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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ferdinand (Fürst von Bulgarien) - Ferdinand Landgraf von Hessen-Homburg)
Nilhelmsthal (24. Juni) und Lutterberg ^23. Juli)
das verlorene Hessen wieder in Besitz nehmen konnte.
Nach dem Hubertusburger Frieden wurde er zum
Feldmarschall ernannt und kehrte in seine Stellung
als Gouverneur von Magdeburg zurück, konnte sick
aber nicht mehr in ein untergeordnetes Verhältnis
finden. Zwischen ihm und dem Könige entstand
1766 eine Spannung, in deren Folge er den Ab-
schied nahm und sich uach Braunschweig zurückzog.
Hier oder auf seinem Lustschlosse Vecheide lebte er
seitdem als eifriger Freimaurer und Beschützer
wissenschaftlichen und künstlerischen ^trebens, be-
sonders der Malerei. Die Neigung zum Ausländi-
schen, namentlich zur franz. Hofsitte, teilteer mit
vielen Fürsten seiner Zeit. Er starb 3. Juli 1792.
Seinen Narncn führt jetzt das 8. westfäl. Infanterie-
regiment Nr. 57. - Vgl. Mauvillon, Geschichte F.s
von Braunschwcig (2Vde., Lpz. 1794); Schaper,
Vie inilit^n'L du iNcN'sciini i)i'iucL K sanonym,
2 Bde., Magdeb. 1796-98); von dem Knesebcck,
F., Herzog zu Braunschwcig und Lüneburg, wäh-
rend des Siebenjährigen Krieges (2 Bde., Han-
nov. 1857 -58); von'Wcstphälen, Geschichte der
Feldzüge des Herzogs F. von Vraunschweig-Lünc-
burg (6 Bde., Verl. 1859-73), sowie das Tage-
buch seines Adjutanten von Reden (hg. von von der
Osten, "Fcldzüge der alliierten Armeen 1757-62",
3 Bde., Hamb. 1804-5).
Ferdinand, Maximilian Karl Leopold Maria,
Prinz von Sachsen-Coburg, Fürst von Vulg a r ien,
geb. 26. Febr. 1861 in Wien als jüngster Sohn des
Prinzen August von Sachsen-Coburg (gest. 1881) und
der Prinzessin Clementine, der Tochter des Königs
Ludwig Philipp von Frankreich, gehört dem kath.
Zweige Kohary der gochaischen Linie an. l,S. Fer-
dinand, Herzog von Sachsen-Coburg.) Er unter-
nahm 1879 mit seinem Bruder August eine Ncise
nach Brasilien, deren botan. Ergebnisse in dem Werke
"Itinerg. pi-iiicipuin 8. ^odni-Ai", hg. von Fcrnsee
und Vcck (2 Bde., Wien 1883-88), verwertet sind,
wohnte 1883 der Krönung des Kaisers AlexanderIII.
in Moskau als Vertreter seines Hauses bei und war
in der ungar. Landwehrreiterei Prcmierlieutenant,
als ihn uach dem Sturze des Fürsten Alexander
die große Nationalversammlung zu Tirnova 7. Juli
1887 zum Fürsten wählte. Er begab sich nach Bul-
garien, leistete 14. Aug. in Tirnova den Eid auf
die Verfassung und trat, obwohl er weder von der
Vforte noch von den Großmächten anerkannt wurde,
die Regierung an, deren thatsächliche Leitung aber
der Ministerpräsident (^tambulow hatte, bis dessen
zu selbstbewußtes Auftreten F. bewog, ihn 31. Mai
1894 zu entlassen und Stoilow zu berufen. F. ver-
don, der ältesten Tochter des Herzogs von Parma.
Am 30. Jan. 1894 wurde ihm ein Sohn geboren, der
den Namen Boris, Prinz von Tirnova, erhielt.
Ferdinand I. oder der Große ward durch
den Tod seines Vaters Sancho III., Königs von
Navarra, 1035 erster König von Castilicn, entriß
seinem Schwager Bermudo 1037 das Königreich
Leon und geriet mit seinem Bruder Garcia IV. von
Navarra in Streit, welcher letzterm das Leben
kostete. F. eroberte einen Teil von Portugal, war
im Kampfe gegen die Mauren glücklich und uahm
zuletzt 1056 sogar den Titel eines Kaisers an, wo-
durch er seine Oberherrschaft über ganz Spanien
andeuten wollte. Ihm verdankt Castilien eine geord-
nete Verfassung. Er starb 1065.
Ferdinand II., König von Castilien, der
Sohn und Nachfolger Alfons' VIII. in den König-
reichen Leon, Asturien und Galicien seit 1157,
kämpfte glücklich gegen die Mauren und Portu-
giefcn. Scine Negierung war jedoch ein Gewirr
von Widersprüchen, da er stets nach augenblicklichen
Eingebungen der Laune handelte. Zu seiner Zeit
entstand der Orden von Alcantara. Er starb 1188.
Ferdinand III. oder der Heilige, geb. 1199,
seit 1217 König von Castilien, wo er seiner Mut-
ter, und seit 1230 von Leon, wo er seinem Vater
Alfons IX. folgte. Unter seiner Negierung wurden
1230 Castilien und Leon ein einiges, unteilbares
Königreich. Er eroberte im Kriege gegen die Mau-
ren Cordoba 1236, Murcia 1241, Iaen 1246, endlich
Scvilla 1248 und machte sich selbst den Moham-
medanern in Afrika furchtbar. Um die Wissen-
schaften erwarb er sich Verdienste durch die Stiftung
der Universität zu ^alamanca (1239). Er starb 1252
und wurde 1671 vom Papst Clemens X. unter die Hei-
ligen versetzt. Er war in erster Ehe mit einer Tochter
des deutschen Königs Philipp von Schwaben ver-
mählt; ein Sohn derselben ist der 1257 in Deutsch-
land erwählte Alfons X. ls.d.). F.s Leben beschrieb
sein Minister, Erzbischof Nodrigo Nmenes von To-
ledo, in "^i'0ui(^IIi8MiiiH6", lid. IX. - Vgl. schirr-
machcr, Gefchichte von Spanien, Bd.4 (Gotha 1881).
Ferdinand IV., ^anchos IV. Sohn, geb. 1285,
König von Castilicn und Leon seit 1295, aber erst
1305 durch ein Schiedsgericht gegen die Ansprüche
seiner Vettern bestätigt, hatte heftige Kriege erst
mit Portugal, dann mit Aragon zu bestehen, in
denen er sich jedoch glücklich behauptete. Gegen die
Mauren tämpfte er erfolgreich. Er besiegte den
König von Granada und war mit neuen kriegeri-
schen Unternehmungen beschäftigt, als ihn 1312
der Tod ereilte, und zwar, wie die Sage erzählt, am
letzten Tage einer 30tägigen Frist, binnen welcher
ihn die beiden Brüder Grafen Carvajal vor den
Nichterstuhl Gottes gefordert hatten, als er sie
unter Anschuldigung eines Meuchelmordes unge-
bört von den Stadtmauern zu Martos hinabstürzen
ließ. ^'.s Tod brachte das Neich in große Verwirrung,
da sem Sohn und Nachfolger Alfons XI. erst zwei
Jahre alt war. - Vgl. Nemoiiag äei re^ 1^. IV äe
^3ti1w, hg. von Benavides s2 Bde., Madr. 1860).
Ferdinand V. von Castilien, s.Ferdinand II.,
der Katholische, König von Aragonien.
Ferdinand, Maria, Herzog von Genua, geb.
15. Nov. 1822, zweiter Sohn des Königs Karl
Albert von Sardinien, nahm an dem Krieg von
1848 und 1849 teil, zuerst als Artillcricobcrst,
dann als General der 4. Division, und wurde
von dem aufständischen Sicilien um Annahme der
Königskrone gebeten. Er starb 10. Febr. 1855 zu
Turm. Er schrieb "^lenioi'ie deiia. c^mpa^na. dei
1848". Am 22. April 1850 vermählt nüt^Maria
Elisabeth Manmiliana von Sachsen, ist er Vater
der jetzigen Königin von Italien, Margarete. Sein
Sohn Tommaso, Herzog von Genua sgeb. 1854),
Viceadmiral und Senator (seit 1875), ist seit 1883
mit Maria Isabella, Tochter des Prinzen Adal-
bert von Bayern, verheiratet, die ihm 21. April
1884 einen Sohn, Ferdinando Umberto, gebar.
Ferdinand, Heinr. Fricdr., Landgraf von
Hessen-Homburg, geb. 26. April 1783, jüngster
Sohn des 1820 verstorbenen Landgrafen Friedrich
Ludwig, diente viele Jahre in der österr. Armee
und war General der Kavallerie, als ihn der Tod