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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eichhorn (Nagetier) - Eichhorn (Karl Friedr.)
Litteratur, 1855 den Titel eines Generalinspektors .
sür lebende Sprachen an der Universität zu Paris.
Er starb 10. Mai 1875,zu Paris. Von E.s Schriften
sind hervorzuheben: "^Wä68 31-60^68 8ur Virile"
(eine Sammlung von allen griech. Stellen, die Virgil
nachgeahmt hat; 3 Bde., Par. 1825), "I^i-aMie
ä68 iauFU03 ä6 1'^UI-0P6 6t äe 1'Inäo" (ebd. 1836;
deutsch Lpz. 1840), "Hi8t0ii-6 ä" 1a. I3.11FU6 6t ä6 I".
Iitt6i'lltui'6 ä68 3IHV68, 00U8iä6r668 ällU8 leur "I'i-
ßill" inäi6uu6 6t wur 6tat Z)i'086llt" (Par. 1839),
"victioNUiUI-6 6t^N10i0ßi<1U6 Ü68 lacill68 lliie-
mauä63" (zugleich mit Suckau, ebd. 1840; neue
Ausg. 1855), "I^883.i 8ur I'oi-i^iiic; 668 8c^td68 6t
663 ^IkV68" (1845), "?068i6 1^1'i(1U6 ä68 Ill(Ii6N8"
(1852), "I^6^6iiä6 iQäi6QQ6 8U1' lg. VI6 kuture" (1852),
"^tu668 8UI' ^1Q1V6, ?6r86ptt1i3, 6t 1a, m^tnoloAio
ä6 i'Ndäll." (1855), "?068i6 k6r01HU6 ä63 Ill(1i6t18,
l'0mpar66 ü, I'6P0P66 Fr6Cliu6 6t romÄinE" (Par.
1860), "(5i'HMINI,ii'6 F6Q6ra.i6 inä0-6U1'OP66Q!16"
(ebd. 1867) u. a.
Eichhorn, Nagetier, s. Eichhörnchen.
Eichhorn, Joh. Albr. Friedr., preuß. Staats-
mann, geb. 2. März 1779 zu Wertheim, wo sein
Vater Hofkammerrat bei den Reichsgrafen von Lö-
wenstein-Wertheim war, studierte 1796-^9 in
Göttingen die Rechte und kam 1806 als AsseWr an
das Kammergericht in Berlin. Er wurde 1810
Kammergerichtsrat und 1811 Syndikus bei der
neucrrichteten Universität zu Berlin. Nach dem
Aufrufe des Königs zur Volksbewaffnung 1813
widmete E. im Ausschusse für Organisation dcr
Landwehr dieser Sache seine ganze Thätigkeit und
folgte im Herbst desselben Jahres der schles. Armee
vis zur Einnahme von Leipzig. Hier trat er in die
unter dem Minister von Stein stehende Central-
verwaltung der von den verbündeten Mächten er-
oberten Gebiete. Die Wirksamkeit derselben stellte
er in einer ohne seinen Namen erschienenen Schrift:
"Die Centralverwaltung der Verbündeten unter
dem Freiherrn von Stein" (Deutschland 1814), dar.
Während des Wiener Kongresses schrieb er (eben-
falls anonym) die Flugschrift: "An die Widersacher
der Vereinigung Sachsens mit Preußen" (Franks,
und Lpz. 1815). 1815 berief ihn der Staatstanzlcr
Fürst vonHardenberg zurUnterstützung des Staats-
ministers von Altenstein in der Verwaltung der be-
setzten franz. Provinzen. Besondere Verdienste er-
warb sich E. bei der Wiedergewinnung der von den
Franzosen weggeführten Kunst- und wissenschaft-
lichen Schätze. Er kam dann als Geh. Legationsrat
in das Ministerium der auswärtigen Angelegen-
heiten, bald darauf auch als vortragender Rat in
das Staatskanzlcramt und wurde bei Errichtung
des Staatsrats 1817 Mitglied desselben. 1831
wurde er Direktor der zweiten Abteilung des Mi-
nisteriums des Äußern. Während dieser Zeit be-
arbeitete E. vor allem die deutschen Angelegen-
heiten, trat in den Kommissionsverhandlungen über
die Verfassungsfrage für Errichtung von Reichs-
ständen ein und erwarb sich durch seine Wirksamkeit
für die Entwicklung des Zollvereins große Ver-
dienste. Im Okt. 1840 zum Kultusminister ernannt,
richtete er seine Bestrebungen gegen die freiern kirch-
lichen Tendenzen sowie aus Erhaltung der kirchlichen
Lehr- und Glaubensnormen, und trug dadurch viel
dazu bei, die Spannung und Gereiztheit jener Zeit
auf geistigem Gebiete zu steigern. Bei Ausbruch
der polit. Stürme vou 1848 trat E. 19. März mit
dem ganzen Ministerium zurück, hielt sich seitdem,
mit Ausnahme des Parlaments zu Erfurt, in dessen
Staatenhaus er saß, vom öffentlichen Leben fern
und starb 16. Jan. 1856 zu Berlin.
Eichhorn, Joh. Gottfried, prot. Theolog und
Orientalist, geb. 16. Okt. 1752 zu Dörrenzimmern
im Hohenlohefchen, studierte in Göttingen, wurde
^ 1774 Rektor zu Ohrdrnf bei Gotha, 1775 Professor
^ der orient. Sprachen zu Jena, 1788 zu Göttingen,
! wo er seit 1813 Mitdirektor der königl. Societät
> der Wissenschaften war und 27. Juni 1827 starb.
! E.s erste Schriften waren: "Geschichte des ostind.
Handels vor Mohammed" (Gotha 1775), "Nonu-
ment3. antihuis^ima diZtoria" ^radum" (ebd. 1775)
und "1)6 r6i iminariÄ6 apuä ^rud68 initÜ8" (Jena
1776). Seine "Kistor.-kritische Einleitung in da5
Alte Testament" (5 Bde., 4. Aufl., Gott. 1824) und
"^istor.-kritische Einleitung in das Neue Testa-
ment" (5 Bde., 2. Aufl., Lpz. 1820-27) sind das
erste Beispiel einer rein litterarhistorischen, auf die
Kenntnis des biblischen Altertums und der morgen-
länd. Denkweise gegründeten Behandlung der bibli-
schen Schriften. (S. Evangelien und Evangelien-
kritik.) Ferner veröffentlichte er "Urgeschichte" (eine
! kritische Prüfung der mofaischen Urkunde, 2 Bde.,
Nürnb.1790-93), "Einleitung in die apokryphischen
Bücher des Alten Testaments" (Gott. 1795), "0om-
M6ntllriii8 in ap0cHi^p8in ^09.nni8" (2 Bde., ebd.
1791), "Die hebr. Propheten" (3 Bde., ebd. 1816
-19) und gab das "Repertorium für biblische und
Morgenland. Litteratur" (18 Bde., Lpz. 1777-86)
und die "Allgemeine Bibliothek der biblischen Litte-
ratur" (10 Bde., ebd. 1787 - 1803) heraus. Er
entwars den Plan zur Herausgabe einer Geschichte
der Künste und Wissenschaften seit dcr Wiederher-
stellung derselben bis zu Ende des 18. Jahrh, und
schrieb dazu eine unvollendet gebliebene "Allgemeine
Geschichte der Kultur und Litteratur des neuern
Europa" (2 Bde., Gott. 1796-99), gab aber später
die Leitung dieses Unternehmens ab. Ferner gehö-
ren hierher die "Litterargeschichte" (Bd. 1, Gott.
1799; 2. Aufl. 1813; Bd. 2, 1814), die unvollendet
gebliebene "Geschichte der Litteratur von ihrem Ur-
sprung bis auf die neuesten Zeiten" (6 Bde., ebd.
1805-12; Bd. 1, 2. Aufl. 1828), "Übersicht der
Französischen Revolution" (2 Bde., ebd. 1797),
^ "Weltgeschichte" (3. Aufl., 5 Bde., ebd. 1818-20),
! die zur Förderung des Quellenstudiums geschrie-
! benen "^miciua. di8toi'jH sx ip8i8 vetkruni ^ripw-
! l um I^tinoruin NHri-^ti0nidu3 eonwxtk" s2Vde.,
^ ebd. 1811 - 13) und "^ntiyua. 1ii8tniia ex ip8i8
! veteruin 8ci'iptoi'uin (Fi-^Ecoium n^i-i".tic)nidu8 oon-
! texw" (4Vde., Lpz. 1811-13), "Geschichte der drei
> letzten Jahrhunderte" l3.Aufl.,6Vde.,Hannov. 1817
! -18) sowie die "Urgeschichte des erlauchten Dauses
z der Welsen" (ebd. 1817). Seit 1812 leitete E. auch
I die Herausgabe der "Göttinger gelehrten Anzeigen".
Eichhorn, Karl Friedr.', Rechtsgelehrter, Sohn
des vorigen, geb. 20. Nov. 1781 zu Jena, studierte
in Göttingen, wo er auch einige Jahre Privat-
docent war. 1801 bis 1803 hielt er sich in Wetzlar,
Regensburg und Wien auf, wurde 1804 Mitglied
des Spruchkollegiums in Göttingen, 1805 ord. Pro-
fessor der Rechte zu Frankfurt a. O., 1811 zu Berlin.
1813 folgte er dem Rufe zu den Waffen und lehrte
nach seiner Rückkehr aus dem Felde 1814 wieder in
Berlin, bis er 1817 einem Rufe nach Göttingen
folgte, wo er deutsches Recht, Kirchenrecht, Staats-
recht und dentsche Geschichte vortrug. 1828 zog er
sich auf seine Besitzung bei Tübingen zurück. 1832