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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Folembray - Folie
Groß Oemeinde im Stuhlbezirk O-Vecfe des Komi-
tats Väcs-Vodrog, an der Einmündung des Fran-
zenskanals in die Theiß, hat (1890) 5716 E. (3228
Ungarn, 68 Deutsche, 2406 Serben), darunter 3057
Römisch-Katholische, 2347 Griechisch-Orientalische
und 164 Israeliten, und lebhasten Fischfang. Hier
enden die von der Donau herüberziehenden Römer-
schanzen (Wkinlang, 5,8 m breit). - 3) Duna-
Fö ldvär, s. Dunaföldvar. - 4) F., ungar. Name
von Marien bürg (s. d.) in Siebenbürgen.
Folembray (fpr. -langbräh), Flecken im Kanton
Coucy-le-Chäteau, Arrondissement Laon des franz.
Depart. Aisne, am Rande des Coucywaldes und
an der Linie Chauny-Anizy der Nordbahn, bat
(1891) 1833 E.; große Glasfabrik.
Folengo, Teofilo, ital. Dichter, geb. 8. Nov. 1491
in Cipada (jetzt verschwnnden) bei Mantua, trat 1509
in Brescia in den Benediktinerorden, aber wegen
seines Verhältnisses zu einer Dame 1515 wieder aus,
irrte mit der Geliebten bis 1517 umher und begann
vielleicht nun erst die Universitätsstudien. Um diese
Zeit entstanden seine Dichtungen maccaronischen
Stils (s. Maccaronische Poesie), die ihn als Meister
der erzählenden Burleske Zeigen. Das humoristische
Epos "Nilcaroneae", unter andern die komischen
Heldengedichte "Laläus" und <Mo8cn6g." enthaltend,
erschien zuerst in 17 Gesängen (Venedig) 1517, dann
in 25, mit Einmischung einer kraftvollern Satire,
besonders gegen dle Mönche, 1521. F. nannte sich
hier als Verfasser Merlino Coccajo. 1519 auf
1520 ins Kloster zurückgekehrt, verließ er es von
neuem um 1524, war Lehrer bei Camillo Orsini in
Rom und veröffentlichte 1526 und 1527 in Venedig
Nvei Werke unter dem Namen Limerno Pitoces,
das burleske Rittergedicht "Ori^näwo" in Oktaven
nnd "(^ilw8 äel Ii-ipkrunl)" aus Profa und Versen,
aus Italienisch, Lateinisch und Maccaronisch ge-
mischt, die mystische Geschichte seiner Irrtümer und
Wahrheitserkenntnis. Beide Bücher zeigen eine
starke Hinneigung zum Protestantismus. Bald dar-
auf erbat und erhielt er, wenn auch mit Mühe, die
Erlaubnis zum Rücktritt in den Orden. Während
eines erzwungenen Einsiedlerlebens 1530 - 33 auf
dem Kap der Minerva bei Salerno schrieb er das
religiöse Gedicht "I/unmuitg. äei ii^liuolo äi Oio"
in Oktaven (Vened. 1533), trat 1534 wieder ins
Kloster, ging 1537 als Prior nach Sicilien, ward
aber 1538 abberufen und lebte nun in San Martino
della Scala oder in Palermo. Er fchrieb noch reli-
giöse Werke, unter andern ein Gedicht in Terzinen:
"I^k?al6rinitkng. 0 umaintil äi (^riLto", und eine
geistliche Vorstellung, später "^tto clelia?int^> ge-
nannt. Ende 1543 ging er von Sicilien nach einem
Kloster in Campese bei Vassano und starb hier 9. Dez.
1554. Das maccaronische Epos arbeitete er um 1530
nochmals um, doch ohne die Satirc abzuschwächen;
die Gunst des Publikums verblieb der Form von
1521. Eme vollständige Ausgabe der Werke erschien
u. d. T. "0pu8 inaearoiiicuin" (2 Bde., Amsterd.
IMantua^ 1768-71), neue von A. Portioli: "I.e
OP61'6 maccIi6i'0iiissQ6 äi Noriinn (^occHw" lBd. 1
u. 2, Mantua 1882 u. 1883; Bd. 3, "Oi'wnäwo"
und "(Hao8", 1889). Die "No8cli6a"-Episode be-
arbeitete 1580 Hans Christoph Fuchs der Ältere
deutsch als "Muckenkrieg" (Neuausg. von Genthe,
Eisleb. 1833), das ganze maccaronische Epos ein un-
genannter Franzose als "lligtoils ma^Hronihue äs
Neiliu 0occai6" (2 Bde., Par. 1606; Neuausg. von
Bibliophile Jacob, ebd. 1859). - Vgl. Dalmistro,
NioZio äi?. I''. (Vened. 1808); A. Luzio, Nuove
ricsrclio 8u1 ^. (1889, im "l^iornHls Ltm-ico äeNa
l6tt61'9.Wl-I. itHiiHNÄ").
Foley (spr. -le), Io hn Henry, engl. Bildhauer, geb.
24. Mai 1818 in Dublin, besuchte die Zeichen- und
Modellierschule der dortigen königl. Society und
wurde 1834 Zögling der Londoner Akademie. Seine
Werke zeichnen sich durch elegante Formgebung aus,
nähern sich namentlich in Idealgestalten denen des
Canova. 1840 erwarb ihm eine Marmorgruppe,
Ino und Vacänis, Anerkennung und Ruf; es folg-
ten die Marmorfiguren der Egeria und des Carac-
tacus. Von seinen Porträtstatuen sind hervorzu-
heben: die kolossale Reiterstatue des Viscount Har-
dinge für Kalkutta, die kolossale sitzende Figur des
Prinzen Albert für das Albert-Memorial in London
(s.Tafol: Englische Kunstiii, Fig. 5), die Statue
des Generals Outram auf dem Waterlooplatz da-
selbst, die des Lord Clive in Shrewsbury. F. starb
24. Aug. 1874 in London.
Folge, s. Grund. - Im altdeutschen Recht ist
F. die Zustimmung der Versammlung (des Nm-
standes) zu dem von dem Richter gefundenen Urteil,
oder zu der von den dazu berufenen Fürsten aus-
gegangenen Königswahl; heute in anderer Bedeu-
tung die Succession eines neuen Berechtigten an die
Stelle eines Hinweggefallenen (Lehnsfolge, Folge
in ein Familienfidc'i'tommiß).
Folgefond, nächst Iostedalsbrce der größte
Gletscher Norwegens, liegt auf der vom Hardanger-
fjord und scinen Armen Sörfzord und Äkrefjord
begrenzten Hochfläche (1652 m). F. besteht aus drei
durch tiefe Thäler getrennten Teilen, ist 36 km lang
und 6-15 Icin breit. Der Übergang ist leicht.
Folgcpol, ursprüngliche Bezeichnung für die
bei unregelmäßiger Magnetisierung eines Stabes
auftretende Folge von Polen; jetzt vorzugsweise
Benennung für die Pole der Dynamomaschine in
dem Falle, in welchem das Gestell einen magneti-
schen Doppelkreis bildet, d. h. aus zwei mit-ihren
gleichnamigen Polen zusammenstoßenden Hufeisen
gebildet wird, wie z. B. bei der Gramme-Maschine,
während bei der Edison-Maschine nur ein derartiges
Hufeifen vorhanden ist.
Folgerung, im allgemeinen soviel wie Schluß',
in engerm Sinne der unmittelbare Schluß, d.h.
die Ableitung eines neuen Urteils aus einem ein-
zigen gegebenen. (S. Schluß.)
I'oiia. (lat.), Blätter; im Droguenhandel die
natürlich getrockneten Blätter verschiedener Pflan-
zen zum Gewerbe- und Medizinalgebrauch. Offi-
zinell sind 16 borten, darunter ^. ^1tkk6a6, Al-
thecblätter; I?. Leiiaclonuaß, Tollkirschenblätter;
I?. Digitalis, Fingerhutkraut; ^. 86miH6, Sennes-
blätter u. s. w.
Foliant, Buch in Folioformat (s. V'olio).
Folie (vom lat.toiwiu, d.i.Blatt, Vlattmetall),
Blättchen von allerdünnstem Blech, die aus ver-
schicdenen Metallen, namentlich Silber und Zinn,
in allen Farben hergestellt werden. Das dünnste
Silberblech (Silberfolie, echte F.) heißt, auf
einer Seite vergoldet, Goldfolie; die dünnsten
gold- und silberplattierten Kupferbleche werden un-
echte F. oder Kupferfolie genannt. Das Färben
der F. erfolgt durch Aufstreichen einer mit vegeta-
bilischen Farbstoffen gefärbten Hausenblafe- oder
Gelatineauflösung. Die echte F. wird besonders
zum Fassen der Edelsteine, zu Glasflüssen u. s. w.
(s. Edelsteinimitationen), Zinnfolie zum Be-