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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Escuintla - Esel
gewicht von 234 castil. Granos oder 11/,8^0 3 und
war (zum Preise von 180 M. für 1 kss Feinsilber oder
den deutschen Thaler zu 3 M. gerechnet) -^ 2,1028
deutsche Mark (so daß er mit dem Goldescudo ziem-
lich übereinstimmte) -^ 1 Fl. 5,i38 Kr. osterr. Silber-
währung (45-Gnldenfuß). Infolge der Gesetze von:
15. April 1848 und 30. Dez. 1855 rechnete man !
nach Reales und der E. begriff 10 Reales, war
eine Silbermünze, die Hälfte des Duro (Piaster)
und eine Menge von 263"/.^-, castil. Granos oder
13,1455 3 eines 900 Taufendteile feinen Silbers; !
er hatte fonach ein Feingewicht von 236^^75. z
castil. Granos oder 11,83io ^ (auf obiger Grund- z
läge) ^ 2,i20n deutschen Mark ^ 1 Fl. 6,479 Kr.
osterr. Silber Währung; demnach war diefer E. nur
um eine Kleinigkeit besfer als der vorher erwäbnte
neuere Silberescudo von 1864. Silberstückc zu
1 E. wurden ferner ausgemünzt: a. nach dem Ge-
setz vom 29. Mai 1772 (sog. E. de vell0n), 17 Stück
ans dem rauhen Marco, Gewicht 13,5321 F, Fein-
beit 10^ Dineros oder 902^ Tausendteile, 18"^
Stück aus dem feinen Marco, Feingewicht 12,21^5 F
(auf der weiter oben angegebenen Grundlage) ^
2,1990 deutsche Mark ^ 1,0995 osterr. Fl.: d. von
1728 bis 1772 gesetzlich in dem eben angeführten
Gewicht, aber in der Feinheit von 10"/i2 Dineroo
oder 909,7^>2 Taufendteilen, Feingewicht 12,3105 3
^ 2,2159 deutfche Mark ^ 1,1080 osterr. Fl.; c. von
1707 bis 1728 16^ Stück aus dem rauhen Marco,
Gewicht 13,734i 3, Feinheit 11^ Dineros oder
930^/2 Tausendteile, 18 Stück aus dem feinen
Marco, Feingewicht 12,7804 ^ -^ 2,3005 deutfche
Mark ^ 1,1502 osterr. Fl. Der achte Teil der in
Spanien bis 1848 und in Mexiko bis 1861 ge-
prägten Onza oder des Doblon, der E. de oro
oder Goldescudo wurde in diesen beiden Ländern
ganz nach dem Münzfuße der Onza geprägt; man
lann ihn --- etwa 8^/4 M. rechnen. (S. Dublone.)
In P ortug al war der E. eine von 1722 bis 1835
geprägte Goldmünze zu ^ Dobra (s. d.), urfprüng-
lich in der Geltung von 1600 Reis, 1822 gesetzlich
(wie schon vorher im Verkehr thatsächlich) auf
1875 Reis und 1847 auf 2000 Reis erhöht, gefetz-
lich 72 Graos oder 1 Outava ^ 3,5859 Z fchwer,
bei 9I62/3 Taufendteile Feinheit ^ 9,17104 deutsche
Mark. Es wurden auch halbe E. und Viertelescudos
(sog. alte Goldcruzados) ausgemünzt. (S. Cruzado.)
- E. werden in Amerika als Goldmünzen ge-
prägt, sämtlich 900 Tausendteile fein: in Volivia
seit 1871, 2,5 3 fchwer, also 2/^ der dortigen Onza
^ 6,2775 M.; in Columbia ebenfalls ^10 Onza
oder 2/5 Condor ^ 2 Pcfos, feit 1857 dem 10-Frant-
stück gleich ^ 8,1 M.; in Chile feit 1860 ^ 2 Pcsoo
oder '/g Condor (s. d.).
Escumtla, Hauptstadt des Departamento E.
(31038 E.) in der mittelamerik. Republik Guate-
mala, an der Eisenbahn San Jose de Guatemala-
Guatemala und am Fuße der Küstenkctte im S. des
Vulkans Agua nahe der Küste, hat (1891) mit Dör-
fern 5109 E., Kaffee-, Kakao- und Zuckerrohrbau.
Nsonieiita. (lat.), eßbare Dinge, Speisen.
Gscurial, Schloß bei Madrid, s. Escorial.
Escurialschafe, ursprünglich Bezeichnung der
zu der fpan. Wanderschafherde Escurial gehören-
den Tiere, aus der um die Mitte des 18. Jahrh,
die Stammeltern der heutigen Merinos (s. d.) nach
Deutschland gebracht wurden. Aus den spanischen
E. sind durch besondere Züchtung auf feine Wolle
die Elektoralsckafe (s. d.) in Deutschland hervorge-
gangen, deren vielfach überbildeter und zu Zwirn
neigender Wollstapel durch Thaer verbessert wurde.
Gegenwärtig hat die Zuckt des Clektoral- und Es-
curialscbafs wegen der niedrigen Preise für feine
Wolle und wegen der gesteigerten Nachfrage nach
Fleisch, der das Escurialichaf nicht genügen kann,
nicht mebr die Bedeutung wie zu Anfang diefes
Jahrbunderts. -^ Vgl. Bohm, Die ^chafzucbt
nach ihrem jetzigen rationellen Standpunkte (neue
Ausg., 2 Bde., Verl. 1883); Körte, Das Wollschaf,
seine Wolle, Züchtung, Ernährung und Wartung
(2. Aufl., Bresl.1880).
Esdragon, soviel wie Estragon, s. ^rt6ini8ia.
Gsdrclom, Esdrelon, griech. Aussprache für
Iesreel ss. d.).
üs-äur (ital. mi dsnioiw n^ZFioi-e; frz. ini
dkiiiol ni3^0ni-; engl. 6 iiat m^0i'), die Dur-Ton-
art, beider K, 6, 3. um einen halben Ton erniedrigt
werden, also drei t? vorgezeichnet sind; die parallele
Moll-Tonart ist Omoii. (S. Ton und Tonarten.)
Esel (NcMis H8irm8 ^.; f. Tafel: Einhufer,
Fig. 1), ein Haustier aus der Gattung oder Sippe
der Pferde, unterscheidet sich von dem eigentlichen
Pferd durch die Länge der Ohren, den Haarbüschel
am Ende des kurzbehaarten Schwanzes, die Kürze
der aufrecht stehenden Mähne, den Mangel der
Hornwarzcn an den Hinterfüßen. Es giebt verschie-
dene wilde Eselarten, die in ihrem Vaterlande,
Asien und Afrika, in Trupps zusammen leben,
welche von einem Hengste geführt werden, äußerst
kluge, fcheue, vorsichtige und flüchtige Tiere, die sich
mutig gegen Raudtiere wehren und deren Jagd
als ein höchst schwieriges und kunstvolles Werk gilt.
Man unterscheidet drei Arten wild lebender E.:
den nordafrik. Steppenesel (N^uu8 t3.6ni0pu8
//eil//?.), den Onager oder Gurkur (Nquug oua-
ß6l /3c/ii'eh.) und den Dschiggetai (s. 0.). Der
Steppenesel, der einige verwaschene Querstrcifcn
in der Nabe der Hufe an den Beinen zeigt, kommt
wahrscheinlich auf allen Steppen östlich vom Nil
bis an die Küste des Roten Meers vor; der Gurtur
bewobnt Syrien, Arabien, Persien und Indien;
der Dschiggetai oder Kulan endlich, welcher die
Größe eines Maultiers hat, isabellfarbig ist und
dem Pferde am nächsten kommt, ist in ganz Mittel-
asien bis Turkestan und Tibet heimisch. Nack
Wilckens ist nur die erste Art, der nordafrik. Step-
penesel, in den Hausstand übergeführt und als sol-
cher der Stammvater unfers Hausefels; doch dürfte
auch der Gurtur zur Bildung der Hausrassen beige-
tragen haben. Vernachlässignng und Einfluß eine^
ihnen ungünstigen Klimas haben diese Tiere in
Europa sehr berabgebracht. Im Orient, wo man
sie als Haustiere sehr schätzt, erscheinen sie unter
weit edlerer Form, dienen zum Reiten und zeigen
keine Spur von jenem Phlegma und der aller-
dings übertrieben geschilderten Dummheit, durch
welche sie in Europa sprichwörtlich geworden sind.
Schon in Spanien gewahrt man den Einfluß des
mildern Himmels auf ihre Entwicklung. Durch
ihre Kreuzung mit Pferden entstehen die Maul-
tiere (s. d.) und Maulesel (s. d.), ungemein nützliche
und in Gebirgsgegenden kaum durch andere ersetz-
bare Reit- und Lasttiere. Die Esels milch enthält
mehr Milchzucker, dagegen ungleich weniger Butter-
und Käsestoff als die Milch anderer Säugetiere und
wird als leicht verdaulich und nährend oft in Krank-
beiten verordnet, wo große Störung und Erschlaf-
fung der Verdauungsmnktionen vorwalten.