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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eldorado (Ort) - Electoral Commission
geübt ward und dcr darin bestand, daß an einem be-
stimmten Tage der Kazike von Guatavita mit Gold-
staub überzogen sich auf einem Floh auf den heili-
gen See von Guatavita hinaus begab, dort Opfer-
gaben brachte und dann den Goldstaub im Wasser
des Sees abwufch. Später wurde der Name auf
das Goldland selbst übertragen, dessen Dasein feit
dem 16. Jahrh, für eine ausgemachte Sache galt,
und dasfelbe in die Gebirge im fpan. Guayana,
an den See Parima, bei den Quellen des Oyapoc,
verlegt. Glücksritter und unternehmende Männer,
wie Georg von Speier (1536), Philipp von Hütten
(1541), Walter Raleigh (gegen Ende des 16. Jahrh.),
Lorenz Keimis (1596), Nikolas Horsmann (1740)
u.f. w., bemühten sich, die Stadt Manoa del Dorado
mit ihren Dächern aus Gold, in die sich die Reste
der Inkafamilie zurückgezogen haben follten, auf-
zufinden. Wiewohl aber ein Engländer gegen das
Ende des 16. Jahrh, felbst eine Beschreibung und
Karte des Landes erscheinen ließ, muhte es doch,
gleich dem See Parima, endlich in das Neich der
Dichtung verwiesen werden. Indessen ließ sich der
Spanier Antonio Santos nicht abhalten, noch 1780
auf eine Entdeckung diefes Goldlandes auszugehen.
(Vgl. Junker von Langegg, E. Geschichte der Ent-
deckungsreisen nach dem Goldlande E. im 16. und
17. Jahrh., Lpz. 1888.) - In der Dichtersprache
bezeichnet^, einen ersehnten glücklichen Aufenthalt.
Eldorado, Hauptort des County Vutler im
nordamerk.Staate Kansas, nordöstlich von Wichita,
Eisenbahnknotenpunkt, hat (1889) etwa 6000 E.
Glea (lat. Vslia), eine ital. Kolonie der Phokäer,
welche um 540 v. Chr., als die Perser unter Cyrus
Kleinasien eroberten, ihre Vaterstadt in Kleinasien
verließen und sich an der Westküste Lucaniens auf
dem Vorsprunge füdlich vom Golf von Salerno
ansiedelten. E. ist berühmt in der Gefchichte der
Philosophie durch die Eleatische Schule (f. Grie-
chische Philofophie). Ruinen von E. befinden sich
beim heutigen Castellamare della Vruca. - Vgl.
Munter, Velia in Lukanien (Altona 1818).
Gleafar (d. i. Gotthilf, gleichen Stammes wie
Eliefer ^. d.^j, in der Sprache des Ierusalemer Tal-
muds und des Neuen Testaments verkürzt Lafar,
Lazar, f. Lazarus), der dritte Sohn Aarons, der nach
der Fiktion des Priestcrcodex nach dem Tode seiner
beiden ältern Brüder und feines Vaters dessen
Nachfolger im Hohenpriestertum wurde. Die nach-
exilischen Priester leiteten sich teils von E., teils
von Ithamar, dem jüngsten Sohne Aarons, ab.
Insonderheit wurde in nachexilischer Zeit Zadok mit
seinen Nachkommen auf diesen zurückgeführt. - E.
hieh auch ein Held des Königs David; ferner ein
Bruder des Judas Makkabäus, der in der Schlacht
bei VethZacharia gegen Antiochus V. Eupator (163
v. Chr.) einen gewaltigen Kriegselefanten erlegte,
aber von dem umfallenden Tiere erschlagen wurde;
auch ein jüd. Schriftgelehrter, dcr in der Verfol-
gungszeit unter Antiochus Epiphanes als 90 jäh-
riger Greis den Märtyrertod erlitten haben foll. -
Denfelben Namen führte auch der Urgroßvater Io-
fephs, des Vaters Jesu von Nazareth.
Gleätische Philosophie, die Philosophie, die,
an Xenophanes anknüpfend, hauptsächlich Parme-
nides von Elea begründete und dessen Schüler uud
Landsmann Zeno verteidigte; ihr gehörte auch Me-
lissus von Samos an (s. Griechische Philosophie).
Gl-Gchmim, ägypt. Stadt, s. Achmim.
Niöoti (lat.), s. Auserwählte.
Hieotor (lat.; frz. siscwur, spr. -töhr), Wähler,
Erwähler; Wahlfürst, Kurfürst; Ni6ctorZ.w8 (Elek-
torat), Kurfürstenwürde, Kurfürstentum.
üisotora.1 voUsFv (engl., spr. ilecktörel kol-
ledsch, d. h. Wahlkollegium), in den Vereinigten
Staaten von Amerika die Gesamtheit der Wahl-
männer, durch die der Präsident gewählt wird. Der
Konvent von 1787 hatte anfangs eine Wahl durch
den Kongreß befchlossen, wie in der gegenwärtigen
Schweizer Verfassung, endlich einigte er sich über
ein indirektes Wahlverfahren. In jedem Staat
werden auf Grund des allgemeinen direkten und
geheimen Stimmrechts in Form des Listenskruti-
niums fo viele Wahlmänner gewählt, wie er Mit-
glieder in das Repräsentantenhaus und in den
Senat entsendet, wobei die relative Mehrheit ge-
nügt. Es gehören daher sämtliche Wahlmänner
eines Staates derselben Partei an. Diese treten
dann zusammen, und jeder giebt (seit 1804) zwei
Stimmzettel ab, einen für den Präsidenten, den
andern für den Vicepräsidenten. Die Resultate
dieser Abstimmungen werden gezählt, und wenn
jemand die absolute Majorität hat, wird er für
gewählt erklärt. Dies eigentümliche Verfahren er-
möglicht es, daß jemand zum Präsidenten gewählt
werden kann, der bei der Volksabstimmung in der
Minorität geblieben ist, und treibt zu den größten
Anstrengungen, sich die Stimmen eines großen
Staates, wenn auch nur mit geringer Majorität,
zu sichern. 1884 erhielten in Neuyork die Wahl-
männer für Cleveland 563048, die Wahlmänner
für Blaine 562001 Stimmen, und die Demokra-
ten gewannen fo die Stimmen diefes Staates
durch eine Majorität von nur 1047. Im 1.1888
fielen im ganzen auf Cleveland 5538434, auf
Harrifon nur 5440551 Stimmen; letztere repräfen-
tierten aber 233, erstere nur 168 Stimmen des
Wahlkollegiums, mithin ward Harrison gewählt.
- Die Gesamtzahl der Stimmen (kieowrai vowg)
im N. 0. ändert sich mit dem Wachstum der Be-
völkerung. Sie betrug 1872 328, 1876 und 1880
369, 1884 und 1888 401,1892 444 Stimmen. Die
Verteilung der Stimmen auf die einzelnen Staaten
ist durch Gefetz vom 7. Febr. 1891 neu geregelt.
Danach entfallen auf den Staat Neuyork 36, Penn-
fylvanien 32, Illinois 24, Ohio 23 u. s. w. bis
herab zu 3 Stimmen im Wahlkollegium. - Vgl.
Stanwood,?l68iä6QtiI.1 kiectionZ (2. Aufl., Boston
1884); O'Neil, ^lie ^uikricHn eieetorai 8^8t6in
(Neuyork und Lond. 1887); von Holst, Verfassungs-
geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika
(4 Bde., Verl. 1878-88); Bryce, ^nisrican com-
m(mn6HM (3 Bde., Lond. 1888 u. 1889); McKnight,
Niectorai L^Ltsm ok tlio Ilnitsä 8tat68 (Philad.
1878); C. de Varigny in der "Nsvus ä68 vßux
Nonä68" vom 15. Okt. 1892.
NiootorNi voinlnission (engl., spr. llecktörel
kommisch'n, d. h. Wahlkommission), die Behörde,
die in den Vereinigten Staaten von Amerika durch
Kongreßakte vom 6. Jan. 1877 eingesetzt wurde,
um das Resultat der Präsidentenwahl von 1876 zu
prüfen (f. Hayes, Rutherford Birchard), das fast drei
Monate lang zweifelhaft geblieben war. Die Rechte
der beiden Häufer bei der Zählung der Stimmen
waren zweifelhaft, und da das Repräsentantenhaus
demokratisch und der Senat republikanisch war,
schien die Lösung des Konflikts besonders schwie-
rig. Die N. lü. bestand aus 5 Senatoren und 5 Re-
präsentanten sowie 4 Richtern des obersten Gerichts-