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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Engel (Joh. Christian von) - Engel (Joseph)
Hilfsarbeiter in die Verwaltung des Museums der
Berliner landwirtschaftlichen Hochschule ein, deren !
Bibliothekar er wurde. E. veröffentlichte: "Studien
unter den Tropen Amerikas" (Jena 1878; neue
Ausg. 1886 u. d. T. "Aus dem Natur- und Volks-
leben des tropischen Amerika"), "I^mao cnwindia-
iiH6 uovae" (in Schlechtendals "I^imkea", Ad. 33, !
Halle 1865),"Einwanderung und Kolonisation im ^
tropischen Amerika" (Lpz. 1880), "Ans dem Pflanzer- -
staate Zulia" (in den "Deutschen Zeit- und Streit-
fragen", Heft 146, Verl. 1881), "Auf der Sierra
Nevada de Me'rida" (in der "Sammlung gemein-
verständlicher wissenschaftlicher Vortrage", Hamb. ^
1888); ferner eine Sammlung Gedickte u. d. T. ^
"Wegeblunien ails dein Ränzel eines Wanderbur-
schen" (Berl. 1883; 2. Aufl., Neustrelitz 1888). !
Engel, Joh. Christian von, Historiker, geb. !
17. Okt. 1770 zu Leutschau in Ungarn, studierte ^
seit 1788 in Göttingen Geschichte und Philologie, >
trat 1791 in den Staatsdienst bei der siebenbürg. ^
Hofkanzlei in Wien, wurde 1794 Censor, 1801 !
Konsistorialrat, 1812 Sekretär bei der siebenbürg. !
Hofkanzlei und in den Adelsstand erhoben. Er
starb 20. März 1814 in Wien. Seine bedeutend-
sten histor. Schriften sind: "Geschichte von Halisch
und Wladimir bis 1772" (2 Tle., Wien 1793),
"Geschichte der Ukraine und der ukrainischen Ko-
saken" (Halle 1796), "Geschichte des ungar. Neicks
und seiner Nebenländer" (4 Tle. in 5 Vdn., ebd.
1797-1804), sein Hauptwerk, dem die "Geschichte
des Königreichs Ungarn" (5 Bde., Wien 1814-15)
folgte. E.s Arbeiten sind noch jetzt wertvoll.
Engel, Joh. Daniel Friedr., Bautechniker, geb.
20. Sept. 1821 in Danzig, liesi sich 1846 in Wrie-
zen a. O. als Architekt nieder und widmete sich, von
A. P. Thaer angeregt, dem landwirtschaftlichen Bau-
wesen. Er wendete hierbei den Kalksandpise'bau
zuerst an und schrieb 1851 "DerKalksandpise'bau"
(4. Aufl., Verl. 1891). 1852-56 unternahm E. '
Reisen in Frankreich, England und Belgien, deren !
Ergebnisse er in seinem "Handbuch des landwirt- !
schastlichen Bauwesens" (2Bde.,Wriezen 1851-53; !
7. Aufl., Verl. 1885) veröffentlichte. Seit 1857 Leh- !
rer an der königl. Landwirtschaftlichen Akademie zu ^
Proskau, schuf er für diese und das königl. Pomo- !
logische Institut die dortigen Neubauten. Nebenbei
lieferte E. Entwürfe für zahlreiche landwirtschaftliche
Privatbauten. Nack der Aushebung der Akademie '
Prostau (1881) nahm E. seinen Wohnsitz in Berlin,
wo er 13. Mai 1890 starb. Außer den bereits ange- ^
führten Werken veröffentlichte E.: "Sammlung land- ^
wirtschaftlicher und ländlicher Bauausführungen" i
(19 Hefte, Berl. 1851-65), "Hochbaumaterialien- >
künde" (Wriezen 1863), "DerPferdestall" (2. Aufl., '
Berl. 1891), "Der Viehstall" (2. Aufl., ebd. 1889), ^
"Album für ländliche, landwirtschaftliche und gärt-
nerische Bauausführungen" (3 Hefte, Lpz. 1879 ^
- 81), "Die Bauausführung. Handbuch für Bau- ^
techniker" (Berl. 1881).
Engel, Joh. Jak., Schriftsteller, geb. 11. Sept.
1741 zu Parchim, wo sein Vater Pastor war, stu-
dierte seit 1758 teils in Rostock, teils in Bützow
und Leipzig Theologie, dann Philosophie und Phi-
lologie, wurde Profefsor am Ioachimstbalfchen
Gymnasium in Berlin, bald auch Mitglied der
Akademie der Wissenschaften, dann Lehrer des nach- !
maligen Königs Friedrich Wilhelm III. und 1787 !
Oberdirektor des Vcrlincr Theaters, welche Stelle er !
Q^<-l,^^^1gadc wemg gewachsen, 1794 niederlegte.
Er wendete sich dann nach Schwerin. Nach dem Re-
gierungsantritt seines ehemaligen Zöglings kehrte
er auf dessen Einladung 1798 nach Berlin zurück.
E. starb bei einem Besuch in seinem Geburtsorte
28. Juni 1802. Die ästhetische Kritik und die Theorie
der Kunst verdanken ihn: manches. Sein "Philosopb
für die Welt" (2 Bde., Lpz. 1775-77; seitdem oft
anfgelegt), aus Erzählungen, Gesprächen, Briefen
und Abhandlungen bestehend, wie sein "Fürsten-
spiegel" (Berl. 1798; 2. Aufl. 1802) weisen ihm
einen bedeutenden Platz unter den populären philos.
Schriftstellern der deutschen Aufklärung an; seine
"Anfangsgründc einer Theorie der Dichtungsarten"
sebd. 1783; 2. Aufl. 1804) gehören zu den ersten
glücklichern Versuchen der Deutschen in dieser Art;
die "Lobrede auf Friedrich II." (ebd. 1781; neue
Ausg., Königsb. 1882) wnrde lange als ein Muster
in dieser Gattung gepriesen; die "Ideen zu einer
Mimik" (2 Bde., Berl. 1785-86; neue Aufl., Erfurt
1882), mit erläuternden Kupfern von Meil, zeigen,
obgleich eine Zeit lang überschätzt, doch vielen psy-
chol. Scharfsinn, freilich auch eine gewisse prosaische
Beschränktheit. E.s dramat. Schriften: "Der dank-
bare Sohn" (Lpz. 1771) und "Der Edelknabe" (ebd.
1774), sind unbedeutend. In dem zuerst von Schiller
1795 in den "Hören" veröffentlichten Roman "Herr
Lorenz Stark" (Berl. 1801; neu hg. von Bobertag
in Bd. 76 der "Deutschen National-Litteratur",
Stuttgart), der sich durch feine Beobachtung, Leben-
digkeit des Dialogs und schalkhaften Humor aus-
zeichnet, jedoch ohne tiefere Poet. Gestaltung ist,
setzte er zugleich seinem Großvater Vrasch, einem
reichen Kaufmann und Ratsherrn in Parchim,
ein bleibendes Denkmal. Eine Sammlung seiner
"Sämtlichen Schriften" erschien in 12 Bänden (Berl.
1801-6; neue Ausg., Franks. 1857).
Engel, Joseph, Anatom, geb. 29. Jan. 1816 zu
Wien, studierte daselbst Medizin, wurde 1840 Assi-
stent bei der Lehrkanzel der pathol. Anatomie, 1844
Professor der Anatomie, später auch der Physiologie
an der Universität Zürich, folgte aber 1849 einem
Rufe als Profefsor der pathol. Anatomie nach Prag
und wirkte seit 1854 als Professor der pathol. und
topogr. Anatomie an der mediz.-chirurg. Iosephs-
akademic zu Wien. Nach deren Auflösung 1874 trat
er in den Ruhestand. E. hat die Anatomie in allen
ihren Zweigen und Anwendungen wesentlich geför-
dert. In der pathol. Anatomie anfänglich ein un-
bedingter Anhänger der Lehren der Wiener Schule,
sagte er sich doch bald von derselben los und war
fortan bestrebt, die Anatomie durch Ausstellung einer
wissenschaftlichen Terminologie und Charakteristik
der anatom. Eigenschaften gesunder und tranker Or-
gane zu einer wissenschaftlichen Physiographie zu er-
beben. Er schrieb: "Entwurf einer pathol.-anatom.
Propädeutit" (Wien 1845) und "Lehrbuch der pathol.
Anatomie", Bd. 1 (ebd. 1865; Bd. 2 u. d. T.:
"specielle pathol. Anatomie", ebd. 1856); ferner
"Untersuchungen über Schädelformen" (Prag 1851),
"Das Knochengerüst des menschlichen Antlitzes"
(Wien 1850), "Kompendium der topogr. Auatomie"
(ebd. 1859), "Anleitung zur Beurteilung des Leichen-
befundes" (ebd. 184,6), "Sektionsbeschreibungen"
(ebd. 1861) und "Darstellung der Leichenerschei-
nungen" (ebd. 1854). Außerdem hat E. in ver-
schiedenen mcdiz. und andern Zeitschriften zahl-
reiche Arbeiten über die Entwicklung der Kno-
chen, Haare, Federn, über Tierknospen und Zellen
und deren Wachstumsgesctz, üdn V<ckMny^,