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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Enke, Ferdinand - Enkratiten
sind 9.1 li'6Lll0, nicht enkaustisch gemalt. - Vgl.
Helbig, Wandgemälde der vom Vesuv verschütteten >
Städte, nebst einer Abhandlung über die antiken
Wandmalereien von O.Donner (Lpz. 1868); Donner
von Ricbtcr, Über Technisches in der Malerei der
Alten (Münch. 1885); .
der Alten (ebd. 1888). (S. Wachsmalerei.) '
Gnke, Ferdinand, Verlagsbuchhandlung in z
Stuttgart, hervorgegangen aus dem Sortiments-
geschäft der Buchhandlung von Palm & Enke (dama-
liger Besitzer: Joh. Ernst E., gebürtig aus Themar
in Thüringen) in Erlangen, das der Sohn des letz-
tern, Ferdinand E., geb. 8. Okt. 1810, gest. 8. DeZ.
1869, 1. Jan. 1837 auf eigenen Namen übernahm.
Er verband damit Verlag und verkaufte 1868 sein
Sortiment an Theodor Krische daselbst. Der Ver-
lag ging nach zeitweiliger vormundschaftlicher Lei-
tung 28. Okt. 1874 an den Sohn Ferd. E.Z, Al-
fred Eduard E., geb. 12. Aug. 1852, über, der
ihn gleichzeitig nach Stuttgart verlegte. Von den !
zwei Hauptrichtungen des Verlags umfaßt die eine
die Medizin mit Tierheilkunde und Pharmacie:
"Handbuch der speciellen Pathologie und Tdera-
pie", hg. von N. Virchow (6 Bde., die erste Auf-
lage in 6000 Exemplaren), "Handbuch der allge-
meinen und speciellen Chirurgie", hg. von Pitha
und Villroth (4 Bde., 1865 - 86), "Deutsche Chi-
rurgie", hg. von Billroth und Luecke (66 Lfgn.,
1879-86), Werke von Friedberger, Fröhner, Hebra,
Kapost, von Krafft-Ebing, Lebert, Oppolzer, Po-
litzer, Zehender u. a.; mehrere Fachzeitschriften, wie
"Jahrbuch der praktischen Medizin" (seit 1879),
"Archiv für Kinderheilkunde" (feit 1880) u. a. Daran
schließen sich naturwissenschaftliche und technifche
Werke von Moleschott, Kctule, Classen, von Gorup-
Besanez, Günther, Em. Kayser, Kittler, von Vebber,
Regel ("Gartenflora", 1. bis 34. Jahrg. 1852-35).
Die andere Hauptrichtung bilden Staats-und Rechts-
wissenschaften mit Werken von K. L. von Bar, Gold-
schmidt, Heinze, Huschke, Kohler, Marquardsen, Mer-
kel, Mittermaier, von Schulte, von Schwarze, Wäch-
ter, Zorn u. a., den Zeitschriften "Gerichtssaal" (seit
1849), "Zeitschrift für das gesamte Handelsrecht"
(seit 1858), "Zeitschrift für vergleichende Rechts-
wissenschaft" (seit 1878). Dazu kommen Werke der
Philosophie (Wundts "Logik" und "Ethik"), Kul-
turgeschichte (Lippert) u. a.
Gnkelados, s. Giganten.
Enkhuizen (spr. enkheus'n), Stadt in der nieder-
länd. Provinz Nordholland, anderZuidersee und an
der Linie Amsterdam-Zaandam-E. (51 km) der Hol-
land. Eisenbahn-Gesellschaft, hat (1891) 6332 E.
E. war im 17. Jahrh, ein blühender Handelsplatz
mit 40000 E., welcher jährlich 400 Schiffe auf den
Heringsfang in die hohe See schickte. Das 1688 er-
baute Rathaus, die Westerkirche mit einem Renais-
sance-Chorabschluh aus Holz von 1543 bis 1572, ein
stattlicher Thorturm, der geräumige Hafen, erinnern
noch an bessere Zeiten. E. ist der Geburtsort des be-
rühmten Malers Paul Potter(geb. 1625, gest. 1654).
Enkirch, Marktstecken im Kreis Zell des preuß.
Reg.-Bez. Koblenz, 8 Km im SW. von Zell, 5 km
von Trarbach, rechts an der Mosel und an der
Nebenlinie Pünderich-Traben-Trarbach der Preuh.
Staatsbahnen, ist Station der Moseldampfer und
hat (1890) 2143 E., darunter 122 Katholiken und
33 Israeliten, Post, Telegraph, 2 got. Kirchen;
Branntweinbrennereien, Mehl-, Öl- und Gips-
mühlen, in der Nähe Schieferbrüche, ferner bedeu-
tenden Weinbau (136 ka. Weinberge) und -Handel.
In der Ilmgegend Spuren rom. Ansiedelungen,' diö
bei E. gefundenen Reste eines röm. Tempels befin-
den sich ^'eit 1885 im Provinzialmuseum zu Bonn.
Enklaven (frz.), kleinere Teile eines Staats-
gebietes, welche von einem andern Staat rings
eingeschlossen sind. Besonders häufig waren die E.
im alten Deutschen Reiche. Bei der Stiftung des
Rheinbundes wurde zwar eine große Anzahl der
kleinern Staaten, welche von andern umschlossen
waren, der Landeshoheit der letztern unterworfen
(mediatisiert); auch suchten die souverän geworde-
nen Staaten durch Austauschungen sich der beiden
Teilen lästigen E. möglichst zu entledigen. Allein
noch immer blieben, besonders im no'rdl. Deutsch-
land, sehr viele übrig, die auch der Kongreß zu
Wien 1815 nicht zu beseitigen vermochte. Durck
gegenseitigen Austausch der E. (so Z. V. zwischen
Österreich und Sachsen) oder käufliche Erwerbung
solcher (wie es Preußen mit dem früher zu Coburg
gehörigen Fürstentum Lichtenberg am Rheine ge-
macht) hat man diesen Übelstand, der sich nament-
lich bei der Rechtspflege und Polizeiverwaltung fehr
fühlbar macht, soviel wie möglich zu verringern
gesucht. Infolge des Krieges von 1866 ist ebenfalls
eine Anzahl von E. beseitigt worden. Gegenwärtig
sind die Übelstände, welche das Bestehen der E. mit
sich brachte, durch die einheitliche Reichsgesetz-
gebung, die Bildung von einheitlichen Gerichts-,
sowie Post- und Telegraphen-, Militär- und Steuer-
bezirken gemindert.
Gleichbedeutend mit Enklave ist Exklave als
ein vom Hauptgebiet eines Staates abgetrennter
tleiner Gebietsteil, sodaß z. V. die von Preußen
umschlossenen kleinen braunschw. Gebietsteile vom
preuß. Standpunkte aus betrachtet als E., vom
braunschweigischen aus aber als Exklaven be-
zeicknet werden.
Enkllsis (grch.), s. Enklitisch.
Enklitisch (grch., "sich hinneigend", "anlehnend")
nennt man in der Grammatik Wörter, die sich, ohne
eigenen Accent zu besitzen, an vorhergehende betonte
Wörter anlehnen. In der Regel sind es Wörtchen
von wenig hervorstechender Bedeutung, wie "es" in
"Wer hat es?" Der Vorgang selbst heißt Enklisis.
Gnkolpion (grch.), an der Brust hängende Re-
liquienkapsel, gewöhnlich in Form eines Kreuzes,
in dessen Höhlung die Reliquie verborgen lag. Der
an eine antike Sitte anknüpfende Brauch tritt be-
reits im 4. Jahrh. auf. E. bezeichnet auch andere
Andachtsgegenstände in mannigfaltiger Form, Me-
daillen, Christusmonogramme (s. d.) u. a.
Gnkomiaftik (grch.), die Kunst, verdiente Män-
ner in einer Lobrede (Enkomlon,s. Encomium)
oder einem Lobgedicht (Enkomiastiron) zu prei-
sen; En komiasten, Lobredner.
Gnköping (spr. chntschöpping), alte Stadt im
schwed. Län Üpsala, nicht weit vom Mälarsee, an
der Linie Stockbolm-Westeras-Köping der Schwed.
Privatbahnen, hat (1891) 3374 E., bedeutenden Ge-
müsebau und im Sommer lebhaften Dampfschiff-
fahrtsverkehr mit Stockholm. Bei E. besiegte König
Albrecht 1365 seinen entthronten Oheim Magnus II.
Erikson und dessen Sohn Hakon von Norwegen,
worauf beide ihren Thronansprüchen auf Schweden
Gnkratie (grch.), Enthaltsamkeit. Entsagten.
Entratlten (grch., d. h. Enthaltsame), eine'gno-
stische Richtung (s. Gnosis), die den Genuß von
Fleisch und Wein sowie die Ehe als sündhaft ver-