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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Falklandstrom - Fall (physikalisch)
winde herrschen vor. Eine Folge davon ist der völlige
Mangel an Vaumwuchs, doch giebt es niederliegen-
des Myrtengesträuch und besonders hohe, gerundete
Nasen von einer dicht verzweigten Doldenpflanze,
ttolax ßlßd^i'ia Oommn-F., deren harziges Gewebe
leicht Feuer fängt. Sonst ist das Tussokgras (vact^-
1i8 <^63Mo83. ^07'st.) mit seinen übermannshohen
Halmbüscheln noch bemerkenswert als Weide. Der
Weizen kommt selten zur Reife; Gerste und Hafer
gedeihen, ebenso alle europ. Gemüse. Steinkohle
tritt nicht in abbauwürdiger Menge auf. Die
Tierwelt ist arm. Es findet sich von einheimischen
Säugetieren ein nur hier vorkommender, aber mit
einer patagonischen Art nahe verwandter Fuchs
(?L6uäaIoiiex antareticu" FA"")) und eine Maus.
Landvogel sind 18 Arten (darunter 7 Raubvögel,
mehrere Finken, Tyrannen u. s. w., aber kein Ko-
libri) vorhanden, von denen 4 den Infeln eigen-
tümlich sind. Wasservögel sind zahlreich, besonders
Pinguine, von denen 8 Species hier angetroffen
werden. Amphibien und Reptilien sind nicht vor-
handen, wohl aber eine Anzahl zum Teil origineller
Küfer. Schweine, Pferde, Rinder und Kaninchen
sind verwildert. Seesäugetiere und Fische sind zahl-
reich an der Küste.
Haupterwerbszweig ist die Schafzucht (1891:
676000 Stück). Die wichtigsten Gegenstände der
Ausfuhr bilden Wolle, Schafe, gefrorne Hammel
(18287 Stück), Leder und Häute; eingeführt werden
Lebensmittel, Schiffsproviant und Baumaterialien.
Der Gesamtwert der Ausfuhr betrug 1891: 130752,
der der Einfuhr 67827 Pfd. St. Die Kolonie hat
etwa 10000 Pfd. St. Einkünfte und Ausgaben und er-
fordert leine Zuschüsse von: Mutterland. Hauptort ist
Port Stanley an der Nordostküste von Ostfalkland
mit 694 E. und einem fchönen, geräumigen Hafen.
Gesehen wurden die F. zuerst 14. Aug. 1592 von
John Davis, entdeckt von Rich. Hawkins 2. Febr.
1594. Der Engländer Strona gab (1690) der
Gruppe nach seinem Gönner, Lord Falkland, den
jetzigen Namen. Zahlreiche Fischer von St. Malo
fuhren jährlich hierher, nach ihnen heißen die In-
feln M alw in en.. Als erste Niederlassungen wurden
von Franzosen unter Bougainville 1763 Port Louis
auf der Osttüste von Ostfalkland, 1766 von Eng-
ländern Port Egmont auf einer Insel vor der Nord-
westküste von Westfalkland gegründet. Spanien
kaufte dann 1767 den Franzosen Port Louis ab und
zwang 1770 die kleine engl. Besatzung von Port
Egmont zur Kapitulation. Aber schon 1771 er-
;wang sich England die rechtliche Anerkennung der
Kolonie. Die Infeln blieben unbewohnt, bis 1820
von Buenos-Aires aus die Kolonisation unter einem
Deutschen Vernet wieder begonnen wurde. Infolge
eines Streites mit nordamerik. Robbenschlägern be-
schoß ein Kriegsschiff Port Louis und führte die
Kolonisten fort. Die F. wurden hierauf 1833 wieder
von England befetzt, und 1840 beschloß die Regie-
rung die Kolonisation, die guten Erfolg hatte. Doch
wird das engl. Besitzrecht von der Argentinischen
Republik angefochten. - Vgl. Dom Pernetty,
lliätoire ä'un V0)ÄZ6 aux ii63 Ng.l0uin63 (neue
Aufl., 2 Bde., Par. 1770); Dumont d'Urville, ?1or6
des NaIouinöL (ebd. 1825); Darwin, 0u tks F60-
lo^ ol t1i6 ^aManä 18163 (im "Huarteri^ Journal
oktiw 660i03ic2.1 gooiet^", II, 267, Lond. 1846).
Falklandstrom (spr. fahkländ-), s. Atlantischer
Ocean (Bd. 2, S. 39b).
Falkner, s. Falkenorden.
Falknerei, s. Beize und Falken.
Falknis (der), Berg des Nhätikon in den Allgäuer
Alpen (s. Ostalpen), erhebt sich an der Grenze von
Liechtenstein und Graubünden nördlich vom Prätti-
gau zu 2566 in Höhe. Westlich gegen das Nhein-
thal vorspringend, bildet er mit der gegenüber-
liegenden Calanda die Thalpforte, durch welche
der Rhein aus Graubünden in die Ebene hinaus-
tritt. Am Westfuße liegt der befestigte Bergpasl
Sankt Luziensteig (s. d.). j^und Falken).
Falkonerie (frz.tauconiiLrik), Falknerei (s. Beize
Falkonött, s. Falke (Geschütz).
Falköping (spr. faltfchöpping), Stadt im schwed.
Län Skaraborg, westlich vom Wetternsee, an den Li-
nien Stockholm-Göteborg der Westbahn, F.-Malmö
(380 km) der Südbahn und F.-Uddagarden, hat
(1891) 2829 E., eine schöne Kirche und Getreide-
handel. In der Nähe der steile Mösseberg (326 m)
mit Kaltwasserheilanstalt. - F. stammt aus dem
8. Jahrh. Auf der waldlosen Westgöta-Ebene bei
F. schlug 24. Febr. 1389 Margarete'von Dänemark
den schwed. König Albrecht entscheidend.
Fall, im grammatischen Sinne, f. Casus.
Fall oder freier Fall, die Bewegung gegen den
Erdmittelpunkt hin, die nicht unterstützte schwere
Körper in vertikaler Richtung, d. h. in der Rich-
tung eines freihängenden Lotes, annehmen. Ein
fallender Körper ist desto schwerer mit den Augen
zu verfolgen, je tiefer derselbe bereits gefallen ist,
und in gleichem Maße wird dessen Stoß auf die auf-
fangende Hand empfindlicher. Hieraus erkennt man,
daß die Geschwindigkeit des Körpers im Verlauf
des F. wächst. Galilei (1602) vermutete, daß die
Geschwindigkeit der Fallbewegung proportional
der Fallzeit wachse, d. h. daß die erlangte Endge-
schwindigkeit nach 2-, 3-, 4facher Fallzeit auch 2-,
3-, 4fach, daß fomit die Fallbewegung eine gleich-
mähig beschleunigte Bewegung sei (s. Bewegung,
Bd. 2, S. 934a). Ist ^ ^.....<. ^.".^
nach der ersten Fall-
sekunde, t die Fallzeit,
3 die Endgeschwindigkeit
6.
v die zugehörige End-
geschwindigkeit, so läßt
sich dieser Satz einfach
in der Form v^ ^t aus-
drücken. Denkt man ^
sich den Verlauf der Zeit
durch die gerade Linie
0^ (Fig. 1), das gleichmäßige Wachstum der Ge-
schwindigkeit aber durch die bis zur geraden 0L
hinanreichenden vertikalen Linien dargestellt, so
sieht man leicht, daß der in einer Fallzeit t zurück-
gelegte Fallraum 8 ebenso groß ist, als wenn der-
selbe mit der der halben Fallzeit entsprechenden hal-
ben Endgeschwindigkeit OD --- -^- -- ^ in gleich-
förmiger Bewegung zurückgelegt worden wäre;
denn in von dem Halbierungspunkt der Zeit gleich
weit abstehenden Zeitpunkten vorher und nachher
(N und 0) ist die Geschwindigkeit (N5 und 611)
um gleich viel kleiner und größer als die halbe End-
geschwindigkeit im tzalbierungspunkt. Was also in
der ersten Hälfte der Zeit gegen die gleichförmige Be-
wegung mit der Gefchwindigkeit ^ versäumt wird,
wird in der zweiten Hälfte nachgeholt, sodaß
3--^ -t wird. Mit Rücksicht auf v--Zt ist auch