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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fricandeau - Frida
Fricandeau (frz., spr. -kangdoh), in der Koch-
kunst der zarte, dicke Fleischteil (die sog. Nuß) an
der innern Seite der Kalbskeule, sowie einzelne, aus
letzterer gelöste Fleischstreifen und Fleischscheiden,
die gespickt und gedämpft werden.
Frikandellen, s. Frikandellen.
Fricassee, s. Frikassee.
Friccius, Karl Friedr., preuß. Generalanditeur,
geb. 28. Juni 1779 zu Stendal, studierte die Rechte
und trat als Assessor in den prensi. Staatsdienst,
ging 1806 in den Militärdienst über und stand als
Lieutenant in Danzig, wo er sich während der Be-
lagerung 1806-7 durch die Verteidigung von Neu-
fahrwasser auszeichnete. Nach dem Friedensschlüsse
kehrte F. in die jurist. Laufbahn zurück, trat aber
1813 als Major an die Spitze des neuerrichteten
1. ostpreuft. Landwehrbataillons. Er kämpfte bei
Dennewitz und drang 19. Okt. 1813 als einer der
ersten nach Erstürmuug des Grimmaischen Thores
in Leipzig ein: die Stelle bezeichnet jetzt ein von
der Stadt errichtetes Denkmal mit einen: Me-
daillonbildnis F.'. Nach dem ersten Pariser Frieden
wirkte F. in Ostfriesland bei der Einführung der
preuß. Verwaltuug, focht 1815 mit Auszeichnnng
bei Ligny und trat nach dem Friedensschlüsse in den
preuß. Verwaltungsdienst zurück, aus dem er 1829
als Rat in das Gencralauditoriat berufen wnrde.
1837 wurde F. Generalauditeur der Armee und be-
kleidete dieses Amt bis zu seinem Tode. Er starb
7. Nov. 1856 zu Berlin. F. verfaßte eine Reihe
wertvoller Werke: "Das preuß. Militärstrafrccht"
(Berl. 1835), "Geschichte des Krieges in den 1.1813
und 1814, mit besonderer Rücksicht ans Ostpreußen
und das königsbergsche Landwebrbataillou" (Altenb.
1843; nur der erste, bis zur Erstürmung Leipzigs
reichende Band ist erschienen), "Geschichte derBlok-
kade Cüstrins 1813 - 14, mit besonderer Rücksicht
auf die ostpreuß. Landwehr" (Berl. 1854), "Ge-
schichte der Befestigungen und Belagerungen Dan-
zigs, mit besonderer Rücksicht anf die ostpreuß. Land-
wehr" (ebd. 1854), "Preuß. Militärgesetzsammlung"
Gd. 1-5, ebd. 1836-56).
Frick, Otto, Pädagog, geb. 21. März 1832 in
Schmetzdorf (Kreis Ierichow), stndierte in Verlin
und Halle Philologie, war Gymnasiallehrer, wnrde
1864 Gymnasialdirektor in Burg, 1868 in Pots-
dam, 1874 in Rinteln, 1878 Kondirektor der Francke-
schen Stiftungen und Rektor der lat. .hauptschule
in Halle und 1883 Direktor der Franckeschen Stif-
tungen. 1881 eröffnete er das einst berühmte "8o
minarium pi'aeolMornm" wieder und gab damit
Anstoß zu weiterer Verfolgung der Frage einer
bessern pädagogisch praktischen Vorbildung der jnn-
gen Lehrer höherer linterrichtsanstalten. Er starb
19. Jan. 1892 in Halle. Für die Bestrebungen des
Einheitsschulvereins trat F. in der Schrift "Die Mög-
lichkeit der höhern Einheitsschule" (Hannov. 1887)
ein. Ferner schrieb er über "Das 86ininai-inm prao
ceptoruin" (Halle 1883) und gab mit Polack u.d. T.
"Aus deutschen Lesebüchern" (Gera 1886 - 92) Er-
läuterungen zu deutschen Dichtungen herans, sowie
"Lehrproben und Lehrgänge aus der Praxis der
Gymnasien und Realschulen" (Halle 1884fg.). Seine
"Pädagog, und didaktischen Abhandlungen" gab
G. Frick heraus (2 Bde., Halle 1893).
Fricke, Gustav Adolf, prot. Theolog, geb.
23. Aug. 1822 zu Leipzig, studierte auf der dortigen
Universität und habilitierte sich 1846 daselbst zu-
gleich in der theol. und philos. Fakultät. Er ward
1849 außerord. Professor der Theologie, 1851 ord.
Professor in Kiel, kehrte 1865 als Oberkatechet an
St. Petri nach Leipzig zurück und trat 1867 als
ord. Professor in die dortige theol. Fakultät ein.
F. ist Vorsitzender der Meißener Konferenz sowie
des Centralvorstandes des Gnstav-Adolf-Vereins,
um den er sich große Verdienste erworben hat.' er
wurde 1882 zum Konststorialrat, 1887 zum Geh.
Kirchenrat, 1890 zum Domherrn von Meißen er-
nannt. Außer zahlreichen Predigten (eine Samm-
lung solcher u. d. T. "Gottesgrüße", 2 Bde., Lpz.
1883-86) veröffentlichte er: "Lehrbuch der Kirchen-
geschichte" (ebd. 1850, umfaßt die ersten acht Jahr-
hunderte), "Die Erhebung zum Herrn im Gebete"
(ebd. 1850; 2. Aufl. 1861), "Das exegetische Problem
im Briefe Pauli an die Galater 3, 20" lebd. 1880),
"Metaphysik und Dogmatik, unter besonderer Be-
ziehung auf die Ritschlsche Theologie" (ebd. 1882),
"Der paulinische Grundbegriff der 3^.<x'.2^^ 5T°5"
(ebd. 1888), "Auch ernste Gedanken" (Entgegnung
auf von Egidys "Ernste Gedanken", 2. Aufl., ebd.
1890), "Aus dem Feldzuge 1866" (Briefe und
Reden, ebd. 1891).
Frickthal, eine Landschaft im nördl. Teile des
schweiz. Kantons Aargau, auf der nördl. Abdachung
des Jura gelegen, vom Großherzogtum Baden durch
den Rhein getrennt, besteht ans dem eigentlichen,
vom Sisselnbach durchflosseuen F. und dem links-
userigen Gelände des Rheinthals von Schwader-
loch (8 km unterhalb der Mündnng der Aare) bis
zur Grenze des Kantons Basel. Im südl. Teile ist
die Landschaft ein Wald- und weidereiches jurassi-
sches Berglaud, dessen Gipfel 5 - 800 in Höhe er-
reichen ; der nördl. Saum gehört der oberrhein. Ebene
an. Der Boden ist fruchtbar; Viehzucht und Land-
wirtschaft, Obstbau, im Rheinthal anch Weinbau, die
Salmenfischerei im Rhein und die Ausbeutung der
Salinen von Nybnrg, Rheinfelden und Kaiseraugst
sind die Haupterwerbsquellen. Die wichtigsten
Wohnplätze sind die Rheinstädte Laufcnburg und
Nheinfelden (s. d.) und die Dörfer Mölin (1962 E.)
und Frick (944 E.), die hauptsächlichsten Verkehrs-
wege die Vötzbergbahn (s. Bötzberg), die große
Straße des Rheinthals und die Paßstraße über die
Stafselegg (623 m), welche das F. mit Aarau ver-
bindet. Bis 1801 gehörte das F. zu Osterreich, kam
dann durch den Frieden von Luneville an die Hel-
vetische Republik und wurde 1803 durch die Me-
diationsakte dem Kanton Aargau zugeteilt, in wel-
chem es die Bezirke Laufenburg (153,3 cikm mit
13 668 meist kath. E.) und Nheinfelden (112,6 hkm
mit 11514 meist kath. E.) bildet. Die Bevölkerung
ist deutsch und kath. Konfession. - Vgl. Virrcher,
Das F. (Aarau 1859).
Frida, Emil Vohusch, unter dem Pseudonym
Iaroslav Vrchlicky bekannter czech. Dichter,
geb. 1853 in Laun (Böhmen), studierte m Prag
Philosophie und Geschichte, war Lehrer, dann Se-
kretär des czech. Polytechnikums daselbst. Von seinen
Werken gehören der epischen Gattung an: "Duck g.
8v6t" ("Geist und Welt", Prag 1878), "NpieXs
dü8N6" und "^0V" epicke l)äsQ6)> ("Epische Lieder"
und "Neue epische Lieder", ebd. 1877-80) u. a. Den
böhm. Sagen sind die "N^ti^" ("Mythen", zwei
Cyklen, 1879) entnommen; "Nok na^'iliu" ("Ein
Jahr im Süden", 1879) bezieht sich auf einen ein-
jährigen Aufenthalt des Dichters in Italien. Fer-
ner verfaßte er Zahlreiche lyrische und reflektierende
Gedichte ("NKI037 3 pi'Znö", 1879, "3Knx", 1883),