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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Filigranglas - Fille
gewendete Draht wird meist uüt feinen Schraubcn-
gewinden versehen und dann gewalzt, sodaß er
als ein dünner schmaler Streifen mit zart ausge-
zackten Rändern erscheint. Die Hanptschönheit der-
artiger Arbeiten besteht darin, das; feine Goldkörn-
chen auf den Faden aufgesetzt oder außerdem noch
zur Herstellung eines matt glänzenden Grundes
verwandt werden. Die Funde von antiken F. in
Italien, besonders in Etrurien (s. Fig. 1), in Grie-
chenland, Kleinasien und an andern Orten beweisen,
wie hochgeschätzt diese Echmuckgegenständc im Alter-
tum waren, und welche Vollkommenheit in der An-
fertigung derselben die Goldschmiede damals erreicht
und Nom, Norwegen, Holland, Portugal, Spanien
(s. Fig. 3), besonders auch Ungarn, das im 16. und
17. Jahrh, zu seinem reichen Kostümschmuck und zum
Schmuck seiner Waffen vom Filigran in Verbindung
mit Email eine höchst eigentümliche Anwendung
machte. Zum Volksschmuck wird das Filigran ferner
hergestellt auf den dän. und fries. Inseln sowie in
den schweiz. und österr. Alpenländern.
Filigrällglas, s. Nilwtiori.
Filigranpapier, ein feines Lurusbricfpapier
mit zarten, durch Prägedruck hergestellten netzförmi-
gen Mustern. ^Nascimento ls. d.).
ssililtto Elysio, Pseudonym von F. M. do
battcn. Die höchste Ausbildung erlangte die F. im Filiolitä't (i^üioM^, mittellat., "Sohnschast"),
Orient (Türkei, Ägypten, Kautasusgegenden) sowie , Ehrentitel, den Päpste und Konzilien einzelnen kath.
besonders m Indien und Ebina, wo noch jetzt F. in i Fürsten beilegten.
erstaunlicher Feinheit und Sau-
berkeit ausgeführt wird. Im
Mittelalter, zur Zeit des byzant.
Fig. 1. Etrustisches Ohrgehänge von
Gold mit Filigran.
Flg.
und roman. Stils sowie von den Arabern, wurde die
F. wieder lebhaft betrieben; doch wurde das meist zu
tircblichen Gesäsien, öfters aber sogar zu Buchein-
bänden (s. Tafel: Bucheinbände, Fig. 1) ver-
wendete Filigran aus derbern, mehr bandartigen
Fäden hergestellt, welche mit der untern Kante in
schön gebogenen Arabesken anf die Fläche aufgelötet
Filipepi, Alesfandro, ital. Ma-
ler, f. Botticelli.
Filippi, Filippo de, ital. Reisen-
der und Naturforscher, geb. 20. April
1811 in Mailand, studierte zu Pavia
Medizin und wurde daun Professor
der Zoologie daselbst, 1848 in glei-
cher Eigenschaft in Turin. Nachdem
er 1862 Persien bereist hatte, über-
nahm er 1805 die wissenschaftliche Lei-
tung der Weltumsegelung der Ma-
genta und starb 9. Febr. 1867 in Hong-
tong. Er schrieb: "Dell" lnnxioui
i'j^voduNive Q6^Ii kiiiingii" (Mail.
1850; 2. Aufl. 1850), "11 re^iio Äiii-
mlUe" (ebd. 1852), "Xoto äi nu viaZ-
310 iu I'ei'äia," (ebd. 1865).
Filippo Lippi, Fra, ital. Ma-
ler, s. Lippi.
Filipshof, Dorf und Schloß, s.
6a^lau.
Filipstad, Stadt im östl. Teile
des schwed. Län Wernüand, in rei-
zender Lage am Nordende des Sees
Daglösen und an den Linien Kristine-
"Zweigbahnen) und F.-Nordmarl
<1? 1cm) der Schwed. Privatbahnen,
ist Mittelpunkt reicher Minendistritte
und hat (1801) 3107 C'., eine Aerg-
schnle und Eisengruben.
ruws (lat.), Sohn; 1^. 3aucti
I^ctri, Sohn des heil. Petrus, Ehren-
titel, der vom Papste an Fürsten ver-
liehen wird, welche dem apostolischen
Stnhl besondere Ergebung zeigen. -
IV familias, s. Hauskind.
Filixfäure, eine organische Säure
von der Znsammensetzung (^II^Oz,
der Dibutyrylester des Phloroglucins (s. d.),
^I^Og^^iI^).,, der sich aus dem ätherischen
Ertrakte der osfizinellen Farnkrautwurzel (von^zpi-
<Iil,iin I'^ilix 1^3 ä'ii'.) krystallinisch abscheidet. Sie
soll wie die Wnrzcl bandwurmabtreibend wirken.
I"i11s (frz., spr. fij), Tochter, Mädchen, Nonne;
Gilles äs 1:1 cln^itü (spr.scha-) oder äo 1a ini^i'icnrds
3pa>lische Filigran-Vrosche
uon Gold.
und anf der obern mit Körnern besetzt waren. Diese lspr. -körd), Barmherzige Schwestern (s. d.); 1'V äs
Art F. hat sich ähnlich in Norwegen (s. Fig. 2) er- I^Huco (spr. frangst), Tochter eines Königs von
halten. In der Periode der Renaissance machte man Frankreich; 1^. ä'iwunoui- (spr. donnöhr), Ehren-
nur geringen Gebrauch davon, mehr im 17. und
18. Jahrh. Heutzutage hat sich die F. an vielen Orten
erhalten zur Herrichtung nationalen Schmuckes. Die
bcdeutcndsto Stätte ist Italien, besonders Genua
fräulcin, seit Katharina von Medici Titel der Edel-
lräulein der Königin (vorher 1^.äo iH r6in6^'pr.rähn^,
auch Brautjungfer;I^.ä6i)0nti(iu6 (spr.butik),Laden-
mädchen; 1^. clo^ois (spr. schöä), Fl-ciido)lmädchen.