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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Etappenstraße - Etex
Noßarzt, ein Telegraphendirektor, ein Postdircktor,
ein Civilverwalwngsbeamter und die Etappen-
kommandanten, sowie anch die zur Sicherung
des Etappengebietes bestimmten Truppen
unterstellt sind. In Deutschland ist das Etappen-
wesen durch die Kriegsetappenordnung vom 3. Sept.
1887 geregelt. - Vgl. Cardinal von Widdern, Der
tleine Krieg und der Etappendienst (2 Tle.,Lpz. 1892).
Gtappenftratze, s. Etappe. sphentrupp^n.
Gtappen-Telegraphendirektion, s. Telegra-
Etappenwefen, der Inbegriff der zur Einrich-
tung und Erhaltung der Etappenlinien (s. d.) er-
forderlichen Einrichtungen.
Etat (frz., spr. etah), Stand, Zustand, Staat. In
der Staatshaushaltungslehre ist E. der Voranschlag
der Einnahmen und Ausgaben und insofern gleich-
bedeutend mit Budget (s. d.). Gewöhnlicher noch be-
dient man sich dafür des Ausdrucks Staatshaus-
halts-Etat, während man E. schlechthin mehr von
den einzelnen Teilen des Budgets gebraucht, z. B.
E. des Ministeriums des Innern. Etatsmäßig
heißt demnach im Staats- oder Gemeindehaushalt
das, was mit den angenommenen Festsetzungen über-
einstimmt, im Gegensatz zu dem bloß Transitorischen,
z.B. den persönlichen Zulagen für einzelne Dienste,
daher man wohlvoneinerEtatisierung gewisser
Gehalte, d. h. ihrer Aufnahme in den bleibenden E.,
spricht. Beim Militär ist etatsmäßig das, was
zum eigentlichen Bestände gehört und in den Listen
aufgeführt ist. Ausgaben, welche ihrem Gegen-
stande nach im Etatsgesetz vorgesehen sind, deren
Höhe aber die im E. ausgeworfenen Summen über-
steigen, heißen Etatsüberschreitungen; Aus-
gaben oder Einnahmen, welche im E. gar nicht in
Aussicht genommen sind, außeretatsmäßige.
Der außerordentliche E. umfaßt in dem Staats-
voranschlag, dem Budget, was Einnahme und Be-
darf betrifft, das vorübergehend, einmal oder doch
unperiodisch Auftretende und bildet, da er fast nur
neue Forderungen enthält, hauptsächlich den Gegen-
stand parlamentarischer Behandlung und Bewilli-
gung. (S. im übrigen Budget.)
Etatisierung, s. Etat.
^ta.t-lnazor-A6nera.I (frz., fpr. etah mafchohr
scheneräll), Generalstab.
Hta.t3 Feneraux (spr. etah scheneroh), in Frank-
reich Name der Reichsstände, die, erwachsen aus
ältern feudalen Versammlungen, zum Zwecke der
Bewilligung besonderer königl. Anforderungen zu-
sammenberufen wurden. Sie nahmen eine allge-
meine und umfassende Gestalt erst seit dem,14. Jahrh,
an; 1355 trugen sie zuerst den Namen ^. 3.; seit-
dem wurden sie bis 1614 wieder und wieder be-
rufen: kcin festes Recht verfügte ihren Zusammen-
tritt. Der Grundsatz, daß neue Auslagen der stän-
dischen Bewilligung bedürften, wurde oft aufge-
stellt, aber niemals voll und dauernd anerkannt.
Nur wenn die Krone durch Bedürfnisse oder Nöte
stark gedrängt war, berief sie die Reichsstände;
diese ihrerseits, infolge des seltenen Zusammen-
trittes polit. Vorbildung entbehrend, vermochten
auch in günstigen Zeiten sich keine verfassungs-
mäßige Stellung zu sichern und sind so niemals zu
einer ständigen Einrichtung geworden wie das engl.
Parlament oder wie die Reichstage in Deutschland.
Die Ü. 3. begleiteten die Wirren dcr engl. Kriege
in Frankreich (Mitte 14. bis Mitte 15. Jahrh.);
Ludwig XI. berief sie einmal; ihre klassische Zeit
liegt zwischen 1484 und 1614; 1484 sprachen sie
sich gegen Ludwigs XI. Absolutismus aus; erst
1560/61 wieder berufen, gaben sie der Unruhe und
den Wünschen der beginnenden Hugenottenzeit
Ausdruck; 1576, 1588 steigerte sich in ihnen der
ständische Gegensatz gegen das schwache und doch
absolutistischeRegimeittHeinrichs III. und die kath.
Ausschließlichkeit; 1614, nach Heinrichs IV. Tode,
traten sie zuletzt zusammen; doch zeigte sich schon
damals ihre innere Uneinigkeit, der dritte Stand
zog die volle Hingabe an die einheitliche und ord-
nende Monarchie vor. Die neue stärkere Unruhe
vor der großen Revolution rief wieder nach Reichs-
ständen; sie traten 5. Mai 1789 zusammen, wurden
aber alsbald des ständischen CharaNers entkleidet
und leiteten die Revolution selber ein. (S. Frankreich.)
Nicht in ihrcr^polit. Wirksamkeit ruht die histor.
Bedeutung der 1^. F., die war gering; wohl aber
sind ihre Verhandlungen, die Hefte (caliiki^) von
Wünschen und Beschwerden, die sie nach Ständen
(Klerus, Adel, dritter Stand) aufzustellen und dem
Könige einzureichen hatten, Zeugnisse der innern
polit. Entwicklung Frankreichs: sie spiegeln die
fortschreitenden Ansprüche des dritten Standes,
des Bürgertums, wieder in seinem Bündnisse mit
dem Königtums und mit dessen Centralisationsbe-
strebungen im Kampfe mit dem bevorrechteten Adel.
Viele der in den Heften ausgesprochenen Wünsche
haben Stoff zu neuen bedeutsamen Gesetzen gegeben.
- Vgl. Picot, Hi8t"ir6 d68 6.3. (4 Bde., Par. 1872;
neue Ausgabe, 5 Bde., ebd. 1888): Thierry, N33K1
8nr 1'iii8wii'6 äu ti6l8 6tat (ebd. 1853).
Etawa, Distrikt in Ostindien, s. Itawa.
sto., Abkürzung für et cetöi-a (lat., "und das
übrige"), gleichbedeutend mit "u. s. w.".
Nt S30 in ^rokäia, s. Nt in ^.i'cNäia, 630.
Gten, Hafenstadt im Depart. Lambayeque der
südamerik. Republik Peru, mit Ferrenafe durch Eisen-
bahn über Chiclayo und Lambayeque verbunden,
hat (1890) 3000 E., Baumwollindustrie, Anferti-
gung von Strohhüten und Hängematten.
Gtendieren (frz., ctang", ausbreiten; ^tenäus
(spr. etangdüh), Ausdehnung (räumlich und zeitlich),
Strecke, Umfang, Bereich.
Eteökles, der Sohn des Oidipus (s. d.), Königs
voll Theben, und der Iokaste, der Bruder des Poly-
neikes, kam mit diesem überein, abwechselnd ein
Jahr um das andere die Regierung zu führen, hielt
ader diesen Vertrag nicht. Polyneitcs wandte sich
hilfesuchend an Adrastos (s. d.), welcher, um ihm zu
seinem Rechte zu verhelfen, mit fechs andern Fürsten
den berühmten Zug der Sieben gegen Theben unter-
nahm. Theben ward nicht erobert, E. aber und
Polyneikes töteten sich gegenseitig im Zweikampf.
Da er als Verteidiger der Vaterstadt gefallen,
wurde er ehrenvoll bestattet, während Polyneikcs
(s. d.) unbeerdigt liegen blieb. Äschylus' "Sieben
gegen Theben" und Euripides' "Phönissen" haben
diese Sage zum Gegenstand.
Gteostichon (grch.), s. Chronogramm.
Etcsien (grch., "Jahreswindc"), soviel wie Mon-
sune (s. d.).
Gtex, Antoine, franz. Bildhauer und Maler, geb.
20. März 1808 in Paris, ging aus der klassischen
Schule Ingres' und Pradiers hervor und besuchte
die Akademie. 1829 erlangte er für seinen Hyacinth
dcn Romprcis, ging für zwei Jahre nach Italien
und bereiste dann Algier, Corsica,Spanien,Deutsch-
land und England. Im Salon 1833 stellte er die
Kolossalgruppe: Kain und sein Geschlecht von Gott