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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Felskap - Femelschlagbetrieb
masse verborgen; sie können demzufolge weder füg-
lich als Quarzporphyre bezeichnet, noch von diesen
getrennt werden. Zu solchen Vorkommnissen gehört
unter anderm der schöne, zu manchen Schmucksachen
verschlissene Porphyr von Elfdalcn in Schweden,
mit seiner parallel lichter gestreiften, rötlich- oder
dunkelkastanienbraunen, sehr harten und tieselsäure-
reichen Grundmasse, in der bloß Krystalle von Ortho-
klas und Plagioklas liegen, der Porphyr von Raibl
in Kärnten, vom Kickelhahn bei Ilmenau, von Alten-
Felskap, s. Kap. ftiez in Nassau.
Felsö ... (ungar., spr. -schö), soviel wie Ober-...,
häufig in ungar. Ortsnamen.
Felsö-Banya (spr. -schö bahnja), Stadt mit
geordnetem Magistrat im ungar.Komitat Szatmär,
östlich von Nagy-Vänya (s. d.), hat (1890) 4816
meist magyar. (5. (379 Rumänen), darunter 2742
Nomisch-, 1176 Griechisch-Katholische, 763 Refor-
mierte und 116 Israeliten, Post, Telegraph, Pfarr-
kirchen der einzelnen Konfessionen; Schmelzöfen,
Eisenhämmer, Töpferei und einen^ guten Sauer-
brunnen. Der Bergbau (Gold, Silber, Kupfer-
und Bleierze) ist im Abnehmen begriffen.
Feltre, deutsch Felters, Hauptstadt des Di-
strikts F. (38168 E.) in der ital. Provinz Velluno
(Venetien), 15 km von der Grenze Tirols, in 311m
.höhe, unweit des Piave und an der Linie Treviso-
Cornuda-Belluno des Adriatischen Netzes, Sitz eines
Generalvikars und eines Kathedralkapitels, hat
(1881) 3994, als Gemeinde 12566 E., in Garnison
die 3. Compagnie des 7. Regiments Alpentruppcn,
eine schöne Kathedrale, Stadthalle, einbischöfl. Se-
minarund Gymnasium, Spital, Waisenhaus, Leih-
baus (15. Jahrh.), das älteste in Europa, ferner
Seidenspinnereien, Wachsbleichen und Handel mit
Seide, Wein und Öl. F. ist Geburtsort des berühm-
ten Pädagogen Vittorino da F. (gest. 1447) und
des Buchdruckers Pamfilo Castaldi, des angeblichen
Erfinders der Buchdruckcrkunst, dem in F. 1868
ein Denkmal errichtet wurde. Das ehemalige Bis-
tum ist mit dem von Velluno vereinigt. - Nach
Ezzelinos Tod an die da Camino, dann an die della
Scala und die Carrara gekommen, ergab sich F.
1404 Venedig. Nach Einverleibung F.s in das
Napoleonische Königreich Italien (1805) erhielt der
Marschall Clarke (s. d.) den Titel Herzog von F.
Felucke (ital.), kleine Kriegsfahrzeuge nach Art
der Galeeren, die vorzugsweise zur Beschießung der
Küsten im Mittelmeere gebräuchlich waren. Sie führ-
ten Ruder und Segel zugleich und waren mit eini-
gen leichten Kanonen und Drchbafsen armiert. Die
jetzigen F. sind Küstenfahrzeuge des Mittelmeers
mit zwei etwas nach vorn geneigten Pfahlmasten
mit lat. Segeln, mit oder ohne Klüverbaum.
Felup oder Fulup, Negerstamm in den waldi-
gen Distrikten an der afrik. Westküste zwischen den
Flüssen Gambia und Casamance, ist sprachlich von
den Ioloff wie auch von den Mandmgovölkcrn ge-
schieden, aber mit dem Volke der Serer verwandt.
Felvincz(spr.'winz), deutsch Ob er w in z, Stadt
mit geordnetem Magistrat im Komitat Torda-
Aranyos in Siebenbürgen, rechts an der Maros,
an der Linie Großwardein-Kronstadt-Predeal der
Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 1856 magyar. E.,
Post und Telegraph. Der schön gebaute Ort wurde
19. Nov. 1848 von den aufständischen Rumänen
gänzlich verwüstet und in Brand gesteckt. F. war
ehemals Hauptort des Szeklerstuhles Aranyos.
Feme, s. Femgerichte.
Brockhaus' Konversations-Loxilon.. 14, Aufl. VI.
Femel, s. Hanf.
Femelbetrieb, oder auch Plenterbetrieb,
Femel- oder Plenterwirtschaft, eine bestimmte
forstliche Betriebsart. Die iährlilhen Fällungen er-
strecken sich über eine ganze Betriebsklasse (s. d.) oder
über größere Teile derselben derartig, daß man die
ältern, stärkern sowie, die schadhaften Stämme ver-
einzelt, horst- oder streifenweise heraushaut (aus-
plentert, ausfcmelt), dic jüngern Hölzer verschont.
Letztere bilden mit dem Nachwuchs auf den Stand-
räumen der gefällten Bäume sehr ungleichalterige
Bestände. Eine vollständige Räumung der Alt-
hölzer erfolgt nie. Im Laubholzwald geht der F.
von felbft in einen unregelmäßigen Mittelwald-
bcnicb lf. d.) über, weil an der Verjüngung die Aus-
schläge der im Boden zurückbleibenden Stöcke der
gefällten Bäume mehr oder weniger teilnehmen.
Man unterscheidet ungeregelten und geregel-
ten F. Ersterer ist die älteste Art der Naldbenutzunq
und gehört der untersten Kulturstufe an. Man nutzte
aus den unerfchöpflich scheinenden Vorräten der
Urwälder das, was man gerade brauchte, ohne
Rücksicht auf irgend welche Ordnung des Hiebes.
Die Wiederverjüngung des Waldes, Ausfüllung
der entstandenen Lücken, überlieh man anfänglich
ganz der Natur. Die neuere Zeit hat, zunächst mehr
als ein theoretisches Ideal, den sog. geregelten F.
eingeführt. Die Ordnung der Wirtschaft wird durch
eine Flächenteilung bedingt, d. h. es werden dem
Wirtschafter für bestimmte mehr oder weniger eng
begrenzte Zeitabschnitte bestimmte Waldflächen zur
Femelung zugewiesen. Letztere besteht in der Ent-
nahme der haubaren, gewöhnlich ältesten Bäume;
dabei findet eine Pflege der jüngern Stammgruppen
oder Horste mit Hilfe von Durchforstungen, Läute-
rungen und Unterbau statt, entstandene Lücken wer-
den ausgepflanzt oder besät, soweit nicht von Natur
genügende Besamung erfolgt. Die Befchädigungen
des stehen bleibenden Bestandes bei der Fällung ein-
zelner Bäume, die Transport- und mancherlei an-
dere Schwierigkeiten werden dem F. nie jene Aus-
dehnnng gewinnen lassen, die von einzelnen Forst-
wirten heutzutage gewünscht wird. Diese Betriebs-
art wird in der Hauptsache auf die Hochgebirgs-
lagen befchräntt bleiben, wo der Wald Schutz gegen
Lawinen, Abrutfchungen u. s. w. gewähren soll, wo
es also weniger darauf ankommt, dem Walde unter
Beobachtung wirtschaftlicher Pflege möglichst gün-
stige Erträge abzugewinnen, als darauf, deuselben
in möglichst ungestörtem Zustande zu erhalten, da
den erstrebten Schutz ein Wald am besten gewährt,
in dem die verschiedenen Altersstufen der Bäume
nicht räumlich getrennt, sondern wie im F. unter-
einander gemengt sind. - über planmäßige Ein-
richtung des F. vgl. Der Plänterwald und dessen
Behandlung (Wien 1873).
Femelschlagbetrieb, Plenterschlagbetrieb,
Vorvcrjüngung, eine Unterart des schlagweisen
Hochwaldbetriebes (s. d.) der Forstwirtschaft, bei dem
mehrere Jahresschläge zu einem Verjüngungsschlage
zusammengefaßt werden; der darauf stockende alte
Bestand wird zuerst gelichtet, dann allmählich voll-
ständig abgetrieben, unter Umständen mit Aus-
nahme einiger besonders dazu geeignet erscheinen-
der Bäume, sog. Überholter (s. d.) oder Waldrechter,
die einzeln oder horstweise für einen zweiten Umtrieb
übergehalten werden. Die Verjüngung erfolgt nach
der Lichtung durch natürliche Besamung oder durch
künstliche Untersaat oder Unterpflanzung, also vor
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