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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Emanuel Philibert - Embargo
Isabclla, die Kaiser Karl V. heiratete. Eine dritte
Ehe schloß er mit Eleonore von Österreich, der
Schwester Karls V. - Vgl. Schäfer, Geschichte von
Portugal, Bd. 3 (Hamb. und Gotha 1836-54).
Gmanuel Philibert, Herzog von Savoyen,
"Eisenkopf" oder "Hunderlauge" genannt, geb.
8. Juli 1528 zu Chambe'ry, Sohn und Nachfolger
Karls III., des Guten, welcher sein Land an Franz l.
von Frankreich verloren hatte, und der Beatrix
von Portugal, trat 1548 in Karls V. Dienste und
kämpfte in Flandern und Lothringen ruhmvoll gegen
die Franzosen. Nach der blutigen Schlacht von St.
Quentin im Begriff auf Paris zu marschieren, wurde
er von Philipp II. zur Belagerung von St. Quentin
gezwungen, die Frankreich Zeit zur Erholung ließ,
sodaß noch der Sieg von Gravclingen nötig wurde,
damit der Friede von Cateau-Cambre'sis (3. April
1559) zu stände kam. Dieser brachte E. P. außer der
Hand der Schwester Heinrichs II. von Frankreich,
Margarete, die Rückgabe eines beträchtlichen Teils
seines väterlichen Erbes. Von Frankreich, Rom
und Spanien 1560 zum Vorgehen gegen die neue
Lehre veranlaßt, erkannte er derselben doch endlich im
Frieden mit dem Waadtland 5. Juli 1561 Duldung
zu. Durch Geschick und Entschiedenheit erlangte er
m den nächsten Jahren von Frankreich, Bern und
Wallis die ursprünglich savoyischcn Gebiete zurück,
gründete als Ausgangspunkt für eine savoyiscke
Flotte den Ritterorden von San Maurizio, der spä-
ter mit dem toscan. Stephansorden vereinigt wurde,
angeblich zum Kampf gegen die Ungläubigen, und
trat in Beziehungen mit den franz. Hugenotten,
um das Dauphine zu gewinnen. Katharina von
Medici verhinderte feine Pläne und ebenso kam ihm
Philipp 11. mit der Wegnahme von Portugal zu-
vor, auf welches er als Enkel von Emanuel i. Erb-
ansprüche erhob. In Turin wurde ihm 1838 ein
ehernes Reiterstandbild (modelliert von Marocbctti)
errichtet. E. P., der größte der savoyischen Fürsten,
starb 30. Aug. 1580; sein Nachfolger war Karl Ema-
nuel I. - Vgl. G. Charetta, 1^3. 8ucc683iou6 äi
N. I>. 8iil ti-ouo cli 8avoia (Tur. 1884).
Emanuelstil, der Baustil der Frührenaissance,
wie er sich in Portugal unter dem König Emanuel 1.
entwickelte. Eingeleitet wurde er durch die An-
wesenheit des Andrea Sansovino in Portugal (1491
-99). - Vgl. Haupt, Die Baukunst der Renais-
sance in Portugal, Bd. I (Franks, a. M. 1890).
Emath, alter Name von Hamah (s. d.) in Syrien.
Emathla, bei den Alten Name des zwischcn den
Flüssen Haliatmon und Axios gelegenen, von dem
kürzern Flusse Ludias durchströmten Teils des südl.
Macedoniens, der Ausgangspunkt des macedon.
Königtums, in welchem sowohl die alte Landes-
hauptstadt Ägä (später gewöhnlich Edessa genannt),
das jetzige Vodena, als auch die spätere Residenz
der macedon. Könige, Pclla, lag.
Emathion, ein Sohn des Tithonos und der
Eos, verdrängt seinen Bruder Memnon aus der
Herrschaft von Äthiopien, wird dann aber von
Herakles erfchlagen.
Gmba (bei den Kirgifen D f h imm oder D s h em),
Fluß im Emba-Kreis des russ. Uralgcbictes, ent-
springt auf dem Mugodscharschen Landrücken, fließt
in südwestl. Richtung durch die Steppe und mündet
nach 554,7 kin, fast im Sande verlaufen, an der
nordösü. Küste des Kaspischen Meers. Von den
Nebenflüssen ist der Temir (von rechts) der bedeu-
tendste. Das Flußgebiet umfaßt 51798 ykm.
Embach, esthnisch llimlm-.jö^i (d. h. Mutter-
fluh), lettisch ^I"dtrH, Fluß im russ.-balt. Gouverne-
ment Livland, entspringt als Obere oder Kleine
E. aus einer Gruppe von Seen im südl. Teil des
Kreises Dorpat, flieht südwestlich, dann westlich, zu-
letzt nördlich und mündet nach 75 kni irn Südende
des Sees Wirz-Iärw. Diesen verläßt er als Groß e
oder Untere E., fließt im allgemeinen in östl. Rich-
tung an Dorpat vorüber, wird bis 85 in breit und
mündet nach 108 km mit zwei Armen in den Peipus-
see. Zwischen beiden Seen gehen Damysschisse. Die
Länge der E. mit dem Wirz-Iärw beträgt 205,9 km,
das Flußgebiet 11939,3 ykm.
Gmba-Kreis, russ. ^mdin8lch u^ä, Kreis
im südl. (asiatischen) Teil des russ. Nralgebieteo,
umfaßt das gesamte Flußgebiet der Emba südwest-
lich bis zum Kaspischen Meer und hat 145639,8 ykm,
90759 E., nomadisierende Kirgisen. Sitz der Ver-
waltung ist die Festung Temirsk.
Emballage (frz., spr. angballahsch'), die behuso
des Transports einem Frachtstück gegebene äußcrc
Umhüllung, die aus leinenem oder hänfenem Zeua
(Säcke, Ballen), Wachstuch, Bast u. s. w. zu be-
stehen pflegt. Kisten, Fässer u. dgl. erhalten diese
Bezeichnung nicht. Je seiner, zarter, wertvoller die
Ware ist, um so solider und individueller muß die
Umhüllung sein. Die E. ist in der Regel nicht mit
verkauft, daher, wenn nichts anderes Verabredel,
ufancemäßig vom Käufer auf eigene Kosten, aber
auf Gefahr des Verkäufers, zurückzusenden. Behält
der Käufer die E., fo hat er den für dieselbe aus
der Faktura berechneten Preis zu zahlen. Von der
E. zu unterscheiden ist die Verpackung, welche, aus
das konsumierende Publikum berechnet, zur Her-
richtung und Ausstattung der Waren gehört, wie
Schachteln verschiedener Größe, Weinflaschen, Blech-
dosen bei Konserven u. s. w. Einballieren, eine
Ware in Packung bringen.
Embargo (vom span. Lindai-FHi-, "anhalten"),
die von der Staatsgewalt verfügte Zurückhaltung
oder Beschlagnahme der in ihren nationalen G^
wässern, namentlich in den Häfen, sich aufhalten-
den Kauffahrteischiffe nebst Ladung. Von dem Ar-
reste unterscheidet sich das E. dadurch, daß es tein^
gerichtliche, sondern eine nur der höchsten Staats-
behörde zustehende staatliche Verfügung ist. Da^
E. wird Generalembargo genannt, wenn es sich
auf alle in bestimmten Häfen oder Gewässern be-
findlichen Schiffe erstreckt. Man unterscheidet zwi-
schen civilem oder staatsrechtlichem E. und
internationalem oder völkerrechtlichem E.
Ersteres liegt vor, wenn sich das E. auf Schisse und
Ladung der eigenen Unterthanen des Staates be-
zieht, und findet seine Veranlassung in verschiedenen
Zwecken, z. B. in wirksamer Unterstützung eines
Aussuhrverbotes, Sicherung der Schiffe zu staat-
lichen Transportzwecken.
Internationales E. liegt vor, wenn das
E. gegen Schisse und Ladung von Angehörigen
fremder Staaten zur Anwendung gebracht wird.
Es kommt vor als Repressalie gegen Rechtsverletzun-
gen seitens fremder Staaten; außerdem ist es auch
angewendet worden bei drohendem Kriegsaus-
bruch und nach ergangener Kriegserklärung. Die
Anwendung des E. in den beiden letztern Fällen
wird von den Völkerrechtslehrern der neuern Zeit,
welche die Unverlctzlichkeit des Privateigentums im
Kriege völlig zur Geltung zu bringen bestrebt sind,
mehr oder weniger verurteilt (vgl. von Bulmerinca