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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eselsbrücke - Eskadron
Eselsbrücke, Hilfsmittel zum Verständnis eines
sremden Schriftstellers, das den Zweck hat, dem
Lernenden das eigene Nachdenken zu erfparen, also
auf dessen Faulheit und Trägheit berechnet ist. Die
Bezeichnung E. soll man zuerst der Schrift "8uzi6i'
5Ujninnw3" von Joh. Buridan, die "aswi pous"
(d.i. E.) genannt wurde, beigelegt haben. Heute
nennt man E. soder Schwarten, Klatschen) im gym-
nasialen Sprach gebrauche die aus pädagogischen
Gründen verbotenen wörtlichen Übersetzungen der
gelesenen fremden Schriftsteller.
Eselsbrüder, s. Trinitarierorden.
Gselsdistel, s. Ouoporäon.
Efelsfest (lat. t'68wm ^Worum), ein im Mittel-
alter an einigen Orten in Frankreich (Rouen, Sens,
Beauvais) und Spanien gefeiertes Volksschauspiel,
bei dem zur Erinnerung an den redenden Esel Bi-
leams, der zu den Verkündern der Ankunft Christi
gezählt wurde, oder au die Flucht nach Ägypten ein
Efel, in letzterm Falle mit einer darauf sitzenden
Jungfrau mit einem Kinde, in die Kirche geführt
wurde. Damit wurde allerlei Unfug verbunden;
so wurde bei der Messe.(Eselsmesse) Ja statt
Amen geantwortet und statt des 1w missa 68t
wurde Hinham gesungen. In Deutschland wurde
vielfach am Palmsonntag bei der zur Erinnerung
an den Einzug Christi in Jerusalem gehaltenen
Prozession ein hölzerner Esel mit oder ohne ein
Bild Christi darauf mitgeführt (in Salzburg bis
1783). Solcher Palmefel besitzt das Germanische
Museum in Nürnberg mebrerc. - Vgl. Didron, ^n-
nai68 arH60ioFiyu68, VII, 26: XV, 673; XVI, 26.
Gselsgurke, Pflanzenart, s. ^odailium.
EselshauptoderEselshoofd,imSchiffswesen
ein eifernes oder hölzernes Joch, welches die Mars-
stengen (s. d.) am Topp (s.d.) der Untermasten (s. Mast)
sowie die Vramstengen (f. Stengen) am Topp der
Marsstengen in Verbindung mit den Salings (s.d.)
festhält. In erstcrm Fall heißt es Unteresels-
haupt, in letzterm Vrameselshaupt. Das E.
greist mit einem viereckigen Loch über den Masttopp
und hat vorn ein rundes Loch zum Durchlassen der
Gselshoofd, s. Eselshaupt. ^Stengen.
Efelshuf, s. Klappmuschel.
Eselslehen, im Mittelalter die Verpflichtung
bestimmter Familien in vielen deutschen Städten,
den Esel zu stellen, auf dem die Frauen, die ihre
Männer geschlagen hatten, oder Verbrecher, von
dem Büttel geführt, durch die Stadt reiten muhten.
Eselsmesse, s. Eselsfest.
Efclsrücken (in der Architektur), s. Bogen.
Esenbeck, Botaniker, s. Nees von Esenbeck.
Esens, Stadt im Kreis Wittmund des preuß.
Reg.-Vez. Aurich, 4 1cm von der Nordseetüste, am
südl. Rande der Marsch, an der Nebenlinie Emden-
Georgshcil-Iever (Ostfrief. Küstenbahn) der Prcuß.
Staatsbahnen, Sitz eines Amtes und Amtsgerichts
(Landgericht Aurich), hat (1890) 2098 E., darunter
89 Israeliten; Post zweiter Klasse, Telegraph; evang.
Kirche mit Grabmälern fries. Häuptlinge, Metho-
distenkapelle, Synagoge, Genossenschaftsdank; Acker-
bau, Pferde- und Rindviehzucht, Pferde- und Vieh-
märtte. Von dem4Kin nordwestlich gelegenen Küsten-
orte Bensersiel ist im Sommer Dampferverbindung
nach den Seebädern Langeoog und Spiekeroog. E.
war Hauptort des Harlingerlandes (s. d.).
Gferm oder Physostigmin, das neben Cala-
barin den Calabarbohnen, den Samen von?K)^
303tiFina V6N6N08UM Fsl?/., eigentümliche giftige
Alkaloid von der Zusammensetzung (^IlIiXgOz,
bildet rhombische Krystalle oder eine gelbe, amorphe,
bei 45" schmelzende Masse, in allen Lösungsmitteln
löslich, wird beim Kochen mit Wasser, ebenso durch
Licht- oder Luftzutritt rasch zersetzt und färbt sich
dabei rot. Das E. kommt hauptsächlich in der
Augenheilkunde zur Verwendung, verengt, in den
Vindehautsack gebracht, die Pupille und spannt den
Accommodationsmuskel an. - Das Cala barin
(1876 von Harnack und Witkowsky entdeckt) unter-
scheidet sich vom E. dadurch, daß es in Äther unlös-
lich ist, sowie durch seine physiol. Wirkung, indem
es bei Fröschen, ähnlich dem Strychnin, Tetanus
hervorruft, während E. Lähmung des Gehirns und
Rückenmarks bewirkt.
Gsher (spr. ihsch'r), Dorf in der engl. Graffchaft
Surrcy, 22 km im SW. von London. Esher-
Place, einst Schloß des Kardinals Wolfey, ist jetzt
umgebaut. Im nahen Sandownpark werden
Pferderennen (83.näo^n-R3,c68) abgehalten.
Gsino (auch Iesino), Fiume di Iesi oder
Fiumesino, der Asis der Römer, Fluh im ital.
Compartimento Marche (die Marken), entspringt
westlich von Matelica in der Provinz Macerata
aus dem Ostabhang des Römischen Apennin, tritt
gleich darauf in die Provinz Ancona, stießt zuerst
nach N., dann nach NO., berührt Iesi und mündet
nach einen: Laufe von 52 km westlich von Ancona
an versandetem Ufer ins Adriatische Meer.
Esinokalk, lichtgraue, petrefaktenreiche Kalk-
steine, die in den südl. Alpen den untern Keuper
Deutschlands vertreten, also der obern alpinen
Trias angehören.
Esito (ital.), Ausgang, Ausfuhr; Esito-
waren, Ausfuhrwaren; Efitozoll, Ausfuhrzoll.
Esk, Name mehrerer Flüsse in Schottland, Eng-
land und Irland. Darunter: 1) Der E., entspringt am
Fuße des Ettrick-Pen (688 m), durchstießt die schott.
Grasschaft Dumfries, tritt in die engl. Grafschaft
Cumberland, um, nach einem Laufe von 60 km, in.
den Solway-Firth zu münden. Hauptnebenstuß ist
der Liddel (s. d.). - 2) Der Süd esk, 79km lang,
fließt nach SO. aus dem Esksee im nordöstl. Teil
der schott. Graffchaft Forfar, berührt Brechin und
müudet in die Bai von Montrofe. - 3) Der
Nordesk, entspringt ebendort, hat einen Lauf von
47 km und ergießt sich 6 km nördlich von jenem
ebenfalls in die Nordfee.
Eskadre (frz., spr. -kahdr), Geschwader.
Eskadron (frz., spr. -dröng), Schwadron, Be-
zeichnung für die taktische Einheit der Kavallerie,
war ursprünglich im 16. und Anfang des 17. Jahrh.
Bezeichnung einer Stellungsform, indem man unter
ZHUNliron (von Huaära) jeden viereckig geformten,
d. h. aus mehrern hintereinander stehenden Com-
pagnien gebildeten Schlachthaufen verstand ohne
Unterschied der Waffengattung. Später wurde mn
E. eine fast in allen Heeren aus je 2 Compagnien,
bestehende Kavallerieabteilung bezeichnet; die im
preuß. Regiment Garde du Corps bis 1889 bei-
behaltene administrative Einteilung der E. in 2 Com-
pagnien und die in England noch jetzt bestehende
Zusammensetzung der E. aus zwei administrativ
selbständigen Troops ist ein Nachklang der histor.
Entwicklung der E. - Die Kriegsstärke einer E.
beträgt fast in allen Heeren ungefähr 150 Pferde.
Eine Anzahl E. izur Zeit in Rußland, Osterreich und
Italien je 6, in Deutschland und Frankreich je 5,
in England je 4) bilden ein Regiment; in Deutsch-