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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fawkes - Fay (Joseph)
der Opposition gegen dieOrientpolitikBeaconssields
und wurde 1880 unter Gladstone Generalpostmeister.
Außer mehrern andern wichtigen Reformen führte
er besonders die Paketpost ein. Er starb 6. Nov. 1884
zu Cambridge. Von seinen Schriften sind zu erwäh-
nen: "?Hup6ri8m, it8 can868 and r6ineäi68" (Lond.
1871), "^883.^8 3,Q(1I6"tur68 0U 80013.1 Äiiä I)0iitictll
8udj6ct8" (1872), "8p66c1i68 011 80IN6 curi-6ut poli-
tical liu68tiou8" (1873), "I^i 66 tr3<i6 3.11a pi-atectiou"
(1878; 6. Aufl. 1885 - deutsch u. d. T. "Freihandel und
Zollschutz", Lpz. 1878), "Inäiau üii!iuc6" (1880),
"8UU6 80cia,1i8in ^uä t1i6 QHti0iia.1i3Hti0ii 0t' t1i6
l3.n6" (1883), "I^dour and ^368" (1884). - Vgl.
Leslie Stephen, I.il6 0t' ll6u^ ^. (Lond. 1885).
F.s Gattin, Millicent Garrett F., geb. 1847,
steht uvücr den Führerinnen der Frauenbewegung
in England in erster Reihe, unterstützte ihren Gatten
vielfach bei Abfassung seiner Werke und trat mit
dem Buche "I>0iitica,16^011011^ l0i'I)6^inii6i'6" (18701
6. Aufl. 1887: deutsch Verl. 1888) auch selbständig
als Schriftstellerin mit Erfolg auf.
Fatvkes (spr. fahks), Guy, ein Zauptteilnehmer
an der engl. Pulververschwörung (s. d.), geb. 1570
in ^)ork, war zum Katholicismus übergetreten,
diente unter den Spaniern in Flandern und wurde
nach seiner Rückkehr 1605 von den Anstiftern des
Plans gewonnen. Er hatte an den der Entscheidung
vorangehenden Tagen die Wache bei den in den
Kellern des Parlamentshauses angehäuften Pulver-
fässern und wurde hier 5. Nov. 1605 ergriffen, durch
die Folter zum Geständnis gebracht und 31. Jan.
1606 als letzter unter seinen Genossen hingerichtet.
Noch heute wird in England am 5. Nov. der 6117-
l^w1(^8'I)9^ gefeiert, wobei eine F. vorstellende
Strohpuppe verbrannt wird.
I'a.sx (lat.), Bodensatz, Hefe', besonders gebräuch-
lich in der Mehrzahl I^a6e68 (s. d.).
Faxekalk, eiu Kalkstein, der fast nur aus Ko-
rallenschutt besteht, zahlreiche Reste von Mollusken
(Velemniten, Nautilus, Gasteropoden) sowie von
Krabben einschließt und der obersten Kreideforma-
tion ls. Damen) der dän. Inseln angehört.
Fay (spr. fahj), Andr., uugar. Dichterund Schrift-
steller, geb. 30. Mai 1786 zu Kohany im Zempliner
Komitat, machte seine philos. und jurist. Studien am
Särospataker reform. Kollegium und begann seine
Advokatenpraxis wie seine amtliche Lausbahn als
Stuhlrichter in Pest, muhte jedoch der letzteru seiner
geschwächten Gesundheit halber bald entsagen,
worauf er sich mit Eifer der litterar. Thätigkeit zu-
wendete. Auf die Gedichtsammlung "I5o1<i'6t3."
(d. i. " Strauß ",Dest 1807) folgte 1818 "^i-i88 do-
ki'6<H" ("Neuer Strauß"), womit er seinen Dichter-
ruhm begründete. Noch ungeteiltern Beifall fanden
die "N686K" ("Fabeln", Wien 1820; 2. Aufl. 1824;
deutsch von Petz, Raab 1825). Sein Trauerspiel
"^ 1<6t Mt,1ior>'" ("Die beiden Bäthory", Pest 1827)
und mehrere Lustspiele (besonders "Die alten Mün-
zen oder die Siebenbürger in Ungarn", 1824, und
die "Jagd in der Mätra", 1860) gelangten mit Er-
folg zur Aufführung. Der soeiale Roman "^. Lol-
wk^-Ii^" ("Das Haus Beiteky", 2 Bde., Pest 1832)
und die meist in Zeitschriften erschienenen Erzählun-
gen stellten F. in die Reihe der besten ungar. Pro-
saiker. Bis zum Auftreten Kossuths (1840) war F.
im Pester Komitat, das er 1835 auch auf dem
Reichstage vertrat, der Wortführer der Opposition
und wirkte auch später in verschiedenen Stellungen
e^vvo> ^ür den geistigen und materiellen Fortschritt
Bruckhaus' Konvcrsatiuus-Ll'xiton.. 1^. Aufl. VI.
der Nation. Unter den zahlreichen Schriften, die er
in dieser Hinsicht veröffentlichte, sind hervorzuheben:
"^0U6V6i68 63 I10l16V6i() ilit6/6t>6li IlH5i1iM)g.I1"
("Frauenerziehung und ihre Institute in Ungarn^,
Pest 1840) und "1<6i6t N6p6 n^ii^oton" ("Das Volk
des Ostens im Westen", ebd. 1841). Nach den Er-
eignissen von 1848 und 1849 schrieb F. noch mehrere
humoristische Romanzen und Erzählungen, worunter
".iHvol 0I-V08 63 8201^9^ Lakatoi' ^Nidi-U8" ("Der
Arzt Iavor und sein Diener Ambrosius Vakator",
2 Bde., Pest 1855). Er starb 26. Juli 1864. Die
Pester Sparkasse gründete mit 20000Fl. die "Faysche
Stiftung", deren Zinsen jährlich zur Belohnung einer
ausgezeichneten (nicht belletristischen) litterar. Arbeit
bestimmt sind. Eine Gesamtausgabe seiner belle-
tristischen Werke erschien in acht Bänden (Pest 1843-
44), seine "Sämtlichen Novellen" in neuer Ausgabe
(3 Bde., ebd. 1883). Sein Leben beschrieben Paul
Erd<llyi und Franz Badics (beide Budapest 1890).
Fay lspr. fä), Charles Alexandre, franz. General,
geb. 23. Sept. 1827 zu St. Jean Pied de Port (De-
part. Basses-Pyrene'es), wurde in Pondichöry er-
zogen, wo sein Vater als Kapitän in Garnison stand,
besucbte dann zwei Jahre die Militärschule von
St. Cvr und trat 1847 als Lieutenant in den franz.
Generalstab, in dem er mit Vermessnngsarbeiten in
den Pyrenäen und später in Algerien beschäftigt
wurde. 1854 nahm F. als Adjutant des Generals
Bosquet am Krimkriege teil; 1864 wurde er Stabs-
offizier, bereiste 1868-69 im Auftrage seiner Re-
gierung Deutschland und machte sich mit den militär.
Verbältnissen des Norddeutschen Bundes bekannt.
Am Deutsch-Französischen Kriege nahm er als Oberst-
lieutenant im Generalstabe des Marschalls Vazaine
teil und geriet durch die Kapitulation von Metz in
deutsche Kriegsgefangenschaft. Nach dem Friedens-
schlüsse wurde F. Oberst und leitete 1874 die Orga-
nisation des Großen Generalstabes, wobei er seine
frübern Studien in Deutschland geschickt zu ver-
werten und den franz. Militärverhältnissen anzu-
passen wußte. F. wurde 1879 zum Brigadegcneral
befördert, zum Sous-Chef des Großen General-
stabes ernannt und vielfach mit wichtigen polit.
und organisatorischen Aufgaben betraut. 1885 zum
Divisionsgeneral befördert, erhielt er 1890 das
Kommando über das 11. Armeekorps in Nantes
und fchied 1892 aus dem aktiven Dienste. Auch
litterarisch war F. sehr thätig und schrieb unter
anderm: ^8onv6Qii-8 ä6 1a. ^U6rr6 ä6 lürini66" (Par.
1867; 2. Aufl. 1889), "^wäo 8^i-19. FN6ir6 ä'^116-
M3SU6 6ll 1866" (ebd. 1867) und "Ntuä6 8111' 168
0Z)6i'3ti0N8 611 Voli/'IN6 611 1866", "D6 lg. loi uiili-
iHii'6" (1870), tt^oui-imi ä'un lMci6i- ä6 1'3.rin66 äu
knin" (Par. 1871; 5. Aufl. 1890; deutsch Posen
1871), "I>i'0^6t ä'orA!uii8itti0ii 6t cl6 M0di1i8ation
cl6 1'^im66 lra.ii<,3.i86 a. pi'opoL ä'un oräi^ inöäit
<I6 modilizatiou cl6 I'^rm^" pi-n88i6nn6" (1873) und
"^IlN'c1i68 ä68 3.rui668 a,1IcinHQ(i63 lin 31 Quillst
K11 1" 36pt6inw-6 1870" (Par. 1889).
Fay, Joseph, Maler, geb.10.Aug.1813inKöln,
war 1833-41 Schüler der Düsseldorfer Akademie,
dann von P. Delaroche in Paris. Später ließ er
sich dauernd in Düsseldorf nieder. F. malte zuerst
Historienbilder, die seine hervorragende Begabung
verrieten- so 1843 a,1 li'68co den nicht mehr vor-
handenen großen Fries für das Rathaus in Elber-
feld, darstellend Leben und Sitten der alten Deut-
schen. Von seinen Ölgemälden sind zu nennen!
Simson und Delila (1840- Museum Wallraf
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