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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Failsworth - Fairfax
völlig unthätig bei Vitsch, deckte jedoch mit einer
Division nach der Schlacht bei Wörth den Rück-
zug des 1. Korps (Mac-Mahon) und führte sein
Korps nach Chalons zurück. Bei dem Vormarsch
der neugebildeten Armee gegen die Maas unter
Mac-Mahon wurde F.s Korps infolge unzureichen-
der Sicherungsmahregeln 30. Aug. 1870 im Biwak
bei Beaumont überfallen und zum Nückzuge ge-
zwungen. Seine Niederlage hielt vorzugsweise den
Marsch Mac-Mahons auf und gewährte der deut-
schen Dritten Armee die zur Umgehung des franz.
Heers erforderliche Zeit. Am Tage der Schlacht
von Eedan (1. Sept.) mußte F. noch vor Beginn
des Kampfes das Kommando des 5. Korps an
Wimpsfen abgeben, blieb aber als Zuschauer bei
der Armee und geriet mit ihr in Kriegsgefangen-
schaft. F. wurde wegen seiner Unthätigkeit während
der Schlacht von Wörth sowie seiner Unvorsichtig-
keit beiVeaumont heftig angegriffen und suchte sich
in der Schrift "OaniMZiio ä6 1870. 0p6i-3.tioii3 et
mare1i68 äu 5"'^ corps" (Vrüss. 1871) gegen diese
Anschuldigungen zu verteidigen. Nach dem Frieden
wurde F. nicht mehr im aktiven Dienst verwendet.
Er starb 15. Nov. 1892 in Compiögne.
Failsworth (spr. sehlswörth), Stadt in der
engl. Grafschaft Lancaster, Station der Linie Man-
chester-Oldham-Noyton der Lancashire- und Dork-
shirebahnen, hat (1891) 10425 E. und bedeutende
Industrie.
Fain (spr. fang), Agathon Jean Fr^dsric, Baron,
erster geheimer Sekretär Napoleons I., geb. 11. Jan.
1778 zu Paris, wurde schon im Alter von 16 I.
Sekretär des Militärausschusses des Nationalkon-
vents. Nach dem 13. Vend^miaire des I. IV (5. Okt.
1795) kam er durch Barras und Letourneur in die
Bureaus des Direktoriums. Unter dem Konsulat
wurde er 1799 Abteilungschef in der Archivverwal-
tung und bald darauf Staatssekretär. Als Vor-
steher der Staatsarchive kam er 1806 in das ge-
heime Kabinett des Kaisers, der ihn fortan stets in
seiner Nähe behielt und 1809 zum Baron erhob.
Nachdem F. Anfang 1813 Kabinettssekretär des Kai-
sers geworden war, verließ er ihn nicht mehr bis zu
seiner Abdankung in Fontainebleau. Mit der Rück-
kehr der Bourbons verlor F. die Vorsteherschaft der
Archive. Nach Napoleons Rückkehr von Elba trat
er wieder in seine frühere Stellung, unterzeichnete
im Staatsrate das Protokoll vom 25. März, das
die Grundsätze enthielt, die dem Kaiser in Zukunft
als Richtschnur dienen sollten, und entwarf auch
das kaiserl. Dekret von demselben Tage, das alle
frühern Beschlüsse gegen die Vourbons von neuem
m Kraft setzte. Nach der zweiten Restauration ohne
Anstellung, veröffentlichte er mehrere Werke, die
zur Kenntnis der diplomat. Geschichte der damaligen
Zeit sehr brauchbare Materialien liefern. Es er-
schienen: "1^6 manu8erit cl6 1'an III" (Par. 1828'
deutsch Lpz. 1829), das eine Einleitung zur Ge-
schichte des Direktoriums sein sollte; "1^6 inHQusci'it
ä6 1812" (2 Bde., Par. 1827), "1.6 ma.uu3crit äo
1813" (2 Bde., ebd. 1824-25), "1.6 niHnuscrit äs
1814" (ebd. 1823-25). Nach der Iulirevolution
wurde F. im Aug. 1830 erster Kabinettssekretär des
Königs Ludwig Philipp, 1832 Generalintendant der
Civilliste, Staatsrat und Großoffizier der Ehren-
legion, 1834 Deputierter. Er starb 14. Sept. 1837.
r2.inea.nt (frz., fpr. fäneäng), nichtsthuend,
Müßiggänger, Faulenzer; 168 roi3 faiu6aiit8, die
letzten frank. Könige aus dem merowing. Hause.
Brockhaus' Konversations-Lexikon.. 14. Aufl. VI.
I'a.ir (engl., spr. fähr), angemessen, ehrenhaft.
Fairbairn (spr. fährbern), Sir William, bnt.
Ingenieur und Mechaniker, geb. 19. Febr. 1789 in
Kelso (Schottland), arbeitete als Lehrling in den
Kohlengruben von Percy Main, wo er mit George
Stephenson (s. d.) bekannt wurde. Nachdem er seit
1810 an verschiedenen Orten Englands als Tage-
löhner seinen Unterhalt erworben, lieh er sich 1826
in Manchester als Maschinenbauer nieder. Durch
seine bedeutenden Verbesserungen an Spinnmaschi-
nen erhielt er die Mittel zur Errichtung einer Fa-
brik und wendete von da an seine rastlose Thätigkeit
auch andern Zweigen der Technik, wie der Konstruk-
tion der Wasserrüder und der Untersuchung der
Festigkeit verschiedener Materialien zu. Um 1830
begann er sich mit Versuchen im Bau eiserner
Schiffe zu beschäftigen: 1831 gelang es ihm, eins
der ersten eisernen Schiffe zu stände zu bringen,
und 1835 gründete er in Millwall bei London eine
Echisfsbauanstalt, aus der bis 1849 120 eiserne
Schiffe sowie zahlreiche andere großartige Eisen-
konstruktionen hervorgingen. Zum großen Teil ver-
dankte er diese praktischen Erfolge den von ihm ein-
geführten Verbesserungen der Hilfsmaschinen; auch
konstruierte er die erste Nietmaschine für Kessel-
bleche sowie ein nach ihm benanntes Dampfkessel-
system (s. Dampfkessel, Bd. 4, S. 724 d). Vor-
zügliche Aufmerksamkeit schenkte er der Vervoll-
kommnung des Eisenbahnbaues, insbesondere der
Eisenbahnbrücken. Er stellte sorgfältige Unter-
suchungen über die zweckmäßigste Qucrfchnittsform
für Nöhrenbrücken an und beteiligte sich 1847-49
mit Robert Etephcnson am Bau der Vritannia-
brücke. F. wurde 1869 zum Varonet erhoben und
starb 18. Aug. 1874 in Moor-Park bei Farnham
i^urrey). Er war Mitbegründer und (seit 1861)
Präsident der Li-itisli ^Loeiatiou kor tk6 ^.ä-
vanc6M6nt of 8ci6nc6. F. schrieb: "^pM^^ion
ok irou to duiläiuF purp0868" (1854), "Ou ca,8t
knä ^rouFlit iron ior duiläinF pur^0868" (1864;
4. Aufl. 1870), "^. ti'63.ti86 ou iron 8kip duiläinF,
jt8 Qi8t0rx anä proFi-688" (1865), "00N8trncti0ii ot
d0Ü6i'3 3.11(1 doii6r 6xplo3ion8" (1851), "^. tr6ati86
0N Mi1l8 auä mili-nork" (2 Bde., 1861-63; 3. Aufl.
1871), "Iron, it8 Ki8tor^) pi-Op6rti68 anä proe68868
of mknufacwr6" (1861; 4. Aufl. 1878), "Il86kn1 iu>
Formation kor 6NFin66l8" (3 Serien, 1856-66).
Seine Biographie gab Pole (Lond. 1877; im Aus-
zuge ebd. 1878) heraus.
Fairbairnkessel (spr. fährbern-), s. Dampf-
kessel (Bd. 4, S. 724 d).
Fairfax (spr. fährfex), Thomas, Lord, engl.
General, aus alter begüterter Familie, geb. 17. Jan.
1612 zu Denton in Jorkshire, studierte in Cam-
bridge und machte seine militär. Schule in den Nie-
derlanden unter Vere durch, dessen Tochter er 1637
heiratete. 1640 focht er noch unter Karl I. gegen
die Schotten, stand aber seit Ausbruch des Bürger-
krieges auf Seite des Parlaments und wurde
21. Jan. 1645 zum Oberbefehlshaber der zu einem
Heereskörper vereinten Parlamentstruppen er-
hoben. Unter ihm reorganisierte Oliver Cromwell
diese und gab auch in der Entscheidungsschlacht
bei Naseby (14. Juni 1645) mit seiner Reiterei den
Ausschlag. Nach diesem Hauptschlage unterwarf
F. alles Land westlich von London, eroberte Bri-
stol und das feste Oxford. Vom Parlament be-
auftragt, den gefangenen König von den Schotten
in Empfang zu nehmen, geleitete er diesen nach
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