - 78 unternahm
er Reisen nach Rom, Paris und den Niederlanden.
E. erlangte 1868 mit der Schrift "vs I^cioruin
tLi'i-a 6t i-6du8 F68ti8" den Fakultätspreis; er ver-
öffentlichte ferner: "Friedrich Wilhelm, der große
Kurfürst" (Stuttg. 1880), "Grundzüge der deutschen
Litteraturgeschichte" (9. Aufl., Lpz. 1893), "Grund-
züge der Geschichte" (3 Tle., 2. u. 3. Aufl., Heilbr.
u. Lpz. 1890-92), "Deutsche Geschichte im Zeitalter
der Reformation" (gekrönte Preisschrift, 3. Aufl.,
Verl. 1893), "Kaiser Wilhelm I." (3. Aufl., Stuttg.
1888), "Analekten zur Geschichte" (ebd. 1886),
"Deutsche Geschichte im 16. Jahrh." (in der "Biblio-
thek Deutscher Geschichte", 2 Bde., ebd. 1888-92).