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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Esclavage - Escorial
Herbesthal (der ehemals Rhein. Eisenbahn) und
der Nebenlinie M.-Gladbach-Iülich-Stolberg (der
ehemals Vcrgisch-Märkischen Babn) der Preuß.
Staatsbahnen, zwischen sanst ansteigenden Hügeln,
geschmackvoll angelegten Gärten, hübscken Vaum-
,^.. gruppen und zahlreichen Fabri-
^^ Berg- und Hüttenwerken ge-
WMs>3^^^ legen, ist Sitz einer Bürger-
meisterei, eines Amtsgerichts
(Landgericht Aachen), eines
Steueramtes und hat (1890)
18119 (9251 münnl., 8868
weibl.) E., darunter 933 Evan-
gelische und 151 Israeliten,Post
erstcrKlasse,Telegrapb,zweikatb.
und eine evang. Pfarrkirche, ein Progynmasium mit
vollberechtigtem Nealprogymnasium, ein Hospital
in dem mit Zinnen gekrönten Vurgbaue der Familie
Englerth, Kreis-Invalidenhaus, Wasserwerk und
Gasanstalt. Die Hauptindustriezweige sind Fabri-
kation von Eisen- und Blechwaren, Maschinen,
Dampfkesseln, Nähnadeln, Eisendraht, Seife, Leder,
Dachziegeln und feuerfesten Steinen, auch Vier-
braueret. Besonders erwähnenswert sind drei große
Eisenwalzwerke, die Fabrik für Eisenbahnbedarf zu
tzasseltbei E., die Zinkwarenfabrik, mehrere Kupfer-
hämmer, Rohzinkwerke und die großen und sehr
ergiebigen Steinkohlengruben. Die an der Eisen-
bahn gelegenen Kohlengruben des Eschweiler Bcrg-
werksvereins sind ebenso bemerkenswert wegen der
Güte ihrer Kohlen als wegen der bedeutenden Tiefe
(400 m) und der großartigen Anlagen zur För-
derung der Kohlen und des Wassers. Die ganze
Gegend bis Stolberg ist reich an Industrieanlagen. -
In der Nähe von E. das Pfarrdorf Gresscni ch (der
alte Burghof (iiH836niacum) mit 4906 E., Papier-
mühle, Drahtzieherei, Kupfer- und Eisenschmelze
sowie Eisenstein-, Galmei- und Vleierzgruden, die
schon von den Römern bebaut wurden. - Vgl.
Koch, Geschichte der Stadt E. und der benachbarten
Ortschaften (2. Aufl., 2 Bde., Franks, a. M. 1890).
uso1a.va.Fv (frz., spr. -wahsch'), Sklaverei,
Knechtschaft; dann auch ein halbkreisförmiger Hals-
schmuck von Diamanten.
Escobar y Mendöza, Antonio, span. Theo-
log, geb. 1589 zu Valladolid, trat 1604 in den Je-
suitenorden und starb 4. Juli 1669. Er war als
Moralist und Kasuist berühmt und schrieb "^Keo-
lo^ia, moraiis" (7 Bde., 1646), "IIniv6i8I.6 tdso-
I031H6 morgig i'eeeptaL 86nt6Qtia6" (7 Bde., 1663)
u. s. w. Sein Name ist durch Pascal sprichwörtlich
geworden.
Gscoiquiz (spr.-kihs), Don Juan, span. Staats-
mann, geb. 1762 in Navarra, war anfangs Page
König Karls III., widmete sich später dem geist-
lichen Stande und wurde Kanonikus zu Saragossa.
Später wurde er mit der Erziehung des Kron-
prinzen Ferdinand betraut. Seine Freimütigkeit
zog ihm indessen die Feindschaft des Fricdens-
fürsten Godoy (s. d.) zu, durch den er nach Toledo
verwiesen wurde. Als 1808 Ferdinand VII. den
Thron bestieg, wurde E. (^taatsrat. Er begleitete
Ferdinand VII. nach Vayonne und suchte ihn zu
bestimmen, der Krone nicht zu entsagen. Darauf
nach Vourges verwiesen, kehrte er im Dez. 1813
nach Valencay zurück und nahm nun an den Ver-
handlungen teil, welche die Bourbons wieder auf
den span. Thron setzten. Nichtsdestoweniger fiel er
1814 in Ungnade und wurde nach Andalusien ver-
bannt. Er starb 29. Nov. 1820 im Exil zu Ronda.
Seine "läea, 86uciIiN6tc." (1808), eine Auseinander-
setzung der Gründe, die Ferdinand VII. bewogen,
sich nach Vayonne zu begeben, wurde in viele
Sprachen überseltt und erschien französisch mit An-
merkungen von F. Vruand u. d. T. "^xp086 des
motit'ä Hui 011t 6iiFliF6 etc." (Par. 1816).
Escompte, s. Ec-kompte.
Gscorial(6i^800i'iä,1, nicht Es curial), Schloß
und Hieronymitenkloster San Lorenzo-el-Real im
Bezirk San Lorenzo del E. der span. Provinz
Madrid, liegt 48 km nordwestlich von Madrid, un-
weit des Fleckens E., mit (1887) 1151 E., an der
Linie Irun-Madrid der Span. Nordbcchn. An den
Südabhang der rauhen Sierra de Guadarrama
angelehnt, in öder, felsreicher Gegend (1130 m)
und aus dem grauen Granit derselben ausgebaut,
einem Kloster ähnlicher als einer Königsresidenz,
entspricht sein Bau wie seine Lage dem fanatisch
strengen Cbarattor seines Erbauers. Seinen Ur-
sprung verdankt der Palast einem Gelübde Phi-
lipps II. in der Schlacht von St. Quentin. Da der
heil. Laurentius, den der span. König als den Hei-
ligen des Tags um den Sieg angerufen hatte, der
Sage nach auf einem glühenden Noste den Mä'r-
tyrertod in Rom starb, so ward dieses ihm geweihte
Gebäude in Form eines Rostes 1563-84 von Juan
Bautista de Toledo und dessen Schüler Juan de
Herrera erbaut. Die Spanier pflegten es das achte
Weltwunder (la oct^v". uiai^vilia) zu nennen.
Aus Granitquadern erbaut (240 m lang, 190 in
breit), hat es 7 Türme, 15 Thore und 1110 Fenster
und dient zugleich als Schloß und Kloster. Das
Kloster bewobnten ehedem 200 Mönche. In der
nach dem Muster der Peterskirche in Rom er-
bauten Haupttirche, die, außer dem unter einer
imposanten, 107 in hohen Kuppel gelegenen Hoch-
altar, 48 Altäre und 2 Orgeln in sich faßt und
Fresken von Giordano, Carducci, Pellegrini und
andern ital. Meistern enthält, befinden sich zwei
betende Gruppen aus vergoldeter Bronze, Karl V.
und Philipp II. mit Gemahlinnen und Verwandten
darstellend. Vier kolossale quadratische Pfeiler (je
8 m Seitenfläche) tragen das Dach. In der Sakristei
ist das aus Marmor und Bronze gearbeitete Sakra-
mentshaus, Eta. Forma genannt, sowie ein wert-
volles Bild von Claudio Coello, das die Perspektive
der Sakristei und der Kirche selbst darstellt. Unter
dem Hochaltar befindet sich die Begräbniskapelle des
königl. Hauses, Pantheon genannt, die durch ein
kunstvollem Thor aus vergoldeter Bronze verschlossen
wird. Marmorstufen führen hinab; aus Jaspis
und Marmor besteht der Fußboden und aus Bronze
die Kuppel. Das Oratorium bewahrt ein mit Dia-
manten geschmücktes Crucifix. Rings in den Wän-
den stehen in 26 Nischen schwarze marmorne Särge,
teils mit den Überresten der Könige und Königinnen
Spaniens, teils noch leer. Es liegen hier die Könige
seit Karl I. (V.) bis Ferdinand VII., mit Ausnahme
Philipps V. und Ferdinands VI., welche in Madrid
begraben sind. Aus der Kirche gelangt man in die
Kreuzgänge, und dann auf der großen Treppe,
deren Wände rings mit Bildern von Luca Giordano
geschmückt sind, zum Kloster und zur Bibliothek.
Diese, von Vhilipp II. angelegt, enthält große hand-
schristlicke Schätze, namentlich der klassischen und
arab. Litteratur. Einen Katalog lieferte Casiri in
der "VidliotdLcg. ai-il.di^0-1ii8iitlii3.I^8ouiiai6U8i8"
(2 Bde., Madr.1760-70). Von den Gemälden des