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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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El-Cobre - Eldorado (Goldland)
durch die Franzosen unter Ney geschlagen. Die
Folge war die Kapitulation von Ulm. Ney erhielt
von der Schlacht den Titel eines .Herzogs von E.
Gl-Cobre, Minenort nahe bei Santiago de
Cuba (s. d.) auf Cuba.
Glda, Stadt im Kreis Monovar der span. Pro-
vinz Alicante, 6 km im NO. von Monovar, in
395 m. Höhe links am Vinalapo, der aber in der trock-
nen Jahreszeit eine Nambla, d. h. ohne Wasser ist,
hat (1887) 4437 E., Espartoflechterer, Essig-, Pa-
pier-, Seifen- und Ziegelfabrikation. Ansehnliche
Ruinen eines alten Alcazar beherrschen den Ort.
Gldagfen, selbständige Stadt im Kreis Springe
des preuß. Reg.-Bez. Hannover, an der zur Leine
gehenden Gehle, und an der Linie Hannover-Alten-
beken (Bahnhof 6 km entfernt) der Preuß. Staats-
bahnen, hat (1890) 2482 (5., darunter 34 Katho-
liken und 46 Israeliten; Post, Telegraph; Senf-
fabrikation und bedeutende Schuhmacherei. In der
Nähe Schwefel- und Solquellen mit Badeanstalt.
In der Nähe das 1225 gegründete, 1593 eingezogene,
seitdem in ein Damenstift umgewandelte Kloster
Wülfing hausen. E. gehörte ehedem zur Graf-
schaft Hallermund; 1706 wurden die Grafen von
Platen damit belehnt.
Glde, rechter Nebenfluh der untern Elbe im
Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, entspringt
12 km westlich von Nobel, fließt in das Südende
des Müritzsees, dann durch den Kolpin-, Fleesen-,
Malchower- und Plauersee westwärts über Plau
und Parchim sehr gewunden nach dem von Kanälen
durchzogenen Lewitzbruch, wo sie rechts durch die
schiffbare Stör mit dem Schwerinersee (s. d.) ver-
bunden ist, wendet sich südwestwärts und teilt sich
unweit Eldena in zwei Arme, den 1568-72 ge-
grabenen Kanal Neue E., welcher bei Domitz, und
die Alte E., die nach Aufnahme derLöcknitz an der
Grenze von Mecklenburg mündet. Die E. ist vom
Müritzsee an schiffbar. Die neue Eldemündung bil-
det für etwa 100 Schiffe einen vollständig geschütz-
ten Winterhafen. Die Zahl der Schleusen ist 21,
und zwar 15 Fang- und 6 Stauschleusen. Durch
den Müritz-Havelkanal wurde die E. 1831-39 mit
der Havel verbunden.
Gldena, Dorf im Kreis Greifswald des preuß.
Reg.-Bez. Stralsund, 5 km östlich von Greifswald,
dicht an der Ostsee, hat (1890) 708 E., Post, Fern-
sprechverbindung, königl. Domäne mit Musterwirt-
schaft, Spiritusbrennerei, Cichorienfabrik, Brauerei
und Molkerei und, gleichwie das gegenüberliegende
Fischerdorf Wiek (s. d.), Einrichtungen für See-
bäder. - E. war ehemals eine Cistercienserabtci
(Hilda) und wurde 1199 vom Fürsten Iarimar l.
von Rügen gestiftet, 1638 von den Schweden nie-
dergebrannt; umfangreiche Ruinen der Abtei sind
noch vorhanden. Mit dem sehr bedeutenden Grund-
besitz der säkularisierten Abtei wurde 1634 die Uni-
versität Greifswald von Vogislaw XIV., Herzog
von Pommern, beschenkt. Das Gut E. war der Sitz
der 1835 eröffneten staats- und landwirtschaftlichen
Akademie, die einen wesentlichen Bestandteil der
Universität bildete, bei welcher auch die auf der
Akademie Studierenden immatrikuliert wurden und
aus deren reichen Mitteln sie überwiegend errichtet
und eingerichtet ward. Im Herbst 1876 wurde die
Akademie aufgehoben und die wertvollen Samm-
lungen derselben größtenteils der Universität Greifs-
wald einverleibt. In E., wo das Pomologische
Institut verblieb, wurde aus Mitteln des Baltischen
Landwirtschaftlichen Centralverems, mit Staats-
unterstützung, eine landwirtschaftliche Mittelschule
errichtet. In der Nähe befindet sich der Buchenwald
Elisenhain mit einem Strandpavillon. - Vgl. Pyl,
Geschichte des Cistercienserklosters E. (2 Bde.,
Greifsw. 1880-82).
Glder, John, engl. Ingenieur, geb. 8. März
1824 in Glasgow, wo sich bereits mehrere seiner
Vorfahren durch ihr konstruktives Talent im Bau
von Dampfmaschinen ausgezeichnet hatten. Seine
Ausbildung erhielt er auf der Hochschule seiner
Vaterstadt. Nachdem er 5 Jahre in der Maschinen-
fabrik von Rob. Napier gelernt hatte, wurde er
nach kurzer Zeit Leiter des Konstruktionsbureaus
der Napierschen Fabrik. 1852 wurde E. Teilhaber
der Firma Randolph, Elliott & Co., die bisher den
Mühlenbau betrieben hatte, aber von 1860 an unter
der Firma Randolph, Elder H Co. den Bau eiserner
Schiffe unternahm. Zu jener Zeit hatten die nament-
lich von Hornblower und Woolf, den Erfindern der
Compoundmaschine, und von andern angestellten
Versuche, sowie die Forschungen Thompsons, Ran-
lines, Clausius' u. a. den Weg gezeigt, auf welchem
Verbesserungen der Dampfmaschine zu erstreben
seien. Die hieraus abzuleitenden praktischen Fol-
gerungen wurden schon früh von E. erkannt, und
so war er einer der ersten, die darauf aufmerksam
machten, daß die Compoundmaschine sich nur dann
leistungsfähiger als die eincylindrige Dampfma-
schine erwiese, wenn hoher Dampfdruck angewendet
würde. Der Vorzug feiner Maschinen vor den bis
dahin gebräuchlichen Konstruktionen bestand vor
allem in der bedeutenden Vrennstofferfparnis. 1865
ordnete die engl. Regierung eine Konkurrenzfahrt
mit drei Kriegsschiffen an, die nur hinsichtlich der
Konstruktion ihrer Maschinen verschieden waren,
wobei das von E. konstruierte sowohl hinsichtlich
des Brennstoffverbrauchs als der Reibungsverluste
die günstigsten Resultate lieferte. In seiner Fabrit
waren an 4000 Menschen beschäftigt. 1869 wurde
E. zum Präsidenten des Instituts für Ingenieure
und Schiffsbauer zu Glasgow erwählt. E. starb
14. Sept. 1869 in London. - Vgl.Nankines Nsmoii-
ol <Io1iii L. l1870).
Gldon (spr. elld'n), John Scott, Graf von,
engl. Staatsmann, geb. 4. Juni 1751 zu Newcastle
upon Tyne als Sohn eines Kohlenhändlers, stu-
dierte in Oxford und betrat die jurist. Laufbahn.
Seine Praxis war beschränkt, bis er in einem
Rechtsfall außerordentlichen Erfolg hatte. Er trat
als entfchiedener Tory ins Unterhaus, wurde durch
Pitt als dessen ergebener Anhänger 1788 zum Ba-
ronet und Generalstaatsanwalt ^olioitor ^suei-ai),
1793 zum Kronanwalt (^twi-ii^ senerai), 1799
zum Lord E. und Lordoberrichter des Oourt of
(.0MN0N ?Iell8 erhoben. 1801-26 war er, mit
einziger Unterbrechung 1806-7, Lordkanzler und
hat als solcher großen polit. Einfluß geübt. Er war
der Mittelpunkt des Widerstandes gegen die neuen
Reformen (s. Großbritannien). E. starb 13. Jan.
1838 zu London. - Gegenwärtiger Träger des Na-
mens ist sein Urenkel John Scott, dritter Graf
E., geb. 8^ Nov. 1845.
Eldorado oder El Dorado (span., d.h. der
vergoldete Mann) nannte man in Europa den Be-
herrscher eines angeblich an Gold und Edelsteinen
reichen Landes in Südamerika, der mit Goldstaub
belegt sein sollte. Die Erzählung hat, wie es scheint,
ihren Grund in einem Brauch, der unter den Chibcba