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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Fitch; Fitchburg; Fitero; Fitger; Fitis; Fitrisee; Fittig; Fitting; Fittings; Fitz

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Fitch - Fitz (altnormannisch)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Fistulina'

sind. Der Hut erreicht eine Breite von ⅓ m und ist mit der einen Seite angewachsen oder kurz gestielt. Solange das Fleisch weich ist, kann dieser Pilz gegessen werden. Er ist in Deutschland ziemlich häufig und hauptsächlich an alten Eichenstämmen.

Fitch (spr. fitsch), John, amerik. Erfinder, geb. 21. Jan. 1743 in East Windsor im Staate Connecticut, lernte als Uhrmacher und faßte 1785 den Gedanken, ein Schiff zu konstruieren, das mit Dampfkraft betrieben würde. Vergeblich bewarb er sich um Unterstützung seiner Pläne, bis er 1787 mit einem Kapital von 800 Doll., das er durch eine selbstgezeichnete und mit einer Apfelweinpresse vervielfältigte Karte des nordwestl. Territoriums erworben hatte, ein Dampfschiff von 60 t konstruierte. Ein zweites Schiff machte auf dem Delawarefluß zu Philadelphia 1787 vor den Mitgliedern des Konstitutionskongresses eine Probefahrt. 1791 erhielt er ein Patent für seine Erfindung, die jedoch durch Mangel an finanzieller Unterstützung dem Erfinder so wenig Nutzen einbrachte, daß er enttäuscht und dem Hungertode nahe in Verzweiflung sich zwischen 25. Juni und 18. Juli 1798 zu Bardstown vergiftete. Die Priorität seiner Erfindung vor Fulton wurde von einem Ausschusse des Gesetzgebenden Körpers von Neuyork festgestellt. Lebensbeschreibungen von F. lieferten Thompson Westcott (Philad. 1857) und Charles Whittlesey in der «American Biography», hg. von Sparks (Second series, VI).

Fitchburg (spr. fitschbörg), Stadt im County Worcester des nordamerik. Staates Massachusetts, 37 km nördlich von Worcester am Nashua-River, der gute Wasserkraft liefert, und an zwei Bahnen gelegen, hat (1890) 22037 E., lebhafte Industrie: Maschinen-, Kessel-, Eisen- und Baumwollwarenfabrikation, Möbeltischlerei und Papiermühlen.

Fitēro, Stadt im Bezirk Tudela der span. Provinz Navarra, 20 km westlich von Tudela, am Alhama, hat (1887) 3335 E. und viel besuchte Solquellen (47–48°C.) mit Badehäusern.

Fitger, Arthur, Maler und Dichter, geb. 4. Okt. 1840 zu Delmenhorst in Oldenburg, trieb künstlerische Studien 1858‒61 in München, Antwerpen und Paris und schuf während eines zweijährigen Aufenthalts in Rom die ersten selbständigen Werke. Seit 1869 lebt F. in Bremen. Hier schuf er teils in Wand-, teils in Staffeleigemälden die Geschichte des verlorenen Sohnes und des barmherzigen Samariters in der Rembertikirche, die Entwicklung der deutschen Kultur im Rutenhof, die fünf Erdteile im Festsaale des Hauses «Seefahrt» und schmückte außerdem das Treppenhaus der Neuen Börse und den Ratskeller daselbst sowie die Kunsthalle in Hamburg mit Fresken. Er verfaßte das kleine epische Gedicht «Roland und die Rose» (Oldenb. 1872) und für den Künstlerverein in Bremen «Albrecht Dürer in Bologna. Johann Kepler», zwei Festspiele (Brem. 1872); ferner die Trauerspiele «Adaldert von Bremen» (Oldenb. 1873; 2. Aufl. mit dem Nachspiel: «Hie Reich! Hie Rom!» 1874), «Die Hexe» (ebd. 1875; 5. Aufl. 1887, benutzt zum Text einer Oper von Aug. Enna, 1892), «Von Gottes Gnaden» (ebd. 1883; 2. Aufl. 1884) und «Die Rosen von Tyburn» (ebd. 1888), sowie die Gedichte «Fahrendes Volk» (ebd. 1875; 3. Aufl. 1886) und «Winternächte» (Berl. 1881; 3. Aufl., Oldenb. 1887).

Fitis, s. Laubsänger.

Fitrisee, Lagune im centralen Sudan, zwischen Wadai und dem nördl. Bagirmi, 225 km östlich vom ↔ Tsad-See, empfängt von O. her den Batha, an welchem unfern des Sees Jawa, die älteste Stadt des Sudan, liegt. Da der See oft über seine Ufer tritt, so ist das umliegende Land sumpfig und höchst ungesund. Bewohnt wird es von den aus Kanem stammenden Bulala, arab. Herkunft, von den aus Wadai stammenden Kuka, die mit den Bagirmi verwandt sind, und von den eingeborenen Abu-Simmim, welche auf den Inseln und in einigen Dörfern seßhaft sind. Nachtigal schätzte 100 Dörfer zu 150 Häusern, also etwa 90000 E. Dazu kommen nomadische Tibbu und drei arab. Stämme, welche hier ihre Kamele weiden. Ehemals war Bulala ein mächtiges Reich, und der Nachkomme der alten Herrscher hatte, obwohl Vasall von Wadai, höhern Rang als sein Souverän.

Fittig, Rudolf, Chemiker, geb. 6. Dez. 1835 zu Hamburg, studierte in Göttingen unter Wöhler Chemie, wurde 1858 dessen Assistent, habilitierte sich 1860, wurde 1866 zum außerord. Professor befördert, 1870 als Ordinarius nach Tübingen und 1876 nach Straßburg berufen. Unter seinen und seiner Schüler zahlreichen Arbeiten sind die über die Synthese aromatischer Kohlenwasserstoffe, die Entdeckung des Phenanthrens und Fluoranthens im Steintohlenteer und die umfangreichen Untersuchungen über die ungesättigten Säuren, welche ihn zur Entdeckung der Lactone führten, besonders hervorzuheben. F. ist der Bearbeiter und Fortsetzer von Wöhlers «Grundriß der organischen Chemie» (11. Aufl., Lpz. 1887).

Fitting, Heinr. Herm., Jurist, geb. 27. Aug. 1831 zu Mauchenheim in der Rheinpfalz, studierte in Würzburg, Heidelberg und Erlangen und habilitierte sich 1856 in Heidelberg mit der Schrift «Über den Begriff der Rückziehung» (Erlangen 1856). 1857 wurde er außerord., 1858 ord. Professor des röm. Rechts in Basel. 1862 folgte er einem Rufe für röm. Recht und Civilprozeß an die Universität Halle. Von 1864 bis 1878 war er an der Herausgabe des «Archivs für die civilistische Praxis» beteiligt. Außerdem verfaßte er die Lehrbücher: «Der Reichscivilprozeß» (8. Aufl., Berl. 1893) und «Das Reichs-Konkursrecht und Konkursverfahren» (2. Aufl., ebd. 1883). Unter seinen Schriften sind weiter hervorzuheben: «Die Natur der Korrealobligationen» (Erlangen 1859), «Über das Alter der Schriften röm. Juristen von Hadrian bis Alexander» (Bas. 1860), «Das castrense peculium» (Halle 1871), «Über die sog. Turiner Institutionenglosse und den sog. Brachylogus» (ebd. 1870), «Glosse zu den Exceptiones legum romanorum des Petrus» (ebd. 1874), «Zur Geschichte der Rechtswissenschaft am Anfange des Mittelalters» (ebd. 1875), «Jurist. Schriften des frühern Mittelalters» (ebd. 1876), «Über die Heimat und das Alter des sog. Brachylogus» (Berl. 1880), «Die Anfänge der Rechtsschule zu Bologna» (ebd. 1888), «Die Grundlagen der Beweislast» (ebd. 1888), «Die Institutionenglossen des Gualcausus» (ebd. 1891).

Fittings (engl.), in der Gasbeleuchtung Bezeichnung für diejenigen Teile, welche die Rohrleitung mit den Lampen oder Brennern verbinden, also Brennerkniee, Kugelgelenke, Hähne u.s.w. Die F., meist aus Messing, bilden einen besondern Fabrikationszweig.

Fitz, ein altnormann. Wort, dessen Ursprung in dem altfranz. fils, d. i. Sohn, zu suchen ist. Wie das Mac der Schotten, das O’ der Irländer oder

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 848.