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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ferrinitrat - Ferrotypie

Ferrinitrat, s. Eisennitrate b.

Ferrioxyd, s. Eisenoxyd.

Ferrisalze, s. Eisenoxydsalze.

Ferrisulfat, s. Eisensulfate b.

Ferriverbindungen, s. Eisenverbindungen.

Ferro, span. Hierro, die westlichste und unter den bewohnten die kleinste der Canarischen Inseln (s. d.), hat 275 qkm und (1887) 5897 E. Sie ist ein halbmondförmiges, bis 1415 m hohes Gebirge, ein Teil eines Kraters, der nach der vom Meer erfüllten Seite, dem Golfo, steil abfällt und sich aus der Außenseite allmählich abdacht, von vielen Lavaströmen und kleinen vulkanischen Kegeln bedeckt. Die Insel ist fruchtbar, trägt schönen Kiefern-, Lorbeer- und Erikawald und liefert die schönsten canarischen Feigen. Ackerbau ist infolge der mangelnden Bewässerung beschränkt. Der Hauptort ist der Flecken Valverde auf der Nordostseite. - F. wurde zur Zeit Ludwigs XIII. als westlichster Punkt der Alten Welt zum Ausgangspunkt der Meridianlegung bestimmt. (S. Länge, geographische.)

Ferroacetat, s. Essigsaure Salze 5a.

Ferro-Aluminium, die Legierungen des Aluminiums mit Eisen. Man gewinnt dieselben bei der elektrolytischen Darstellung des Aluminiums (s. d.) durch Zusatz von Eisen. Härte, Festigkeit und Elasticität des Eisens werden durch Beimischung von Aluminium beträchtlich gesteigert. Ein F. von 10 Proz. Aluminiumgehalt ist hart wie Glas. In kleinen Mengen dem Stahl oder Eisen zugesetzt (bis zu etwa ½ Proz. Aluminiumgehalt der ganzen Schmelze), macht es dieselben wesentlich dünnflüssiger und verhindert außerdem die Blasenbildung beim Guß. Diese Wirkung erklärt sich dadurch, daß das Aluminium kleine Mengen von Eisenoxydul, welche die Schmelze schwerflüssig machen, reduziert, wodurch gleichzeitig einerseits eine bedeutende Temperaturerhöhung bewirkt und andererseits die Bildung von Kohlenoxyd aus dem Eisenoxydul und der im Eisen vorhandenen Kohle verhindert wird.

Ferrocarbonat, s. Eisencarbonate a.

Ferrocarbonyl, s. Eisenkohlenoxyd.

Ferrochlorür, s. Eisenchlorür.

Ferrocyan, ein in freiem Zustande nicht existierendes vierwertiges Radikal, Fe(CN)6, dessen Verbindung mit Wasserstoff die vierbasische Ferrocyanwasserstoffsäure, H4Fe(CN)6, ist. Das Kalisalz dieser Säure, K4Fe(CN)6, ist das Ferrocyankalium oder gelbe Blutlaugensalz (s. d.). Dieses Salz läßt sich als ein Doppelcyanid von Eisencyanür und Cyankalium auffassen, nämlich als Fe(CN)2 + 4KCN.

Während nun aber die gewöhnlichen Doppelcyanide (s. d.) von verdünnten Säuren in der Kälte ebenso wie das Cyankalium unter Freiwerden von Blausäure zerlegt werden, scheidet sich aus dem Ferrocyankalium nur die Ferrocyanwasserstoffsäure als Niederschlag aus. Das Eisen, das in derselben enthalten ist, zeigt nicht das Verhalten der gewöhnlichen Eisenverbindungen, indem weder durch Schwefelammonium Schwefeleisen, noch durch Kalihydrat Eisenhydroxyd gefällt wird. Auch das Cyan ist in seinen Eigenschaften verändert; denn während sonst alle Cyanverbindungen giftig sind, sind die F. keine Gifte. So verhält sich also die Gruppe Fe(CN)6 wie ein selbständiges Radikal, wie etwa CN oder die Halogenatome, und kann nur durch energische Eingriffe, wie z. B. durch Erhitzen mit konzentrierter Schwefelsäure, zerstört werden, wobei dann Eisensulfat, Kaliumsulfat, Ammoniumsulfat und Kohlenoxyd entstehen:

K4Fe(CN)6 + 6 H2SO4 + 6 H2O = 2 K2SO4 + FeSO4 + 3 (NH4)2SO4 + 6 CO.

Mit den Metallsalzen giebt eine Lösung von Ferrocyankalium meist unlösliche Niederschläge, mit Kupfersulfat z. B. rotbraunes Ferrocyankupfer, Cu2Fe(CN)6 (Kupferbraun), mit Eisenoxydsalzen Berliner Blau (s. d.). Unlösliches Berliner Blau ist Fe4Fe3(CN)18 =Fe7(CN)18, Ferriferrocyanid, während das lösliche Berliner Blau noch Kalium enthält und bei Anwesenheit überschüssigen Ferrocyankaliums entsteht: KFeFe(CN)6 = KFe2(CN)6.

Ferrocyaneisen, soviel wie Berliner Blau (s. d.).

Ferrocyankalium, s. Blutlaugensalz, gelbes.

Ferrohydrat, s. Eisenoxydul.

Ferro-Kali tartaricum, s. Eisenweinstein.

Ferrol, El, Stadt (Ciudad) der span. Provinz La Coruña in Galicien, auf einer Landzunge am nördl. Ufer der 15 km langen, bis 375 m engen gleichnamigen Bucht des Atlantischen Oceans, La Coruña gegenüber, in schöner fruchtbarer Umgebung versteckt gelegen, einer der drei Hauptkriegshäfen Spaniens, hat (1887) 25 701 E., bedeutende Festungswerke, einen viereckigen sichern, durch die Forts Palma und San Felipe verteidigten Hafen, dessen enge Ausfahrt immer nur ein Kriegsschiff und zwar nur bei bestimmter Windrichtung passieren kann. F., 1752 noch ein unansehnlicher Fischerort, ist jetzt regelmäßig angelegt, besitzt eine schöne Pfarrkirche, ehemaliges Franziskanerkloster, Marineakademie, Schiffahrtsschule und das größte Arsenal Spaniens (8 ha), mit Werften und Docks, das unter engl. Leitung 3-4000 Arbeiter beschäftigt. Daneben besteht Segeltuch- und Lederfabrikation, Sardellenfischerei und Leinweberei. Eingeführt werden vor allem Kohlen, Baumwolle, Getreide; ausgeführt Grubenholz, Eisen und Fische. 1893 verkehrten im Hafen 122 Schiffe mit 70 379 t. Mit Coruña besteht regelmäßige Dampferverbindung. F. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Gegenüber La Grana, mit Werften und Magazinen.

Ferrolaktat, s. Eisenlaktat.

Ferromalat, s. Eisenmalat.

Ferromangan, s. Eisen (Bd. 5, S. 826 b) und Manganeisen.

Ferronitrat, s. Eisennitrate a.

Ferrooxyd, s. Eisenoxydul.

Ferrosalze, s. Eisenoxydulsalze.

Ferrosilicium, s. Eisen (Bd. 5, S. 826 b).

Ferrosulfat, s. Eisensulfate a.

Ferrosulfid, s. Eisensulfide a.

Ferrotypie (lat.-griech.), die Aufnahme eines Bildes nach der Natur auf Kollodium, welches auf schwarze mit Asphalt überzogene Eisenbleche gegossen, halb getrocknet, dann gesilbert wird. Die dadurch erhaltene lichtempfindliche Schicht wird in der Camera nur sehr kurze Zeit belichtet, dann entwickelt, fixiert und nach dem Waschen sofort abgeliefert. Das dünne Bild ist eigentlich ein unterexponiertes Negativ, aber gegen den schwarzen Untergrund sieht es positiv aus. Schon 1850 fertigte man solche Bilder auf schwarzem Glase (Pannotype) in Deutschland. Da das Glas zerbrechlich war, nahmen die Amerikaner schwarz oder braun lackiertes Eisenblech als Unterlage. So kam das alte Verfahren als F. nach Deutschland zurück und wird hier mit Vorliebe als amerikanische Photographie oder Schnellphotographie auf Jahrmärkten u. s. w. ausgeübt. Künstlerisch erscheinen diese Bilder un-^[folgende Seite]