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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Friesisch-Westfälisch; Friesisches Recht; Friesland

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Friesisches Recht - Friesland (im Mittelalter)

Dijkstra ("Frieske sankjes", Ljouwert 1842), H. S. Sytstra (Erzählungen, Gedichte, Lustspiel), H. G. van der Veen (Erzählungen und Gedichte), Waling Dijkstra (s. d.), der volkstümlichste, berühmteste und fruchtbarste aller fries. Schriftsteller, der kaum minder volkstümliche T. G. van der Meulen (Gedichte, Schauspiel, Lustspiele, Possen), D. Hansma (Erzählungen), J. G. van Blom ("Blommekoerke", Dokkum 1869), I. Hepkema ("Fiouer rotten în ien falle", Schauspiel, Hearrenfean 1871), P. Bleeksma (Erzählungen, Gedichte, Schauspiel), die Schau- und Lustspieldichter T. N. Velstra, S. H. Hylkema, C. D. van der Weg und C. Wielsma und von den jüngsten P. J. Troelstra (Gedichte, Schauspiel), der zusammen mit O. H. Sytstra "It jonge Fryslân" (Hearrenfean 1881) herausgab, und T. E. Halbertsma.

Anthologien sind die "Frieske, Hilgelaonner en noardfrieske rymkes", hg. von de Haan Hettema (Doccem 1841), "It Lieteboek" von J. van Loon und M. de Boer (Hearrenfean 1876), "Moaye Blommen fen ús Fryske Letterkroane" von van der Meuten (Lemmer 1879), "Frysk Lêsboek" von W. Dijkstra (ebd. 1882). Neuwestfries. Stücke finden sich auch in dem "Friesche Volksalmanak" (41 Bde., Leeuw. 1836-93), in Firmenichs "Germaniens Völkerstimme" (Bd. 3, Berl. 1854, S. 771-795), in Wintlers "Algemeen nederduitsch en friesch dialecticon", Bd. 1 ('s Gravenhage), S. 433-461, und in Leopolds "Van de Schelde tot de Weichsel", Bd. 3 (Groning. 1882), S. 1-227. Eine Anthologie aus altfries. und neuwestfries. Schriften ist Buitenrust Hettemas "Bloemlezing uit oud-, middel- en nieuwfriesche geschriften" (3 Tle., Leid. 1887-90). - Einen Anhalt haben die Bestrebungen zur Neubelebung der F. S. u. L. gefunden an dem 1844 gegründeten Selskip for Fryske tael- en skriftenkennisse, welches die in landfries. Sprache gedruckten Zeitschriften "Iduna" (Frentser [Franeker] und Liowerd [Leeuwarden] 1845-70), "Forjit My Net" (22 Bde., Hearrensean, Apeldoarn, Joure und Bolsert [Bolsward] 1871-92) und "Swanneblommen" (43 Bde., Liowerd, Hearrenfean, Joure und Bolserd 1850-93)

herausgegeben hat. Außerdem sind die folgenden Zeitschriften in landfries. Sprache erschienen: "Friesch Jierboeckje" (6 Bde., Lieauwerd 1829-35), "De Bye-coer" (43 Bde., Frentsjer [Franeker] bis 1888), "De Frîske Hûsfrjeun" (15 Bde., Freantsjer, Volsward u. Dokkum 1851-65) und "For hûs en hiem" (5 Bde., Ljouwert 1888-92). Der Erforschung fries. Geschichte, Sprache und Litteratur dient die von dem 1829 gegründeten Friesch Genootschap herausgegebene wissenschaftliche Zeitschrift "De Vrije Fries" (18 Bde., Leeuw. 1839-92) sowie für das Ostfriesische das von Ehrentraut herausgegebene "Fries. Archiv" (2 Bde., Oldenb. 1849-54).

Vgl. außer den beiden letztgenannten Zeitschriften und dem "Friesche Volksalmanak" (41 Bde., Leeuw. 1836-93) Mone, Übersicht der niederländ. Volkslitteratur älterer Zeit. Mit Anhang: Versuch einer Litteratur der fries. Sprache (Tüb. 1838); I. Winkler, Over de taal en de tongvallen der Friezen (Leeuw. 1868); Hewett, The Frisian language and literature (Ithaca, N. Y. 1879); Th. Siebs, Zur Geschichte der engl.-fries. Sprache, Bd. 1 (Halle 1889); ders. in Pauls "Grundriß der german. Philologie", Bd. 2, Abteil. 1 (Straßb. 1893), S. 494-509. - Altfries. Grammatiken: Nask, Frisisk Sproglaere (Kopenh. 1825; deutsch von Buß, Freiburg 1834); H. S. Sytstra, Inleiding tot de friesche

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spaakkunst (Leeuw. 1854); ders., Klank- en schriftleer der friesche taal (ebd. 1856); ders., Woordenleer d. fr. taal (ebd. 1862); W. van Kelten, Altostfries. Grammatik (ebd. 1890); Th. Siebs in Pauls "Grundriß der german. Philologie", Bd. 1 (Straßb. 1891), S. 723-779. Zur neuostfries. Grammatik vgl. die Darstellungen von Minßen (Saterland) und Ehrentraut (Wangeroog) in des letztern "Fries. Archiv" (2 Bde., Oldenb. 1849-54). Die beste neuwestfries. Grammatik ist van Bloms Beknopte Friesche Spraakkunst (Joure 1889). Das beste altfries. Wörterbuch ist K. von Richthofens Altfries. Wörterbuch (Gott. 1840), das beste neuwestfriesische J. Halbertsmas noch unvollendetes Lexicon Frisicum (bis F, 's Gravenhage 1874). S. auch Nordfriesische Sprache und Litteratur.

Friesisches Recht, das Recht des fries. Volksstammes. (S. Friesen.) Seine älteste Quelle ist die Lex Frisionum, die in ihrer ursprünglichen Gestalt im 8. Jahrh. für Mittelfriesland erlassen, später auf ganz Friesland ausgedehnt wurde, sowie die sog. Additio sapientum, hg. von von Richthofen in den "Monumenta Germaniae historica", Leges, Bd. 3 (Hannov. 1863; Einzelausgabe Lecuw. 1866). Dem Ende des 12. Jahrh. gehören an die sog. 17 fries. Küren und die 24 allgemeinen Landrechte sowie die sog. Bußtaxen, eine detaillierte Zusammenstellung von Bußen besonders für Körperverletzung, aus dem Anfang des 13. Jahrh. die Überküren und aus dem 14. Jahrh. die sog. "Leges Upstalbomicae" (1323) und das Groninger Statut (1361). Diese Gesetze sind in lat., fries. und niederdeutschen Texten erhalten. Außerdem besitzen wir eine Reihe von altertümlichen Landrechten einzelner fries. Gaue und Landschaften (13. bis 15. Jahrh.) in altfries. Sprache. Das Ostfries. Landrecht wurde 1515 von Graf Edzard I. publiziert (bg. von Wicht, Aurich 1746). Die F. R. sind jetzt in ihrer Geltung beseitigt, im Fürstentum Ostfriesland gilt jetzt das Preuß. Landrecht. Eine Sammlung der altfries. Rechtsquellen bis zum 15. Jahrh. veranstaltete von Richthofen, "Fries. Rechtsquellen" (Berl. 1840) nebst einem altfries. Wörterbuche (Gott. 1840). In besserer Fassung bietet die ältesten Texte von Richthofen, "Untersuchungen über fries. Rechtsgeschichte" (4 Bde., Berl. 1880-86).

Friesisch-Westfälisch, s. Deutsche Mundarten (Bd. 5, S. 33 a).

Friesland, das alte F. des Mittelalters, d. i. das von dem german. Volksstamm der Friesen (s. d.) bewohnte Marschland der Nordseeküste von der Scheldemündung oder von Amsterdam bis zur Wesermündung, zerfiel in drei Teile: einen westlichen (bis zum Zuidersee), einen mittlern (bis zu dem Flüßchen Laubach oder Lau[w]ers, westlich von Groningen) und einen östlichen (bis zur Weser), seit dem 14. Jahrh. nannte man den mittlern Teil westerlau[w]ersches oder Westfriesland, den östlichen Ostfriesland. Letztere Benennung gilt heute nur für das Land östlich der Emsmündung (Reg.-Bez. Aurich der preuß. Provinz Hannover), während die Teile zwischen Ems und Lauwers (Provinz Groningen) sowie diejenigen westlich dem Zuidersee nicht mehr F. heißen, seit hier die holländische, dort die niederdeutsche Sprache herrscht. Im Mittelalter zerfiel F. östlich vom Zuidersee in die folgenden Gaue: A. Westerlauersches F.: 1) Westerga, dazu Ter Schelling, 2) Asterga, dazu Ameland und Schiermonnikoog, 3) im Süden Waldaga oder Stellingawerf. B. Ostfriesland: 4) Hugmerke, 5) Hunesga, 6) Fivelga,