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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Flösselhecht - Flöte
Fahrt entleert werden (Schwellungen), befördert. '
Zum Passieren der Wehre in Flüssen sind diese mit !
Floßdurchlässen versehen, deren Verschluhvor- !
richtungen (schützen, Balken, Nadeln) vor der An- z
tunft^der F. entfernt werden. Dort, wo Wasserfälle
oder lHtromschnellen die Flößerei unmöglich machen, '
finden sich eigene Floß kanäle angelegt. Eineinter- !
cssante Anlage dieser Art besteht am Traunfall bei !
Gmunden. Flohhäfen dienen zur sichern Bergung ^
bei Hochwasier und Eisgang und zur bequemen Lan- !
düng. (S. auch Flößerei und Holztransportwesen.)
sslöfselhecht l?0i7pt6lU8l)icIiir^60F., s. Tafel:
Fische VI, Fig. 3), ein über 1 in lang werdender ^
Schmelzschupper ss. d.) des Nils, mit einer bedeuten- ^
den Anzahl (10-18) kleiner Rückenflossen und rhom- '
bischen Schuppen. Er ist von grüngrauer, nach dem ^
Bailche zu heller werdender Farbe.
Flossen, eine Form des Roheisens, s. Eisen
(Bd. 5, S. 827 a).
Flossen, die Extremitäten der Fische (s. d.). ^
Flosfenfüßer (?t6i-0p0äH), Flügelfüßer, !
eine pelagisch lebende Ordnung derSchnecken mit !
einem zu zwei Flossen erweiterten Fuße, mit denen
sie sich, wie mit Schmetterlingsflügeln, meist in,
Schwärmen im offenen Meere schwimmend bewe-
gen, nachts emporsteigend, bei Sonnenschein in die
Tiefe sich versenkend. Die räuberischen F. sind ent-
weder beschalt, mit einem spiralig gewundenen oder
geraden, kegelförmigen oder dreispitzigen, meist glas-
dellcn Gehäuse oder nackt. Von den nackten ist die
bekannteste das Walfisch aas ((^lio dorsaiis ^.),
ein zartes, rot angehauchtes spindelförmiges Tier-
chen von 1 bis 3 cm Länge, mit deutlich abgesetztem
Kopf und einem unpaaren Neste der Kriechsohle
zwischen den Flossen. Es findet sich in ungeheuern
Schwärmen im Arktischen Meere und bildet eine
Hauptnahrung des Bartenwals. - über die F. als
Meersäugetiere s. linnipLäia. i
Flofsentaucher, s. Pinguine. !
Flößerei, der Transport des Holzes durch das !
Wasser (s. .Holztransportwesen). Je nachdem die !
F. mit verbundenen Hölzern (Floh fahrt) oder mit
unterbundenen Hölzern (Trift) ausgeübt wird,
unterliegt sie verschiedenen Rechtsgrundsätzen. Die
F. mit verbundenen Hölzern erscheint, da die aus
diesen Hölzern gebildeten Flöße Fahrzeuge sind, als ^
eine besondere Art der Binnenschiffahrt. Es sind
daher alle für letztere geltenden Grundsätze auf sie
direkt anwendbar. (Vgl. Neichsverfassung Art. 54
und Vundesgesetz vom 1. Juni 1870 über die Ab-
gaben von der F., welches auch in den süddeutschen
Staaten eingeführt ist.) Die F. mit unverbundenen ^
Hölzern ist im Interesse der Schiffahrt, auf welche
die für diese F. erforderlichen Vorkehrungen nach-
teilig wirken müssen, gesetzlich meistens auf die nicht
schiffbaren Privatflüsse beschränkt. Alle den schwim-
menden Hölzern begegnenden Hindernisse müssen
beseitigt, Seitenarme des Flusses, in welche die
Hölzer hineingeraten könnten, abgesperrt, Vorrich- !
tungen zum Sammeln und Auffangen der Hölzer .
angebracht werden; es muß besonders den Flößerci-
unternehmern gestattet sein, die Ufer zu betreten,
um hängenbleibende Hölzer loszumachen und sie
im fließenden Wasser zu halten. Diese F. darf nicht
jeder ausüben, denn sie enthält einen Eingriff in
das Privatrecht der Ufereigentümer und fordert
daher wie jede Beschränkung des Eigentums einen l
besondern Titel. Dieser kann privatrechtlich (Ver- i
trag, Ersitzung) oder durch das öffentliche Necht be- .
gründet sein. An vielen Orten hat sich das Floß-
regal des Staates erhalten, welches zur Ausübung
an Einzelne verliehen wird; anderwärts erscheint
das Floßereirechtals eine öffentlich-rechtliche Ser-
vitut, welche auf dem Privatfluß und seinen Ufern
lastet und dann gewöhnlich von jedem ausgeübt
werden kann, der sich den vom Staate für die Aus-
übung aufgestellten Regeln unterwirft. Die Ent-
stehung dieser öffentlich-rechtlichen Belastung ist auf
Gewohnheitsrecht oder einen Akt der Staatsgewalt
zurückzuführen; nach allen neuen Gesetzgebungen
muß dem ^taat das Necht zuerkannt werden, nach
Maßgabe der über die Expropriation geltenden
Regeln, den Eigentümer jedes Privatflufses gegen
volle Entschädigung zur Gestattung der Holzflößerei
auf demselben zu nötigen. Die Ausübung der F.
unterliegt überall, auch auf Privatflüssen, der Ober-
aufsicht des Staates; er erläßt durch die Verwal-
tungsbehörden Reglements und Triftordnun-
gcn. Diese entbalten Vorschriften zweifacher Art:
polizeiliche und civilrechtliche. Erstere regeln Rechte
und Pflichten der Flößereiunternehmer und der Ufer-
eigentümer, soweit dieselben Eingriffe ins Eigentum
und Gestattung derselben betreffen; ihre Durchfüh-
rung wird durch Androhung von Polizeistrafen und
unmittelbare Gewalt bewirkt. Die Triftordnungen
bezieben sich auf die von den Unternehmern an die
Ufereigentümer, Besitzer von Triebwerken und son-
stigen Wasscrnutzungen zu entrichtenden Entschädi-
gungen für die Schäden, welche der dauernde Be-
trieb mit sich bringt, wie Stillstand der Triebwerke,
Beschädigung der Ufer u. s. w. Die Teilnahme der
Verwaltungsbehörden an der Regulierung dieser
durch eine gewöhnliche Schadenersatzklage zu ver-
folgenden Ansprüche besteht gewöhnlich darin, daß
sie die Höhe des Anspruchs normieren (bayr. Gesetz,
die Benutzung des Wassers betreffend, vom 28. Mai
1852, Art. 72), oder daß der Staat selbst die Be-
friedigung der Geschädigten übernimmt und zu die-
sem Zweck eine dauernde Abgabe von den Flößerei-
unternehmern erhebt (preuß. Gesetz vom 28. Febr.
1843, §. 8). Die zuständigen Behörden sind seitens
des Reichs das Reichsamt des Innern, in den ein-
zelnen Bundcsstaatcn die Verwaltungs- bez. Wasser-
Polizeibehörden. Die Frage der Versicherung der
im Betriebe der F. Stehenden ist laut Gesetz dahin
entschieden, daß als Veschäftigungsort für diefelben
derjenige Ort gilt, von dem aus das Gewerbe be-
trieben wird. - Vgl. Ernst Meier, im "Rechts-
lerikon" von Holtzcndorff, Bd.1, S.844 (Lpz. 1880);
von Stengel, Wörterbuch des deutschen Verwal-
tungsrechts, Bd. 1, S. 423 fg. (Freib. i. Vr. 1890);
Handwörterbuch der Staatswisfenschaften, Bd. 3,
S. 572 fg. (Jena 1892).
Floßgraben, 921cm langer Graben, der unter-
halb Zeitz von der Weißen Elster abzweigt und sich
bei Lützen in zwei Arme teilt, von denen der eine
zur (^aale, der andere zur Luppe führt.
Floßregal, s. Flößerei.
Flos und Blancflos, s. Flore und Vlancheflor.
Flöte (ital.ülmto; frz.üüte), ein uraltes Blas-.
instrument (s. Aulos) von sanftem und angenehmem
Ebarakter, eins der wichtigsten Orchestcrinstrumente,
war früher in zweierlei Gestalt vorhanden: als
gerade und als Querflöte. Erstere war früher die
weitaus gebräuchlichere (s.Schnabelflöte), ist aber
jetzt ganz abgekommen, so daß man unter F. jetzt
nur die quer an den Mund zu setzende Querflöte
versteht. Diese,früherSchw eiz erpfeife,Zwerch-