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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Europe - Eurymedon
über die aus europ. Kolonien entstandenen über-
seeischen Staaten ausgedehnt, während die nicht
europ. und nicht christl. Staaten an dieser Völker-
rechtsgemeinschaft nur einen beschränkten, durch
positive Thatsachen des Völkerrechtsverkehrs und
ihre Annäherung an das Wesen der europ. Ge-
sittung bestimmten Anteil haben. (Vgl. Heffter,
Das E. V. der Gegenwart, §§. 6,7, und Holtzendorff,
Handbuch des Völkerrechts, I, §z. 3-5.) In der
diplomat. Sprache ist das E. V. manchmal, wie iu
Art. 7 des Pariser Vertrags vom 30. März 1856,
als europ. öffentliches Recht bezeichnet worden.
Guröpe (lat. Europa), nach der Ilias eine
Tochter des Phoinir, nach Herodot und andern eine
Tochter des Königs Agenor von Phönizien und der
Telephassa, die Schwester des Kadmos, gewann die
Liebe des Zeus, der, um sie zu besitzen, sich in einen
Stier verwandelte und in dieser Gestalt an den
Ufern des Meers bei Sidon oder Tyrus erschien,
wo sie mit ihren Gespielinnen lustwandelte. E. fand
den Stier so herrlich und so zahm, daß sie es wagte,
ihn zu besteigen, worauf dieser mit seiner Beute
dem Meere zueilte und nach der Insel Kreta hinüber-
sckwamm. Hier verwandelte er sich in einen schönen
Jüngling, der mit ihr unter oder in einer Platane
den Minos und Rhadamanthys, nach Hesiod u. a.
auch den Sarpedon zeugte. Später vermählte sich
E. mit Asterion, dem Könige von Kreta, dessen
Name "der Gestirnte" ursprünglich offenbar nur
ein Beiname des Himmels- oder Sonnengottes war,
wie E. selbst wohl eine Mondgöttin ist. - Darge-
stellt ist am häusigsten der Ritt der E. auf dem
Stiere, auf Münzen erscheint sie aber auch in den
Zweigen der erwähnten Platane sitzend, oft von
einem Adler begleitet. - Vgl. O. Iahn in den
"Denkschriften der Wiener Akademie von 1870"
und Overbeck in der "Griech. Kunstmythologie",
Bd. 2, Tl. 1 (Lpz. 1873).
Europhen, Ifodutylorthokrefyljodid,
entsteht durch Einwirkung von Jod auf Isobutyl-
orthokresol, ist ein gelbes, amorphes, in Wasser un-
lösliches, in Alkohol und Äther leicht löslicheo
Pulver von schwachem safranartigem Geruch und
hervorragenden antiseptischen Eigenschaften und
wird neuerdings wegen feiner Ungiftigkeit und fei-
nes fchwachen Geruchs als Ersatzmittel des Jodo-
forms in der^hirurgie vielfach verwendet.
Guroporama, f. Panorama. j^wind.
Euros (grch.; lat. Eurus), der Ost-, Südost-
Gurotas, der bedeutendste Fluß derpeloponnes.
Landschaft Lalonien, heutzutage Iri genannt, ent-
springt auf einerHochebene des südöstl. Arkadiens un-
weit Velemina aus mehrern kleinen Bächen und stießt
zunächst durch ein ungefähr 30 km langes enges
Thal, die antike Tripolis. Nachdem er von Osten
her seinen bedeutendsten Nebenfluß, den Oinus (zetzt
Becken von Sparta (s. d.), durchfetzt dann eine durch
die östlichsten Vorsprünge des Taygetos und durch
die südwestl. Ausläufer des Parnon umrahmte, von
den Alten Aulon genannte Schlucht und mündet in
einer sumpfigen Schwemmlandebene, zwischen Gy-
theion und Helos, in den lakonischen Meerbusen.
ünrotinin I^'nk, Pilzgattung aus der Familie
der Perisporiaceen (s. Pyrenomyceen), mit ^8p6r-
Filius jetzt zu vereinigen, da man nachgewiesen hat,
daß die als N. IiLi-dNi-ioruin ^mk beschriebenen
Fruchtkörper oder Perithecien in den Entwicklungs-
gang von ^Lp6i-Fi1w8 FltwcuL I^'nA gehören. Diese
Perithecien sind kleine goldgelbe Kügelchen, die oft
auf faulenden Pflanzen, auf Fruchtfäften u. dgl.
einen goldgelben Überzug bilden. (S. ^8p6rFi1w8.)
Euryale, eine von den Gorgonen (s. Gorgo).
Euryalos, Sohn des Mekisteus aus Ärgos,
nahm nach der griech. Sagendichtung am Zuge der
Epigonen (s. d.) gegen Theben, nach einigen auch
am Argonautenzug teil; in der Ilias zählt er zu
den Genossen des Diomedes von Troja. - Ein an-
derer E., Sohn des Odysseus und der Euippe in
Epirus, wohin jener sich nach seiner Rückkehr nach
Ithaka begeben haben sollte, war der Held einer
sophokleischen Tragödie: E. ward von seiner Mut-
ter nach Ithaka geschickt, aber von Odysseus, dem
Penelope einredete, E. stelle ihm nach, getötet, be-
vor er erfuhr, daß E. fein Sohn sei.
Gurybiädes, der Führer des spartiatischen
Flottenkontingents und zugleich der Oberanfübrer
der großen Bundesftotte, welche die zum Kampse
gegen die Perfer vereinigten griech. Staaten im
Sommer und Herbst 480 v. Chr. ausrüsteten. In
dieser Stellung focht er in den Schlachten bei Arte-
mifium und Salamis.
Gurydice, f. Eurydike. - E. ist auch der Name
des 75. Planetoiden.
Gurydike (lat. Eurydice),inder griech. Mytho-
logie eine Dryade, die Gemahlin des Orpheus ss.d.).
Gurykleia, nach der Odyssee die Amme des
Odysseus und treue Pflegerin des Telemach. Sie
erkannte den verkleideten und von Athene entstellten
Odysseus, als er, ohne sich noch zu erkennen zu geben,
in sein Haus zurückgekehrt war, beim Fußwaschen
an einer Narbe, ward aber von ihm sofort am Re-
den gehindert und zum Schweigen bis nach Vollzug
der Rache an den Freiern verpflichtet. - E. ist auch
der Name des 195. Planetoiden.
Hnr^1a.siniaa.s, s. Hornrachen.
Gurylöchos, der Anführer derjenigen von
Odysseus' Gefährten, welche dieser auf der Infel
der Kirke auf Kundschaft vorausschickt. Wäbrend
alle seine Genossen von Kirke in Schweine verwan-
delt werden, entgeht E. vorsichtig der Gefahr und
meldet Odysseus den Verlust. In der Unterwelt
halten E. und Perimedes die Opfertiere, die Odys-
seus darbringt. Auf der Insel Tbrinakia verführt
E. die von Hunger gequälten Gefährten des Odys-
feus, von den Rindern des Sonnengottes Helios
einige zu schlachten. Dies führt den Untergang
aller mit Ausnahme des Odysseus herbei, da Zeus
auf Bitten des Helios das Schiff mit dem Blitze trifft.
Gurymachos, Sohn des Polybos, einer der
anmaßendsten Freier der Penelope, wirft nach dem
als Bettler verkleideten Odysseus mit einem Sche-
mel. Beim Beginn des Kampfes versucht er eine
Versöhnung herbeizuführen, wird aber von Odysseus
erfckofsen.
Gurymödon, jetzt Köprü-su, Fluh an der
Südküste Kleinasiens, entspringt in Pisidien und
mündet in Pamphylien unterhalb der alten Stadt
Aspendos in das Mittelmeer; er ist berühmt durch
den Doppelsieg, welchen Kimon 466 v. Chr. über
die pers. Flotte und das Landheer erfocht.
Eurymedon, athen. Feldherr, wurde 427
v. Chr. mit einer Flotte nach Kerkyra und 425 nach
Sicilien gefandt, wo er bis 424 blieb, ohne jedoch
etwas auszurichten. Für diesen MißcNola, wurde
er zu einer Geldstrafe verurteilt. 414 schickten ihn
die Athener mit zehn Kriegsschiffen zum zweiten-
mal nach Sicilien zur Verstärkung des Syrakus