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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Flammendes Herz - Flandern (Landschaft)
steifhaarige Pflanze mit gabelteiligen, 30-50 cm
hohen Stengeln und länglichen oder lanzettförmigen
Blättern. Die Blumen sind größer als bei den
übrigen Arten dieser Gattung und sind auf achsel-
ständigen Stielen zu kleinen Doldentrauben ge-
nähert. Ihre Färbung ist weiß, rosa, karmenn,
Purpur oder violett; hierzu kommen noch bald bel-
lere, bald dunklere Augen, Sterne, Streifen oder
Marmorflecken. Sehr schön sind vor allen andern
die Farbenvarietäten der großblumigen Form (var.
ßi-auäitiora). Die einjährigen F. werden im März
in das Warmbeet, die ausdauernden unmittelbar
nach der Samenreise gesät, letztere aber auch durch
Stockteilung oder Wurzelschößlinge im Frühjahr
vermehrt. Zur Verjüngung der Stöcke und zur
Erzielung eines bessern Vlütenflors sollte man die
Pflanzen mindestens alle drei Jahre zerteilen.
Flammendes Herz, s. vicchtra.
Flammenfeuer, eine Gruppe der Feuerwerks-
körper (s. d.), die mit ruhigem Lichte abbrennen; da-
hin gehören das Bengalische Feuer (s. d.), das
durch Flammensätze hervorgebracht wird, Lichter
oder Lanzen, welche Lichtersätze, und Körner
oder Sterne sowie Leuchtkugeln, welche Leucht-
kugelsatz enthalten. Die bengalischen Flammen dienen
zur Beleuchtung von lebenden Gruppen, plastischen
und architektonischen Gebilden und von landschaft-
lichen Partien; sie bringen die verschiedensten Far-
beneffekte hervor. Die Lichter dienen zur Darstellung
von Namenszügen, Bildern architektonischer Gegen-
stände und andern Dekorationen. Die Flamme
brennt rund und voll, aber rein und ruhig ab.
Sterne und Leuchtkugeln unterscheiden sich durck
Größe und auch wohl Form. Gewöhnlich sind
beide kugelförmig, Leuchtkugeln auch cylindrisch und
größer als die Sterne. Beide kommen namentlich
in zusammengesetzten Feuerwerkstörpern vor.
Flammenmergel, ein hellgrauer, von dunkeln
Flammen und Streifen durchzogener Mergel, der der
untern Kreideformation und zwar der Abteilung
des Gault angehört und namentlich im nordwestl.
Deutschland verbreitet ist.
Flammenschutzmittel, Substanzen, die das
Auflodern von Flammen bei der Entzündung von
verbrennlichen Gegenständen, wie Gardinen, Tüll-
gewebe, leichte Kleiderstoffe, Theaterdekorationen,
Schnüre u. dgl., verhindern und damit einem Um-
sichgreifen des Feuers vorbeugen sollen. Als F.
sür alle Arten von Geweben, die nicht gebügelt zu
werden brauchen, empfiehlt sich ein Eintauchen der
trocknen Stoffe in eine Löfung von Wasserglas oder
Ammoniumfulfat; nach dem Auswringen und Trock-
nen sind sie wirkfam geschützt. Für Kleiderstoffe, die
geplättet werden müssen, ist das von Versmann ^
Oppenheim eingeführte wolframfaure Natrium in
20prozentiger Lösung, das in England unter dem
Namen I^äi63 I^ife?r686rv6r (Damen leben-
erhalter) bekannt ist, zu empfehlen. Nach
Patera werden 4 Teile Borax und 3 Teile Bitter-
salz in '20-30 Teilen Wasser gelöst, in diese Lösung
werden die trocknen Stoffe eingetaucht, ausge-
wrungen, getrocknetund gebügelt. Nach jeder Wäsche
muß selbstverständlich die gleiche Behandlung wieder-
holt werden. - Vgl. Versmann und Oppenheim, 0n
renäerinF tadi'icg noninüainmHdik (Lond. 1859);
dief., v^ci'iption ol t!i6 1^äi63 I^ite ?r686rv6r
(ebd.); Patera, über F. (Wien 1871).
Flammenfchlvert, s. Flamberg.
Flammenstil, s. Flamboyant.
Flammeri (vom engl. üummei^, d. h. .Hafer-
mehlbrei), kalte süße Speisen, die aus Stärkemehl,
Gries, Grütze oder Sago bereitet, mit Milch, Rahm
oder Fruchtsäften sowie Gewürz gekocht und dann
mit Gelatine zum Erstarren gebracht werden.
Flammieren, s. Flammen.
Flammofen, im allgemeinen jede Ofenanlage,
bei der die zu erhitzende Masse unmittelbar mit der
Flamme des Brennmaterials, nicht aber mit diesem
selbst in Berührung kommt. Als Beispiele seien er-
wähnt der Gicßereiflammofen (s. d.) und der Pud-
delofen (s. Eisenerzeugung, Bd. 5, S. 926 d).
Flammofenflutzstahl,s. Eisen (Bd.5, S. 827a).
Flammrohr, Flammrohrkessel, s. Dampf-
kessel (Bd. 4, S. 724H).
Flammüla (lat.), in der Kaiserzeit bei einigen
röm. Reiterregimentern übliche Fahne, von gelber
Farbe und in flammenartig gezackte Spitzen aus-
laufend. Auf dem Triumphbogen des Septimius
Severus ist eine F. abgebildet.
Flamfteed (spr. flämmstihd), John, engl. Astro-
nom, geb. 19. Aug. 1646 zu Derby, widmete sich
schon früh der Astronomie, wurde in London mit
Newton und Halley näher bekannt und 1676 erster
Astronom der von ihm errichteten königl. Stern-
warte zu Greenwich. Er starb 31. Dez. 1719. Nur
auf ausdrücklichen Befehl der Königin Anna machte
er die Ergebnisse seiner vieljährigen Beobachtungen
u. d. T. "HiätoriÄ co6l68ti8 Lritanniek" (2 Bde.,
Lond. 1712) bekannt, die uach seinem Tode Halley
in vervollkommneter Gestalt (3 Bde., ebd. 1725)
herausgab. Hierin ist auch F.s Katalog von
3000 Fixsternen enthalten, der erste große moderne
Sternkatalog. Nach seinem Tode erschien auch sein
"^tlag o06l63ti8" mit 25 großen Karten (Lond.
1729), später mit 28 Karten und noch prächtiger
ausgestattet (ebd. 1753). Eine kleinere Ausgabe
desselben besorgte Fortin (Par. 1776). - Vgl. Vaily,
Account ol^. (Lond. 1835; Supplement 1837).
schaft, gehört jetzt teils zu Belgien (f. Ostflandern und
Westflandern), teils zu Holland (der südl. Teil der
Provinz Seeland),teils zuFraukreich (diewestl.Hälfte
des Depart.Nord sowiedas Dcpart. Pas-de-Calais).
Cäsar fand hier als Hauptbewohner die belg. Mo-
riner an der Westküste, neben denen im Norden und
Osten die german. Menapier, im Südosten die
Atrcbaten, ein Ackerbau und Gewerbe treibender
belg. Stamm, sahen, nach deren Besiegung das
Land zu der röm. Provinz I^^iea, 86ounä3, ge-
schlagen wurde. In der Folge wurden in diesen
Landen viele sächs. Kolonisten angesiedelt, nach
denen ein karoling. Pagus um Brügge Flanderland
genannt worden sein soll, was Fremdenland be-
deutet habe. Der Name wird 678 zuerst erwähnt.
Im 9. Jahrh, wurde in diesen Gegenden zur Ver-
teidigung des Landes gegen die Normannen die
Markgrafschaf t F. gegründet. Erster Markgras
war Valduin der Eiserne (Li-3.8 äo lsi-, gest. 878), ver-
mählt mit Judith, Tochter Kaiser Karls des Kahlen
und Witwe des Angelsachsenkönigs Ethelwolf, und
864 von seinem Schwiegervater mit F. erblich be-
lehnt. Nach einem Kriege mit Kaiser Heinrich II.
erhielt Valduin IV. oder der Bärtige 1007 von die-
sem mehrere an seine Grafschaft grenzende deutsche
Länder, besonders Gent und die seeländ. Inseln
zwisäen beidenScheldearmen; letztere mußten aber
bald den Grafen von Holland überlassen werden,
die sie nun mit F. gemeinsam als Afterlehn be-