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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fachingen - Fachschulen
Fachingen, Dorf im Unterlahntreis des preuß.
Reg.-Bez. Wiesbaden, bei Diez, links an der Lahn
und an der Linie Oberlahnstein-Wetzlar der Preuß.
Staatsbahnen, bildet mit dem Dorfe Birlenbach
eine Gemeinde von 810 E. und ist bekannt durch
das 1745 entdeckte Fachinger Wasser. Dieses
entspringt dicht am Ufer der Lahn in mehrern
Quellen (seit 1886 neu gefaßt) und gehört zu den
stärksten alkalisch-salinischen Mineralwässern Deutsch-
lands; es enthält 3,75 pi'o iniiie doppeltkohlensaures
Natron, hat eine Temperatur von 10" 0., einen ange-
nehmen erfrischenden Geschmack und viel Kohlensäure
(jährliche Versendung 500000 Kruge und Flaschen).
(5s wird gebraucht gegen Schleimanhäufungen in
den Nnterleibsorganen, gegen Mund-, Rachen-,
Magen- und Darmkrankheiten. Die Vrunnenver-
waltung ist königlich. In der Nähe große Kalk- !
steinbrüche und Eisensteingruben von Krupp in Essen.
Von der Schaumdurg her führt die Fachinger Eisen-
bahnbrücke über die Lahn und jenseit der Fachinger
Tunnel (426 iu) nach Diez.
Fachlehrersystem, s. Fachsystem.
Fachr al-din al-Räzi, Mohammed ibn'
Omar, auch Ibn al - Chatib genannt, Mohammed.
Philosoph und Theolog, wurde 1149 zu Rajj ge-
boren, wo sein Vater, Dhija al-din 'Omar, ein hoch-
geachteter Gelehrter war. Nachdem er seine Studien
in seiner Vaterstadt begonnen hatte, folgte er seinem
Lehrer Medsch al-din äl-Dschili nach Meragha und
trieb unter seiner Leitung besonders philos. Stu-
dien. Bald erlangte er selbst den Ruf eines hervor-
ragenden Theologen und Philosophen, der auf sei-
nen Reisen, während welcher er in den verschieden-
sten Städten Mittelasiens theol. Vorträge hielt, in
die weitesten Kreise drang. F. starb 1210 in Herat.
Er verfaßte eine große Anzahl theol., philof., philol.,
histor. und mediz. Werke und Kommentare. Sein
größtes und berühmtestes Werk ist der große Koran-
kommentar "NüNtin Hl-AQ3.ib", der vielseitigste un-
ter den vorhandenen Kommentaren, eine wahre En-
cyklopädiealler auf diesem Gebiete bis zum 12. Jahrh,
geleisteten Vorarbeiten (beste Ausgabe Bulat 1278
derHidschra, in sechs starten Quartbänden', noch-
mals gedruckt ebd. 1289 der Hidschra; außerdem
giebt es Stambuler Drucke dieses Werkes).
Fachschulen, im weitcrn Sinne im Gegensatze
zu den Schulen, welche eine allgemeine Bildung be-
zwecken (wie die Volksschule, höhere Bürgerschule,
Realschule, Oberrealschuk', das Realgymnasium,
Gymnasium), diejenigen Lehranstalten, dcrou Haupt-
zweck die Ausbildung ihrer Schüler für einen be-
sondern Berufszweig ist. Sie treten in drci Stu-
fen auf, die sich durch Nuterrichtsweise und Unter-
richtszweck, durch Aufnahmealter und Knrsusdauer
linterscheiden. Nicht selten finden sich F. verschiedener
^tufe unter gemeinsamer Leitung vereinigt. (Vgl.
Gewerbeschulen.)
Die oberste Stufe der F. bilden die Tc ch n i -
schen Hochschulen (s. d.) und die meisten der als
Akademien bezeichneten Lehranstalten (Bergakade-
mie, Forstakademie, Landwirtschaftliche Akademie,
Tierärztliche Akademie). Sie zeigen eine grund-
sätzlich nahestehende Ausbildung in allen Staaten
abendländ. Kultur; nur sind in einigen Staaten,
besonders in Frankreich, die F., die sich in Deutsch-
land zu grösiern Gruppen als Technische Hochschulen
vereinigt haben, vorwiegend getrennt organisiert.
Diese F. der Hochschulstufe haben die Aufgabe, alle
Wissenschaftszweige und Künste zu fördern und zu
überliefern, die ihrem sachlichen Gebiete dienen; sie
wollen ihre Schüler zu einer geistig führenden Stel-
lung, insbesondere für den Staatsdienst in ihrem
Fache geschickt machen und fordern mit Ausnahme
der Kunstakademien bei der Aufnahme den Nachweis
einer höhern allgemeinen Bildung, in Deutschland
meist das Reifezeugnis eines Gymnasiums, Real-
gymnasiums oder einer Oberrealschule.
In mannigfachen Übergängen erscheinen die F.
mittlerer Stufe. Sie haben nur das gemein-
fam, daß sie für bevorzugte Stellungen des Be-
rufes, dem sie gewidmet sind, vorbereiten, ohne ihre
Zöglinge so lange der praktischen Erwerbsthätigkeit
zu entziehen, wie es die Hochschulen teils zum
Zwecke der von ihnen vorausgesetzten allgemeinen
Bildung, teils zum Zwecke einer umfassendern künst-
lerischen und wissenschaftlichen Fachbildung thun
müssen. In diese Abteilung der mittlern F. gehören
viele Handelsschulen (s. d.), die Landwirtschafts-
schulcn (s. d.), Kunstgewerbeschulen (s. d.), Schisf-
fahrtsschulen (s. d.) sowie ferner eine große Zahl ge-
werblicher oder technischer Schulen. Diese techni-
schen Schulen der Mittelstufe treten in zwei Haupt-
formen auf, die sich trotz der zwischen ihnen vor-
kommenden Übergänge deutlich ausprägen, in der
Form der höhern Gewerbeschule und einer niedern
Form, zu der die Werkmeisterschulen (s. d.) und
die Baugewerkenschulen (s. d.) gehören und zu der
man auch die Vergschulen (s. d.) rechnen kann.
Die Schulen der höhern Form bilden für leitende
Stellungen in Fabriken und Geschäftshäusern vor
(Direktoren, Konstrukteure), die der niedern für die
Vertrauensposten der Großindustrie, für Werk-
führer, Poliere u. dgl., sowie für selbständige Füh-
rung im Kleingewerde. Die letztern Schulen bieten
Übergänge zu den F. im engern ^inne und sind
zum Teil mit diesen verbunden.
Die unterste Stufe des Fachschulwesens bilden
die Schulen, welche eine nicht für auserwählte Po-
sten, sondern für alle jüngern Fachgenossen be-
stimmte, die praktische Ausbildung der Lehrlinge
ergänzende, zum Teil ersetzende (vgl. Lehrwerkstät-
ten) Schulung beabsichtigen, daher auch keine andere
allgemeine Bildung voraussetzen, als die der Volks-
schule. Hausindustrieschulen oder Handarbeitsschu-
len (s. d.) für industrielle Zwecke wenden sich sogar
vorwiegend an volksschulpflichtige Kinder. Die-
jenigen gewerblichen Schulen dieser Stufe, welche sich
nicht auf einen bestimmten Berusszweig beschrän-
ken, sondern eino allgemeine gewerbliche Ausbil-
dung, vor allem im Zeichnen, bezwecken, heißen
Gewerbliche Fortbildungsschulen (s. d.),
auch manchmal, in Baden sogar allgemein, Ge-
werbeschulen. Die andern F. der untern Stufe
werden als F. im engern Sinne zusammengefaßt
und in landwirtschaftliche, gewerbliche, kunstgewerb-
liche und kaufmännische F. unterschieden. Gewerb-
liche F. haben also im Gegensatz zu den gewerblichen
Fortbildungsschulen die Ausbildung für einen be-
stimmten Vcrufszweig im Auge; sie werden beson-
ders von Innungen und Großindustriellen erhalten,
während die gewerbliche Fortbildungsschule ge-
wöhnlich von Gemeinden und gewerblichen Vereinen
gefördert wird. Zu den F. im engern Sinne ge-
hören die Ackorbauschulen ls. d.), Försterschulen
(s. d.), Gartenbauschulen (s. d.), Lehrmeiereien,
dre Schulen für Handlungslehrlmge (s. Handels-
schulen), die Hausindustrieschulen und eine große
Zahl gewerblicher Lehranstalten, die in folgenden