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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Florfliegen - Florida (Staat)
daraus erschien u. d. T. "I5i6merit03 äo ecouomia
poUticÄ" (Madr. 1841). F. E. starb 1853.
Florflicgcn, Vlattlausflicgen, Gold-
augen (0^r^80i)3, ^e"c/t), eine zu den Großflüg-
lern (s. d.) gehörige Netzflüglergattung, zartgebaute,
13-20 mm lange, schön hellgrüne oder gelbe In-
sekten mit goldglänzcnden Augen und feinen, flor-
artig geäderten Flügeln, den ganzen Sommer im
Freien, im Winter in Gartenwohnungen u. s. w. Aus
den Eiern, die an langen Stielen auf Blättern be-
festigt werden, kriechen kräftig gebaute Larven aus,
die mit ihren sichelförmigen Saugzangcn alsVlatt -
lauslöwen den Blattläusen nachstellen und sich
später zur Verpuppung auf Blättern einspinnen.
Floriacönfer oder Orden von Flore, Flo-
renser, Florienser (fälschlich Fleurienser),
Mönchsorden, s. Ewiges Evangelium.
Florian (Floriänus),Heiligerund Märtyrer,
soll zu Zeiselmauer in Niedcrösterrcich um 190 ge-
boren sein. Er diente in dieser Gegend unter dem
Statthalter Aquilin im röm. Heere und wurde von
diesem 230 während einer Christenverfolgung unweit
Lorch in der Enns ertränkt. In der folgenden Nacht
erschien F. einer frommen Frau, der er feinen Leich-
nam an der Stelle zu begraben gebot, wo jetzt das
große Augustiner-Chorherrenstift Sankt Florian
(s. d.) bei Linz steht. Später wurden die Gebeine
des Heiligen nach Rom gebracht. Papst Lucius III.
schickte 1183 auf Bitten des poln. Königs Kasimir
und des Bischofs von Krakau Überreste des heiligen
F. nach Krakau; seitdem war F. der Schutzpatron
Polens. F. wird als Krieger und mit einem Gefäß
Flammen löfchend abgebildet und gegen Feuers-
gefahr angerufen. Sein Gedächtnistag ist der4. Mai.
Florian (spr. -riang), Jean Pierre Claris von,
franz. Dichter, geb. 0. März 1755 im Schloß F.
in der Nähe von Anduze (Depart. Gard), wurde
mit 12 Jahren Page des Herzogs von Pcnthicvre
in Paris. Derselbe sandte ihn in die Artillcrie-
schule zu Vapaume, nahm ihn aber später wieder
in seinen Dienst. F., der 1788 in die Akademie
aufgenommen wurde, lebte in glücklichen Verhält-
nissen in Paris und auf den Schlössern des Her-
zogs von Pcnthiövre inmitten einer angeregten
Geselligkeit; als die Revolution ausbrach, wurde
er verhaftet; der 9. Thermidor befreite ihn, er
starb aber schon 13. Sept. 1794. F. debütierte als
Schriftsteller mit Theaterstücken, nach der Manier
der Arlcquinaden, nicht ohne empfindsame Bei-
mischung, wie "1^68 ä6ux di11ct3", "I^o Iiou mona^e",
"I^a I)0QQ6 mörs", "1^6 1)011 P01'6", "1^68 ^UM6kwX
äo L61-FÄM6" u. s. w. Dann verfaßte er sog. "1^8-
rorki68" oder Hirtennovellen: "6awt66" (1783),
"stelle" (1788), weichliche Produkte, von Geßner
inspiriert, die aber die empfindsame Naturschwär-
merei des Zeitalters aussprachen. Von geschmack-
loser Fadheit sind auch seine Poet. Romane "Aum^
?0mpiliu8" (1786), "(^0N2aIv6 ä6 (^(N'douov (1791)
u. a. Auch seine Übersetzung des "von HuiMe"
ist verfehlt. Auf der Höhe feines Schaffens zeigt er
sich in seinen 1792 erschienenen Fabeln; sie sind ein-
fach, anmutig, von liebenswürdiger Schalkhaftig-
keit. Von F.s Werken sind noch zu nennen: "^ean-
H0t 6t Oolin", "LWncIi6 6t V6I'M6i1i6", "NutQ"
und besonders die "^6un6836 66 I?., ou M6moir68
ä'uQ MIQ6 N3PKFN01", worin F. seine eigenen
IugendeindrückeunderstenAbenteuer erzählt. Seine
sämtlichen Werke gab Nenouard heraus (16 Bde.,
1820); die "(^uvi-68 iuöäito8" Pire'ricourt (4 Bde.,
1824). - Vgl. A. I. N. dc Nosny, Vio äe 5. (Paris-
im I. V ^1797)); Lacretelle, ^IoF6 äs I?. (ebd.
1812); Viancin, ^1oF6 do 5. (Vcsancon 1833); A.
de Montvaillant, 1^., 8a vie,868 wuv'i'68,8a cori-o-
8i)0NlIiinc6 (Par. 1879).
Floriänus, Märtyrer, s. Florian.
Florida oder Annda, eine der kleinsten der
engl. Salomoninseln, im SO. der deutschen Insel
Isabella, ist 440 ^km groß und wichtig wegen ihrer-
Missionsstationen und Handelsniederlassungen.
Florida (Abkürzung I^ia.), der südöstlichste der
Vereinigten Staaten von Amerika, zwischen 24° 30"
und 31° nördl. Br. und 79° 48' und 87° 38' westl. L.
von Greenwich, besteht zum größten Teil aus der
Halbinsel F., welche, südwärts bis zum Kap
Säble oder bis zur Floridastraße sich erstreckend,,
im O. vom Atlantischen Ocean, im W. vom Golf
von Mexiko bespült, 670 km lang und 150-200 km
breit ist. Außerdem gehört zum Staat der Küsten-
strich von 70 bis 150 km Breite westwärts an der
Nordseite des Golfs. Die Grenzen im N. und W-
stoßen an Georgia und Alabama.
F. hat (1890) 391422 E., d. i. nur 2 auf 1 ykm.
Die Zunahme gegen 1880 beträgt 45 Proz., 1880
wurden 142 605 Weiße und 126888 Farbige ge-
zählt. F. bedeckt 151980 hkm, davon entfallen.
5827 auf Seen und Teiche, 4660 auf Küsten-
gewässer, 1010 auf Flüsse und Bäche. Der südl.
Teil der Halbinsel besteht zum größten Teil aus
Sumpf und Marfchland (^ver^ä^ Is. d.), (>-
Pl688 8^vamp8, Na,nAi-0V6 3^VÄINP8), das in der
Regenzeit vom Juni bis Oktober unpassierbar ist.
Nördlich vom 28.° ist das Land bis zur Grenze von
Georgia flach, nur felten etwas wellig. Im westl.
Teil ist der Boden unebener, aber auch hier kaum
80 m hoch. Der größte der zahlreichen Seen ist der
Okee-chobce. In den Atlantischen Ocean ergießen
sich der Saint John (s. d.) und an der Grenze von
Georgia der Saint Marys (s. d.). Der sog. Indian-
Rivcr ist eigentlich nur eine langgestreckte Lagune
an der östl. Küste, mit einer Mündung unter
27° 30' nördl. Br. In den Golf fließen der Wethlo-
cochny, Snwannee (s. d.), Ocklockonny, Apalachi-
cola (s. d.), Chatawhatchee, Escambia-River (s.d.)
und an der Westgrenze der Perdido. Häusig sind
die"8in1(8", Höhlungen in den Kalksteinschichten,
wo Bäche und Flüsse hervorquellen oder verschwin-
den, um ihren Lauf unterirdifch fortzusetzen. Geo-
logisch ist F. ein sehr junges Land, ältere For-
mationen als Tertiär kommen nicht vor, ja Eocän
ist unsicher. Von Korallen erbaut sind viele Nisse,
namentlich an der südl. und südöstl. Küste; hin-
gegen ist die frühere Annahme, daß die Halbinsel
selbst der Hauptmasse nach ein Korallenriff sei,
aufgegeben worden. Von der Südspitze der Halb-
insel, dcm Kap F., erstreckt sich südwestlich und
dann westlich, in den Tortugas-Keys endigend,
die 330 km lange Neihe der Florida Nippen
oder Keys, welche den Handelsweg von der Mste
zu den Vahama-Inseln und Cuba durch häusige
Stürme und Gegenströmungen des Golfstroms ge-
fährden. Das Klima ist sehr gut. Das Tempe-
raturmarimum beträgt 40,5°, das Minimum
-12° (?., der Abstand ist geringer als in den andern
Unionsstaaten. In Iacksonville ist die mittlere
Temperatur des Januar 12°, des August 27,5°,
mittlere Jahrestemperatur 20,5°; in Key-West be-
trägt letztere 25°^. Die Sommerhitze ist nicht so
extrem, wie in manchen westl. Staaten, dauert aber