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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Flores; Florescenz; Florescu

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Flores - Florescu

de' Medici, der ihm keinen Widerstand zu leisten gewagt hatte, vertrieben. Savonarola (s. d.), der Prior von San Marco, gewann den größten Einfluß und errichtete ein theokratisches Regiment, das mit seiner Hinrichtung (1498) zusammenbrach. 1512 kehrten die Medici mit Hilfe des Papstes Julius II. zurück. 1527 wurden sie zum zweitenmal vertrieben, aber von Kaiser Karl V. und Papst Clemens VII. (Giulio Medici) der Stadt nach längerer Belagerung und Eroberung (12. Aug. 1530) mit Gewalt wieder aufgedrungen und Alessandro Medici zum Herzog von F. ausgerufen (1531). Sein Nachfolger Cosimo I. fügte Siena dem bisherigen florentin. Staate hinzu und nahm 1569 den von Pius V. ihm verliehenen Titel eines Großherzogs von Toscana an. Seitdem teilte die Hauptstadt die Geschicke des Staates. (S. Toscana.) 1799 von den Franzosen besetzt, 1801 Hauptstadt des Königreichs Etrurien, 1807 mit dem franz. Kaiserreich vereint, 1814 wieder Hauptstadt des Großherzogtums, 1849 auf kurze Zeit Sitz einer provisorischen Regierung, wurde sie 1859 wieder Provinzialstadt, was sie auch blieb, nachdem durch die Volksabstimmungen (11. und 12. März 1860) Toscana dem piemont. Staate einverleibt worden war. Infolge der September-Konvention wurde F. 1865 Italiens Hauptstadt und blieb es bis 1871. In diesen sechs Jahren geschah unter der Leitung von Ubaldino Peruzzi außerordentlich viel zur Verschönerung und Vergrößerung der Stadt. Die endgültige Verlegung der Residenz nach Rom hatte große wirtschaftliche Nachteile und finanzielle Verlegenheiten zur Folge; erst in neuester Zeit hat sich die Stadt von der Krisis erholt.

Litteratur. Abgesehen von den bis in das 16. Jahrh. hineinreichenden Chroniken und Historien, die mit Villani und Dino Compagni beginnen, mit denen Varchi, Nardi, Jacopo Pitti enden, wie von ältern Darstellungen, unter denen Machiavellis Florentinische Geschichte (deutsch von A. von Reumont, 2 Bde., Lpz. 1846) hervorragt, sind von neuern Werken hervorzuheben: A. von Reumont, Tavole cronologiche e sincronologiche della storia fiorentina (Flor. 1844); Sieveking, Geschichte von F. (Hamb. 1844); Napier, Florentine history (6 Bde., Lond. 1846); Zobi, Storia civile della Toscana dal 1737 al 1848 (5 Bde., Flor. 1850-52); Vannucci, I primi tempi della libertà florentina (ebd. 1856); Trollope, History of the commonwealth of Florence (4 Bde., Lond. 1864-65); A. von Reumont, Lorenzo de' Medici il Magnifico (2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1883); Scheffer-Boichorst, Florentiner Studien (ebd. 1874); Hartwig, Quellen und Forschungen zur ältesten Geschichte der Stadt F. (2 Bde., Marb. und Halle 1875-81); Capponi, Storia della repubblica di Firenze (3. Aufl., 2 Bde., Flor. 1888; deutsch von Dütschke, Lpz. 1876); Yriarte, Florence (Par. 1880); Byers, Florenz (Zür. 1881); Kleinpaul, F. in Wort und Bild (Lpz. 1887); Villari, Le origine del commune di Firenze (Mail. 1890); ders., I primi due secoli della storia di Firenze, Bd. 1 (Flor. 1893); Corazzini, Sommario di storia fiorentina (ebd. 1891); Bigazzi, Firenze e contorni (ebd. 1892). (S. auch Medici und Toscana.)

Flores (lat., Mehrzahl von flos), Blumen, Blüten; besonders in der Chemie (meist veraltete) Bezeichnung sehr fein verteilter Stoffe, wie sie z. B. bei der Sublimation entstehen. F. Antimonii argentei, Antimonoxyd, als Mineral Antimonblüte; F. Benzoës, Benzoeblumen, Benzoesäure; F. Martis, sublimiertes Eisenchlorid; F. Salis Ammoniaci, sublimierter Salmiak; F. Sulfuris, Schwefelblumen, Schwefelblüte, sublimierter Schwefel; F. Zinci, Zinkblumen, durch Verbrennen des Zinks erhaltenes Zinkoxyd; Flos Ferri, Eisenblüte.

Flores oder Floris, eine der Kleinen Sunda-Inseln, südlich von Celebes, im W. durch die Mangerai-Straße von Rindja, im O. durch die Flores-Straße von Solor und Sabrao getrennt, hat 15610 qkm und etwa 250000 batakische E. Die Küsten sind fruchtbar, das noch wenig bekannte Innere ist gebirgig und dicht bewaldet. Der Osten ist tertiäres Land und trägt wie die Südküste Vulkane, wie Gunung Lobetobi (2170 m), Gunung Keo (2763 m), ferner den Gunung Rocka und Gunung Api. Der Westteil heißt bei den Eingeborenen Mangerai, der Ostteil Endeh. An der Ostküste liegt die europ. Niederlassung Larantuka, mit gutem Hafen und bedeutendem Handel mit Sandelholz, Schildpatt und Vogelnestern. Seit Fortgang der Portugiesen (1859) gehört die Westhälfte zum niederländ. Gouvernement Celebes, die Osthälfte zur Residentschaft Timor. Im Innern herrschen fast unabhängige Häuptlinge.

Flores, Departamento der südamerik. Republik Uruguay, hat 4519 qkm, mit San José (1889) 38435 E. Hauptort ist Trinidad.

Flores, Venancio, südamerik. General, schloß sich 1853 als Oberst dem Militäraufstande gegen den Präsidenten Giro von Uruguay an und trug wesentlich zum Sturze der bestehenden Regierung bei. Die Colorado-Partei erhob ihn hierauf 1854 zum Präsidenten, doch wurde er 1855 durch einen Aufstand aus Montevideo vertrieben und sah sich veranlaßt, die Präsidentschaft niederzulegen. 1858 mußte er nach Buenos-Aires fliehen und trat als Brigadegeneral in die Dienste der Argentinischen Republik. Es gelang ihm, den Präsidenten Mitre für die Einmengung in die innern Angelegenheiten Uruguays zu gewinnen. F. landete, von Mitre heimlich unterstützt, im April 1863 mit nur 30 Mann bei Colonia del Sacramento, erließ einen Aufruf zur Erhebung und erhielt starken Zuzug. Unterstützt von den reichen Brasilianern im Norden des Landes, rückte er alsbald gegen Montevideo vor und erhielt von seiten Brasiliens Hilfe gegen den Präsidenten Aguirre. F. nahm La Florida und Salto, erstürmte Paysandu und rückte schließlich in Montevideo ein, wo er zum provisorischen Präsidenten ausgerufen wurde. Er schloß mit Brasilien und Argentinien eine Tripelallianz gegen den Diktator Lopez von Paraguay und übernahm den Befehl über die Vorhut der Verbündeten, zeichnete sich in den folgenden Kämpfen persönlich mehrfach aus, mußte jedoch infolge starker Verluste Sept. 1866 nach Montevideo zurückkehren und nahm am weitern Verlaufe des Krieges keinen Teil. F. widmete sich ganz der innern Regierung und suchte durch Milde seine polit. Gegner, die Blancos, zu versöhnen; doch gelang ihm dies nicht. Infolge einer Verschwörung wurde er 19. Febr. 1868 zu Montevideo ermordet.

Florescenz (lat.), Blütenstand, Blütezeit.

Florescu, Joh. Emman., rumän. General und Staatsmann, geb. 1819 zu Rimnic, absolvierte das Gymnasium in Bukarest und die Militärschule zu St. Cyr. Als Oberst war er 1854 während des Krimkrieges den russ. Generalen Lüders und Dannenberg attackiert. 1859 wirkte er vergebens für die